Den richtigen Kinderwagen finden

Er ist ein wichtiger Bestandteil derErstlingsausstattungund eine echte Investition: der Kinderwagen. Während es zu Zeiten unserer Mütter und Großmütter lediglich einfache, teils sperrige Kinderwagenmodelle gab, ist die Auswahl heutzutage riesengroß.

Unzählige Hersteller bieten verschiedene Arten von Kinderwägen in unterschiedlichsten Ausführungen. Neben Design und Funktionalität spielen Ausstattung und Zubehör eine nicht unerhebliche Rolle. Eltern haben im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. Sie müssen sich nämlich nicht nur für einen Hersteller, sondern auch für jenes Modell entscheiden, das die individuellen Lebensgewohnheiten ideal ergänzt.

Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob man in der Stadt oder am Land lebt, ob man viel oder wenig mit dem Auto unterwegs ist oder ob man den Kinderwagen auch zum Sport mitnehmen möchte. Als kleine Entscheidungshilfe stellen wir folgend die gängigsten Modelle und nützliche Tipps zum Kinderwagenkauf vor:

Der klassische Kinderwagen

Klassische Kinderwägen sind jenen Modellen zu Großmutters Zeiten gar nicht so unähnlich – vor allem in Punkto Aussehen. Es handelt sich um ausladende Wägen, die über eine großzügige Liegewanne, ein hohes Dach und vier relativ große Reifen verfügen. Wenngleich so ein Gefährt ein wenig altmodisch daherkommt, besteht es dennoch aus den modernsten Materialien wie z.B. leichtem Alu.

Das klassische Modell hat keine Sitzfunktion oder ähnliches, dafür meist eine sehr gute Matratze und einen Korb/eine Wanne, der/die den Kleinsten sehr viel Platz bietet. Daher  empfiehlt es sich auch ausschließlich für die ersten Wochen und Lebensmonate des Kindes. Babys können darin nämlich nur liegen und schlafen. Eltern schätzen an solchen Wägen ihren Retro-Charme und die angenehme Federung. Sie sind sozusagen die Outdoor-Variante eines Stubenkorbes.

Der Vorteil eines klassischen Kinderwagens liegt also auf der Hand: er ist sehr geräumig und für Babys eine ideal Schlafstätte. Als Nachteile gelten relativ hohe Anschaffungskosten (ab 800 Euro) und die Größe (viele Modelle lassen sich gar nicht oder nur bedingt zusammenklappen z.B. für den Transport). Außerdem benötigt man nach wenigen Monaten bereits einen neuen Kinderwagen, der den altersgerechten Bedürfnissen des Kindes eher entspricht (Buggy-Funktion, verstellbare Rückenlehne etc.).

Kombi-Modelle

Kombi-Kinderwägen zählen zu den gängigsten Modellen. Sie sind vielseitig einsetzbar und daher bei Eltern äußerst beliebt. Im Normalfall vereint ein Kombi-Kinderwagen 2 oder 3 Elemente. Für den Transport in den ersten Wochen/Monaten ist eine Soft-Tragetasche oder eine etwas härtere Tragewanne vorgesehen, die einfach auf dem Kinderwagengestell befestigt wird (entweder mit Hilfe mehrere Gurte oder durch ein Schnallen-System).

Sobald das Kind selbst sitzen kann, wird die Tragewanne/Tragetasche entfernt und der vorhandene Buggy-Sitz genutzt. Er ist meist gut gepolstert und verfügt über eine stufenweise verstellbare Rückenlehne. Dies hat den Vorteil, dass auch ältere Kinder darin noch gemütlich schlafen können. Schläft das Kind während der Fahrt ein, wird die aufrechte Sitzposition einfach in eine Liegeposition abgeändert.

Manche Hersteller bieten zusätzlich zu Tragewanne und Buggy noch spezielle Babyschalen. Diese werden mittels Adapter am Kinderwagen angebracht und können gleichzeitig als Autositz verwendet werden. Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, muss das Baby also nicht umbetten. Die Babyschale wird abgeschnallt und anschließend einfach auf den Kinderwagen gesetzt. Kombi-Kinderwägen können in der Regel bis zum dritten Lebensjahr des Kindes verwendet werden. Sie vereinen klassischen Kinderwagen und Buggy in einem Gefährt. Daher sind sie meistens auch etwas schwerer und teurer als andere Modelle.

Jogger/Sport-Kinderwagen

Sport-Kinderwägen wurden für all jene Eltern entwickelt, die sich gerne bewegen und ihr Kind in die sportlichen Aktivitäten einbinden möchten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kinderwägen verfügen sie lediglich über drei Räder. Das Vorderrad ist, je nach Hersteller, sowohl schwenk- also auch feststellbar.

Jogger sind in erster Linie für den Einsatz beim Sport gedacht. Wer also gerne läuft, querfeldein spaziert oder mit den Inline-Skates unterwegs ist und sein Kind mitnehmen möchte, der ist mit einem sportlichen Kinderwagenmodell gut beraten. In der Verarbeitung wird darauf geachtet, dass der Kinderwagen überaus beweglich und flexibel ist. Außerdem erlaubt ein ausgeklügeltes Federungs-und Reifensystem den Einsatz sowohl im Gelände, im Wald, in der Stadt als auch auf Schotter- oder Feldwegen. Der Nachteil an Joggern ist jedoch ihre Größe. Sie sind massiv gebaut und meistens auch länger als andere Kinderwägen, außerdem benötigen sie im zusammengeklappten Zustand relativ viel Platz.

Buggy

Buggys sind die wahren Fliegengewichte unter den Kinderwägen. Sie wiegen nur ein paar Kilo und sind kleiner als Kombi-Kinderwägen oder Jogger. Sie lassen sich außerdem gut zusammenklappen und daher auch in kleinen Autos verstauen. Darüber hinaus sind sie im Vergleich zu anderen Wägen sehr preiswert. Idealerweise kommen sie jedoch erst dann zum Einsatz, wenn das Kind selbstständig und sicher sitzen beziehungsweise schon gehen kann.

Buggys sind nämlich im Regelfall einfach in der Konstruktion und bietet daher keinen übermäßigen Komfort für Kinder. Sie eignen sich bestens für kurze Fahrten und Erledigungen oder als Kinderwagenersatz im Urlaub. Längere Spazierfahrten oder Ausfahrten in unwegsamem Gelände sind hingegen nicht empfehlenswert, da weder Federung noch Fahrgestell dafür konzipiert wurden.

Entscheidungskriterien beim Kauf

Um die Auswahl zu erleichtern, empfiehlt es sich vor dem Kauf eines Kinderwagens, folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie viel Geld können wir für einen Kinderwagen ausgeben?
  • Wird der Kinderwagen täglich oder nur gelegentlich zum Einsatz kommen?
  • Wie viel Abstellfläche steht uns zur Verfügung (z.B. vor der Wohnungstüre, im Stiegenhaus, im Radkeller)?
  • Städtische Gebiete: transportieren wir das Kind hauptsächlich im Auto oder nutzen wir regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel (Zug, U-Bahn, Bus, Straßenbahn)?
  • Ländliche Gebiete: führen unsere Spaziergänge über Asphaltstraßen oder eher über Wald-, Forst,- und Feldwege?  Wie geländegängig muss ein Kinderwagen sein?
  • Wie viel Platz haben wir im Kofferraum, um den zusammengeklappten Kinderwagen zu verstauen?
  • Werden wir mit dem Kinderwagen tägliche Einkäufe erledigen und benötigen wir dafür genügend Stauraum im Wagen z.B. einen Korb?
  • Möchten wir zusätzlich zum Kinderwagen noch andere Hilfsmittel z.B. Babytrage, Tragetuch nutzen?

Tipps für werdende Eltern

In Anbetracht der riesigen Auswahl, ist es ratsam, sich für den Kinderwagenkauf genügend Zeit zu nehmen. Bei der Suche nach dem passenden Modell sollten eigene Wünsche und Bedürfnisse genauso berücksichtigt werden, wie Erfahrungen von Freunden/Bekannten. Sobald man zwei oder drei Modelle ins Auge gefasst hat, empfiehlt es sich, diese selbst auszuprobieren.

Bei einer Beratung im Fachgeschäft, können Eltern unterschiedliche Kinderwägen testen und sich vor Ort ihr eigenes Bild von bestimmten Funktionen z.B. Schwenkschieber, höhenverstellbarer Schieber, Handbremse/Feststellbremse, Adapter für Babyschale machen. Ausgiebig sollte auch die Handhabung getestet werden: wie schwer ist der Wagen? Lässt er sich leicht zusammenklappen? Wie sichere ich mein Baby? Wie wendig ist das Fahrgestell?

Wichtig: viele Modelle sind nicht lagernd und müssen erst bestellt werden. Die Lieferzeiten betragen dann zwischen 8 und 12 Monate. Dies sollte man ebenfalls beim Kauf berücksichtigen.

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