Die Wahl des richtigen Vornamens

Während der Nachwuchs im Bauch fröhlich vor sich hin wächst, stehen Eltern während der Schwangerschaft vor einer großen Herausforderung: sie müssen einen passenden Namen für das Kind finden. An sich eine selbstverständliche Angelegenheit, die sich jedoch auch zur Herkules-Aufgabe entwickeln kann.

Schließlich ist die Auswahl an Vornamen unüberschaubar groß und Geschmäcker nun mal verschieden. Eltern entscheiden sich aus unterschiedlichsten Gründen für einen bestimmten Namen. Manchmal hat der Name eine lange Familientradition, manchmal erinnert er an einen geliebten Menschen, häufig handelt es sich auch um einen modernen Namen, der den Eltern einfach gut gefällt. Die Zugänge zur Namenswahl sind also genauso individuell wie der Zeitraum der Suche. Manche sind sich schon einig, noch bevor sich der Nachwuchs tatsächlich ankündigt, andere wägen monatelang ab, wieder andere entscheiden sich erst bei der Geburt, wenn sie ihr Kind zum ersten Mal in Armen halten. Endgültig feststehen muss der Name dann spätestens eine Woche nach der Geburt. Bis dahin muss die Geburt nämlich beim zuständigen Standesamt oder Magistrat angezeigt werden. Daraufhin wird die Geburtsurkunde ausgestellt, die bereits von Beginn an ein wichtiges Dokument für den neuen Erdenbürger ist.

Kompromisse

Ob im Internet, in Namensbüchern oder mit Hilfe einer Namensberatungsstelle – wie und wo auch immer Eltern den Namen für ihr Kind finden, sie müssen sich zuerst einmal einig werden. Die Namenswahl für den Nachwuchs kann zwischen den Eltern gelegentlich zu heftigen Diskussionen führen. Vor allem dann, wenn werdender Vater und werdende Mutter in ihren Vorlieben sehr weit auseinander liegen. Während der Vater vielleicht katholische Namen wie Aaron, Noah, Sarah oder Maria vorzieht, schweben der Mutter ausgefallenere Namen wie Yannick, Jonah, Inka oder Dunja vor. In solchen Fällen gilt es, wie so oft im Leben, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Es empfiehlt sich, vorerst getrennt voneinander, jeweils eine Liste mit den eigenen Favoriten anzufertigen. Anschließend werden die Vorschläge beider Partner diskutiert, wobei jeder auch gewisse Namen ablehnen darf. Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand: vielleicht finden sich ausländische Namen, die beiden Elternteilen gefallen. Gelegentlich sind auch Filme, Bücher oder der eigene Freundeskreis gute Inspirationsquellen.

Beliebte Vornamen in Österreich

Jährlich erhebt die Statistik Austria die beliebtesten Vornamen für Mädchen und für Jungen. Sie zieht dabei die Daten von 1.400 Standesämtern heran und reiht jene Namen nach Häufigkeit, die im Rahmen der verpflichtenden Geburtsanzeige angegeben werden. Unter den Mädchennamen belegten 2012 Anna Platz 1, Hannah Platz 2 und Lena Platz 3. Sarah, Sophie, Emma, Julia, Marie, Leonie und Laura befanden sich ebenfalls unter den Top 10. Zu den häufigsten Vornamen für Buben zählten Lukas (Platz 1), Tobias (Platz 2) und Maximilian (Platz 3), weitere Plätze unter den häufigsten 10 gingen an Luca, David, Jakob, Felix, Elias, Jonas und Paul (in dieser Reihenfolge). Anna und Lukas gelten laut Statistik Austria als echte „Spitzenreiter“ – sie gehörten auch schon in den letzten Jahren zu den absoluten Favoriten der Österreicherinnen und Österreicher. Derartige und ähnliche Namenslisten können Eltern ebenfalls bei der Wahl des Namens helfen. Einerseits finden sich darunter vielleicht Namen an die man selbst noch nicht gedacht hat. Andererseits kann man dadurch natürlich auch gewisse Namen ausschließen, gerade weil sie weitverbreitet sind.

Vorname-Nachname

Ein wichtiger Aspekt der Namensgebung ist die Kombination des Vornamens mit den Nachnamen. Dabei gilt: sind die werdenden Eltern verheiratet, erhält das Kind den gemeinsamen Nachnamen von Mutter und Vater, also den Familiennamen. Unehelich geborene Babys nehmen automatisch den Familiennamen der Mutter an. Wer dennoch möchte, dass das Kind den Familiennamen des Vaters trägt (z.B. bei Lebensgemeinschaften), der kann dies vor der Ausstellung der Geburtsurkunde beantragen. Bei der Wahl des Vornamens sollte man darauf achten, dass er auch gut zum Familiennamen passt. Häufig ergänzen sich kurze Vornamen und längere Familiennamen sehr schön, umgekehrt verhält es sich ähnlich. Ausgefallene Familiennamen vertragen manchmal einen knappen, traditionellen Vornamen besser als einen exotischen. Im Sinne der leichten Aussprache wird davon abgeraten, Vornamen auf denselben Vokal enden zu lassen wie den Familiennamen z.B. Lou Uhlig, Anna Ackerl. Vermeintlich lustige Wortspiele (z.B. Tim Berland, Klaus Maus) sind ebenso zu vermeiden. 

Spitznamen

Zusätzlich zum eigentlichen Namen sollten sich Eltern immer auch darüber klar werden, welche möglichen Spitznamen sich aus dem Vornamen des Kindes ergeben könnten. Selbst wenn sich Familie und Freunde genau an einen Namen halten, spätestens im Kindergarten oder in der Schule ist der Nachwuchs mitunter mit eigenwilligen Abwandlungen seines Namens konfrontiert. Hänseleien und Spott lassen sich natürlich nicht gänzlich vermeiden, schließlich sind die Kleinsten in diesen Dingen ungemein kreativ. Eltern können jedoch darauf achten, jene Namen zu vermeiden, die offensichtlich Raum für Verunglimpfungen bieten. Vielleicht gibt es ja Erinnerungen an die eigene Schulzeit oder Kindheit, die hier mit einfließen und die Entscheidung für oder gegen einen speziellen Namen begünstigen.

Tradition

Können sich werdende Eltern nicht für einen Namen entscheiden, erweisen sich Traditionen oftmals als gute Helfer. In einigen Familien ist es beispielsweise üblich, einen bestimmten Namen (in männlicher oder weiblicher Form) an Erstgeborene weiterzugeben. Manchmal erweist sich auch der Blick auf den Familienstammbaum als echte Inspirationsquelle. Natürlich kann es auch vorkommen, dass man mit der Wahl des Namens für den eigenen Nachwuchs an besonders geliebte und geschätzte Verwandte oder Vorfahren erinnern möchte. Für das Kind ist es später bestimmt schön, wenn es zu seinem Namen eine besondere Geschichte gibt, man ihm z.B. von dieser speziellen Person erzählt.

Bedeutung

Die Bedeutung des Vornamens spielt für manche Eltern neben anderen Aspekten ebenso eine große Rolle. Selten haben die entsprechenden Assoziationen Einfluss auf das Gemüt oder den Charakter des Kindes – einigen Vätern und Müttern erleichtern sie jedoch die Entscheidung. Die Bedeutungen einzelner Vornamen reichen von „geweiht, keusch“ (Ines) über „Gott heilt“ (Rafael) bis hin zu „vom Lorbeerbaum stammend“ (Laurin). Sie finden sich in vielen Namensbüchern, in Lexika und auch im Internet. Zusätzlich bieten solche Listen auch Informationen zu unterschiedlichen Schreibvarianten und Abwandlungen ein und desselben Namens.

Rechtliche Aspekte

Das österreichische Namensrecht ist im Grunde genommen sehr großzügig angelegt. Es gibt nur ein paar Aspekte, die Eltern zwingend einhalten müssen:

  • Der Name des Kindes muss eindeutig einem Geschlecht (männlich oder weiblich) zugeordnet werden können. Lässt er dies nicht zu, empfiehlt sich ein Zweitname, der das Geschlecht bestimmt.
  • Der Name des Kindes muss im weitesten Sinne als Vorname „üblich“ sein. In diesem Sinne akzeptabel sind auch Namen aus anderen Ländern und Kulturkreisen.
  • Der Vorname darf nicht lächerlich oder verletzend sein.
  • Nicht erlaubt sind in Österreich Städtenamen, Markenbezeichnungen und Monatsnamen (z.B. Juli).
  • Namen aus der Bibel sind erlaubt, sofern sie nicht negativ besetzt sind wie z.B. Judas.
  • Im Zweifelsfall entscheidet der zuständige Standesbeamte/die zuständige Standesbeamtin. Eltern, die einen sehr außergewöhnlichen Namen wünschen, können sich im Vorfeld bei der Behörde erkundigen, ob der Name erlaubt ist.

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