Wie Vornamen das Gegenüber beeinflussen

Wer einen Vornamen hört, zieht automatisch seine Schlüsse daraus. Oft kennen wir Menschen noch gar nicht und dennoch vermittelt uns der Klang und die kulturelle Auffassung (Herkunft, Verbindung mit anderen Menschen) eines Vornamens etwas, dass uns die Träger des Namens einordnen lässt. Zu diesem Schluss kommen auch Forscher des Instituts für Psychologie an der TU Chemnitz.

Für eine Untersuchung, bezüglich dieses Hintergrunds, wurden insgesamt 149 Probanden unterschiedlichen Alters und Geschlechts jeweils ein 71-seitiger Fragebogen vorgelegt. Die Aufgabe bestand darin, 60 typisch männliche und weibliche Vornamen und deren Träger in Bezug auf verschiedene Charakteristika wie Alter, Attraktivität, Intelligenz oder Religiösität einzuordnen. Die Namen waren zusätzlich in Ordnungskriterien wie altmodisch, zeitlos und modern gereiht.

 

Von Klassisch bis Modern: Die Psychologie der Namenswahl

In der Auswertung zeigte sich, dass die Wahrnehmung einer Person über Rufnamen deutlich bestimmten Kategorien zugeordnet wurden. Menschen, die einen modernen Rufnamen trugen, wurden jünger eingeschätzt als jene, deren Namen der Kategorie altmodisch angehörte. So vermutete man bei Julia und Kevin jüngere Namensträger im Gegensatz zu Elfriede oder Werner. Religiöse Namen wie David und Sarah veranlassten die Studienteilnehmer, jene Personen mit religiösen Eigenschaften auszustatten.

Auch wurden Schlussfolgerungen in Bezug auf Attraktivität und Intelligenz in Zusammenhang mit Namen gebracht. Personen mit modernen Namen wurden hier deutlich positiver wahrgenommen. Interessanterweise zeigten zeitlose Namen wie Anna, Claudia, Michael oder Alexander ein diffuseres Bild in der Auswertung. Dieser Umstand lässt darauf schließen, dass diese Namen nicht so leicht eingeordnet werden können und die Studienteilnehmer sich hier auf ihre Erfahrungen in Familie und Bekanntschaft verlassen haben.

Namens-Trends: Einfluss von Pop-Kultur und Promis

In der Welt der Vornamen gibt es eine faszinierende Entwicklung: Sie sind wie Modeerscheinungen, die kommen und gehen. Heute ist Emma vielleicht beliebt, aber in ein paar Jahren? Wer weiß, vielleicht erleben wir dann ein Comeback von Namen wie Gisela oder Horst. Diese Namen-Wiederbelebung passiert nicht zufällig. Oft spielen dabei Promis und Popkultur eine große Rolle –es gibt also zahlreiche Eltern, die sich bei der Namensgebung von ihren Idolen inspirieren lassen.

Vornamen in einer globalisierten Welt

Und dann ist da noch die Globalisierung, die die Namenslandschaft ordentlich aufmischt. Werdende Mamas und Papas stöbern heutzutage nicht mehr nur im heimischen Namensbuch, sondern lassen sich von Kulturen aus aller Welt inspirieren. So landen plötzlich japanische, afrikanische oder skandinavische Namen auf den Geburtsurkunden in Berlin, New York oder São Paulo. Das Internet spielt hierbei eine große Rolle – auf einmal ist die ganze Welt nur einen Klick entfernt, und das gilt auch für Vornamen. In unserem Schwanger.at-Verzeichnis findest du die beliebtesten Namen aus aller Welt - von Österreich über Frankreich bis hin nach Japan oder Mexiko.

Psychologische Auswirkungen von Namen auf die Persönlichkeitsentwicklung

Die psychologischen Auswirkungen eines Vornamens auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Individuums sind ein faszinierendes Feld innerhalb der Sozialpsychologie. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Vorname einer Person weitreichende Implikationen auf deren Selbstwahrnehmung und auf die Wahrnehmung durch andere haben kann. Ein Name kann mit bestimmten Stereotypen verbunden sein, die Einfluss auf das Selbstvertrauen und die sozialen Interaktionen haben. Beispielsweise könnten Personen mit Namen, die als altmodisch oder ungewöhnlich gelten, in ihrer Kindheit und Jugend Hänseleien ausgesetzt sein, was ihre soziale Entwicklung beeinträchtigen kann.

Auf der anderen Seite können Namen, die allgemein positiv wahrgenommen werden, zur Bildung eines starken Selbstwertgefühls beitragen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass die von Eltern gewählten Namen Reflexionen ihrer Hoffnungen und Erwartungen an das Kind darstellen können, was wiederum die Wege beeinflusst, auf denen Kinder ihre Identität formen.

Rechtliche Aspekte der Namensgebung

Die rechtlichen Aspekte der Namensgebung variieren stark von Land zu Land und offenbaren interessante Einblicke in die kulturellen Normen und Werte einer Gesellschaft. In einigen Ländern gibt es strenge Vorschriften darüber, welche Namen erlaubt sind, um die Würde des Kindes zu schützen und es vor potenziellem Spott zu bewahren. So müssen etwa in Deutschland Vornamen klar das Geschlecht des Kindes erkennen lassen und dürfen nicht beleidigend sein oder den Nachnamen als Vornamen verwenden. In anderen Ländern, wie den USA, sind die Regeln wesentlich lockerer, was eine breite Vielfalt an Namen ermöglicht.

Fazit: Tendenziell zeigen Statistiken, dass moderne Kindernamen wie Leon/Leonie, Laura und Kevin sehr gefragt sind, ob diese in 40 Jahren allerdings noch immer diesen Eindruck hinterlassen oder mehrheitlich veraltet wirken, ist fraglich.

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