Säuglingspflege

9 Monate lang bereiten sich Eltern auf ihren Nachwuchs vor. Und kaum ist das Bündel Glück auf der Welt, stellt es den Alltag seiner Mama und seines Papas ordentlich auf den Kopf. Vom Tag der Geburt an will so ein Säugling schließlich versorgt, gehegt und gepflegt werden.

In erster Linie kümmern sich Eltern natürlich darum, dass die Grundbedürfnisse des neuen Erdenbürgers/der neuen Erdenbürgerin erfüllt sind. Babys müssen gefüttert und gewickelt werden. Außerdem benötigen sie viel Schlaf und ab und zu auch ein wenig frische Luft. Auch die Körperpflege eines Säuglings wirft einige Fragen auf: wie oft soll ich mein Baby waschen? Wie wasche ich es am besten? Wie oft darf ich das Baby baden? Benötigt es spezielle Cremes oder Lotions? Was mache ich bei einem wunden Po? Frischgebackene Eltern können jedoch ganz beruhigt sein, denn in der ersten Zeit gilt ein ganz ein ganz einfaches Motto: weniger ist mehr. Für die einzelnen Körperpartien gibt es mittlerweile unterschiedliche Pflegeempfehlungen, da sie auch unterschiedlich sensibel z.B. auf bestimmte Produkte reagieren.

Junge Mutter küsst die Füße ihres Säuglings

Gesicht

Die Gesichtshaut eines Säuglings ist vergleichsweise pflegeleicht. Meist reicht es vollkommen, das Gesicht einmal pro Tag mit einer feuchten, lauwarmen Stoffwindel abzuwischen, um Schweiß- oder Milchreste zu entfernen. Bei Bedarf z.B. bei sehr trockener Haut oder häufigen Spaziergängen an der kalten Winterluft, kann man das Gesicht des Babys mit einer entsprechenden Pflegecreme einschmieren.

Wer unsicher ist, welche Wirkstoffe unbedenklich sind, lässt sich dazu am besten in der Apotheke beraten. Im Normalfall handelt es sich bei speziellen Babycremes um einfache Basismischungen (Ultrasicc/Ultrabas), die einen hohen Fettgehalt besitzen und dadurch eine Schutzschicht auf der Haut bilden.

Augen

In den ersten Wochen nach der Geburt produzieren die Augen des Säuglings sehr viel Tränenflüssigkeit, die jedoch noch nicht ungehindert abfließen kann, da die so genannten Tränenwege noch nicht vollständig geöffnet sind. Die Tränenflüssigkeit sammelt sich also im Augenwinkel des Babys und trocknet dort ein oder bildet, je nach Menge, großflächigere Krusten. Diese Ablagerungen sollten in jedem Fall entfernt werden, da sie vor allem für Bakterien ein idealer Nährboden sind.

Hebammen empfehlen, eine weiche Stoffwindel oder ein Mulltupfer mit etwas warmem Wasser zu befeuchten und die Krusten damit ein wenig aufzuweichen. Anschließend die Ablagerungen vorsichtig in Richtung Nase oder Unterlid wegwischen. Wattestäbchen oder der bloße Fingernagel sind zur Entfernung der Tränenflüssigkeit nicht geeignet. Hier besteht die Gefahr, abzurutschen oder das Kind zu verletzen, wenn es den Kopf unerwartet wegdreht.

Nase & Ohren

Die Pflege von Babys Nase und Ohren ist in der ersten Zeit denkbar einfach: Eltern müssen gar nicht viel tun. Beide Sinnesorgane reinigen sich nämlich im Grunde genommen von selbst. Setzt sich an den äußeren Ohrmuscheln oder an den Nasenflügeln ein wenig Schmutz ab, kann dieser mit einem feuchten Tuch entfernt werden. Wattestäbchen sind in jedem Fall tabu, da sie das sensible Trommelfell des Säuglings verletzen könnten. Auch die Nase ist sehr pflegeleicht – sie muss bis zu einem gewissen Alter nicht geputzt oder gereinigt werden. Kleine Schnupfennasen sollte man an der Außenseite vorsichtig abwischen (auch mit einem feuchten Tuch) und an der Innenseite mit einem feuchten Tuchzipfel sanft abtupfen.

Finger- und Zehennägel

Viele Eltern sind überrascht davon, wie kräftig die Zehen- und Fingernägel ihres kleinen Sonnenscheins in den ersten Wochen wachsen. Da sie ganz schön lang werden können, befürchten Mamas und Papas, dass sich der Nachwuchs vielleicht selbst damit verletzt z.B. im Gesicht kratzt. In den ersten sechs Wochen besteht jedoch kein Grund zur Sorge, da die Nägel in dieser Zeit noch sehr weich und biegsam sind. Je älter das Baby wird, desto fester wird auch die Nagelstruktur und ab einem gewissen Zeitpunkt müssen die Nägel an Zehen und Fingern regelmäßig geschnitten werden. Das ist mitunter eine undankbare Aufgabe, denn Babys sind von diesem speziellen Pflegeritual im Normalfall gar nicht begeistert. Folgende Tricks können helfen:

  • Die Nägel immer erst nach dem Baden schneiden, sie sind dann schön weich und brechen nicht.
  • Die Hilfe des Partners oder einer Freundin in Anspruch nehmen: einer hält die Hand/den Fuß des Babys sanft fest, während der andere die Nägel kürzt.
  • Spezielle Nagelscheren und Knipser verfügen über abgerundete Kanten. Das minimiert die Verletzungsgefahr und erleichtert das Schneiden.
  • Nägel immer entlang der natürlichen Biegung abschneiden.

Po

Der Po des Babys ist ein besonders sensibler Bereich. Da Säuglinge rund um die Uhr eine Windel tragen, entsteht direkt am Po ein feuchtes Klima. Zusätzlich reizen Stuhl und Urin die Haut. Beim Wickeln gilt es also, den Po zu reinigen und von Ausscheidungsresten zu befreien. Normalerweise werden dafür spezielle Feuchttücher verwendet, viele Eltern schwören jedoch auch auf einen warmen, feuchten und weichen Waschlappen. Die Feuchttücher wandern nach Gebrauch in die Mülltonne, den Waschlappen sollte man regelmäßig in der Kochwäsche reinigen. Anschließend mit einer Stoffwindel oder einem weichen Handtuch trocken tupfen.

Ist die Haut rund um den Po gereizt oder gerötet, empfiehlt es sich, die betroffenen Stellen, dünn mit einer speziellen Salbe (Bepanthen) oder einer Wundschutzcreme zu bestreichen. Wichtig: die Haut nicht jedes Mal beim Wickeln eincremen – das kann nämlich zusätzlich zu Reizungen führen. Wenn die Rötungen nicht zurückgehen oder sich ein nässender Ausschlag bildet, sollten Eltern unbedingt einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. Manchmal kommt es im Windelbereich nämlich zu Pilzinfektionen, die entsprechend behandelt werden müssen.

Nabelpflege

Der Nabel eines Babys ist im übertragenen Sinne tatsächlich das Tor zur Welt, zumindest so lange sich der Nachwuchs noch im Bauch der Mutter befindet. Die Nabelschnur sichert die Versorgung des Embryos mit wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und all jenen Stoffen, die ein gesundes Wachstum ermöglichen. Nach der Geburt und dem Durchtrennen der Nabelschnur bleibt nur mehr ein kleiner Stumpf übrig, der sich im Laufe der Zeit dunkel verfärbt und nach einigen Tagen von selbst abfällt. Bis sich der „richtige“ Nabel gebildet hat, dauert es also eine Weile und in dieser Zeit ist die Stelle besonders sensibel.

Direkt nach der Entbindung wird der Nabelstumpf von der Hebamme oder von einer Säuglingsschwester versorgt. Dabei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen: während die einen den Stumpf vorsichtig mit einer antiseptischen Lösung oder einem Puder reinigen, bevorzugen andere die Benetzung mit Muttermilch oder einer pflanzlichen Tinktur z.B. aus Ringelblumenextrakt. Im Normalfall werden Eltern darüber informiert, wie sie den Nabelstumpf bis zum Abfallen idealerweise pflegen sollen. Wichtig: die Stelle sollte stets trocken sein. Also nach einem Bad gut trocken tupfen und darauf achten, dass die Windel direkt unter dem Nabel endet. Veränderungen, Rötungen oder Schwellungen in diesem Bereich sollte man genauestens beobachten und gegebenenfalls einen Arzt/eine Ärztin oder die Hebamme bitten, die Veränderung der Haut zu beurteilen.

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Bei einer Soor-Infektion handelt es sich um einen Pilzbefall. Mutter und Kind können gleichzeitig erkranken, es kommt aber auch vor, dass nur einer von beiden entsprechende Symptome zeigt. Auslöser ist ein körperliches Ungleichgewicht: eine Infektion tritt dann auf, wenn sich der Pilz Candida zu stark ausbreiten kann.

Brusthütchen oder auch Brusthauben/Stillhütchen sind Hilfsmittel, die bei Stillproblemen gelegentlich zum Einsatz kommen. Es handelt sich hierbei um Hütchen aus Silikon oder seltener Kautschuk, die über die Brustwarze und den Brustwarzenvorhof gestülpt werden. Sie sollen den empfindlichen Brustbereich schützen und dem Kind das Ansaugen erleichtern.

Ob eine Frau ihr Kind stillen möchte oder nicht, entscheidet sie meist noch während der Schwangerschaft. Vielen Müttern ist es ein Bedürfnis, ihr Kind einige Monate an die Brust zu legen, andere Mütter entscheiden sich aus persönlichen oder medizinischen Gründen dagegen. Steht der Entschluss fest, sind damit meist viele Fragen und Unsicherheiten verbunden. Vor allem bei Frauen, die zum ersten Mal ein Kind erwarten.

In welcher Haltung dein Baby gestillt wird, bleibt dir und deinem Kind überlassen. Es gibt gewisse Positionen, die sich seit Generationen bewähren. Dazu zählen beispielsweise die Wiegenhaltung oder das Stillen im Liegen (seitliches Stillen). Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass Mutter-Kind-Duos ganz individuelle Haltungen finden, in denen das Stillen wunderbar klappt. Die Grundregel lautet: beide müssen sich wohlfühlen und sich in einer entspannten Position befinden.

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