Natürliche Kinderwunschbehandlung – Alternativen in der Kinderwunschzeit

Dass Wunschkinder gelegentlich auf sich warten lassen, ist nicht ungewöhnlich. Im Schnitt klappt es bei Paaren etwa nach sechs bis zwölf Monaten, je nachdem wie zuvor verhütet wurde. Ein unerfüllter Kinderwunsch kostet allerdings viel Substanz, Kinderwunschbehandlungen können sowohl physisch als auch emotional kraftraubend sein. Alternative Kinderwunschtherapien sind zumeist sanfter, allerdings gibt es dazu noch wenige Studien, die ihre medizinische Wirksamkeit beweisen. Wie man klassische Fruchtbarkeitsbehandlungen auf natürlichem Weg unterstützen kann und welche Alternativen es gibt – Wir haben alle Infos für dich.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, ist eine alternative Behandlungsmethode, die gerne zusätzlich zur Schulmedizin angewandt wird. Bei einem bestehenden Kinderwunsch können TCM-Therapien dabei helfen, den Zyklus zu regulieren, die Durchblutung der Gebärmutter zu steigern und begünstigen so auf sanftem Weg eine Empfängnis. Üblich sind Akupunktur und die Therapie mit speziellen Mischungen aus chinesischen Kräutern. Bei der Akupunktur werden feine Nadeln  an bestimmten Akupunkturpunkten entlang der Meridiane eingestochen. Die Nadeln bleiben dort für etwa 20 Minuten, anschließend werden sie wieder entfernt. Akupunktur ist jedoch auch mit Laser, Strom, Wärme oder Ultraschall möglich.

Chinesische Kräutermischungen gibt es in Form von Granulaten oder Konzentraten. Sie werden von einem TCM-Arzt/einer TCM-Ärztin individuell zusammengestellt, je nachdem welche Bedürfnisse bei dir im Vordergrund stehen. Die TCM wirft stets einen Blick auf das Gesamtbild. Bei einem bestehenden Kinderwunsch wird also nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche behandelt. In Studien wurde zudem nachgewiesen, dass TCM-Anwendungen begleitend zum künstlichen Befruchtungsprozess positiv wirken können. Tipp: Akupunktur hat sich auch in der Geburtsvorbereitung bewährt. Ab der 36. Schwangerschaftswoche sind die Behandlungen möglich. Sie werden sowohl auf Geburtenstationen, von Hebammen mit Zusatzausbildung als auch von TCM ÄrztInnen angeboten.

Homöopathie

Bevor du mit einer homöopathischen Therapie beginnst, ist es wichtig, die möglichen Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch festzustellen. Ein erfahrener Homöopath/eine erfahrene Homöopathin kann dann nämlich jene Mittel wählen, die genau auf dich abgestimmt sind. Mit Hilfe von Globuli, Tropfen oder Tabletten kannst du auf Eizellenreifung, Eisprung, Fruchtbarkeit und die ersten Schwangerschaftswochen positiv einwirken, z.B. Ovaria Comp. Globuli.

Außerdem hilft Homöopathie dabei, den Zyklus und deinen Hormonhaushalt zu regulieren. Auf emotionaler Ebene wirkt die sanfte Medizin ebenfalls unterstützend. Wichtig: Homöopathie darf nicht in Eigenregie eingenommen werden. Konsultiere in jedem Fall deinen Arzt/deine Ärztin, eine Hebamme oder die ExpertInnen im Kinderwunschzentrum deines Vertrauens. Die Wirksamkeit von Homöopathie wird zuweilen diskutiert, es gibt kaum wissenschaftliche Studien, aber zahlreiche Erfahrungsberichte von MedizinerInnen und PatientInnen.

Phytotherapie

Phytotherapie ist die fachliche Bezeichnung für Pflanzenheilkunde. Du kennst sie vielleicht auch unter den Begriffen Naturheilkunde oder „pflanzliche Hausmittel“. Bei dieser Therapieform werden unterschiedlichste Bestandteile von Pflanzen verwendet, um gewisse Beschwerden zu lindern. Meist handelt es sich um getrocknete Blätter, Blüten oder Stängel, die als Tees oder Gurgellösungen eingenommen werden. Es gibt aber auch Wirkstoffe, die der Körper als Kapsel- oder Tropfenform besser aufnehmen kann.

Bei bestehendem Kinderwunsch helfen Himbeerblättertee, Extrakte aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Storchenschnabel, Kapuzinerkresse, Rosmarin, Scharfgabe, Beifuß, Küchenschelle und Brennnessel. Einige davon sind auch als „Frauenkräuter“ bekannt. Wende dich an deine Hebamme oder deinen Arzt/deine Ärztin. Sie geben dir Hinweise zur Zubereitung und Dosierung. Wie bei allen alternativen Methoden gilt auch hier: Eine medizinisch Grundabklärung deiner Symptome ist erforderlich, von Eigentherapien ist jedenfalls abzusehen!

Physikalische Anwendungen

Darunter versteht man jene Anwendungen, die von außen auf den weiblichen Körper einwirken. Sie sorgen für Entspannung und eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Bestimmte Körpertherapien fördern zudem die Durchblutung, aktivieren das Lymphsystem, stärken das Immunsystem und sind zyklusregulierend. Zu den bekanntesten Anwendungen bei Kinderwunsch zählen:

  • Fußreflexzonenmassage
  • Shiatsu
  • Luna Yoga
  • Moorpackungen
  • Fruchtbarkeitsmassage
  • Cranio-Sacrale-Therapie
  • Entspannungstrainings aller Art (Meditation, Progressive Muskelentspannung, autogenes Training)

Lebensstil & Ernährung

Du hast es dir vermutlich schon gedacht: Je ausgewogener und gesünder dein Lebensstil ist, desto größer sind deine Chancen, schwanger zu werden. Es gibt dabei mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen. Ein wichtiger Baustein ist die Ernährung. Sie sollte ballaststoff- sowie nährstoffreich sein. Achte darauf, biologische Lebensmittel zu verwenden, die regional angebaut werden. Selbst gekochte Mahlzeiten sind Fertiggerichten vorzuziehen. Konservierungs- sowie Farbstoffe und künstliche Aromen solltest du so gut wie möglich vermeiden. Alkohol darf in Maßen genossen werden – Nikotin und andere Suchtmittel sind selbstverständlich tabu. Tabak setzt die Fruchtbarkeit nachweislich herab, das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Wenn du möchtest, kannst du wichtige Spurenelemente, Mineralien und Vitamine (z.B. Vitamin-B) auch supplementieren. Wir empfehlen vor der Einnahme jedoch eine Abklärung beim Gynäkologen/der Gynäkologin.

Bewegung ist in der Kinderwunschzeit essenziell. Sie hat mehrere positive Effekte. Zum einen steigerst du die Durchblutung, das allgemeine Wohlbefinden und unterstützt dein Immunsystem. Zum anderen wirkt regelmäßiger Ausdauersport sanft zyklusregulierend. Tipp: Auf das lang ersehnte Baby zu warten, ist mitunter zermürbend. Sport hilft dir dabei, den Kopf freizubekommen und andere Gedanken zu fassen. Wenn du dich richtig ausgepowert hast, gelingt es dir, mit mehr Distanz auf deine Situation zu blicken und neue Kraft zu schöpfen.

Von einer Sache solltest du dich verabschieden: Stress. Dauerhafte Anspannung, Gereiztheit und Gefühle der Überforderung beeinflussen deinen Zyklus negativ. Versuche also, einen regelmäßigen Tagesrhythmus zu etablieren, der ausreichend Verschnaufpausen erlaubt. Ausdrücklich empfohlen sind jene Aktivitäten, die dir persönlich gut tun. Das kann ein Hobby sein, ein Kinobesuch mit der besten Freundin oder ein ausgedehnter Spaziergang im Wald. Übermäßige Belastungen im Job und im Privatleben solltest du weitgehend reduzieren, auch ausreichend erholsamer Schlaf ist wichtig. Manchmal hilft ein Urlaub dabei, aus gewohnten Routinen auszubrechen.

Psychologische Betreuung

Das Warten auf den erhofften Kindersegen kann zur Zerreißprobe für deine Beziehung werden. Während ihr am Anfang noch voller Enthusiasmus und Zuversicht in das Projekt Familiengründung startet, macht sich nach einigen erfolglosen Zyklen langsam Frust breit. Zur Enttäuschung mischen sich Selbstzweifel, gegenseitige Vorwürfe, Gefühle der Ohnmacht und der Trauer. Das ist in dieser Situation menschlich und vollkommen normal. Maßgeblich ist es, wie ihr als Paar mit dieser Achterbahn der Gefühle umgehen könnt. Jeder muss zum einen in der Lage sein, mit der Situation selbst fertig zu werden. Schließlich fühlen Frauen als diejenigen, die das Kind austragen, anders als Männer, die möglicherweise ihre Zeugungsfähigkeit in Frage stellen. Zum anderen ist es essenziell, die Kinderwunschphase auch als Paar zu bewältigen. Rezept gibt es hierfür keines. Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert, jene Ressourcen zu aktivieren, die euch schon vor dem Kinderwunsch durch schwierige Zeiten geholfen haben. Bei manchen Paaren ist das ein gemeinsames Hobby, andere verwöhnen sich mit einer Extra Portion Aufmerksamkeit, für einige ist ein Wochenend-Ausflug ein willkommener Tapetenwechsel.

Tipp: Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine große emotionale Herausforderung. Fühlt ihr euch mit der Situation überfordert, sind TherapeutInnen und Familienberatungsstellen die richtigen AnsprechpartnerInnen. Dort werden euch professionelle Hilfestellungen angeboten, in manchen Einrichtungen erhält man zudem eine Beratung über mögliche künstliche Kinderwunschbehandlungen. Die Scheu, diesen Schritt zu gehen, ist durchaus verständlich. Die Situation und die eigenen Gefühle so zu akzeptieren, wie es sich eben jetzt gerade darstellt, ist jedoch der erste Schritt für ein besseres Wohlbefinden. Einige Kinderwunschkliniken bieten mittlerweile auch psychologische Betreuung, Kriseninterventionen sowie Austauschgruppen an, die Eltern während einer künstlichen Befruchtung unterstützen sollen.

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