Ein kleines Lexikon rund um den Kinderwunsch

Ein vorerst unerfüllter Kinderwunsch wirft viele Fragen auf. Warum klappt es nicht? Welche Möglichkeiten gibt es, der Natur auf die Sprünge zu helfen? Der erste Weg führt danach meist in eine Kinderwunschklinik. Dort stößt man jedoch auf umfangreiches “Expertenlatein”, das anfänglich eher abschreckend als motivierend ist. Folgendes kleines Lexikon soll helfen, sich im Fachbegriffsdschungel der Kinderwunschbehandlung zurecht zu finden.

Frau hält positive Schwangerschaftstests

Assisted Hatching

Dieses auf deutsch “unterstützte Schlüpfen” bezeichnet einen Prozess bei der als IVF bezeichneten Form der künstlichen Befruchtung. Dabei wird die äußere Hülle der befruchteten Eizelle nach den ersten Zellteilungen mit einem Laser eingeritzt, damit sich der Embryo leichter in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

Basaltemperatur

Die Körpertemperatur eines Erwachsenen schwankt im Tagesverlauf leicht. In der Nacht sinkt sie auf ihren tiefsten Punkt. Diesen Wert bezeichnet man als die Basaltemperatur.

Im weiblichen Zyklus steigt die Basaltemperatur ab dem Eisprung leicht an und fällt mit dem Einsetzen der Menstruation wieder ab.

Bleibt die Basaltemperatur den gesamten Zyklus hindurch über mehrere Zyklen hinweg gleich, deutet das auf einen ausbleibenden Eisprung hin. Bleibt die Temperatur ab dem Eisprung bis über den Tag des üblichen Blutungsbeginns hinweg hoch, kann dies eine Schwangerschaft anzeigen.

Die Kontrolle der Basaltemperatur über mehrere Zyklen hinweg kann bei unerfülltem Kinderwunsch hilfreich sein.

Chromosomen

Die Chromosomen sind die Träger des Erbmaterials, sie sind normalerweise immer doppelt vorhanden - jeder Mensch hat 23 Chromosomenpaare.

Bei Chromosomenanomalien liegen Abweichungen von Anzahl oder Struktur der Chromosomen vor. Bei den bekannten Trisomien beispielsweise liegen drei statt zwei Chromosomen vor, was zu Fehlbildungen bis hin zur Lebensunfähigkeit führt.

Chromosomenstörungen sind die häufigste Ursache einer Fehlgeburt in den ersten 12 Schwangerschaftswochen.

Eisprung

Beim weiblichen Eisprung verlässt eine befruchtungsfähige Eizelle den Eierstock und gelangt durch den Eileiter zur Gebärmutter. Der Eisprung findet für gewöhnlich etwa zur Mitte des weiblichen Zyklus statt. Bleibt der Eisprung aus, kann dies verschieden Ursachen haben und muss nicht zwingend bedenklich sein. Ein Eisprung ist aber Voraussetzung für eine natürliche Befruchtung.

Embryo

Vom Zeitpunkt der Befruchtung bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche findet die embryonale Entwicklung statt. In dieser Frühphase der menschlichen Entwicklung werden alle wesentlichen Organe angelegt. Danach spricht man vom Fötus.

Endometriose

Die Endometriose ist eine gutartige Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt und zu Entzündungen oder Verwachsungen führen kann. Aufgrund dieser Begleiterscheinungen kann Endometriose der Erfüllung des Kinderwunsches im Wege stehen.

Follikelpunktion

Ein Follikel ist ein mit Flüssigkeit gefülltes Bläschen, in dem eine einzelne weibliche Eizelle im Eierstock heranreift. Beim Eisprung platzt das Bläschen auf und spült das reife Ei in den Eileiter.

Bei einer Follikelpunktion werden der Frau reife Eizellen entnommen, indem im Rahmen eines kleinen Eingriffs die Follikel angestochen und die Eizellen abgesaugt werden.

Gelbkörper & Gelbkörperhormon

Nach dem Eisprung bildet sich aus dem Rest des geplatzten Follikels der Gelbkörper oder Corpus luteum. Er gibt in der zweiten Zyklushälfte das Gelbkörperhormon (Progesteron) ab, das dafür sorgt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut weiter aufbaut und eine Einnistung ermöglicht.

Bei einer Gelbkörperschwäche kann sich eine befruchtete Eizelle nicht oder nur schlecht einnisten. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch wird häufig eine Gelbkörperschwäche diagnostiziert.

HCG (Humanes Choriongonadotropin)

Das hCG wird auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet. Seine Aufgabe ist es, nach der erfolgreichen Einnistung einer befruchteten Eizelle für den Fortbestand der Schwangerschaft zu sorgen. hCG wird von der Plazenta gebildet und ist im Urin und im Blut nachweisbar. Schwangerschaftstests messen die hCG-Konzentration - ein Wert ab 25 deutet auf eine Schwangerschaft hin.

IVF (In vitro-Fertilisation)

Die IVF ist eine Variante der künstlichen Befruchtung. Dabei werden der Frau Eizellen entnommen und in einer Petrischale mit den Spermien des Mannes vereint. Ist die Befruchtung erfolgreich, werden der Frau bis zu drei befruchtete Eizellen etwa 2 bis 3 Tage nach der Befruchtung in die Gebärmutter eingesetzt.

ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion)

Auch die ICSI ist eine Form der künstlichen Befruchung. Dabei werden Spermienzellen mit einer Hohlnadel direkt in die entnommenen Eizellen gespritzt. Dadurch wird der Vorgang der Befruchtung unter Laborbedingungen durchgeführt. Nach 2 bis 3 Tagen können bis zu drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden.

IUI (Intrauterine Insemination)

Bei der IUI werden zuerst einer Spermaprobe die Samenzellen entnommen. Danach werden sie aufbereitet und die geeignetsten davon mit einem Katheter direkt in die Gebärmutter, möglichst nahe an die reife Eizelle gespritzt. Dies soll die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöhen.

Kryokonservierung

Bei einer Kryokonservierung werden Samenzellen oder befruchtete Eizellen eingefroren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt für eine künstliche Befruchtung zu verwenden.

LH (Luteinisierenden Hormon)

Das LH ist bei der Frau für die Auslösung des Eisprungs zuständig. Ovulationstests zur Feststellung eines bevorstehenden Eisprungs bestimmen die LH-Konzentration im Urin. Wenige Stunden vor einem Eisprung steigt der LH-Wert sprunghaft an, was auch als LH-Peak bezeichnet wird. Nach dem Eisprung fällt der LH-Spiegel wieder ab.

PESA (Perkutane epididymale Spermienaspiration)

Die PESA stellt eine noch sehr neue Methode im Rahmen der Kinderwunschtherapie dar. Dabei werden dem Mann mittels Punktion der Nebenhoden Samenzellen entnommen, mit denen die Eizellen der Frau im Labor befruchtet werden. Diese Prozedur wird dann angewandt, wenn aufgrund eines Samenleiterverschlusses keine Samenzellen im Sperma enthalten sind.

PCO (Polyzystisches Ovarialsysndrom)

PCO bezeichnet eine hormonelle Störung bei der Frau. Sie verursacht, dass sich zahlreiche Zysten in den Eierstöcken bilden, die die Bildung von männlichen Geschlechtshormonen anregen und damit zu Zyklusstörungen führen. PCO ist häufig ein Grund für unerfüllten Kinderwunsch.

Schilddrüsenstimulierendes Hormon (TSH)

TSH stimuliert die Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Wird im Körper zu viel oder zu wenig TSH produziert, ergibt sich daraus eine Schilddrüsenüber- bzw. -unterfunktion. Eine Schilddrüsenunterfunktion, auch als Hypothyreose bezeichnet, führt in weiterer Folge dazu, dass bestimmte Schilddrüsenhormone nicht ausreichend produziert werden. Darunter ist auch Thyroxin (T4). Fehlen diese Hormone, werden wiederum andere Hormone in zu niedriger Anzahl produziert. Bei rund 10% der betroffenen Frauen ist dies Schuld am unerfülltem Kinderwunsch.

Transfer

Als Transfer bzw. Embryonaltransfer wird das Einführen von künstlich befruchteten Eizellen in die Gebärmutter bezeichnet. Dort muss sich der Embryo aber selbstständig in die Gebärmutterschleimhaut einnisten, damit es zu einer Schwangerschaft kommt.

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Kommentare

Kommentar von Tanja Walchensteiner |

Ich will so gern schwanger werden nehme seit gut eineinhalb Jahren keine Pille mehr hatte aber sehr viel Stress vor allem wegen Job und Geld.Hab Angst, dass ich generell nicht schwanger werde da der Ovutest a immer negativ war bis jetzt noch nie den richtigen Tag erwischt.

Antwort von Schwanger.at

Liebe Tanja, schau doch mal ins Babyforum. Dort gibt es eine spezielle Kategorie zum Thema Kinderwunsch - du kannst dich mit Frauen austauschen, denen es ähnlich ergeht wie dir. Alles Gute!

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