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So entwickelt sich das ungeborene Kind

Es ist tatsächlich ein Wunder und für viele kaum vorstellbar, wie sich aus einer einfachen Ansammlung von Zellen im Verlauf von 9 Monaten ein ausgereiftes Baby entwickeln kann. Während der Schwangerschaft vollbringen sowohl die Natur als auch der weibliche Organismus Höchstleistungen. Sobald es zur Befruchtung der Eizelle kommt, beginnen die Hormone auch schon mit der Arbeit. Sie sorgen dafür, dass die idealen Wachstumsbedingungen für das ungeborene Kind geschaffen werden. Der Rest entwickelt sich ganz von allein und ohne jegliches Zutun von Außen.

Natürlich können schwangere Frauen einen Teil zur gesunden Entwicklung ihres Babys beitragen. Es empfiehlt sich, Stress zu vermeiden, auf die Ernährung zu achten und sich in Ruhe auf die bevorstehende Geburt sowie den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Wer die vorgesehenen Mutter-Kind-Pass Untersuchungen gewissenhaft absolviert und sorgsam mit der eigenen Gesundheit umgeht, der unterstützt damit ebenso den Wachstumsprozess des ungeborenen Kindes. Es dauert 9 Monate bis ein Baby vollkommen ausgereift ist. Die wichtigsten Entwicklungsschübe finden in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln statt, hier werden Organe und Gewebe ausgebildet. Im letzten Trimester stehen alle Zeichen auf Wachstum und Geburtsvorbereitung.

Erstes Trimester

In den ersten Wochen und Monaten einer Schwangerschaft wird der Grundstein für eine gesunde Entwicklung des Babys gelegt: aus der befruchteten Eizelle entstehen Zellansammlungen, die wiederum Anlagen für alle lebensnotwendigen Organe enthalten. Am Ende des ersten Trimesters schlägt das kindliche Herz bereits mit 120 bis 160 Schlägen pro Minute, der Embryo ist dann im Schnitt 5cm groß.

  • Befruchtung der Eizelle: wird die Eizelle während des Eisprungs von einer Samenzelle befruchtet, entsteht daraus neues Leben. Nach der Befruchtung macht sich die Eizelle durch den Eileiter auf den Weg Richtung Gebärmutter, diese erreicht sie nach etwa 4-5 Tagen. Bereits in dieser frühen Phase entsteht durch die Verbindung von männlichen und weiblichen Chromosomen neues, einzigartiges Erbgut. Auch das Geschlecht des Babys wird bei der Befruchtung festgelegt.
  • Einnistung: ist die befruchtete Eizelle bei der Gebärmutter angelangt, beginnt sie damit, sich im weichen, zähen Gebärmutterschleim einzunisten. Zu diesem Zeitpunkt sorgt das Hormon Progesteron, welches bereits in einer leicht erhöhten Konzentration ausgeschüttet wird, für die Erhaltung der Schwangerschaft.
  • Zellteilung: ist die Einnistung in der Gebärmutter erfolgreich abgeschlossen, geht die Eizelle überwiegend einer Aufgabe nach: sie startet mit der Zellteilung. Jetzt werden Anlagen für Nervensystem, Sinnesorgane, Haut, Haare, Zähne, Schilddrüse, Leber, Pankreas und andere wichtige Organe gelegt. In dieser Zeit entstehen außerdem die Plazenta, die Frucht, die Fruchtblase und das Fruchtwasser.
  • Organogenese:  die Ausbildung des Neuralrohrs markiert den Beginn der Organentwicklung. Daraus entstehen später große Teile des Nervensystems und das Gehirn. Weiters bilden sich Herz, Wirbelsäule, Muskulatur, wichtige Gefäße und der überwiegende Teil aller inneren Organe.   

Zweites Trimester

In der 13. Schwangerschaftswoche sind die Organe bereits ausgebildet, dennoch legt der Nachwuchs zwischen dem dritten und sechsten Monat noch einmal einen ordentlichen Entwicklungsschub hin. Insgesamt müssen Fötus und alle angelegten Organe an Größe gewinnen. Am Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels ist der Nachwuchs bereits auf stolze 19cm gewachsen.

  • Weiterentwicklung der Geschlechtsorgane: im zweiten Trimester entwickeln sich die Geschlechtsorgane innerlich als auch äußerlich weiter. Die Hoden schütten bereits Testosteron aus, in den Eierstöcken lagern sich die Eizellen ein.
  • Anlage von Fettdepots: Ende des dritten Monats ist das ungeborene Baby noch relativ dünn. Daher gilt es, im Laufe der verbleibenden Monate ausreichend Fettdepots anzulegen, die das Kind schützen und dafür sorgen, dass der Körper nicht zu viel Wärme nach außen hin verliert.
  • Erste Bewegungen: Knochen, Knorpel und Skelett verfestigen sich, dadurch wird das Ungeborene aktiver. Es bewegt sich teilweise schon lebhaft im Bauch hin und her und beschert den werdenden Eltern dadurch besondere Glücksgefühle. Zum ersten Mal spüren Mütter vielleicht einen Tritt oder ein sanftes Boxen. Das kann mitunter den ganzen Tag so dahin gehen, denn Babys entwickeln erst gegen Ende der Schwangerschaft einen eigenen Schlafrhythmus. Im zweiten Trimester sind sie bis auf kurze Nickerchen ununterbrochen wach.
  • Sinneseindrücke: mit der Zeit wird der Nachwuchs nicht nur größer, seine Sinne beginnen, immer mehr von der Außenwelt aufzunehmen. Anfangs sind es nur die Geräusche im Bauch (z.B. von der Verdauung der Mutter), später erkennt er möglicherweise auch Stimmen oder Musik. Ebenfalls reagieren ungeborene Babys bereits ab dem dritten Schwangerschaftsmonat auf Helligkeit und Dunkelheit.

Drittes Trimester

Der Großteil der Entwicklung ist geschafft. Im dritten Trimester geht es hauptsächlich darum, noch mehr zu wachsen und die vollständige Reife zu erlangen. Dafür müssen noch mehr Nährstoffe aufgenommen und Fettdepots eingelagert werden. Mit dem Wachstum ändert sich auch die Haltung des Babys. War ursprünglich noch jede Menge Platz in Mamas Bauch, wird es gegen Ende der Schwangerschaft schon etwas eng. Daher nehmen die Kinder ab einem gewissen Zeitpunkt häufig die typische Embryonalstellung ein, weil diese Haltung noch am gemütlichsten für sie ist. Kurz vor der Geburt misst der Nachwuchs bereits zwischen 48cm und 54cm. Das durchschnittliche Gewicht liegt zwischen 2800 Gramm und 4000 Gramm.

  • Reifung des Gehirns: zwischen der 21. und 28. Schwangerschaftswoche liegt ein Entwicklungsschwerpunkt auf dem kindlichen Gehirn. Es wächst und reift sehr schnell in dieser Zeit. Auch die Schädelknochen verhärten sich, um sicher zu gehen, dass das Hirn fest umschlossen ist.
  • Wählen der Ausgangsposition: der Großteil aller Babys dreht sich im letzten Schwangerschaftsdrittel und das manchmal relativ knapp zum Geburtstermin hin. Die Position ist letztlich entscheidend für den Ablauf der Geburt. Tritt das Kind mit dem Kopf voran in das Becken der Mutter ein, ist eine natürliche Geburt möglich, sofern alle anderen Parameter übereinstimmen. Wenn sich das Baby in einer anderen Position befindet und sich nicht mehr dreht, gibt es noch einmal ein Gespräch mit der Hebamme und/oder dem Entbindungsteam.
  • Vorbereitung auf die Geburt: nicht nur Mütter, sondern auch ihre ungeborenen Babys bereiten sich auf die Geburt vor. Manche Kinder werden kurz vor der Geburt ruhiger, sie bewegen sich nicht mehr viel oder sind genau dann wach, wenn ihre Mutter eigentlich schlafen möchte. Wann die Wehen einsetzen, lässt sich im Vorfeld nicht abschätzen. Man geht jedoch davon aus, dass die Geburt spätestens dann losgeht, wenn die schwangerschaftserhaltenden Hormone abnehmen und durch wehenauslösende Hormone (allen voran Oxytocin) ersetzt werden. 

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