Die Periode nach der Geburt

Eine Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis und bringt einige Veränderungen mit sich. In den ersten Wochen danach steht vor allem das Kind im Lebensmittelpunkt der frischgebackenen Eltern. Doch auch der Körper der Mutter braucht viel Aufmerksamkeit und Zeit, damit er sich erholen kann.

Frau hält Menstruationstasse in den Händen

Der Wochenfluss

Unmittelbar nach der Geburt kommt es zu einer erheblichen hormonellen Umstellung. Die von der Plazenta produzierten Hormone, u.a. Östrogen und Progesteron, sinken rapide ab. Außerdem bildet sich der sogenannte Wochenfluss. Hier werden Blut, Scheidenflüssigkeit und das restliche Plazentagewebe ausgeschieden. Er dauert etwa zwei bis sechs Wochen und verändert sich im Laufe der Wochen von einer rötlichen Blutung zu einem weißlich-gelben Ausfluss.

Zyklus und Regelblutung nach der Geburt

Das Einsetzen der ersten Regelblutung nach der Geburt kann bis zu einem Jahr dauern. Der genaue Zeitpunkt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel kommt es darauf an, wie schnell sich eine Frau physisch von der Geburt erholt. Außerdem gilt meist: Je länger ein Kind gestillt wird, desto später kommt die Regelblutung zurück.

Dieser Umstand ist auf ein Hormon namens Prolaktin zurückzuführen, das im Gehirn gebildet wird, sobald der Östrogenspiegel fällt. Dieses Hormon ist für die Milchbildung verantwortlich und verhindert gleichzeitig die Reifung der Eizelle und den Eisprung. Oft stellt sich der normale Zyklus erst nach dem Abstillen ein. Bei einer Frau, die nicht stillt, kann sich dieser hingegen bereits nach fünf bis 12 Wochen wiedereinstellen.

Schwanger trotz Ausbleiben der Regelblutung?

Übrigens: Frauen können schon vor der ersten Regel nach einer Geburt schwanger werden! Der Eisprung findet nämlich vor der Blutung statt. Stillen oder die Tatsache, dass die Menstruation noch nicht wieder eingesetzt hat, ist demnach kein sicheres Verhütungsmittel.

Hat die Regel wieder eingesetzt, kann die Blutung besonders in den ersten Monaten stärker und länger sein, als vor der Geburt. Vor allem die erste Blutung kann sehr schmerzhaft, stark und langeanhaltend sein. Oft dauert es bis zu sechs Monate, bis der natürliche Rhythmus wiederhergestellt ist. Außerdem ist es völlig normal, wenn sich die Regel nach einer Geburt grundsätzlich verändert hat und sich nun in Länge, Intensität und Schmerzhaftigkeit unterscheidet.

Wann solltest du zum Arzt?

Die meisten Veränderungen rund um die Periode nach der Geburt sind normal und geben sich mit der Zeit. In folgenden Fällen solltest du jedoch ärztlichen Rat einholen:

  • Die Blutung ist extrem stark (du brauchst mehr als eine Binde pro Stunde).
  • Die Blutung dauert ungewöhnlich lang an (mehr als 7 Tage).
  • Du hast starke Schmerzen, die sich nicht mit üblichen Schmerzmitteln lindern lassen.
  • Die Blutung riecht unangenehm oder ist ungewöhnlich verfärbt — das kann auf eine Infektion hinweisen.
  • Du hast mehr als ein Jahr nach dem Abstillen noch keine Periode bekommen.

Tampons, Binden & Co.

Nach neun langen Monaten ohne Tampons, Binden & Co. stellt sich letztendlich die Frage, welche Monatshygiene verwendet werden kann und soll. Wenn die erste Regel sehr bald nach der Geburt eintritt, kann es sein, dass die Wundheilung bzw. Rückbildung noch nicht völlig abgeschlossen ist und somit nach wie vor ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. In dieser Zeit sowie während des Wochenflusses sollten in jedem Fall ausschließlich Binden (bzw. bei leichterer Blutung Slipeinlagen) gewählt werden.

Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass möglichst natürliche Materialien und kein Plastik sowie keine synthetischen Duftstoffe in den Binden enthalten sind, da die Haut nach der Geburt besonders empfindlich ist und daher stärker auf diese Stoffe reagieren kann. Biobinden, die aus 100% Bio-Baumwolle bestehen, sind daher für diese Zeit eine gute Alternative. Später können auch wieder Tampons oder eine Menstruationskappe verwendet werden. Eventuell ist das Einführen aufgrund der veränderten Anatomie der Scheide ungewohnt oder schwieriger. Es kann außerdem sein, dass eine andere (meist größere) Größe benötigt wird.

Konventionell vs. Nachhaltig

Der Wiedereinstieg ins Leben einer „Bloody Woman“ ist übrigens ein guter Zeitpunkt, sich Gedanken über nachhaltige Frauenhygiene zu machen. Eine Frau menstruiert nämlich durchschnittlich rund 500 Mal im Leben und verbraucht daher bis zu 17.000 Binden bzw. Tampons. Neben Auswirkungen auf unseren Planeten, gibt es gesundheitliche Aspekte, die jeder Frau bewusst sein sollten.

Konventionelle Tampons und Binden bestehen normalerweise aus einem Mix aus gebleichter und gepresster Zellulose, umhüllt von einer Kunststoffschicht. Letztere wird dabei immer wieder in Zusammenhang mit Hautreizungen und Infektionen im Intimbereich gebracht. Außerdem sind aus gesundheitlicher Sicht die zahlreichen Chemikalien bedenklich, die bei konventionellen Produkten zum Einsatz kommen, wie z.B. Dioxin oder Formaldehyd. Diverse Tests haben außerdem bereits halogenorganische Verbindungen, die als Rückstände des Bleichprozesses gelten, in Tampons gefunden. In Slipeinlagen wurden bereits Weichmacher und in Binden Rückstände von Glyphosat gefunden. Allesamt Substanzen, die mit der empfindlichsten Stelle des Körpers nicht in Berührung kommen sollten!

Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sind konventionelle Hygieneprodukte bedenklich. Da die meisten Kunststoffe aus Erdöl hergestellt werden, sind sie nicht biologisch abbaubar. Eine mit einer Kunststoffschicht überzogene Binde braucht bis zu 500 Jahre, um zu verrotten. Neben dem Müllproblem ist die übermäßige Verwendung von Viskose aus nicht kontrolliertem Anbau bedenklich.

Gesündere Alternativen zu konventionellen Tampons & Wegwerfbinden

Aus diesen Gründen entscheiden sich immer mehr Frauen für nachhaltige Alternativen, die geringe negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt haben. Konkret heißt das, dass keine schädlichen Chemikalien oder Pestizide zum Einsatz kommen, die beispielsweise in konventioneller Baumwolle zu finden sind.

Konkret gibt es heute eine Reihe von Produkten, die entweder wiederverwendbar sind oder zumindest ohne problematische Chemikalien auskommen:

  1. Menstruationstasse (Menstrual Cup): Aus medizinischem Silikon, wird im Scheidenkanal getragen und kann bis zu 12 Stunden verwendet werden.
  2. Menstruationsscheibe (Menstrual Disc): Flacher als die Tasse, wird im Scheidengewölbe positioniert. Übt weniger Druck auf den Beckenboden aus.
  3. Periodenunterwäsche (Period Panties): Unterhosen mit integrierter Saugschicht, die leichte bis starke Blutungen auffangen. Bequem, hautfreundlich und wiederwaschbar - praktisch wenn die Blutung nach der Geburt noch unregelmäßig
  4. ist.
  5. Wiederverwendbare Stoffbinden: Aus Bio-Baumwolle, werden nach Gebrauch gewaschen und wiederverwendet.
  6. Nachhaltige Einmaltampons und -binden: Aus 100 % zertifizierter Biobaumwolle, ohne Chlor, Duftstoffe oder Kunststoff - für alle, die bei Einmalprodukten bleiben möchten.

 

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 1 und 2?

Mehr erfahren:

Frau hält aufgeschnittene Avocado

Breifreie Beikost

In den ersten Lebensmonaten sind Säuglinge mit Muttermilch oder künstlich hergestellter Milchersatznahrung bestens versorgt. Gemäß österreichischer Beikostempfehlung sollten Eltern zwischen dem 5. Lebensmonat und spätestens mit Ende des 6. Lebensmonates damit beginnen, Still- oder Milchmahlzeiten langsam durch Beikost zu ersetzen. Neben der klassischen Zufütterung von Babybrei hat sich mittlerweile ein weiterer Ernährungstrend etabliert: die breifreie Beikost.

Weiterlesen …

Junge Mutter massiert ihr kleines Baby

Babymassage

Die erste Zeit mit dem Nachwuchs erleben Eltern als besonders schön und intensiv. Schließlich gilt es, sich erst einmal kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen. Liebevolle Berührungen und ausgedehnte Kuscheleinheiten gehören da genauso dazu wie durchwachte Nächte und zahlreiche Beruhigungsversuche bei kleinen Schreianfällen.

Weiterlesen …

Junge Familie mit Säugling

Schlaf Kindlein schlaf – Schlafhygiene für Babys und Kleinkinder

Es ist ein Thema, das alle frisch gebackenen Eltern bewegt: das Schlafverhalten ihres Babys. Während die einen bereits von Geburt an selig schlummern, machen andere die Nacht zum Tag. Auch in Punkto Schlaf könnten Kinder nicht unterschiedlicher sein. In den ersten Lebenswochen fehlt ihnen ohnehin jeglicher Schlafrhythmus, sie müssen erst einmal in der neuen Situation ankommen. Und auch später ist der Schlaf störanfällig: Infekte, Schmerzen beim Zahnen, Albträume, ein Überfluss an unterschiedlichen Reizen sowie innere Anspannung – all dies kann Auswirkungen auf die Schlafqualität haben. Welche Schlafstörungen im Baby- und Kleinkindalter besonders oft vorkommen und warum Schlafhygiene wichtig ist, das erfährst du hier bei uns.

Weiterlesen …

Junge Mutter stillt ihr Baby

Meine Brust fühlt sich hart an – habe ich einen Milchstau?

Ob es sich tatsächlich um einen Milchstau handelt, hängt ein wenig davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Verhärtung auftritt und wie lange sie bestehen bleibt. Wenige Tage nach der Geburt findet der Milcheinschuss statt – in dieser Phase ist die Brust geschwollen, prall und fühlt sich gelegentlich hart an. Die Schwellung geht üblicherweise innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden wieder zurück. Wenn sich Verhärtungen mehrere Wochen nach der Entbindung bemerkbar machen, dann hast du vermutlich einen Milchstau. Das ist eine Komplikation, von der Stillende relativ häufig betroffen sind und die sich im Rahmen einer Stillkarriere auch regelmäßig wiederholen kann.

Weiterlesen …

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Bitte rechnen Sie 1 plus 9.