Säuglingsanfangsnahrung und Folgemilch: Hygiene, Auststattung & Co.

Es gibt viele Gründe, warum Mamas nicht stillen können, sich dazu entschließen, nicht zu stillen oder früh abzustillen. Manchmal sind Babys auch einfach zu schwach, um an der Brust zu trinken. In solchen Fällen bekommt das Kind einen künstlich hergestellten Milchersatz, sogenannte Säuglingsanfangsnahrung. In diesem Artikel erfährst du, welche unterschiedlichen Milchersatzprodukte es gibt, ob Folgemilch tatsächlich notwendig ist und welches Zubehör du benötigst, wenn du dein Baby mit Anfangsnahrung aus dem Fläschchen fütterst.

Der Muttermilchersatz: Pre-Milch

Pre-Milch wird empfohlen, wenn du dein Baby nicht mit Muttermilch versorgen kannst oder dich dazu entschlossen hast, nicht zu stillen. Es handelt sich hierbei um künstlich hergestellte Milchnahrung, die der natürlichen Muttermilch so gut wie möglich nachempfunden ist. Die Inhaltsstoffe von Säuglingsanfangsnahrung sind gesetzlich geregelt. Du kannst dich also darauf verlassen, dass Pre-Milch nur jene Zutaten erhält, die vom Gesetzgeber tatsächlich erlaubt sind. Dem zugrunde liegt die Delegierten Verordnung 2016/127 der EU, die sicherstellt, dass in Österreich nur Säuglingsanfangs- und Folgenahrung verkauft werden darf, die den die Richtlinien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit entsprechen.

Pre-Milch wird auf Basis von Kuhmilch und Molke hergestellt. Es werden im Produktionsprozess weitere Nährstoffe künstlich hinzugesetzt. Laktose muss das einzige verarbeitete Kohlenhydrat sein. Laut EU-Verordnung muss Pre-Milch zudem folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die langkettige Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) muss zugesetzt sein.
  • L-Carnitin sollte zugesetzt sein.
  • Der Proteingehalt muss bei 2,5g/100kcal liegen,
  • Insgesamt müssen 25mg Cholin pro 100kcal enthalten sein.
  • Arachidonsäure (ARA), eine ebenso langkettige Fettsäure, sollte per Empfehlung zugesetzt werden.

Pre-Milch ist in den ersten Lebensmonaten und darüber hinaus das bevorzugte Nahrungsmittel, wenn du dein Kind nicht stillen kannst oder möchtest. Der große Vorteil: Sie darf nach Bedarf gegeben werden, so wie die Empfehlung es auch vorsieht, nach Bedarf zu stillen. Vor allem in den Sommermonaten ist das gut zu wissen. In dieser Zeit verlangt dein Baby vermutlich häufiger nach dem Fläschchen, um seinen Durst zu stillen. Eine zusätzliche Gabe von Wasser ist nicht notwendig. Pre-Milch eignet sich auch in der Beikostphase. Du kannst vor einer Beikostmahlzeit ein wenig Pre-Milch füttern, damit der erste Hunger einmal gestillt ist. Anschließend ist dein Kind entspannt für ein paar Löffel Brei. Wenn es danach oder dazwischen hungrig ist, darfst du Pre-Milch füttern.

Ebenfalls Säuglingsanfangsnahrung: 1-er Nahrung

Künstliche Säuglingsanfangsmilch mit der Kennzeichnung 1 kann ebenfalls ab Geburt gefüttert werden. Es besteht jedoch folgender Unterschied zu Pre-Milch: 1-er Nahrung darf neben Laktose auch noch Maltodextrin und Stärke enthalten. Dadurch erhöhen sich sowohl das Kariesrisiko als auch das Risiko für späteres Übergewicht. Achte also unbedingt auf die Liste der Zutaten. Bis zu einem gewissen Grenzwert ist die Beimengung von Kohlenhydraten und Stärke erlaubt.  Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind „nicht mehr satt wird“, musst du nicht sofort auf 1-er Nahrung umsteigen. Möglicherweise ist es ausreichend, die Abstände zwischen den Fläschchenmahlzeiten zu verkürzen. Häufig fordern Kinder in einem Entwicklungsschub, während dem Zahnen oder während Krankheitsphasen mehr Trinkmahlzeiten ein.

Tipp: Auch als „Fläschchen-Mami“ (oder -Papa) kannst du dich an eine Stillberaterin wenden. Sie berät dich bei Problemen und hat auch in der Beikostphase wertvolle Tipps für dich.

Wichtig: Immer nach Packungsanweisung zubereiten

Grundsätzlich gilt: Säuglingsanfangsnahrung sowie Folgenahrung bitte immer sorgfältig nach Packungsanweisung zubereiten. Halte dich an die Mengenangaben der Hersteller und setze keine Extra-Stärke, Milchzucker, Tee oder andere Stoffe hinzu.

Ebenso streng abgeraten wird davon, Pre-Milch oder Folgenahrung mit Wasser zu verdünnen. Dadurch kann es bei deinem Baby zu einer lebensgefährlichen Wasservergiftung kommen. Der Salzgehalt im Blut sinkt bedrohlich ab, Komplikationen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Desorientierung bis hin zum Hirnödem sind mögliche Folgen. Die Nieren deines Babys sind schlichtweg nicht in der Lage, die erhöhte Menge an Wasser zu verarbeiten. Zudem wird die Nährstoffkonzentration im Blut deines Babys erheblich herabgesetzt aufgrund der starken Verdünnung.

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Für ältere Babys: Folgemilch

Sogenannte Folgemilch wird von den Herstellern für ältere Babys empfohlen, ob sie tatsächlich notwendig ist, steht jedoch zur Debatte. In der Werbung argumentieren Hersteller damit, dass Kinder ab dem sechsten Lebensmonate einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen, insbesondere Eisen, haben. Dieser Bedarf könne mit Säuglingsanfangsnahrung nicht ausreichend gedeckt werden, also wird zum Umstieg auf 2er-, oder 3er-Nahrung geraten.

Folgemilch ist jedoch umstritten, da sie eine breite Palette an Inhaltsstoffen enthalten darf wie beispielsweise Maltodextrin, Stärke, Saccharose oder Fruktose. Ebenso sind gewisse Geschmacksverstärker und Aromen erlaubt. Folgemilch hat aufgrund der enthaltenen Stärke einen großen Sättigungseffekt, der von StillberaterInnen und ErnährungsexpertInnen durchaus kritisch gesehen wird. Es kann zu einer „Übersättigung“ kommen, die späterhin Übergewicht oder andere gesundheitliche Probleme begünstigt.

Bei Stärke handelt es sich schließlich einfach nur um einen simplen „Sattmacher“, der ernährungsphysiologisch keine Vorteile bringt. Im Vergleich: Muttermilch ist das ideale Nahrungsmittel im gesamten ersten Lebensjahr. Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich nach dem sechsten Lebensmonat deines Kindes nicht und dennoch ist es jederzeit ausreichend versorgt. Wenn du also auf eine eisenreiche Beikost achtest und dich an den aktuellen Beikostempfehlungen orientierst, kannst du davon ausgehen, dass der Nährstoffbedarf deines Kindes auch im zweiten Lebenshalbjahr gedeckt ist.

Tipp: Möchtest du auf Folgenahrung umsteigen, sprich mit deinem Arzt/deiner Ärztin darüber. Er/sie wird dich über mögliche Vorteile und Nachteile sowie Inhaltsstoffe aufklären. Achte bei Folgemilch auch auf einen möglichst niedrigen Proteingehalt!

Spezialnahrungen für Babys mit besonderen Ernährungsbedürfnissen

In manchen Fällen können Babys weder gestillt werden, noch vertragen sie Säuglingsanfangsnahrung. Dann besteht die Möglichkeit, auf eine Spezialnahrung umzusteigen – das muss jedoch mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin besprochen werden. Babys, die ein hohes Allergierisiko haben, können in den ersten Monaten mit Nahrung aus Proteinhydrolysaten gefüttert werden. Im Handel sind Säuglings- und Folgenahrung dann als HA-Nahrung gekennzeichnet.

Liegt eine medizinische Indikation vor, darf auch Nahrung verwendet werden, die auf Basis von Soja hergestellt wird. Beim Vorliegen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit bekommt dein Kind AR-(Anti-Reflux)-Nahrung. Zudem gibt es Spezialpräparate für Babys mit besonderen Ernährungsbedürfnissen (z. B. bei Spuckneigung, Koliken oder anderen Problemen). Sie werden unter der Bezeichnung „Spezialnahrung“ geführt und auch nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin verabreicht.

Zubehör & Hygiene

Wenn dein Baby Säuglingsanfangsnahrung bekommen soll, dann benötigst du dafür natürlich eine Grundausstattung aus Fläschchen, Saugern, dem entsprechenden Zubehör für die Reinigung und den Utensilien, die du für unterwegs benötigst. Grundsätzlich hast du bei den Fläschchen die Wahl zwischen Flaschen aus Glas und Kunststoff. Glasflaschen sind sehr langlebig, kratzfest und geben weder Geruch- noch Geschmacksstoffe ab. Sie sind jedoch sehr schwer und es besteht immer ein gewisses Bruchrisiko. Kunststoffflaschen aus Polypropylen (PP), aus Polyamid (PA) oder Polyphenylsulfon sind hingegen sehr leicht und bruchsicher. Man geht jedoch davon aus, dass Kunststoff nicht so hitzebeständig ist wie Glas. Immer wieder liest man in Produkttests auch davon, dass sich Kunststoffe beim Erhitzen aus den Fläschchen lösen können. Zusätzlich zu den Fläschchen benötigst du die richtigen Sauger. Es gibt drei unterschiedliche Größen, die sich nach dem Alter deines Kindes richten:

  • Größe (0 bis 6 Monate)
  • Größe 2 (6 bis 18 Monate)
  • Größe 3 (ab 18 Monaten)

Sauger sind entweder aus Silikon oder aus Latex gefertigt. Letzteres wird aus Kautschuk gewonnen. Die Basis für Silikon ist Kunststoff. Wichtig ist es, dass du bei der Zubereitung von Säuglingsanfangsmilch und auch bei der Reinigung der Fläschchen und Sauger gewisse Hygienerichtlinien beachtest. Die Fläschchen und Sauger sollten sofort nach Verwendung mit lauwarmem Wasser abgespült und anschließend mit einem Babyspülmittel, heißem Wasser und einer Fläschchenbürste gereinigt werden. Achte darauf, die Fläschchen gut auszuspülen, Milchrückstände sind zu vermeiden. Zum Trocknen kannst du entsprechende Fläschchenhalterungen nutzen oder die Flaschen kopfüber in ein Abtropfgestell platzieren.

Hinweis: Vor allem in den ersten Lebensmonaten solltest du Fläschchen und Sauger nach jeder Verwendung sterilisieren. Nach der Reinigung sterilisierst du sie entweder in kochendem Wasser (10 Minuten bei mind. 70 Grad Celsius) oder du verwendest einen Dampfsterilisator, der häufig auch von Herstellern angeboten wird. Glasflaschen kannst du auch im Backofen sterilisieren. Wichtig ist es, dass möglichst alle Keime abgetötet werden, da das Immunsystem deines Babys in den ersten Lebenswochen noch nicht ausgereift ist. Ab dem Beikostalter ist eine gelegentliche Sterilisation ausreichend.

Tipps für unterwegs:

  • Halte abgekochtes Wasser in einer Thermoskanne oder einem Thermobecher bereit.
  • Nimm ebenso abgekochtes kühles Wasser mit – dann kannst du das warme Wasser mit dem Kalten mischen und so die richtige Temperatur erreichen.
  • Milchpulver bewahrst du in kleinen Behältern oder sogenannten Milchportionierern auf.
  • Spuckwindel, Feuchttuch sowie Schnuller (bei Bedarf) dürfen nicht fehlen.
  • Nimm ausreichend Fläschchen und Sauger mit – je nachdem, wie lange du unterwegs bist. Du solltest immer ein Set in Reserve haben, falls dein Baby überraschend hungrig wird.

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