Corona Impfempfehlungen Schwangerschaft, Stillzeit und Kinderwunsch

Die österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) aktualisiert in den letzten Monaten und der anhaltenden Pandemie laufend ihre Empfehlungen hinsichtlich einer Impfung gegen Sars-CoV-2 für Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und stillende Mütter. Die Stellungnahmen werden auf Basis aktuellster wissenschaftlicher und klinischer Daten erstellt, derzeit wird eine mRNA-Impfung ausdrücklich empfohlen.

COVID-19: Aktuelle Impfempfehlungen für die Kinderwunschzeit, Schwangere und stillende Mütter

COVID-19: Aktuelle Impfempfehlungen für die Kinderwunschzeit, Schwangere und stillende Mütter

Aktuell sind in Österreich mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das Coronavirus verfügbar, die je nach Bedarf, Wunsch oder Altersgruppe in den Impfzentren und bei niedergelassenen ÄrztInnen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene verabreicht werden. Zugelassen wurden die Präparate von den Pharmakonzernen Pfizer-BioNTech ® und Moderna ®. Es handelt sich hierbei um mRNA Impfstoffe. Ebenfalls in Österreich zugelassen sind sogenannte Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Janssen („Johnson&Johnson"). Die OEGGG hat seit Sommer 2021 eine eindeutige Linie zur Verabreichung eines mRNA-Impfstoffes, bevorzugt von Pfizer-BioNTech, festgelegt. Grundsätzlich lauten die Empfehlungen für Schwangere dahingehend, Lebendimpfstoffe nicht zu verabreichen. Das von Pfizer entwickelte Vakzin gegen COVID-19 zählt nicht zu dieser Gruppe, eine Impfung ist also denkbar. Die OEGGG hält daher in der Stellungnahme fest:

„Die OEGGG empfiehlt somit die Verabreichung der COVID-19-Impfung für alle schwangeren Frauen mit einem mRNA-Impfstoff im Off-Label-Use aufgrund des erhöhten Risikos für einen schweren, maternalen Verlauf. Diese Empfehlung ist in Übereinstimmung mit diversen internationalen Fachgesellschaften (ACOG, SMFM, CDC, WHO). Dies wird auch im österreichischen Impfplan mit der Priorisierung Schwangerer für die COVID-19-Impfung im OFF-Lable-Use empfohlen.“

Die Stellungnahme beinhaltet zudem folgende Punkte:

  • Die Impfung soll erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden. Wurde unwissentlich (weil die Schwangerschaft noch nicht bekannt war) in der Frühschwangerschaft geimpft, besteht kein Grund, die Schwangerschaft abzubrechen.
  • Risikoschwangere mit Bluthochdruck, Übergewicht, Schwangerschaftsdiabetes und anderen Erkrankungen sollten in jedem Fall geimpft werden.
  • Die Impfung erfolgt nach wie vor „Off-Label“ – ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Gynäkologen/der Gynäkologin ist zwingend erforderlich. Dieses Aufklärungsgespräch muss zudem dokumentiert werden.
  • Der Abstand zu anderen in der Schwangerschaft empfohlenen Impfungen sollte bei mindesten 14 Tagen.
  • Schwangere reagieren soweit dokumentiert nicht anders auf die Impfung als der Rest der Bevölkerung.
  • Der Schutz vor einer Infektion liegt nach etwa 11 Tagen nach der Erstimpfung bei 78 %.
  • Die sogenannte Booster-Impfung wird Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen, je nachdem wann die erste und die zweite Impfung erfolgt sind.

Empfehlungen für die Kinderwunschzeit

Für Frauen im gebärfähigen Alter mit Kinderwunsch wird die COVID-19-Impfung ausdrücklich empfohlen. Sie sollte idealerweise schon verabreicht werden, wenn das Paar vorerst nur plant, ein Kind zu bekommen und die Verhütungsmittel dementsprechend aussetzt. Auch dem Partner wird die Impfung empfohlen. Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Impfung die männliche oder weibliche Fertilität beeinträchtigt.

Stillen und COVID-19

Stillen gilt nach derzeitigem Wissensstand als bester Infektionsschutz für neugeborene Babys – auch in Bezug auf Sars-CoV-2. Eine Impfung für stillende Mütter wird vom OEGGG empfohlen. Es wurde kein Übergang des mRNA Impfstoffes in die Muttermilch beobachtet. Die schützenden Antikörper werden jedoch an das Neugeborene weitergegeben.

Alle aktuellen Stellungnahmen der österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) findest du hier. (19. Februar 2022)

Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft, Besuchsregelungen rund um die Geburt, Freistellung für Schwangere in Kontaktberufen: Hier findest du hilfreiche Informationen für Schwangere und frischgebackene Eltern in Zeiten von Corona!

 

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Mehr erfahren:

Hunger! Essen & Trinken in der Stillzeit

Viele Frauen befassen sich bereits intensiv mit dem Thema Ernährung, wenn sie ein Kind erwarten. Dieses Wissen erweist sich auch später als nützlich, denn ähnlich wie in der Schwangerschaft kann man den Körper in der Stillzeit durch ausgewogene Ernährung optimal unterstützen.

Weiterlesen …

Säugling nuckelt an Schnuller

Schnuller - Ja oder Nein?

Babys und ihre Schnuller: manche haben immer mehrere „Nuckis“ griffbereit, andere lehnen die künstlichen Sauger vehement ab. Warum er dosiert eingesetzt werden sollte und wie sich das „Schnullern“ mit dem Stillen verträgt, wir haben alle wichtigen Infos für dich.

Weiterlesen …

Clusterfeeding: Warum dein Baby dauerstillt

Es ist Abend, du sitzt mit deinem Baby auf dem Sofa und hast das Gefühl, dass es nicht mehr von deiner Brust weg möchte. Kaum hat es getrunken, macht es eine kurze Pause – nur um sich wenige Minuten später wieder mit lautem Quengeln zu melden. Dein Arm wird schwer, du bist müde und fragst dich: Reicht meine Milch nicht aus? Ist das normal?

Weiterlesen …

Junge Mutter stillt ihr Baby

Muttermilch & Stillen

Es ist die natürlichste und manchmal auch komplizierteste Sache der Welt: die Versorgung des Säuglings mit Muttermilch. Sofern aus medizinischen Gründen nichts dagegen spricht, entscheidet sich der Großteil aller Mütter dafür, ihr neugeborenes Baby zumindest bis zum vollendeten 6. Lebensmonat zu stillen. 

Weiterlesen …

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Bitte addieren Sie 8 und 8.