Barfußschuhe für die Kleinsten

Der Großteil aller Kinder kommt gesund zur Welt – auch mit gesunden Füßen. Fehlstellungen und Verformungen der Füße sind im Baby- und Kleinkindalter nur äußerst selten. Wenn dein Kind die ersten Schritte wagt, ist es deine Aufgabe, für das richtige Schuhwerk zu sorgen. Zu enge Schuhe oder solche, die zu klein geworden sind, können Probleme verursachen, wenn sie über lange Zeit getragen werden. Es besteht dann ein Risiko für Fehlstellungen, Schmerzen, Verkrümmung der Zehen, eine Verkürzung der Nerven/Sehnen oder Probleme mit der Wirbelsäule. Um dem kindlichen Fuß viel Platz für eine gesunde Entwicklung zu geben, greifen immer mehr Eltern auf sogenannte Barfußschuhe zurück. Wir haben alles Wissenswerte zum Thema barfuß laufen und Barfußschuhe für dich zusammengefasst.

Die Vorteile von Barfußschuhen

Mittlerweile weiß man, dass sich Kinderfüße ideal entwickeln, wenn die ersten Gehversuche barfuß gemacht werden. Während der Fuß in einem Schuh relativ ruhig liegt, müssen sich Sehnen und Muskeln ganz anders „anstrengen“, wenn dein Kind barfuß geht. Kleine Unebenheiten müssen von der Fußmuskulatur ausgeglichen und auch der gesamte Haltungsapparat muss balanciert werden. Geht dein Kind im Garten oder auch in der Wohnung, lernt es, sensomotorische Empfindungen ganz anders wahrzunehmen. Es gibt sozusagen keine dicke Sohle, die bestimmte Eindrücke filtert.

Auf dem Prinzip des Barfußlaufens bauen die sogenannten Barfußschuhe auf. Sie haben eine dünne und sehr flexible Sohle und kommen ohne Sprengung aus. Das bedeutet, dass Vorderfuß und Ferse immer auf gleicher Höhe stehen, es keinen Höhenunterschied durch einen Keil gibt wie in herkömmlichen Schuhen. Üblicherweise haben Barfußschuhe auch keine Dämpfung, dadurch wird eine natürliche Abrollbewegung gefördert. Für die Zehen ist ausreichend Platz vorgesehen. Die Schuhe sind aus sehr dünnen und leichten Materialien. Die Idee ist es, den Fuß deines Kindes zu schützen, ihm aber gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, sich so unverfälscht wie möglich entwickeln zu können.

Folgende Aspekte sprechen für die Verwendung von Barfußschuhen:

  1. Mehr Platz: In Barfußschuhen haben die Füße deines Kindes einfach mehr Platz. Sie sind so gefertigt, dass sie weder Zehen noch den restlichen Fuß einengen. Dadurch bleiben die Füße in ihrer natürlichen Form, sie werden weder zusammengedrückt noch zu einer unnatürlichen „Haltung“ gezwungen. Fehlstellungen wie O-Beine oder X-Beine, Haltungsschäden und Fehlstellungen der Zehen können so verhindert werden.
  2. Natürliche Bewegung: Barfußschuhe sind kaum gedämpft und haben machen auch keinen Höhenunterschied zwischen Fuß und Untergrund (das bedeutet, dass der Schuh sehr flach ist). Dein Kind muss sich als ganz anders bewegen, da der Kontakt zum Boden viel direkter ausfällt. Die Fußmuskulatur bildet sich anders, wenn man so möchte natürlicher aus, da eine dicke Sohle und dämpfende Materialien wegfallen. Zehen, Muskeln, Sehnen und Bänder müssen sich ganz anders bewegen. Man geht davon aus, dass Kinder automatisch intuitive Bewegungsmuster einnehmen.
  3. Minimiertes Plattfuß-Risiko: Kinder empfinden viel intensiver und erleben bewusster, ob sie sich auf Beton, Gras, Waldboden oder anderen Untergründen bewegen. Die Sensomotorik wird gefördert und die kindliche Wahrnehmung geschult.
  4. Verbessterte Fußgesundheit & Haltung: Barfußschuhe haben natürlich nicht den gleichen Effekt wie reines barfuß gehen. Dennoch geht man davon aus, dass durch das Tragen der sogenannten Minimalschuhe Fußgesundheit und Haltung von Anfang an gefördert werden.

Es gibt nur vereinzelte wissenschaftliche Studien zum Thema Barfußschuhe. Eine Studie von Karsten Hollander mit dem Titel „Growing-up (habitually) barefoot influences the development of foot and arch morphology in children and adolescents”, die 2017 publiziert wurde, wird in diesem Zusammenhang jedoch immer wieder zitiert. Hollander hat gemeinsam mit seinem Team 810 Schulkinder in Deutschland und Südafrika zwischen sechs und achtzehn Jahren begleitet und deren Fußgesundheit untersucht. Barfuß zu gehen, kann sich längerfristig positiv auf die Entwicklung des Fußgewölbes auswirken und sollte daher regelmäßig in den Alltag eingebaut werden, so die ForscherInnen. Man könnte das nun auf das Gehen mit Barfußschuhen umlegen. Da positive Auswirkungen beim Laufen ohne Schuhwerk zu erwarten sind, ist auch der Einsatz von Minimalschuhen als empfehlenswert anzusehen.

Laufen lernen

Wie lernt dein Kind denn nun laufen? In den ersten Lebensmonaten ist das selbstständige Gehen ohnehin noch kein Thema – mit der Zeit wird der Nachwuchs aber immer kräftiger und neugieriger. Dein Baby muss jedoch seine gesamte Muskulatur und Motorik über einen längeren Zeitraum trainieren, um sowohl Kraft als auch Koordination für die ersten Schritte aufbringen zu können.

Wann es so weit ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Kinder beginnen schon mit knapp acht Monaten damit, andere brauchen deutlich länger. Sobald dein Baby greifen kann und stark genug ist, wird es sich an dir oder an Gegenständen hochziehen und dann nach und nach die ersten Schritte gehen. Es wird immer wieder hinfallen, aufstehen und so lange üben, bis es sicher an deiner Hand und letztlich alleine gehen kann.

Schuhe sind ganz am Anfang noch nicht notwendig. Achte jedoch darauf, dass dein Baby einen guten Halt hat. Krabbelpatschen oder rutschfeste Socken sind für die ersten Gehversuche in Innenräumen bestens geeignet. So oft es geht, sollte dein Kind barfuß laufen. Das trainiert die Fußmuskulatur und schärft die Sinneswahrnehmung. Am Anfang geht dein Kind noch auf den Zehenspitzen, mit der Zeit lernt es das Abrollen und richtige Aufsetzen. Barfuß unterwegs zu sein, ist in dieser Phase perfekt. Lauflernschuhe sind dann erforderlich, wenn dein Kind auch draußen gehen möchte.

Tipp: Worauf du beim Kauf der ersten Schuhe achten solltest und wie du die korrekte Fußgröße ermittelst, erfährst du hier.

Fußgesundheit

Kinderfüße entwickeln sich dann ideal, wenn sie nicht eingeengt oder zu stark gestützt werden. Lauflernschuhe, die weit über den Knöchel gehen oder Schuhe mit einer besonders harten, unflexiblen Sohle schaden mehr als sie nützen. Mittlerweile weiß man, dass der Fuß eines Laufanfängers ausreichend Platz benötigt, um sich gesund entwickeln und wachsen so können. Achte also darauf, dass der Zehenraum möglichst großzügig geschnitten ist und dass auch die verarbeiteten Materialien nachgiebig sind, aber dennoch ausreichend Halt und Schutz bieten.

Im Zuge des Deutschen Kinderfußreports 2020 erklärt die Kinderfuß- und WMS-Expertin Annette von Czarnowski: „Zu große wie zu kleine Schuhe können besonders die noch in der Entwicklung stehenden Füße von Kindern und Jugendlichen nachhaltig schädigen“. Für dich bedeutet das, dass du regelmäßig kontrollieren musst, ob die Schuhe deines Kindes noch gut passen. Kinder neigen dazu, die Zehen einzuziehen und sich machen sich zumeist auch nicht bemerkbar, wenn ein Schuh bereits zu klein ist und drückt.

Es empfiehlt sich, den Fuß nach dem WMS-Maßsystem (Weit-Mittel-Schmal) im Fachhandel messen zu lassen. Der ideale Zeitpunkt ist der Nachmittag, wenn die Füße ohnehin etwas größer sind aufgrund der Beanspruchung tagsüber. Unabhängig davon, ob du dich für Barfußschuhe oder herkömmliches Schuhwerk entscheidest, ist es wichtig, dass die Schuhe deinem Kind passen und dies auch regelmäßig kontrolliert wird. Der Großteil aller Kinder hat per se nämlich gesunde Füße, viele Schäden oder Probleme werden durch langes Tragen falscher Schuhe verursacht.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Mehr erfahren:

Helmtherapie

Wenn sich Verformungen des kindlichen Kopfes nicht von alleine zurückbilden, kann eine so genannte Helmtherapie verordnet werden. Der Säugling trägt dann für ein paar Wochen einen individuell angefertigten Therapiehelm.

Weiterlesen

Meine Brust fühlt sich hart an – habe ich einen Milchstau?

Ob es sich tatsächlich um einen Milchstau handelt, hängt ein wenig davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Verhärtung auftritt und wie lange sie bestehen bleibt. Wenige Tage nach der Geburt findet der Milcheinschuss statt – in dieser Phase ist die Brust geschwollen, prall und fühlt sich gelegentlich hart an. Die Schwellung geht üblicherweise innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden wieder zurück. Wenn sich Verhärtungen mehrere Wochen nach der Entbindung bemerkbar machen, dann hast du vermutlich einen Milchstau. Das ist eine Komplikation, von der Stillende relativ häufig betroffen sind und die sich im Rahmen einer Stillkarriere auch regelmäßig wiederholen kann.

Weiterlesen

Töpfchentraining – So klappt es auch ohne Windel

Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung deines Kindes und ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit, wenn es regelmäßig die Toilette oder das Töpfchen benutzt. Auf dem Weg dorthin kannst du dein Kleinkind am besten unterstützen, indem du ihm Geduld schenkst und auf seine kindlichen Fähigkeiten vertraust.

Weiterlesen

Babybrei selbst zubereiten: Tipps aus der Beikostküche

Es ist eine spannende Phase im Leben deines Babys: die Beikostphase. Während es in den ersten sechs Monaten mit Muttermilch oder künstlicher Säuglingsanfangsnahrung ausreichend und gut versorgt ist, steigt der Nährstoffbedarf mit dem Heranwachsen an. Zwischen frühestens dem fünften Lebensmonat und spätestens dem siebenten Monat solltet ihr langsam mit der ersten Beikost beginnen. Wenn du mit Brei startest (und nicht mit Finger Food) kannst du den Brei entweder fertig im Gläschen kaufen oder aber selbst zubereiten. Wir haben ein paar Tipps für dich und erzählen dir, mit welchen Gemüsesorten du beginnen kannst und was du beim Kochen beachten solltest.

Weiterlesen

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Bitte addieren Sie 8 und 6.