Ein Hafen für schwangere Teenager: Das YoungMum Betreuungszentrum in Wien

Wenn du ein Kind erwartest, bleibt wohl kein Stein mehr auf dem anderen. Aufregung, Vorfreude, Sorgen und Unsicherheiten mischen sich mit den körperlichen Veränderungen während einer Schwangerschaft. Teenager-Mütter sind in dieser Hinsicht besonders gefordert. Die Schwangerschaft war vielleicht ungeplant, die jungen Mädchen selbst stecken mitten in einer Ausbildung oder kommen aus einem problematischen Umfeld.

In Wien gibt es für werdende Mütter bis zum 20. Lebensjahr eine Anlaufstelle: Das YoungMum Betreuungszentrum im St. Josef Krankenhaus Wien. Wir wollten wissen, mit welchen Angeboten Schwangere angesprochen werden und wie eine umfassende Unterstützung jungen Familien den Start in das neue Leben erleichtert. Aufgeklärt hat uns OA Dr. Stefan Zawodsky – er ist der medizinische Leiter von YoungMum und er betreut Teenager-Mütter durch die Schwangerschaft und die Geburt.

Dr. Zawodsky im Schwanger.at Interview
Frau Nisfeta Pacic, MSc (Leiterin von YoungMum) & OA Dr. Stefan Zawodsky (Ärztliche Leiter) © Göttlicher Heiland Krankenhaus

BabyForum.at: Dr. Zawodsky, Sie sind medizinischer Leiter von YoungMum und haben in Ihrer täglichen Arbeit mit sehr jungen schwangeren Frauen zu tun. Können Sie uns etwas über YoungMum erzählen – was bieten Sie an?

Dr. Stefan Zawodsky: Wir sind eine Einrichtung, die sich als Betreuungsstelle und als Angebot für junge Frauen definiert, die bis zum zwanzigsten Lebensjahr mit einer Schwangerschaft konfrontiert sind und sich schlussendlich dann auch für diese Geburt entschieden haben. Wir wollen dann im Zuge der Zeit vor der Geburt, also in der gesamten Schwangerschaft, während der Geburt im Krankenhaus, an das wir angeschlossen sind, und auch in der Zeit danach mit Rat, mit Hilfe, mit Untersuchungsmöglichkeiten, aber auch mit vielfältigen anderen Betreuungsteilen, die jetzt Hebammentätigkeit, Lebenshilfe, juristische Beratung und dergleichen betreffen, zur Seite stehen.

BabyForum.at: Können Sie uns etwas darüber erzählen, wie die Betreuung in der Praxis dann abläuft – was passiert, wenn sich eine schwangere junge Frau an YoungMum wendet? Es gibt ja vermutlich keinen typischen Verlauf, aber wie sieht das Paket aus, das den jungen Frauen dann zur Verfügung steht?

Dr. Stefan Zawodsky: Wir haben eine sehr gute telefonische Erreichbarkeit im Krankenhaus – wobei man sagen muss, wir sind ja eigentlich gar nicht direkt im Krankenhaus, sondern in einem Nebengebäude untergebracht. Das hat den Vorteil, dass auch diese Niedrigschwelligkeit, zu uns zu kommen, gewährleistet ist und man sich als junges Mädchen nicht gleich überwinden muss, in ein großes Krankenhaus hineingehen zu müssen. Der Großteil unserer jungen Schwangeren nimmt zunächst telefonisch mit uns Kontakt auf, dann wird ein Termin vereinbart, bei dem sie dann mit einer Hebamme als Erstkontakt ein erstes Gespräch führen. Da geht es noch gar nicht so intensiv um die Aufarbeitung von medizinischen Details, sondern um ein Kennenlernen, sodass ein privates und sehr freundschaftliches Verhältnis entstehen kann und wir auf diesem Verhältnis mit Vertrauen aufbauen können.

Und dann erst in der Folge, wenn dieses Mädchen, diese junge Frau, öfter einmal bei uns war, dann gibt es die weiteren Betreuer, die sich um dieses Mädchen kümmern. Das sind Lebenshilfeberaterinnen, Psychologinnen, das ist unser Jurist. Nicht alle kommen in gleicher Intensität bei den Mädchen zu tragen, weil es ja sehr von den Ansprüchen und Notwendigkeiten abhängt. Aber wir sind sehr daran interessiert, dass jedes Mädchen, jede Schwangere, alle unsere Beratungsteile einmal besucht, sodass wir dann erstens ein sehr komplettes Bild dieser jungen Frau für uns haben, aber auch Schwachstellen, Problemsituationen erarbeiten können und dann wissen, wo der größte Anteil an Betreuung notwendig ist.

BabyForum.at: Welche YoungMum-Angebote werden erfahrungsgemäß besonders gerne in Anspruch genommen?

Dr. Stefan Zawodsky: Also man kann sicher sagen, dass die allermeisten Frauen, die Mutter-Kind-Pass-Betreuung bei uns nutzen. Der Mutter-Kind-Pass ist ja ein Dokument, das die Frau in einer Schwangerschaft bis zur Geburt und in weiterer Folge dann das Kind in den ersten zwei Lebensjahren begleiten soll. Das wird am meisten angenommen. Die Betreuung durch unsere Hebamme, etwa in einem Abstand von vier Wochen, ist die Standardbetreuung, die sozusagen alle haben. Und dann ist es sehr unterschiedlich. Es gibt Mädchen, die aus einem sehr stabilen familiären Umfeld kommen, da nimmt der psychologische und juristische Beratungsteil nur einen geringen Platz ein.

Man soll aber nicht glauben, dass ein Mädchen, das aus einem stabilen Umfeld einer Familie kommt, automatisch kein psychologisches Problem hätte. Auch sie muss sich mit der Umstellung „Ich bin schwanger“, „Ich kriege ein Kind“ und „Mein Leben wird sich dadurch ja ganz massiv auf den Kopf stellen“ auseinandersetzen. Sie wird diesbezüglich natürlich auch ihre Sorgen und Probleme haben. Aber es ist sicher ein anderer Stellenwert, als wenn wir Mädchen aus zerrütteten Familienverhältnissen betreuen, wo es auch darum geht, die Kommunikation zu den eigenen Eltern wiederherzustellen. Möglicherweise muss man auch dafür sorgen, dass sie wieder in eine Ausbildungsschiene hineinkommen. Also da haben wir schon aus allen sozialen Schichten eine sehr unterschiedliche Bedarfs- und Aufgabenstellung, wo wir dann sehen, wer mehr und wer weniger in den einzelnen Sparten braucht.

BabyForum.at: Schließen wir gleich bei der Umstellung an, die eine frühe Schwangerschaft mit sich bringt – was sind Ihrer Erfahrung nach die größten Problemfelder junger Mütter? Bei welchen Themen benötigt es mehr Unterstützung?

Dr. Stefan Zawodsky: Man muss sich einfach mal aus eigener Erfahrung, oder wenn man selbst keine Kinder hat, aus der Erfahrung im unmittelbaren Freundeskreis, überlegen, wie sich das Leben eines Paares oder auch einer einzelnen Frau, die schwanger geworden ist, ändert – ab dem Zeitpunkt wo eine Schwangerschaft besteht und noch viel mehr, ab dem Zeitpunkt, wo ein Kind zur Welt gekommen ist. Plötzlich gibt es ganz andere Wertigkeiten und Prioritäten. Menschen, die im Berufsleben stehen, die ihre Ausbildungen haben, die aber aufgrund ihres Alters eine gewisse Erwachsenenreife erlangt haben, die können diese Probleme mitunter sehr gut handhaben, können mitunter aber auch ins Straucheln geraten und ihre Probleme finden.

Wenn man das jetzt noch einmal zurückprojiziert auf eine junge Frau, die mitten in der Pubertät steckt oder gerade aus der Pubertät draußen ist, die sich in ihrer Selbstfindung noch gar nicht sicher ist, wo sie landen wird, die vielleicht so kleine Konflikte mit Lehrern in der Schule als riesengroßes Problem sieht. Sie hat noch gar nicht so diese Wertigkeit, was ist wirklich wichtig, was ist nicht so wichtig. Für sie ist es eine noch viel größere Herausforderung, ihr zukünftiges Leben zu organisieren. Sie muss vielleicht in die Schule gehen, sie muss ihren Lehrberuf erlernen und damit diese Ausbildung abschließen, andererseits muss sich natürlich für ihr Kind da sein, möchte aber auch nicht unbedingt darauf verzichten, mit ihren Freunden auszugehen. Das ist etwas, das junge Leute ja normalerweise tun, aber durch ein Kind sind sie da natürlich massiv eingeschränkt. Vielleicht gibt es auch zu Hause eine Barriere und das Mädchen weiß nicht, wie ihre Eltern reagieren oder die Eltern des Freundes.

Es stellt sich auch die Frage, wie stabil die Beziehung zum werdenden Vater ist. Ist das etwas, auf das man schon bauen kann oder ist das jetzt schon mit Trennung verbunden? Das sind kleine Bausteine, die aber im Gesamten einen großen Berg an Veränderungen mit sich bringen. Und das ist wahrscheinlich das größte Problemfeld, dass dieses junge Mädchen/diese junge Frau einen neuen Platz in der Gesellschaft, in ihrem sozialen Umfeld, finden muss und da braucht es dann auch viel Energie, diesen Platz zu halten. Kinder kosten Geld, das weiß man. Und wenn ein Mädchen jetzt kein Einkommen und wenig Unterstützung hat, ist es umso wichtiger, und da sind wir dann wieder gefragt, ihr alle Möglichkeiten zu bieten, die wir in unserem modernen Sozialstaat haben.

Österreich ist eines der reichsten Länder der Erde und wir haben zum Glück ein funktionierendes Sozialsystem. Aber der Zugang zu diesen Möglichkeiten, den muss man manchen Leuten einfach aufzeigen, ihnen helfen und dann haben sie auch mehr davon. Es gibt vermutlich viele Menschen, die mehr Anspruch auf Sozialleistungen hätten, aber nicht die Kraft und Energie haben, sich an den geeigneten Stellen/an den Ämtern/bei den Behörden durchzusetzen. Dafür gibt es bei YoungMum zum Glück Leute, z.B. einen Juristen mit einem unglaublichen Engagement, der nicht müde wird, die Mädchen auch dorthin zu begleiten und sie mit Nachdruck dabei zu unterstützen, dass sie das kriegen, worauf sie auch einen Anspruch haben.

BabyForum.at:Werden wir konkret: Was empfehlen Sie einem jungen Mädchen, das gerade von seiner möglicherweise ungeplanten Schwangerschaft erfahren hat? Wie überwindet man Ängste, wo bekommt man Unterstützung?

Dr. Stefan Zawodsky: Die allerwichtigste Empfehlung, wenn man plötzlich einen positiven Schwangerschaftstest hat, heißt eigentlich: Jetzt langsam agieren und nicht mit Schnellreaktionen falsche Entscheidungen treffen, die man vielleicht nicht wohl überlegt hat. Und wir als YoungMum stehen ja gar nicht dafür, dass wir jetzt missionarisch, also beeinflussend, die Mädchen davon abhalten wollen, eine mögliche Unterbrechung der Schwangerschaft anzudenken. Wir wollen nur alle Möglichkeiten beleuchten und den Mädchen Alternativen zu einem Schwangerschaftsabbruch zeigen. Das heißt, wir wollen da nicht belehrend, nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe den Mädchen einfach einmal Ansprechpartner sein.

Und das ist das, was ich damit auch nur empfehlen kann. Wenn man einen positiven Schwangerschaftstest hat, dann ist der erste Schritt, sich Vertrauenspersonen im eigenen Umfeld zu suchen, mit denen man einmal darüber spricht. Ob das die Eltern sind, ob das eine gute Freundin ist, ob das eine Patentante ist, ob das eine Lehrerin ist – es kann auch eine Nachbarin sein, zu der man einen guten Bezug hat. Das ist für ein erstes Gespräch schon sehr wertvoll. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dann Leute gibt, die uns kennen oder dass uns das Mädchen findet, wenn es selber auf die Suche geht im Internet, ist relativ groß.

Wir sind dann genauso, wenn man so will, eine Art freundschaftlicher Ansprechpartner, wo das Mädchen einfach einmal ganz wertfrei seine Situation beschreiben kann, ob sie alleine kommt, ob sie mit ihrer Freundin kommt, ob sie mit dem werdenden Papa kommt, ob sie mit ihren eigenen Eltern kommt – es ist alles möglich. Wir haben hier keinerlei Strukturen, die da Richtlinien vorgeben, sondern sie kommt, so wie sie sich am wohlsten fühlt. Wir wissen nämlich, nur dann kann man auf einer guten Basis in aller Ruhe beleuchtend arbeiten. Wir wundern uns oft im positivsten Sinne, mit welcher Reife diese jungen Frauen dann solche Entscheidungen treffen können.

Also dieser Schnellschuss „Schwanger, ich treibe ab“ ist zum Glück gar nicht der automatische Reflex. Aber ich möchte halte gerne davor warnen, wenn man sich zu schnell zu so einer Entscheidung durchringt, dann holt einen das manchmal, ein paar Jahre später, ein. Wenn man so einen Prozess aber langsam gedeihen lässt, und wir sehen dann ja auch, wie glücklich diese jungen Frauen mit ihren Babys sind, dann ist es das natürlich vollkommen wert, sich das zu überlegen und den alternativen Weg zu unterstützen.

BabyForum.at: Wie geht es nach der Entbindung für junge Mütter weiter – wie lange werden sie von YoungMum begleitet?

Dr. Stefan Zawodsky: Unser Angebot ist definiert, dass wir den jungen Frauen in der Zeit vor der Geburt, während der Geburt und ein Jahr nach der Entbindung mit unseren Möglichkeiten zur Verfügung stehen wollen. Die Erfahrung zeigt, dass die Besuchsfrequenz nach der Geburt deutlich geringer ist, weil oft dann schon die entscheidenden Schritte gesetzt wurden. Das ist für uns eigentlich ein gutes Zeichen, wenn Mädchen nicht mehr so oft zu uns kommen nach der Geburt, dass es offensichtlich zu Hause gut klappt. Aber es gibt natürlich schon auch Dinge, wo man jungen Müttern zeigen kann, welche Aufgaben und Möglichkeiten man zu Hause hat. Dass es beispielsweise Alternativen zum Fast Food gibt, weil man selber kochen kann.

Manche Mädchen bekommen dann wirklich so etwas wie eine Haushaltsschulung. Wir vermitteln ihnen, dass man Lebensmittel im Supermarkt kaufen und die zu Hause zu einer Mahlzeit zubereiten kann. Themen sind auch Hygiene im Haushalt, die Betreuung eines neugeborenen Babys – die Mädchen haben diese Dinge oftmals nicht gelernt und da wollen wir dann noch ein klein wenig Lebenshilfe geben. Es gibt zudem eine nicht vernachlässigbare Anzahl an Mädchen, die wieder schwanger werden und ein zweites oder ein drittes Mal bei uns als YoungMum in Betreuung sind. Wir haben sogar eine Mitarbeiterin, die die Fragestellungen der jungen Mädchen aus eigener Erfahrung kennt. Sie hat selbst als Teenager ein Kind zur Welt gebracht und war damals bei uns in Betreuung.

Das heißt, es schließt sich so ein bisschen der Kreis, weil gerade diese Kollegin, genau die Problemstellungen kennt, die eine junge Frau in ihrer jungen Elternschaft hat. Und das trifft es dann einfach so gut auf den Punkt. Erstens ist die Altersdistanz sehr gering, zweitens ist sie als Mitarbeiterin für uns so unheimlich wertvoll, weil sie die Probleme der Mädchen so gut nachvollziehen kann, dass man ihr gar nicht so viel erzählen muss, sie kennt die Schwachpunkte ohnehin. Uns erfüllt es gewissermaßen auch mit Stolz, wenn wir sehen, dass ein Mädchen, das wir hier unterstützen durften, den eigenen Lebensweg so gut hinbekommen hat, dass sie jetzt nach ihrer Ausbildung zu uns zurückkommt und sagt: „Jetzt möchte ich etwas zurückgeben“.

BabyForum.at:Interessant wäre auch zu wissen, wie Sie die jungen Mütter mit Ihrem Angebot erreichen. Gibt es Kooperationen mit Schulen, öffentlichen Stellen und/oder GynäkologInnen?

Dr. Stefan Zawodsky: Wir haben noch eine zweite Säule in unserem Betreuungsmodell, die jetzt nicht gezielt auf diese einzelnen Schwangeren abgestimmt ist. Wir betreuen nebenbei auch, vor allem im Raum Wien und im umgebenden Niederösterreich, Schulen, die wir mit unserem Aufklärungsunterricht ansprechen wollen. Das hat zwei Funktionen. Zum einen ist es so, dass gerade Themen wie Aufklärung in den Schulen nicht so umgesetzt wird, wie das vielleicht wünschenswert wäre und wir als Einrichtung bieten das mit unserer jahrelangen Erfahrung an. Das sieht dann so aus, dass Schulklassen bei uns einen Termin buchen, in diesem Klassenverband zu uns kommen und hier bei uns im Krankenhausumfeld Aufklärungsunterricht erhalten. Diese sogenannten Schulführungen finden einen sehr regen Zulauf, unsere Termine sind schon seit vielen Jahren gut gebucht und das erhöht zum anderen natürlich den Bekanntheitsgrad. Ziel ist, dass wir an den Schulen, die ja wichtige Schnittstellen sind, an denen eine Schwangerschaft auffallen könnte, schon eine gewisse Bekanntheit haben.

Zudem sind wir mit den sozialen Einrichtungen der Stadt Wien sehr gut vernetzt, sodass sie, wo auch immer sie als junge Schwangere Rat & Tat suchen, auch auf unsere Einrichtung verwiesen werden. Es gibt ja jetzt seit einigen Monaten von der Gemeinde Wien eine zentrale Geburtsanmeldung, die über das Internet und auch telefonisch funktioniert, auch dort sind wir bekannt und verlinkt. Letztlich steht und fällt die Bekanntheit natürlich auch mit der Dauer, die eine Einrichtung aktiv ist. Jetzt sind wir 16 Jahre in Betrieb und natürlich hat sich das in dieser Zeit ganz massiv verbessert. Gerade am Anfang war das ein Problem, wo Mädchen nicht gewusst haben, dass es uns gibt. Mittlerweile sind da aber so viele Schaltstellen, die unsere Existenz kennen, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass eine junge Schwangere den Namen YoungMum hört, sehr hoch ist, vor allem im Raum Wien und Umgebung.

BabyForum.at: Wir reden überwiegend vom Ballungszentrum Wien, hier kommen jährlich 500 Babys auf die Welt, deren Mütter unter 20 sind, in ganz Österreich sind es etwa 1.700. Welche Angebote gibt es in den Bundesländern für Teenager-Mütter?

Dr. Stefan Zawodsky: Mir sind leider keine bekannt. Ich habe heute in der Früh selbst ein wenig recherchiert und muss sagen, dass ich schon enttäuscht bin, weil ich nicht viel dazu gefunden habe. Ich gehe jetzt aber einmal davon aus, dass es Hebammeneinrichtungen und in Landesspitälern wohl Einrichtung geben wird, die sich wenigstens ein bisschen damit auseinandersetzen. Aber dieses Umfassende, den Psychologen in einem strukturierten Setting, den Juristen, die Hebammen, die Lebensberaterin, die ÄrztInnen – alle an einem Tisch zu haben, um jedes dieser Mädchen immer wieder von allen Seiten beleuchten zu können, das ist mir zumindest so jetzt nicht untergekommen.

Man muss schon auch sagen, dass der Erfolg so einer Einrichtung steht und fällt mit allen, die diesem System zuspielen. Das sind einerseits die Mitarbeiter, die mit viel Engagement und echtem Idealismus dahinter stehen. Das muss außerdem ein Spital sein, wo wir das Glück haben, dass wir hier tolle Räumlichkeiten haben, dass hier Geld zur Verfügung gestellt wird, weil wir es ja sonst nicht umsetzen könnten. Aber nicht zuletzt sind auch unsere Förderer wichtig, also die die uns unterstützen, dass wir das tun können, was wir tun.

 

BabyForum: Sie haben gerade die Unterstützung von außen angesprochen - wir bekommen in der Redaktion jedes Jahr die Einladung zu den „Musical Mamis“. Warum sind solche Benefizveranstaltungen wichtig für YoungMum?

Dr. Stefan Zawodsky: Bei den Musical Mamis handelt es sich um eine Idee, die im Kopf zweier Musicalsängerinnen, die in Österreich tätig sind, geboren wurde, die eine Nahebeziehung zu unserer Gründungshebamme hatten. Die haben damals überlegt, dass sie mit ihrem Know How und ihrer medialen Präsenz eine Plattform für YoungMum schaffen könnten. Für uns ist das natürlich toll, weil, wenn in den Medien davon berichtet wird, kommen auch Firmen auf uns zu, die Interesse haben zu sponsern.

Es ist auch nicht falsch oder verwerflich, so denke ich, dass, wenn man etwas Gutes tut auch drüber redet. Schlussendlich kommt es ja denen zu Gute, die es wirklich brauchen, nämlich den jungen Schwangeren. Deswegen sind diese Musical Mamis für mich jedes Jahr ein Fixpunkt, es ist einfach eine Begeisterung, die man spürt, die man zum Glück auch weitergeben kann und mit Hilfe der Medien wird es dann auf ganz Österreich übertragen. Das ist ein unglaublich toller Motor, der uns im Sponsoring sehr hilft.

BabyForum.at: Lieber Dr. Zawodsky, wir bedanken uns recht herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute für YoungMum!

 

Alle Informationen zum Angebot von YoungMum findest du hier.

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