Stillpositionen

In welcher Haltung dein Baby gestillt wird, bleibt dir und deinem Kind überlassen. Es gibt gewisse Positionen, die sich seit Generationen bewähren. Dazu zählen beispielsweise die Wiegenhaltung oder das Stillen im Liegen (seitliches Stillen). Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass Mutter-Kind-Duos ganz individuelle Haltungen finden, in denen das Stillen wunderbar klappt. Die Grundregel lautet: beide müssen sich wohlfühlen und sich in einer entspannten Position befinden.

Die richtige Stillhaltung

Das ist für das Baby oft einfacher als für die Mutter, da viele Mamas vor allem zu Beginn der Stillzeit dazu neigen, sich zu verkrampfen. Darüberhinaus solltest du auch beachten, dass dein Baby die Brustwarze gut erreichen kann. Das bedeutet: idealerweise liegt es so auf oder neben dir, dass es ohne Schwierigkeiten oder große Verrenkungen die Brustwarze fassen kann. Babys haben ein sehr gutes Gespür für die richtige Stillhaltung. Sie finden den Weg zur Brust intuitiv und saugen im Normalfall automatisch an der Brustwarze.

Die ersten Monate im Leben eines Säuglings drehen sich um drei Dinge: Schlafen, Füttern, Wickeln. Ausgiebige Kuscheleinheiten mit Mama und erste Erkundungstouren im Kinderwagen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die Nahrungsaufnahme ist und bleibt jedoch die Lieblingsbeschäftigung der kleinen Erdenbürger. Da du beim Füttern also viel Zeit verbringen wirst, ist eine angenehme Stillposition von großer Bedeutung. Mit ein wenig Übung findet sich relativ rasch eine Haltung, die sowohl für Mutter und Kind gut funktioniert. Zwischendurch empfiehlt sich auch ein Wechsel der Stillposition – manchmal ist er sogar erforderlich z.B. bei einem Milchstau.

Tipps für Stillanfängerinnen:

Haltungen ausprobieren

Bitte deine Hebamme oder deine Stillberaterin, dir unterschiedliche Stillpositionen zu zeigen. Vermutlich musst du einige Haltungen ausprobieren, bis du eine oder zwei Positionen findest, in denen du gerne stillst. Direkt nach der Geburt hat sich das Stillen im Liegen sehr bewährt, da sich die Mutter dabei auch erholen kann. Ganz am Anfang kann dir auch dein Partner helfen z.B. indem er dir das Baby zur Brust legt.

Auf eine gute Umgebung achten

Eine kleine Stillecke oder ein kuscheliger Platz in der Wohnung tragen zu einer entspannten Atmosphäre beim Stillen bei. Achte darauf, genügend Kissen und Decken bereit zu legen. Auch ein kleines Ablagetischchen ist sehr praktisch, darauf stellst du dein Getränk, Snacks und andere Dinge ab, die du während des Stillens in Griffweite haben möchtest. Bedenke, dass eine Stillmahlzeit (je nach Trinkgeschwindigkeit des Babys) schon einmal 30 oder 40 Minuten dauern kann. Meistens schlafen die Kinder zwar zwischendurch an der Brust ein, wirklich aufstehen kann die Mutter aber erst, wenn der komplette Stillvorgang beendet ist.

Still- und Schaukelstühle

Viele Frauen schwören auf spezielle Still- oder Schaukelstühle. Auch ein gemütlicher Fauteuil leistet gute Dienste. Tipp: nicht auf den Hocker vergessen. In bestimmten Positionen wie beispielsweise in der Wiegenhaltung ist es sehr angenehm, wenn du deine Füße abstützen kannst.

Die richtige Höhe

Auch wenn es selbstverständlich erscheint: das Baby muss immer auf Brusthöhe und der Mutter zugewandt liegen. Es soll die Brustwarze leicht fassen können. Achte dabei auch auf die Haltung des Babys: Ohren, Schultern und Bauchbereich sollen eine Gerade bilden.

Entspannte Haltung

Je entspannter deine Haltung, desto besser sind die Voraussetzungen. Schulter- und Nackenbereich werden durch häufiges Stillen in Mitleidenschaft gezogen. Manche Mütter verkrampfen sich auch unbewusst, wenn sie das Baby halten. Das ist zum Beispiel bei der Wiegenhaltung der Fall: Mütter neigen dazu, ihre Schultern nach oben zu ziehen, anstatt sie locker fallen zu lassen. Versuche also stets, deine Hand gut mit einem Kissen abzustützen oder eine Haltung einzunehmen, bei der du dich anlehnen und alle Muskeln entspannen kannst.

Helferlein Stillkissen

Stillkissen sind wunderbare Helferlein beim Stillen. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und Varianten. Manche sind mit Dinkelspelz gefüllt und sehr stabil, anderen wiederum bestehen aus kleinen Styroporkügelchen. Es gibt auch so genannte Stillmonde und kleinere Stillkissen – sie sind praktisch für unterwegs oder wenn man in der Wohnung an unterschiedlichen Orten stillen möchte. Die Anschaffung eines solchen Kissens empfiehlt sich bereits in der Schwangerschaft. Denn wenn der Bauch richtig rund wird, ist es das perfekte Lagerungskissen z.B. zum Schlafen.

Wechseln der Position

Auch wenn es dir schwerfällt: versuche die Stillposition gelegentlich zu wechseln. In einer neuen Stillhaltung werden andere Muskelpartien beansprucht und auch andere Areale der Brust leer getrunken. Bei einem Milchstau oder ähnlichen Problemen ist der Wechsel sogar ein Muss.

Junge Mutter stillt ihr Baby

Die beliebtesten Stillpositionen

Wiegenhaltung

Diese zählt zu den bekanntesten Stillpositionen. Die Wiegenhaltung wird im Sitzen eingenommen und ist auch für unterwegs sehr gut geeignet. Such dir eine gemütliche Sitzgelegenheit z.B. auf einem Sofastuhl oder der Couch. Achte darauf, dass du genügend Kissen in Reichweite hast, mit denen du deinen Sitzplatz sozusagen auspolstern kannst. Das Baby liegt auf Höhe der Brust in deinem Arm, ganz so als würdest du es in den Schlaf wiegen. Der Kopf deines Kindes schaut zur Brust, auch sein restlicher Körper ist deinem Körper zugewandt, eure Bäuche berühren sich. Platziere deine Hand unter dem Po des Babys, dadurch gibst du ihm einen sicheren Halt. Wenn das Baby schon etwas größer ist, kannst du sowohl seinen Po als auch deine Hand in deinem Schoß abstützen. In dieser Position greifen viele Frauen gerne zum Stillkissen. Es ist zum einen Lagerungshilfe für die Mutter, zum anderen kann das Baby mit dem Kopf am Kissen liegen. Wenn der Säugling nach dem Stillen ein Schläfchen machen möchte, kann es am Stillkissen abgelegt werden.

Stillen im Liegen (seitliches Stillen)

Diese Stillposition bewährt sich vor allem in der Nacht und bei jenen Müttern, die sich von einem Kaiserschnitt erholen müssen. Wird das Baby im Liegen gestillt, drückt es nicht auf die Schnittnarbe, das wiederum ist für die Mutter eine enorme Erleichterung. Grundsätzlich handelt es sich beim seitlichen Stillen um eine Haltung, bei der sich beide gut erholen können. Geübte Stillmamas können in dieser Position sogar während dem Stillen schlafen. Möchtest du seitlich stillen, legst du dich einfach auf dein Bett oder eine Couch und nimmst eine für dich angenehme Seitenlage ein. Die untere Brust sollte auf der Oberfläche aufliegen, jedoch so, dass die Brustwarze gut erreichbar ist. Du legst dein Baby neben dich hin und drehst es zu dir. Sein Köpfchen liegt auf Höhe deiner Brust, eure Bäuche berühren sich. Du kannst es mit einer Hand zusätzlich stützen oder seinen Rücken mit einem Kissen stabilisieren – auch ein kleines zusammengerolltes Handtuch verhindert, dass sich dein Baby aus der Seitenlage in die Rückenlage dreht. 

Berg-auf-Stillen

Diese Stillvariante empfiehlt sich bei übervollen Brüsten oder einem sehr starken Milchspendereflex. Das Baby muss sozusagen gegen die Schwerkraft trinken und kommt dadurch mit dem Spendereflex leichter zurecht. Berg-auf-Stillen kannst du sowohl im Bett als auch auf dem Sofa. Wichtig ist, dass du dich weit zurück- und an einem Polster anlehnst. Deine Arme kannst du links und rechts auf einem Stillkissen ablegen. Wenn du eine angenehme, halbliegende Haltung gefunden hast, dann nimmst du dein Baby und legst es auf deinen Bauch. Sein Kopf befindet sich auf Brusthöhe, es sieht dabei nach oben zu dir, die Füße zeigen zu deinem Schoß. Babys haben ein unvergleichliches Gespür – sie finden die Brustwarze nach kurzer Zeit von selbst. Ansonsten kannst du deinen Schatz ein wenig unterstützen, indem du ihn sanft anlegst. Wichtig: du musst natürlich nicht starr in dieser Position verharren. Aus dieser Haltung heraus wechselt man auch relativ einfach ins seitliche Stillen oder in die Wiegenhaltung.

Außergewöhnliche Stillhaltungen

Einige Stillpositionen sind weniger bekannt, obwohl sie in vielen Fällen eine große Unterstützung sind. Der Vierfüßlerstand könnte durchaus als kreative Haltung bezeichnet werden. Vermutlich wirst du dir dabei zuerst auch ein wenig eigenartig vorkommen. Bei einem Milchstau hilft er dir jedoch dabei, das Baby genau so anzulegen, dass es mit seinem Kiefer die verhärtete Stelle massiert und den Stau dadurch lockert. Ebenso bewährt hat sich die „Football-Haltung“. Sie erfordert ein wenig Übung, ist aber bei Zwillings-Mamas sehr beliebt.

Stillen im Rückengriff / „Football-Haltung“

Bei der Bezeichnung dieser Position scheiden sich die Geister. Für die einen ist „Rückengriff“ zu unklar, für die anderen „Football-Haltung“ zu grob. Beides umschreibt die Haltung jedoch ganz gut. Während du auf einem Stuhl oder am Bett angelehnt aber aufrecht sitzt, liegt dein Baby seitlich neben dir. Sein Köpfchen schaut zur Brust, seine Füße zeigen nach hinten. Du hältst es sozusagen wie einen Football im Arm. Diese Haltung ist komplizierter und benötigt etwas Übung. Es empfiehlt sich, dein Baby mit einem Stillkissen zusätzlich abzustützen. Du kannst es auch direkt auf das Stillkissen legen und sein Köpfchen selbst mit der Hand halten. Das hilft dem Baby auch dabei, die Brust zu finden. In dieser Position werden die äußeren Areale der Brust besonders gut geleert. Sie ist auch nach einem Kaiserschnitt und für das Tandem-Stillen geeignet.

„Hoppe-Reiter-Position“

Sie ist vor allem für größere Stillkinder geeignet, die schon selbstständig sitzen können und die Welt erkunden möchten. Die Position an sich ist denkbar einfach. Du setzt dich auf einen Stuhl oder auf ein Sofa und nimmst dein Kind auf den Schoß. Sein Gesicht ist deiner Brust zugewandt, du stützt seinen Rücken mit deinen Händen ab. Und schon kann die Stillmahlzeit beginnen. Die Kunst ist also weniger, die Position einzunehmen, sondern sie besteht vielmehr darin, den neugierigen kleinen Entdecker zu bändigen.

Vierfüßlerstand

Wir geben es zu, der Vierfüßlerstand ist mit Abstand die ungewöhnlichste Stillposition. Tag ein Tag aus wirst du so bestimmt nicht stillen, aber bei einem Milchstau leistet der Vierfüßlerstand gute Dienste. Und so funktioniert es: du platzierst dein Baby auf eine weiche Unterlage am Boden oder auf die Couch. Achte darauf, dass es sicher liegt und nicht herunter rollen kann. Anschließend begibst du dich in den Vierfüßlerstand und beugst dich über dein Baby, so dass deine Brüste auf Mundhöhe des Kindes sind. Du musst dich nun so weit hinunter lehnen, dass das Kind die Brustwarze fassen kann. Der Vorteil daran ist, dass deine Brust von allen Seiten zugänglich ist. Oftmals staut sich die Milch an einer schwer erreichbaren Stelle der Brust. Im Vierfüßlerstand kannst du dein Baby so einrichten, dass sein Kiefer genau an der harten Stelle aufliegt. Durch die Kieferbewegungen beim Stillen wird das Gewebe massiert und der Stau gelockert.

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Die erste Zeit mit dem Nachwuchs erleben Eltern als besonders schön und intensiv. Schließlich gilt es, sich erst einmal kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen. Liebevolle Berührungen und ausgedehnte Kuscheleinheiten gehören da genauso dazu wie durchwachte Nächte und zahlreiche Beruhigungsversuche bei kleinen Schreianfällen.

Die erste Kindersitzgruppe, die du verwenden wirst, ist ein Sitz der Gruppe 0 bzw. 0+. Dabei handelt es sich um eine Babyschale mit Bügel oder einen i-Size-Sitz, der in beide Fahrtrichtungen montiert werden kann. Du verwendest solche Sitze in etwa bis zum ersten Lebensjahr deines Kindes oder einem Gewicht von 10-13kg. Dabei handelt es sich jedoch nur um allgemeine Richtwerte, wann der Wechsel auf die nächstfolgende Sitzgruppe erforderlich ist, wird individuell entschieden.

Wichtige Tipps und Aspekte, damit ein Kind von Geburt an erfolgreich zweisprachig oder sogar mit drei Sprachen aufwächst.

Die einen sind schon in den frühen Morgenstunden putzmunter, die anderen werden am Abend noch mal so richtig aktiv, phasenweise klappt es wunderbar mit dem Schlafen, dann bringt ein Infekt oder ein neuer Zahn wieder alles durcheinander. Kurzum: das Schlafverhalten deines Babys ist manchmal unberechenbar und weit über das erste Lebensjahr hinaus nicht stabil. Das liegt nun mal in der Natur der Dinge. Du kannst deinen Nachwuchs jedoch begleiten und ihm den Übergang vom Tag in die Nacht erleichtern. Wir erzählen dir etwas über Einschlafrituale, die bei Babys und Eltern besonders beliebt sind und erklären, warum gleichbleibende Abläufe für kleine Kinder so wichtig sind.

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