Töpfchentraining – So klappt es auch ohne Windel

Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung deines Kindes und ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit, wenn es regelmäßig die Toilette oder das Töpfchen benutzt. Auf dem Weg dorthin kannst du dein Kleinkind am besten unterstützen, indem du ihm Geduld schenkst und auf seine kindlichen Fähigkeiten vertraust.

Kleinkind auf Töpfchen

Eine Frage der Kontrolle

Wie bei so vielen Erziehungsthemen gehen auch die Ansichten in Punkto Sauberkeit weit auseinander. Während die einen ihr Kind bereits von Anfang an windelfrei aufziehen, versuchen es die anderen im Kleinkindalter mit sanftem Töpfchentraining. Wann Kinder denn ohne Windel zurecht kommen sollten, das ist eine Frage, mit der sich auch schon zahlreiche Müttergenerationen vor uns beschäftigt haben. Der Zeitgeist spielt eine große Rolle, genauso wie die Erwartungen der Gesellschaft, die sich in der Kindererziehung wiederspiegeln.

Zwischen 1950 und 1970 war der Großteil aller Eltern darauf bedacht, Kinder rasch von der Windel zu entwöhnen. Sie wurden bereits im ersten Lebensjahr häufig auf ein Töpfchen gesetzt. Kinder sollten schnell selbstständig werden und eine „erfolgreiche“ Sauberkeitserziehung war den Eltern in diesem Zusammenhang einfach wichtig. Man darf nicht vergessen, dass zu dieser Zeit hauptsächlich mit Stoffwindel gewickelt wurde. Das Reinigen der Windeln war ein großer Aufwand – Waschmaschinen in vielen Haushalten noch keine Selbstverständlichkeit. Dann wurde jedoch die Wegwerfwindel erfunden und dadurch konnte man auch entspannter an das Thema herangehen.

Gelassen sauber werden

Heute plädieren Erziehungsexperten in Punkto Sauberwerden für Gelassenheit. Das hängt auch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen, die belegen, dass die Kontrolle über Blase und Darm erst ab einer gewissen Altersphase gegeben ist. Es handelt sich hierbei um einen körperlichen Entwicklungsprozess, der natürlich vonstatten geht und nicht künstlich herbeigeführt werden kann. Im ersten Lebensjahr haben die wenigsten Kinder eine Ahnung davon, was in die Windel kommt. Geschweige denn, wann die Ausscheidung den Körper verlässt. Mit der Zeit reifen die entsprechenden Nervenbahnen in Hirn und Rückenmark. Je nach Alter ist es einem Kind dann schon möglich, anzuzeigen, dass etwas in die Windel gegangen ist.

Je älter, desto eher erlangt es auch tatsächliche Kontrolle über die Blase. Das bedeutet Kinder sind ab einem gewissen Zeitpunkt auch in der Lage, Urin etwas zurückzuhalten. Das Gleiche gilt für das große Geschäft, wenngleich es sich doch ein wenig unterschiedlich verhält. Der Unterschied besteht in der Wahrnehmung. Der Stuhlgang kündigt sich deutlich an. Die Kinder bemerken ein Unwohlsein im Bauch, vielleicht spüren sie Blähungen, ein Völlegefühl oder einen leichten Druck. Diese Gefühle halten an, bis der Darm entleert wird. Die Kontrolle über den Harn ist schon etwas schwieriger, da Kinder den Druck auf der Blase nicht so eindeutig wahrnehmen. Daher denken sie auch nicht daran, wenn sie in einem Spiel vertieft oder abgelenkt sind. Sie können das bevorstehende kleine Geschäft eine Zeit lang ignorieren, bis es dann einfach „von alleine“ in die Hose geht.

Auf die Signale achten

Wir sind keine Fans von Statistiken und der Meinung, Eltern sollten ihre Kinder auch nicht zu sehr untereinander vergleichen. Aber natürlich gibt es auch beim Sauberwerden ein paar Erfahrungswerte. Normalerweise werden Kinder irgendwann zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr trocken. Das ist der Zeitraum in dem sie die Kontrolle über ihre Ausscheidungen erlangen. Davon sollten sich Eltern aber nicht unter Druck setzen lassen, das ist eher als grober Richtwert anzusehen. Es macht auch noch einmal einen Unterschied, ob die Windel tagsüber oder in der Nacht weggelassen werden soll und ob sie beispielweise noch für das große Geschäft benötigt wird. Manche Kinder werden am Tag schnell trocken, in der Nacht dauert es aber bis zum fünften Lebensjahr (auch das ist laut Kinderärzten vollkommen „normal“). Einige erledigen ihr großes Geschäft relativ rasch auf der Toilette, andere fühlen sich dabei unsicher und verlangen dafür noch die Windel.

Ist "Töpfchentraining" sinnvoll?

Ein interessanter Punkt in diesem Zusammenhang ist das Töpfchentraining. Studien haben bewiesen, dass Kinder, die trainiert wurden, nicht schneller sauber geworden sind, als jene, die mehr Zeit hatten. Man geht davon aus, dass ein spielerischer Zugang zum Thema und Geduld mehr Unterstützung sind, als ein ausgeklügeltes Belohnungssystem. Schließlich ist es auch für Erwachsene schwierig, „auf Knopfdruck“ zur Toilette zu gehen. Kinder sind von Natur aus sehr neugierig und offen. Das Training könnte also beispielsweise darin bestehen, dem Nachwuchs zu erklären, was am Töpfchen passiert oder gemeinsam den Windelinhalt unter die Lupe zu nehmen. Das kann und soll durchaus in einer lockeren Atmosphäre und ohne Druck geschehen.

Auch wenn der Zeitpunkt des Sauberwerdens von Kind zu Kind unterschiedlich ist, gibt es ein paar Anzeichen, das man das Thema schön langsam in Angriff nehmen kann:

  • Das Kind interessiert sich für Ausscheidungen. Sowohl für die eigenen als auch für die der Eltern oder der Geschwister.
  • Das Kind „verfolgt“ seine Eltern bis auf die Toilette und beobachtet dort neugierig was geschieht. Auch Klobrille, Toilettenpapier und Klobürste sind ungemein spannend.
  • Es entsteht seitens des Kindes ein Bewusstsein für Ausscheidungen. Es kann beispielsweise sagen, dass es gerade in die Windel gemacht hat oder es sucht sich ein ruhiges Plätzchen, um sein Geschäft zu erledigen.
  • Die Windel wird zunehmend als lästig und störend empfunden.
  • Das Kind ist vom physischen Entwicklungsstand her in der Lage, die Hose auszuziehen, sich auf ein Töpfchen oder auf eine Toilette zu setzen. Außerdem muss es sich bereits mitteilen können z.B. wenn es den Harndrang bemerkt.

Hilfreiche Accessoires

Wenn das Kind also von sich aus Bereitschaft zeigt, dann können Eltern mit der Windelentwöhnung beginnen. Besonders gut eignet sich dafür die warme Jahreszeit, da Kinder sich dann ohnehin öfter nackt bewegen z.B. im Garten oder beim Schwimmen. Folgende Hilfsmittel erleichtern das Töpfchentraining:

Ein Töpfchen

So weit, so logisch. Am Markt gibt es viele unterschiedliche Modelle. Die Farben bewegen sich zwischen zurückhaltend und auffallend bunt, auch die Designs können sich sehen lassen. Manche Töpfchen haben ein Lenkrad, andere sehen aus wie Mini-Toiletten, wieder andere haben die Gestalt einer Ente oder eines Bären. Wer möchte, kann auch ein einfaches Töpfchen kaufen und es gemeinsam mit dem Nachwuchs verzieren z.B. mit Malfarbe oder Aufklebern. So bekommt das Kind gleich einen persönlichen Bezug zu seinem Töpfchen. Tipp: Modelle mit herausnehmbaren Einsätzen sind sehr praktisch und handlich. Man kann den Inhalt in die Toilette entleeren, ohne dass man das gesamte Töpfchen tragen muss.

Ein Aufsatz für den Toilettensitz

Manche Kinder bevorzugen die Toilette, jedoch ist ihnen das große Loch irgendwie unheimlich. Für den Erwachsenen-Sitz gibt es daher Aufsätze, die den Toilettensitz verkleinern.

Trainerunterhosen

Man versteht darunter eine Mischung aus Unterhose und Windel. Von der Form her gehen sie schon in Richtung Unterhose, sie sind auch nicht mehr so dick wie herkömmliche Windeln. Wenn sie aus Stoff gefertigt sind, haben sie innenliegend ein Vlies, das etwas Urin auffangen kann. Trainerunterhosen gibt es auch in einer Wegwerf-Variante, sie werden üblicherweise als Windel-Slips geführt und sind nach Gebrauch zu entsorgen. Trainerunterhosen aus Stoff können gewaschen und mehrmals verwendet werden. Hinweis: große Missgeschicke werden von den Trainerunterhosen nicht absorbiert. Sie sind eher dafür gedacht, die ersten Tropfen aufzufangen.

Treppe für die Toilette

Hierbei handelt es sich tatsächlich um zwei Plastikstufen, die am WC angelehnt werden. Sie sollen dem Kind dabei helfen, selbst auf die Toilette zu gehen. Manche Hersteller führen diese Treppe auch unter der Bezeichnung „Toiletten-Trainer“.

Töpfchen für unterwegs

Auch das kann sehr praktisch sein. Es gibt mobile Töpfchen, die unterwegs als Toilettenaufsatz oder aber auch als Töpfchen verwendet werden können. Sie sind mit Einlegetüten versehen, die sich einfach entsorgen lassen.

Praktische Toilettenausstattung

Es ist Zeit für den Abschied der Windel?

Ob Töpfchen, Schemel oder Toilettensitz: Die praktischen Helferlein von bébé-jou erleichtern nicht nur das Töpfchentraining ungemein, sondern bringen auch hübsche Farben in die Wohnung!

Diese und weitere Produkte für Babys Pflege werden vom holländischen Familienunternehmen bébé-jou mit größter Sorgfalt hergestellt - von der Grundausstattung bis hin zu saugstarken Textilien! Alle bébé-jou-Produkte sind in vielen süßen Designs und Mustern verfügbar und können individuell kombiniert werden.

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Immer mit der Ruhe

Wenn man seinem Kind die Windel abgewöhnen möchte, gilt es, den goldenen Mittelweg zu finden. Kinder sollten in diesem Zusammenhang nicht überfordert werden. Gleichzeitig benötigen sie aber Hilfe und Anleitung, wie das denn funktioniert mit dem Töpfchen. Sind erste Signale der Bereitschaft erkennbar, kann man einfach einmal damit beginnen, die Windel wegzulassen. Das kann im Sommer im Garten oder aber auch in der Wohnung sein. Kinder erhalten dadurch überhaupt erst ein Gefühl für ihre Ausscheidungen. Ein Gefühl, das sie nicht bekommen können, wenn die Windel verlässlich und sofort alles aufsaugt.

Natürlich wird am Anfang so einiges daneben gehen. Es empfiehlt sich, dennoch die Ruhe zu bewahren und auf Missgeschicke liebevoll zu reagieren. Das gelingt einfacher, wenn man sich gut vorbereitet (z.B. die Küchenrolle bereit liegt) und sich darauf einstellt, in nächster Zeit etwas mehr Wäsche zu waschen. Je natürlicher und entspannter das Sauberwerden gehandhabt wird, desto einfacher fällt den Kleinen der Abschied von der Windel. Auch von Vergleichen mit anderen Kindern raten wir dringend ab. Jedes Kind ist anders, schließlich handelt es sich hier auch um einen Entwicklungsprozess, der nicht nach einem Standard-Muster abläuft. Für Eltern ist es oft auch leichter, wenn sie sich selbst den Druck nehmen. Ein Kind muss nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt windelfrei sein. Irgendwann kommt das Bedürfnis ganz von allein und darauf dürfen Eltern gerne vertrauen.

Tipp: man sollte nicht mit der Sauberkeitserziehung beginnen, wenn das Kind gerade einen anderen wichtigen Prozess durchmacht, beispielsweise die Eingewöhnung im Kindergarten oder die Entwöhnung vom Schnuller. Damit wäre ein Kind einfach überfordert. Dann lieber noch etwas länger Windel tragen und eine ruhigere Phase abwarten.

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