Familienleben: Ein Geschwisterchen willkommen heiĂźen

Wenn du erneut schwanger bist, kommt dir manches schon bekannt vor, vieles ist aber neu. Schließlich seid ihr schon eine Familie und dein erstgeborenes Kind wird zur großen Schwester oder zum großen Bruder. Euer Alltag wird sich verändern und du stellst dir vermutlich die Frage, wie dein Kind auf ein neues Familienmitglied reagieren wird. Wir haben ein paar wichtige Aspekte zusammengefasst.

Das ältere Kind vorbereiten

Die Familie wächst – das ist wunderschön und gleichzeitig eine große Umstellung für alle Beteiligten. Während du und dein Partner als Erwachsene gut damit umgehen könnt, ist es für euer bislang einziges Kind nicht ganz so einfach. Je nach Alter und Entwicklungsstufe reagieren Kinder unterschiedlich auf ein Geschwisterchen. Manche wünschen sich einen Spielkameraden und sind dann enttäuscht, dass das Baby noch „gar nicht viel kann“, wenn es auf der Welt ist. Andere wiederum nehmen ihren Eltern übel, dass sie nun nicht mehr an erster Stelle stehen. Wieder andere gehen in der Fürsorge für das kleine Geschwisterchen voll und ganz auf. Wir können dir natürlich nicht versprechen, dass sich dein „großes“ Kind über den Nachwuchs freut – dafür haben wir aber ein paar Ideen, wie sich die ganze Familie auf den Neuankömmling vorbereiten kann:

Den richtigen Zeitpunkt fĂĽr die VerkĂĽndigung

Mit dem Timing ist es so eine Sache. Du und dein Partner wisst vermutlich schon länger, dass du wieder schwanger bist – ob und wann du FreundInnen und Familie einweihst, bleibt dir überlassen. In Hinblick auf dein Kind gilt: nicht früher als notwendig und auch nicht zu spät. Dein Gefühl wird dir sagen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, um dein Kind einzuweihen. Ältere Kinder verstehen rasch, was mit Mama los ist, und sie können auch leichter begreifen, dass es ein paar Monate dauert, bis das Baby das Licht der Welt erblickt. Kleinkinder tun sich da schon etwas schwerer, sie haben keinen konkreten Zeitbegriff. Bei ihnen kannst du dir etwas mehr Zeit lassen – vielleicht sogar so lange, bis man schon eine deutliche Babykugel sieht.

Das Geschwisterchen kindgerecht vorbereiten

Wenn dein Erstgeborener/deine Erstgeborene nun Bescheid weiß, könnt ihr euch gemeinsam auf das Baby einstimmen. Es gibt zahlreiche Kinderbücher, die illustrieren, wie eine Familie wächst und welche Veränderungen damit einhergehen. Selbstverständlich ist es auch möglich, dein Kind zum Ultraschalltermin mitzunehmen, damit es das Geschwisterchen am Bildschirm sehen kann.

Eine Reise in die Babyzeit unternehmen

Du hast bestimmt noch Fotos oder Videos, vielleicht gibt es auch ein Schmusetuch oder eine Rassel, mit der dein Kind besonders gerne gespielt hat. Dieses gemeinsame Erinnern hilft dabei, zu verstehen, dass wir alle gleich in dieser Welt ankommen und auch dein Kind einmal ein Baby war.

In die Vorbereitungen miteinbeziehen

Wenn es deinem Kind Spaß macht, beziehe es in die praktischen Vorbereitungen für das Baby mit ein.Vielleicht mag es Bodys oder Lätzchen sortieren oder beim Aussuchen der Kinderzimmereinrichtung helfen? Dein Kind lernt, „Platz“ für ein weiteres Familienmitglied zu machen und fühlt sich durch die gemeinsamen Vorbereitungen als Teil des großen Ganzen.

Die Begeisterung ist gering? Nimm es gelassen

Ist die Begeisterung über den Neuankömmling gering, solltest du auch das gelassen hinnehmen. Schließlich hat es sich dein Kind nicht ausgesucht, großer Bruder oder große Schwester zu werden. Versuche, es nicht zu zwingen oder zu überreden, sich über das Geschwisterchen zu freuen. Jedes Kind geht mit dieser Situation anders um.

Babys besuchen!

Das ist ein simpler, aber effektiver Tipp. Wenn es in eurem Freundeskreis ein Baby gibt – bitte einfach besuchen gehen. Es ist für dein Kind eine wichtige Erfahrung, ein so kleines Wesen aus nächster Nähe zu erleben. Es sieht mit eigenen Augen, dass ein Neugeborenes spezielle Bedürfnisse hat und umsorgt werden muss.

Tandem-Stillen

Wenn deine Schwangerschaften in kurzem Abstand aufeinanderfolgen, kommt es vor, dass dein Erstgeborenes noch gestillt wird. Die gute Nachricht gleich vorweg: Es ist nicht erforderlich, abzustillen, wenn du erneut schwanger wirst. Ebenso wenig darf nur das Neugeborene an der Brust trinken. Wer möchte, kann sowohl Baby als auch Kleinkind stillen – man nennt das dann Tandem-Stillen. Muttermilch ist ein wertvolles Nahrungsmittel für kleinere und schon etwas größere Kinder. Ob und wie lange du dein Kleinkind stillst, hängt davon ab, wie es für euch beide stimmig ist. Manche Kinder möchten nicht mehr an die Brust, wenn die Mama schwanger oder das Baby bereits da ist. Andere genießen es, dass sie genauso wie das Baby an der Brust trinken können. Wenn du dich dafür entscheidest, sowohl Neugeborenes als auch Kleinkind zu stillen, wirst du weniger Probleme beim Milcheinschuss und kaum Milchstaus oder Entzündungen haben. Auch wird die Milch gut fließen, da die Produktion von beiden Kindern angeregt wird.

Tipp: Das Kolostrum sollte dem Neuankömmling vorbehalten sein, da es eine spezielle „Anfangsnahrung“ für das Baby ist. Bei Schwierigkeiten oder Problemen empfiehlt es sich, eine Stillberaterin oder Hebamme um Hilfe zu bitten. Zwei Kinder zu stillen, ist ein schönes, aber auch sehr herausforderndes Projekt. Zögere also nicht, dir die Unterstützung zu organisieren, die du benötigst.

Eifersucht

Kommen wir zu einem durch und durch menschlichen Thema: Eifersucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das ältere Kind eifersüchtig auf das neue Geschwisterchen reagiert, ist relativ groß. Schließlich wird es von seinem Thron gestoßen! Bisher hatte es die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Familienmitglieder, plötzlich gibt es ein kleines Baby, das sich mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt. Es muss gefüttert, gewickelt und gebadet werden. Mama und Papa sind viel mit „Baby Tragen“ beschäftigt und manchmal tagsüber auch einfach zu müde, um mit dem älteren Kind zu spielen.

Wenn das ältere Kind offensichtlich mit dem Baby zu kämpfen hat und sich vielleicht sogar auffällig verhält, kannst du dennoch ganz beruhigt sein. Reaktionen auf das Geschwisterchen sind vollkommen normal. Schließlich stellt sich der Familienalltag um, Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge müssen neu verteilt, die Rollen erst definiert werden. Du kannst deinem Kind helfen, indem du offen mit ihm sprichst und es immer wieder miteinbeziehst. Außerdem haben sich „Auszeiten“ bewährt. Das sind Spiel – oder Freizeiteinheiten, die das ältere Kind mit dem Papa oder der Mama alleine verbringt. Wichtig ist es auch, jene Rituale beizubehalten, die schon vor der Ankunft des Geschwisterchens gepflegt wurden, wie z.B. gemeinsames Kochen, eine Geschichte beim Schlafengehen lesen oder regelmäßige Besuche bei Oma und Opa.

Tipps fĂĽr den Familienalltag

Wenden wir uns der Praxis zu: Dass der Alltag mit Baby und (Klein-)Kind vollkommen anders verläuft als mit einem Kind allein, wird dir vermutlich schon im Wochenbett bewusst. Während du beim ersten Kind noch viel Zeit hattest, um dich auszuruhen und einander kennenzulernen, gibt es zwei Kinder, denen du gerecht werden willst. Eine große Rolle spielt dabei der Altersunterschied. Vielleicht hast du ein Neugeborenes und ein Kleinkind zu Hause oder das Geschwisterkind geht schon in die Schule. In jedem Fall haben deine Kinder unterschiedliche Bedürfnisse. Das Baby möchte gestillt, getragen, gewickelt und rund um die Uhr versorgt werden. Das größere Geschwisterkind wünscht sich eine Mama, die mit ihm spielt oder benötigt Unterstützung bei den Hausaufgaben. Wenn du berufstätig bist und den Haushalt versorgen musst, gleicht das Familienmanagement bald einem Drahtseilakt.

Folgende Tipps können dir dabei helfen, den Alltag positiv zu gestalten:

  1. Versuche, die Rituale, die du mit dem größeren Kind etabliert hast, möglichst beizubehalten. Wenn ihr beispielsweise vor dem Schlafengehen immer kuschelt, dann nimm dein Baby einfach mit zu euch. Es liegt entweder im Bett oder du legst es in den Stubenkorb oder ein Babynest.
  2. Stillzeit = Kuschelzeit. Vor allem in den ersten Monaten benötigt das Neugeborene viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Und wie wir alle wissen, kann das Stillen oder Füttern manchmal auch länger dauern. Damit das große Geschwisterkind nicht ungeduldig wird, beziehe es in das Geschehen mit ein. Während du das Baby stillst, kannst du ihm eine Geschichte vorlesen. Alternativ setzt sich das größere Kind mit einem Malbuch oder einem Hörbuch zu dir und dem Baby auf die Couch oder kuschelt während dem Stillen zu euch ins Bett.
  3. Investiere in eine gute Tragehilfe oder ein Tragetuch. Dein Baby liebt es, getragen und geschaukelt zu werden – du hast beide Hände frei, um ein paar Dinge im Haushalt zu erledigen oder mit dem größeren Kind zu spielen. Ein Tragetuch ist auch für kurze Wege, z.B. zum Kindergarten, Spielplatz oder zur Schule, sehr praktisch, weil du gewissermaßen „beweglich“ bleibst und rasch reagieren kannst, wenn dein älteres Kind etwas braucht.
  4. Sobald dein Baby einen Rhythmus entwickelt, kannst du ihn sanft mit dem Familienrhythmus in Einklang bringen. Das hat sich vor allem in der Beikostphase bewährt. Füttere dann zu, wenn die Familie ohnehin gemeinsam am Tisch sitzt und isst. Üblicherweise kannst du die Kost für dein Baby auch mit dem Familienessen zubereiten, indem du einfach ein wenig Gemüse zur Seite gibst und pürierst.
  5. Ein gutes Netzwerk ist Gold wert! Zögere nicht, um Hilfe zu bitten. Die Oma nimmt dir eines der beiden Kinder bestimmt gerne ab und auch der Papa darf tatkräftig unterstützen. Häufig entwickelt sich zwischen dem größeren Kind und dem Papa eine ganz neue Beziehungsebene, das ist sehr schön. Natürlich gibt es auch professionelle Netzwerke, auf die du zurückgreifen kannst wie beispielsweise Tagesmütter oder Leihomas.

Tipp: Wenn dein Kind in den Kindergarten geht, ist es selbstverständlich, dass es ein paar Tage daheim bleibt, um den Neuankömmling in der Familie kennenzulernen. Kinder lieben jedoch ihre Rituale und ihren gewohnten Tagesablauf. Nach ein oder zwei Wochen darfst du dein Kind also guten Gewissens wieder in den Kindergarten schicken. Und schon hast du wieder mehr Luft, um durchzuatmen oder fehlenden Nachtschlaf bei einem Vormittagsnickerchen mit dem Baby nachzuholen.

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Es ist wohl einer jener Momente, die Eltern mit der größten Spannung erwarten: der Moment, in dem sie ihren kleinen Schatz nach der Geburt das erste Mal in Händen halten. Wie sieht der Nachwuchs aus? Hat er viele Haare? Und in welcher Farbe leuchten seine Augen?

Gerade im Wochenbett und manchmal auch noch danach spielt das Thema Nachsorge eine große Rolle. Hebammen, Doulas und ÄrztInnen sind im Rahmen dessen bemüht, die Jungfamilie so gut wie möglich zu unterstützen und die Mütter bei etwaigen Problemen (z.B. Stillprobleme, Schmerzen) zu beraten.

Das so genannte Prager-Eltern-Kind-Programm (kurz: PEKiP) richtet sich an jene Eltern, die ihren Nachwuchs bereits ab den ersten Lebenswochen spielerisch fördern möchten. Die zentralen Inhalte des Programmes werden vom gleichnamigen Verein vermittelt.

Die erste Kindersitzgruppe, die du verwenden wirst, ist ein Sitz der Gruppe 0 bzw. 0+. Dabei handelt es sich um eine Babyschale mit Bügel oder einen i-Size-Sitz, der in beide Fahrtrichtungen montiert werden kann. Du verwendest solche Sitze in etwa bis zum ersten Lebensjahr deines Kindes oder einem Gewicht von 10-13kg. Dabei handelt es sich jedoch nur um allgemeine Richtwerte, wann der Wechsel auf die nächstfolgende Sitzgruppe erforderlich ist, wird individuell entschieden.

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