Windeln wechseln

Auch wenn es am Anfang noch etwas ungewohnt erscheint, bald gehört das Wechseln von schmutzigen Windeln zur elterlichen Routine.

In Übung kommen frischgebackene Eltern schnell, schließlich findet der Windelwechsel zu Beginn bis zu 8 Mal täglich statt. Im Laufe der Monate verbringt man immerhin noch 5-6 „Einheiten“ am Wickeltisch. Ganz egal für welche Art von Windeln Eltern sich entscheiden, der regelmäßige Wechsel ist ein fixer Bestandteil des Alltags mit dem Neugeborenen. Damit der Vorgang so reibungslos wie möglich abläuft, empfiehlt es sich, schon im Vorfeld ideale Rahmenbedingungen zu schaffen. In erster Linie benötigt man einen Platz, an dem das Baby gewickelt wird. Das kann eine Wickelkommode im Kinderzimmer oder ein Wickelaufsatz für die Waschmaschine im Badezimmer sein. Manche Eltern entscheiden sich auch dafür, ihr Kind am Boden (auf einer entsprechenden Unterlage) oder im Bett zu wickeln.  Der Raum sollte jedenfalls angenehm temperiert (21-23 Grad) sein, Zugluft (z.B. vom Fenster, einer gegenüberliegenden Tür) ist zu vermeiden. Außerdem empfiehlt es sich, alle wichtigen Utensilien wie beispielsweise Feuchttücher, Waschlappen, frische Windel in Griffweite zu platzieren.

Ausscheidungen des Babys

Grundsätzlich scheiden Babys Stuhl und Urin aus. Während die Urin-Ausscheidungen von Anfang an gleichbleibend sind, ändern sich mit der Zeit Aussehen, Farbe und Konsistenz des Stuhls. Die Beschaffenheit der festen Ausscheidung hängt im Wesentlichen davon ab, ob das Baby gestillt wird oder ob es Milchersatzprodukte erhält. Lediglich in den ersten Tagen nach der Geburt weisen alle Säuglinge die gleiche Ausscheidung auf: das so genannte Kindspech/Mekonium. Mekonium sammelt sich im Darm des Babys, während es sich noch im Bauch befindet. Es handelt sich hierbei um eine klebrige, grün bis schwarze Masse bestehend aus abgestorbenen Hautschuppen, Sekret, Lanugo-Haar und Fruchtwasser. Dieser erste Stuhlgang ist bei Eltern berühmt-berüchtigt, denn er lässt sich nur schwer von der Hautoberfläche entfernen, oftmals erweist sich die Masse als besonders hartnäckig. Dennoch ist die Ausscheidung von Mekonium ein gutes Zeichen. Dadurch zeigt der Körper nämlich eine intakte Darmfunktion des Neugeborenen an.

In den Folgetagen (nach der Absonderung des Kindspechs) scheiden Babys ihren ersten „richtigen“ Stuhl aus. Stillbabys haben meist einen sehr weichen, breiartigen Windelinhalt, der gelblich ist und tendenziell süß riecht. Babys, die mit Ersatzmilch gefüttert werden, weisen einen etwas dunkleren, teilweise auch festeren Stuhl auf. Er kann sowohl gelb als auch leicht bräunlich sein. Wie oft Babys Stuhlgang haben, ist so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Bekommt ein Säugling Muttermilch, kann es durchaus sein, dass der Darm nur alle paar Tage entleert wird. Es kommt jedoch genauso gut vor, dass Babys direkt nach dem Stillen in die Windel machen, da die Ausscheidung durch die Aufnahme von Muttermilch angeregt wird. Jedes Kind hat diesbezüglich einen individuellen Rhythmus, den Eltern rasch erkennen werden. Bei Unsicherheiten oder ungewöhnlichen Veränderungen des Stuhlgangs (z.B. Durchfall, Blutspuren) sollten Eltern Rücksprache mit ihrer Hebamme oder dem betreuenden Kinderarzt/der betreuenden Kinderärztin halten.

Einwegwindeln oder Stoffwindeln?

Ob man für das tägliche Wickeln Einwegwindeln oder waschbare Stoffwindeln verwendet, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Von einem ökologischen Standpunkt her gesehen wirken sich beide Windelarten ungefähr gleich auf unsere Umwelt aus. Einwegwindeln werden über den Hausmüll entsorgt, sie produzieren also direkt Abfall. Wer Stoffwindeln vorzieht, vermeidet zwar Müll, belastet die Umwelt jedoch durch häufiges Waschen und den daraus entstehenden Energie- und Wasserverbrauch. Der Großteil aller Eltern entscheidet sich für Einwegwindeln, da deren Verwendung unkompliziert ist. Mittlerweile gibt es jedoch auch viele Eltern, die auf Stoffwindeln zurückgreifen, da diese allgemein als sehr hautverträglich gelten. Für manche ist es eine Frage der Ideologie, für andere zählen überwiegend praktische Aspekte.
Tipp: Unentschlossene sollten beide Varianten ausprobieren und jene wählen, die sich im Wickel-Alltag bewährt.

 

Wegwerf-Windel:

bestehen aus Zellstoff, einem Kunststoff-Vlies und absorbierenden Materialien.  Sie sind außerdem von einer atmungsaktiven Kunststoff-Folie umgeben, die ein Auslaufen der Ausscheidungen verhindert. Zur Fixierung der Windel gibt es jeweils seitlich eine Art Klettverschluss. Weiche Bündchen und elastische Beinabschlüsse gewährleisten die Bewegungsfreiheit des Säuglings. Einwegwindeln gibt es in unterschiedlichen Größen. Die meisten Hersteller geben Gewichtsklassen (z.B. 3-6kg) vor. Ist die Windel voll, wird sie zusammengeklappt und samt Inhalt entsorgt.

 

Stoffwindel:

hier unterscheidet man Ein-Höschen-Windeln und Zwei-Höschen-Windeln. Erstere werden auch All-In-One- oder Pocketwindeln genannt und ähneln in ihrer Funktionsweise einer herkömmlichen Wegwerfwindel. Ein-Höschen-Windeln bestehen rundum aus Stoff. Bei jedem Wickeln muss zusätzlich ein Papier-Vlies in die Windel gelegt beziehungsweise entsorgt werden. Es saugt die Ausscheidungen auf. Nach dem Wickeln wandert das Papier-Vlies in die Toilette und die Stoffwindel in die Waschmaschine. Zwei-Höschen-Windeln setzen sich aus einer Saugwindeln inkl. Papier-Vlies und einer Überhose zusammen. Die Überhose sorgt für zusätzlichen Auslaufschutz. Sowohl Ein-Höschen- als auch Zwei-Höschen-Windeln werden mit einem Klettverschluss oder Windelklammern befestigt. Wer Stoffwindeln verwenden möchte, sollte über einen Wäschetrockner oder ausreichend Platz zum Wäscheaufhängen verfügen. Schließlich verbraucht man täglich zwischen 6 bis 8 Stück Windeln.

Hautausschlag

Babys tragen ihre Windel 24 Stunden pro Tag. Dadurch entsteht direkt unter der Windel ein feuchtes Klima, das zu Hautreizungen und Ausschlag führen kann. Kommt die Haut häufig mit Urin oder Stuhl in Kontakt bzw. wird die Windel zu spät gewechselt, kann sich dies ebenfalls negativ auf den empfindlichen Po-Bereich auswirken. Manche Eltern sind davon überzeugt, dass Stoffwindeln grundsätzlich hautverträglicher sind und Reizungen somit gar nicht erst entstehen. Manche Babys reagieren jedoch mit Hautausschlägen, unabhängig davon ob sie mit einer Stoff- oder einer Kunststoffwindel gewickelt werden. Grundsätzlich gilt: ein häufiges Wechseln der Windel und windelfreie Einheiten (z.B. indem man sich beim Wickeln Zeit und das Baby ein wenig „unten ohne“ liegen lässt) beugen Reizungen am besten vor. Sollte die Haut im Po-Bereich dennoch gereizt sein, helfen wundheilende Salben oder so genannte Babycremes. Die Salbe sollte allerdings sparsam (dünn) aufgetragen werden, um die Poren nicht zusätzlich zu verschließen.

Tipps für frischgebackene Eltern

  • Je ruhiger und entspannter Eltern beim Windelwechseln vorgehen, desto bereitwilliger lassen sich Babys wickeln.
  • Ein Mobile über den Wickeltisch ist für Babys nicht nur spannend – es lenkt sie während dem Wickeln auch ab.
  • Manchmal fällt es leichter das Baby zu wickeln, wenn es etwas zum „Greifen“ hat z.B. ein kleines Spielzeug, eine geschlossene Cremetube, eine Stoffwindel.
  • Mülleimer für Wegwerfwindeln und Aufbewahrungseimer für Stoffwindeln sollten stets über einen gut verschließbaren Deckel verfügen.
  • Wer während dem Wickeln mit dem Nachwuchs spielt, spricht oder ein Lied singt, sorgt für zusätzlich Ablenkung und macht aus dem Windelwechsel einen lustigen „Programmpunkt“ im Alltag (sowohl für Mutter als auch für das Kind).
  • Je wärmer der Wickelplatz (Raumtemperatur, Wärmelampe), desto wohler fühlen sich die Kleinsten.

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