Steigerung der Fruchtbarkeit

Ab einem gewissen Alter nimmt der Wunsch, eine eigene Familie zu gründen zu und so gibt es für viele Paare manchmal nichts Schöneres als sich Gedanken über den gemeinsamen Nachwuchs zu machen. Als Paar steht man nun vor einer wichtigen Entscheidung, die wohl überlegt sein sollte da sie schließlich weitreichende Auswirkungen auf Alltag und Beziehungsleben hat.

Steht der Entschluss jedoch erst einmal fest, folgt eine spannende Zeit des Wartens und Hoffens. Mit dem Absetzen der Verhütung beginnt eine Phase, die geprägt ist von gemischten Gefühlen. Einerseits ist da die Gewissheit, dass es jederzeit soweit sein könnte, andererseits gibt es vielleicht die eine oder andere Enttäuschung, wenn die Regelblutung am Ende des Zyklus doch eintritt. Damit es zu einer Schwangerschaft kommen kann, müssen viele sowohl physische als auch psychische Faktoren zusammenspielen. Dauert es ein wenig länger, ist das also vollkommen normal. Wer möchte, kann der Natur jedoch etwas auf die Sprünge helfen, denn manchmal sind es schon kleine Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten oder Lebensumstände, die auf die Fruchtbarkeit eine große Wirkung haben.

Junge Frau mit Kinderwunsch liegt im Bett

Die fruchtbaren Tage nutzen

So unromantisch das vielleicht auch klingen mag, für das Zustandekommen einer Schwangerschaft ist richtiges Timing gefragt. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Zeitfenster, in dem eine Eizelle befruchtet werden kann, beschränkt ist. Der monatliche Zyklus einer Frau besteht aus unterschiedlichen Phasen: Proliferationsphase, Ovulationsphase und Lutealphase. Während in der ersten Phase das Eibläschen heranreift, kommt es in der Ovluationsphase zum so genannten Eisprung. Die Eizelle wandert in Richtung Eileiter und von nun an haben Spermien zwischen 12 und 24 Stunden Zeit, um die Eizelle zu befruchten. Paare, die sich ein Kind wünschen, sollten also vor allem rund um den Eisprung Geschlechtsverkehr haben. Männliche Spermien überleben in etwa 3 Tage im weiblichen Eileiter, das heißt es stehen insgesamt 2-5 Tage für eine mögliche Befruchtung zur Verfügung. Da sich der Eisprung jedoch nicht auf die Minute genau planen lässt, empfiehlt es sich in der Eisprungphase jeden Tag Sex zu haben, das erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft und erspart lästige Rechenspiele.

Die unterschiedlichen Methoden der „Natürlichen Familienplanung“ (Kalendermethode, Temperaturmethode, Roetzer-Methode, Zervixschleim-Methode) helfen dabei, schneller schwanger zu werden. Manche Frauen setzen jedoch auf die Unterstützung eines Hormoncomputers. Anhand des Morgenharns wird der Hormonstatus gemessen und dadurch die fruchtbare Phase bestimmt.

Auf die Ernährung achten

Wer der Natur ein wenig nachhelfen möchte, der sollte damit beginnen, die eigene Ernährung auf Ausgewogenheit zu überprüfen. Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung wirkt sich nachweislich positiv auf die Fruchtbarkeit aus. Saftiges Obst, frisches Gemüse und vollkornhaltige Lebensmittel machen am Speiseplan eine besonders gute Figur. Das Gleiche gilt für Milchprodukte, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees, Hülsenfrüchte, Fisch und hochwertiges Fleisch. Bei der Auswahl der Nahrungsmittel sollte man vor allem auf Qualität achten und möglichst naturbelassenen, biologischen Produkten den Vorzug geben.

Tipp: Frauen mit Kinderwunsch profitieren von einer ausreichenden Versorgung des Körpers mit Vitaminen und Mineralstoffen. Durch langjährige Einnahme der Pille oder Stress kann es zu einer Unterversorgung kommen und daher sollten die Depots so schnell wie möglich wieder aufgeladen werden. Auch bei abwechslungsreicher Ernährung ist es oft schwierig, genügend  Folsäure, Vitamin C, Jod oder Zink aufzunehmen.  Ein Frauenarzt/eine Frauenärztin kann jedoch nach Rücksprache entsprechende Präparate verschreiben.

Lebensumstände anpassen

Stress und Kinderwunsch passen nicht zusammen. Steht ein Mensch permanent unter Druck, wird vermehrt Prolaktin ausgeschüttet – ein Hormon, das sowohl den weiblichen Zyklus als auch die Spermienproduktion beim Mann negativ beeinflusst. Typische Stress-Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Nervosität, Anspannung oder Schlafstörungen wirken sich auf die monatliche Periode aus. So kann es beispielsweise vorkommen, dass sich die Blutung verschiebt und der Eisprung unregelmäßig oder gar nicht stattfindet. Paare, die ihre Familie vergrößern wollten, sollten also darauf achten, tägliche Stressfaktoren zu vermeiden. Regelmäßige Verschnaufpausen haben eine entspannende Wirkung und helfen beim Stressabbau. Ist der emotionale Haushalt in Balance, erhöhen sich die Chancen auf eine Empfängnis beträchtlich.

Bei der Änderung der Lebensumstände, sollten zusätzlich folgende Faktoren in Betracht gezogen werden:

Sport

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und mäßige körperliche Ertüchtigung steigern Wohlbefinden und helfen dabei, den Kopf im hektischen Alltag freizubekommen. Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren sowie leichte Muskelaufbauübungen stellen das innere Gleichgewicht wieder her und machen sich in Hinblick auf Schwangerschaft und Geburt doppelt bezahlt. Sie bereiten den Körper optimal auf die anstrengende Zeit vor und sorgen für das nötige Durchhaltevermögen.

Gewicht

Normalgewichtige Frauen haben die besten Chancen für eine Schwangerschaft. Starkes Unter-oder Übergewicht beeinflusst sowohl Hormonhaushalt als auch den weiblichen Zyklus. Ganz abgesehen davon, dass starke Abweichungen vom empfohlenen Körpergewicht generell nicht gesund sind. Ein Arzt/eine Ärztin oder ausgebildete ErnährungsberaterInnen können dabei helfen, ein paar Kilos loszuwerden oder dazuzugewinnen.

Alkohol & Nikotin

Der übermäßige Konsum von Genussgiften aller Art führt zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit und stellt darüberhinaus ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft mit der Raucherentwöhnung beginnen. Geringe Mengen Alkohol und Koffein gelten in der Kinderwunschzeit als unproblematisch – während der Schwangerschaft sollte man diese jedoch durch alkoholfreie Getränke und Tees ersetzen.

Alternative Wege gehen

Manchmal lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Alternative Heilverfahren sowie Entspannungstechniken helfen dabei, den „Baby-Stress“ in Grenzen zu halten und werden darüberhinaus gezielt zur Steigerung der Fruchtbarkeit eingesetzt. In der Homöopathie und in der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die Frauen sanft und ohne Risiko in ihrem Kinderwunsch unterstützen. Die Bandbreite reicht von der Einnahme bestimmter, pflanzlicher Wirkstoffe in Form von Globuli bis hin zur Anwendung von Akupunktur. Wer es mit alternativen Heilmethoden versuchen möchte, sollte unbedingt einen zertifizierten Spezialisten aufsuchen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um ausgebildete Ärzte/Ärztinnen mit einem Zusatzdiplom in TCM oder Homöopathie. Je entspannter es in die Schwangerschaft geht, desto höher stehen die Chancen auf baldige Erfüllung des Kinderwunsches. In Yoga oder Pilates-Kursen, lernt man, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Entspannungs- und Mediationsübungen gepaart mit bestimmten Bewegungsabläufen bringen sowohl Körper als auch Geist wieder in die eigene „Mitte“.

Für Abwechslung sorgen

Droht der unerfüllte Kinderwunsch, Alltag und Beziehungsleben zu bestimmen, kann eine kleine Auszeit wahre Wunder wirken. Ein Urlaub oder ein romantisches Wochenende sorgen für Abwechslung und die nötige Distanz.  Die Familienplanung sollte nicht in Stress ausarten und Sex nicht nur zu reinen Fortpflanzungszwecken dienen. Häufig tappen Paare aber genau in diese Falle. Daher gilt: es ist nichts dabei, wenn man ein wenig Abstand gewinnen möchte. Ganz im Gegenteil. Jedes „Kinderwunsch“-Paar sollte sich ausreichend Zeit für sich nehmen und zärtliche Stunden zu zweit einfach genießen, ohne Hintergedanken. So ergeben sich manche Dinge von ganz allein.

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