Ratgeber: Wickeln mit Stoffwindeln

Du suchst nach einer Alternative zur herkömmlichen Wegwerfwindel? Dann bist du jetzt und hier genau richtig, denn wir schauen uns an, wie das Wickeln mit Stoffwindeln funktioniert, welche unterschiedlichen Systeme es gibt und warum die Stoffwindeln von heute überhaupt nichts mehr mit den langweiligen Öko-Windeln von gestern zu tun haben.

Die Vorteile einer Stoffwindel

Wer früher mit Stoffwindeln gewickelt hat, wurde vermutlich schief angesehen oder als „Hippie“-Mama abgestempelt. Das hat sich mittlerweile geändert und das ist auch gut so. Eltern entscheiden sich für Stoffwindeln aus ökologischen sowie nachhaltigen Überlegungen. Sie produzieren kaum Müll, der Energieaufwand durch das Waschen in der Maschine bleibt überschaubar. Es gibt jedoch noch weitere Argumente, die für die bunten Höschen aus Stoff sprechen:

  • Stoffwindeln sind atmungsaktiv und besonders hautschonend. Wenn dein Baby zu Ausschlägen und wundem Po neigt, können sie Hautreizungen vorbeugen und Linderung verschaffen.
  • Stoffwindeln sind üblicherweise etwas weicher und angenehmer zu tragen, wenngleich sie mehr Platz in der Hose benötigen.
  • Du kannst die bunten Windeln auch noch für Geschwisterkinder verwenden. Erneuert werden dann (je nach System) nur die Einlagen.
  • Stoffwindeln sind umweltschonend, du produzierst keine Windelmüllberge.
  • Sie sind auch für sehr empfindliche Babyhaut geeignet.
  • Stoffwindeln unterstützen die Anhock-Spreizhaltung und somit die positive Entwicklung der Hüfte deines Babys. Bei Fehlstellungen und Fehlbildungen der Hüfte solltest du ohnehin „breit“ wickeln – in Absprache mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin.

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Stoffwindelsysteme

Eine Stoffwindel unterscheidet sich von der herkömmlichen Wegwerfwindel, das ist uns soweit klar. Allerdings ist Stoffwindel auch nicht gleich Stoffwindel, der Markt bietet dir unterschiedlichste Systeme, aus denen du das Passende auswählen kannst. Der Grundaufbau einer Stoffwindel ist jedoch immer gleich. Du hast einen außen liegenden Teil, der verhindern soll, dass der Windelinhalt austritt. Sowie jenen Teil, der Innen liegt und mit dem Körper deines Babys in Berührung kommt. Dieser Teil ist für das Saugen und Absorbieren von Windelinhalt zuständig.

All-in-One

All-in-One-Windeln, kurz AIO, sind jene, die den Wegwerfwindeln am nächsten kommen. Innen- und Außenteil sind fix miteinander verbunden, Stoffwindel und Überhose sind vernäht. Wenn die Windel voll ist, wird sie einfach als Ganzes gewaschen, getrocknet und wieder verwendet. All-in-One-Windeln sind sehr praktisch für Einsteiger, für das Wickeln bei Oma/Opa und für längere Autofahrten oder Reisen.

2-Lagen-System

Bei dieser Art der Stoffwindel verwendest du eine Einlage und eine passende Überhose. Die saugfähige Einlage werde mit Druckknöpfen oder Klettverschluss in der Überhose befestigt, damit sie nicht verrutschen. Ist die Windel voll, wechselst du üblicherweise nur die Einlage, die Überhose kannst du ein paar Mal verwenden.

3-in-1- Windeln

Gewickelt wird in diesem System mit einer Windel, die aus drei Komponenten besteht. Außen liegt eine Überhose, als Mittelschicht gibt es eine sogenannte Tasche, die aus wasserdichtem PUL (Polyurethanelaminat) gefertigt ist. In dieser Tasche gibt es dann noch eine Einlage. Beim Wickeln wird nur die Einlage gewechselt – Tasche und Überhose kannst du weiterverwenden, sofern die Windel nicht „übergegangen“ ist.

Materialkunde

Nicht nur bei den Windelsystemen, auch bei den Materialien hast du die Qual der Wahl. Letztlich ist es eine Frage der persönlichen Vorlieben, wofür du dich entscheidest. Auch die Verträglichkeit spielt eine Rolle, obwohl die gängigen Fasern im Prinzip alle sehr gut verträglich sind. Besonders beliebt bei der Verarbeitung von Stoffwindeln sind: Baumwolle, Bambus, Hanf, Mikrofaser, Wolle oder Fleece. Je nach System kommt auch Polyurethanelaminat oder Silikon zum Einsatz.

Tipp: Lass dich bei einem Workshop oder in einem Fachgeschäft beraten. Du hast dort die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Materialien kennenzulernen, du kannst sie „erfühlen“ und frei nach Sympathie entscheiden.

Stoffwindeln waschen

Viele Mamas haben Sorge, dass sie vor riesengroßen Wäschebergen stehen, wenn sie zusätzlich zur normalen Familienwäsche auch noch Stoffwindeln waschen müssen. Die gute Nachricht gleich vorweg: Möchtet ihr mit „Stoffis“ wickeln, habt ihr eine oder maximal zwei Waschladungen mehr pro Woche. Wie oft die Windeln gewaschen werden müssen, hängt davon ab, wie viele du zum Wechseln hast.

Tipp: Es ist nicht notwendig, Stoffwindeln, Überhöschen und Einlagen separat zu waschen. Du kannst sie ganz normal zur Wäsche geben, achte einfach darauf, die Trommel nicht zu voll zu füllen. Gewaschen wird bei maximal 60 Grad mit einem Waschmittel, das für Stoffwindeln geeignet ist. Weichspüler oder Hygienespüler solltest du nicht verwenden. Um Urin- und Stuhlreste zu entfernen, empfehlen sich eine Vorwäsche und ein Extra-Spülgang nach dem Hauptwaschgang. Hartnäckige Flecken werden mit Gallseife oder einem schonenden Fleckenentferner vorbehandelt, auch Sonnenlicht wirkt wie ein natürliches Bleichmittel. Wichtig ist, dass du den Windelhinhalt vor dem Waschen entfernst (Stuhl z.B. in der Toilette entsorgst) und die Windeln dann relativ bald wäschst oder in einer sogenannten Wetbag (Nasstasche) aufbewahrst. Alle wasserdichten Komponenten werden auf dem Wäscheständer oder an der Frischluft auf der Leine getrocknet, Einlagen aus Baumwolle dürfen üblicherweise auch in den Wäschetrockner wandern.

Windelgutschein in Österreich

Um die Verbreitung von Stoffwindel zu fördern, gibt es in Wien und den Bundesländern einen sogenannten Windelgutschein. Das Fördersystem wurde vom Verein WIWA ins Leben gerufen, der als Clearing- und zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um den Windelgutschein fungiert. Der Verein zur Förderung eines nachhaltigen Lebensstils ist ein Zusammenschluss führender Stoffwindelhersteller, die nicht nur Aufklärung betreiben, sondern die Verwendung von Stoffwindeln aktiv unterstützen möchten. Wie funktioniert der Windelgutschein? Beim Gutschein handelt es sich um einen Wertgutschein, der in Wien in den Eltern-Kind-Zentren und in den Bundesländern am Bezirksamt oder bei der ansässigen Abfallwirtschaft ausgegeben werden. Wenn der Gutschein in deiner Nähe nicht angeboten wird, kannst du ihn auch beim WIWA Verein anfordern. Einlösbar ist der Stoffwindelgutschein für ausgewählte (förderungswürdige) Marken, wie z.B. Popolini, Blümchen, bamoolik, imsevimse, in teilnehmenden Partnergeschäften oder zum Teil auch online. Als Vorlage benötigst du lediglich deinen Mutter-Kind-Pass. Der Gutschein kann ab einem Einkaufswert von 125 Euro (= halbe Fördersumme) oder 250 Euro (= volle Fördersumme) eingelöst werden.

Stoffwindel-Workshops

Es sind zwar nur Windeln, aber es wäre nicht verwunderlich, wenn du am Stoffwindelmarkt den Überblick verlierst. Daher empfehlen wir dir einen Stoffwindelworkshop oder einen Termin bei einer zertifizierten Stoffwindelberaterin. Dabei geht es weniger darum, dich zum Experten oder zur Expertin auszubilden, sondern herauszufinden, welches System am besten zu dir und deinem Baby passt. Außerdem lernst du die unterschiedlichen Materialien und Hersteller kennen. Der Vorteil eines Workshops ist, dass du sowohl Windeln als auch Einlagen und Höschen testen, angreifen und beim Wickeln ausprobieren kannst. Stoffwindelberaterinnen haben alle Systeme und die bekanntesten Marken im Angebot, sie stehen dir darüber hinaus natürlich mit Tipps und Tricks zur Seite. Ob du einen Workshop oder eine individuelle Beratung vorziehst, ist Geschmacksache. Workshops finden in größeren Runden statt, du lernst andere Eltern kennen und hast darüber auch die Möglichkeit, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Veranstaltet werden die zwei- bis dreistündigen Einheiten zumeist in Eltern-Kind-Zentren, einer Hebammenpraxis oder in manchen Krankenhäusern angeboten. Stoffwindelberaterinnen arbeiten freiberuflich und kommen entweder zu dir (das ist praktisch, wenn dein Baby noch sehr klein ist) oder bieten individuelle Beratungseinheiten in ihrer Praxis an.

Tipp: Wenn du mit Stoffwindeln wickeln möchtest, ist das Geld in eine Beratung im Vorfeld gut angelegt. Je nach Windelsystem ist die Grundausstattung an Windeln und Zubehör eine größere Investition, die wirklich zu euch passen sollte. Die süßeste Windel erfüllt ihren Zweck nicht, wenn du beim Wickeln einfach nicht zurechtkommst. Im Rahmen einer Beratung lernst du, dich im Stoffwindeldschungel zu orientieren, damit du dann auf das für euch passende System zurückgreifen kannst.

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Nach neun Monaten ist es endlich soweit: die Geburt ist überstanden, die frischgebackenen Eltern und der Nachwuchs haben sich schon ein wenig kennengelernt, das Glück über den gesunden Neuankömmling lässt alle Strapazen der vergangenen Stunden und Monate vergessen. Nun gilt es, sich auch in den eigenen vier Wänden auf die neue Situation einzustellen.

Eine große Rolle in dieser bewussten Erholungszeit spielt die richtige Ernährung. Gehaltvolle Mahlzeiten helfen Müttern dabei, wieder zu Kräften zu kommen – selbst gekocht oder von Freunden und Familie zubereitet.

In kaum einem Jahr verändert sich so viel wie im ersten Lebensjahr eines Kindes. Vom Neugeborenen bis zum Kleinkind, das sprechen und laufen kann, ist es ein weiter, aber auch schnell vergehender Weg. Auch wenn es typische Entwicklungsphasen gibt, kann das individuelle Tempo eines jeden Kindes sehr unterschiedlich sein – Abweichungen müssen überhaupt nichts Schlechtes bedeuten.

Wenn du nach einer Schwangerschaft wieder sexuell aktiv sein möchtest, solltest du dir in jedem Fall Gedanken über das passende Verhütungsmittel machen. Bei der gynäkologischen Kontrolluntersuchung wird dein Frauenarzt/deine Frauenärztin mit dir über verschiedene Möglichkeiten sprechen. Dabei spielen der mögliche Wunsch nach einem weiteren Kind sowie das Stillen eine Rolle. Barrieremethoden sind in der Stillzeit die Mittel der Wahl. Wenn dein Kind Säuglingsanfangsnahrung bekommt, kannst du auch auf hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen.

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