Übungswehen und Senkwehen – Wie sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet

Bestimmt hast du schon einmal den Vergleich einer Schwangerschaft mit einem Marathon gehört. Wie ein Läufer seine Ausdauer trainieren muss, so bereitet sich auch dein gesamter Organismus darauf vor, einem gesunden Kind das Leben zu schenken. Übungs- und Senkwehen spielen ab Mitte der Schwangerschaft dabei eine große Rolle, die Gebärmutter macht sich gewissermaßen schon für ihren großen Auftritt bereit.

Übungswehen ab der 20. Schwangerschaftswoche

Im zweiten oder spätestens im dritten Trimester beginnt auch deine Gebärmutter damit, sich auf die Geburt vorzubereiten. Schließlich handelt es sich hierbei um einen Muskel, der wesentlich daran beteiligt ist, dein Baby durch den Geburtskanal zu schieben. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es also sein, dass du leichte Kontraktionen verspürst. Die Gebärmutter zieht sich zusammen und dehnt sich kurz darauf wieder aus. Dadurch trainiert sie einerseits für die Geburt, andererseits sorgt sie so für eine gute Durchblutung – damit wiederum unterstützt sie die Plazenta in ihrer Funktion.

Übungswehen sind in der Regel nicht muttermundwirksam. Das bedeutet, dass sich der Muttermund dadurch nicht verkürzen sollte. Bis zu zehn Übungswehen pro Tag gelten als normal. Du bemerkst eine Wehe, wenn dein Bauch für etwas länger als eine halbe Minute hart wird und sich dann wieder entspannt. Die Wehen treten sehr unregelmäßig auf, gegen Ende der Schwangerschaft bleibt dir dabei vielleicht schon einmal kurz die Luft weg. Sie wiederholen sich in keinem bestimmten Muster, auch bleibt die Intensität von Mal zu Mal auf einem ähnlichen Level. Diese unregelmäßigen „wilden“ Wehen nennt man in der Fachsprache „Braxton-Hicks-Kontraktionen“.

Tipp: Die Wehentätigkeit ist häufig abhängig von deiner Aktivität. Wenn du dich gegen Ende der Schwangerschaft körperlich oder psychisch stark forderst, kann es sein, dass du auch mehr Übungswehen hast. Normalerweise beruhigen sich die Kontraktionen, wenn du selbst auch wieder in die Ruhe gehst. Hebammen empfehlen ein warmes Bad, ein Kirschkernkissen auf dem Bauch oder eine entspannende Massage. Wichtig ist, dass du für Entspannung sorgst, dich auf das Sofa legst oder in einem gemütlichen Stuhl Platz nimmst und deine Füße hochlagerst. Wie viel Ruhe erforderlich ist, hängt natürlich auch von dem Status deiner Schwangerschaft ab. Intensive Übungswehen vor der 36. Schwangerschaftswoche solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie zeigen dir vermutlich, dass du dir noch zu viel zumutest und dein Körper dringend eine Pause benötigt. Wenn du in die Ruhe gehst, werden auch die Wehen wieder abebben.

Senkwehen – Das Baby dreht sich in den Geburtskanal

Bei den sogenannten Senkwehen handelt es sich gewissermaßen auch um „harmlose“ Vorwehen, die allerdings eine andere Funktion haben als die bloße Übung für die Geburt. Wie der Name erahnen lässt, bewirken sie, dass der Kopf deines Babys tiefer ins Becken rutscht. Das ist auch gut so – schließlich nimmt dein Kind so schon die richtige Position für die Geburtsreise ein. Senkwehen treten erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft auf, während Übungswehen schon ab der 20. Schwangerschaftswoche spürbar sind. Möglicherweise hast du dich schon damit beschäftigt, wie der Weg deines Babys durch den Geburtskanal aussieht. Es muss für den Eintritt ins Becken den richtigen Winkel finden und sich ein wenig drehen und wenden. Der Eingang ins mütterliche Becken verläuft queroval, d.h. dein Baby muss den Kopf ebenfalls querlegen.

Senkwehen sind dabei insofern behilflich, als sie schon ein paar Wochen vor deinem Entbindungstermin dafür sorgen, dass das Baby ein Stück weit nach unten geschoben wird. Dadurch senkt sich auch dein Bauch ein wenig ab. Du bekommst wieder leichter Luft, deine Verdauung kommt in Schwung. Das ist darauf zurückzuführen, dass deine Organe nun wieder mehr Platz haben. Gleichzeitig verspürst du aber vermutlich einen starken Druck nach unten hin. Du musst häufiger auf die Toilette, manchmal scheidest du jedoch nur geringe Mengen Harn aus. Für deine Blase wird es, im Vergleich zu den anderen Organen, nun eng, weil dein Baby draufdrückt.

Woran erkennst du Senkwehen?

Das hängt davon ab, ob du bereits Kinder hast oder Erstgebärende bist, ob du eine gut trainierte Bauchmuskulatur hast oder Gewebe und Muskeln locker und geschmeidig sind. Manche Frauen merken ein Ziehen im Unterleib und im unteren Rücken, andere berichten von einem unangenehmen Druck oder Schmerzen am Schambein. Wenn sich die gesamte Muskulatur in diesem Bereich verspannt, kommt es meistens zu Schmerzen, die auf den ganzen Körper ausstrahlen können. Wie oft Senkwehen auftreten, ist auch von Frau zu Frau unterschiedlich. In jedem Fall sind sie unregelmäßig, dauern nur ein paar wenige Minuten und es liegt immer ein Abstand von mindestens zehn Minuten zwischen den Kontraktionen.

Wichtig: Auch wenn es sich manchmal vielleicht so anfühlt, als könnte dein Baby jederzeit aus dir herausrutschen, Senkwehen sind ähnlich wie Übungswehen nicht muttermundwirksam! Sie haben lediglich die Aufgabe, dein Baby tiefer ins Becken und somit in Position zu schieben.

Schmerzlinderung

Wir wissen mittlerweile: Unser Schmerzempfinden ist individuell. Ob sich Vor- und Senkwehen für dich also schmerzhaft anfühlen oder nicht, hängt ein wenig davon ab, wie du generell mit Schmerzen umgehst. Wenn du damit überfordert und vielleicht unsicher bist, solltest du einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. Er/Sie kann eine Untersuchung durchführen und wird dir ziemlich sicher bestätigen, dass alles in Ordnung ist. Diese Wehen vor der eigentlichen Geburt sind ein wichtiges Training deines Körpers! Nun kann es auch sein, dass dir der Schmerz zu viel wird. Weil du zusätzlich in der Nacht nicht mehr so gut schläfst, die Kinder dir tagsüber viel abverlangen oder du dich einfach nicht mehr wohlfühlst in deiner Haut. Dein Arzt/deine Ärztin kann dir schwangerschaftsverträgliche Schmerzmittel verschreiben, z.B. Paracetamol. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Schmerzen sanft zu lindern. Eine warme Dusche oder ein Bad in der Wanne sind bewährte Mittel, ebenso eine Massage im unteren Rückenbereich. Wenn zusätzlich deine Mutterbänder schmerzen, kannst du es in diesem Bereich mit Taping versuchen (dabei hilft dir ein fachkundiger Physiotherapeut/eine fachkundige Physiotherapeutin). Ebenso bewährt haben sich:

  • Ein Kirschkernkissen: Das wird leicht im Ofen erwärmt und anschließend auf die schmerzende Körperstelle gelegt. Durch die Wärme entspannt sich deine Muskulatur
  • Eine Kombination aus leichter Bewegung (immer wieder aufstehen und spazieren gehen) und Ruheeinheiten auf dem Sofa
  • Vaginal Steaming: Dampfbäder mit Heublumen oder anderen Kräutermischungen
  • Sanfte Bauchmassagen mit leicht gewärmten Öl
  • Mit dem Magnesium ist es so eine Sache. Viele Schwangere bekommen es ohnehin verschrieben, um Krämpfe zu lindern und die Muskulatur zu entspannen. Manche Hebammen empfehlen auf die Einnahme ab der 36. Schwangerschaftswoche zu verzichten, da ein gewisses Level an Kontraktionen als Geburtsvorbereitung durchaus erwünscht ist und nicht unterdrückt werden sollte. Andere wiederum sehen kein Problem darin, Magnesium bis zur Geburt einzunehmen – wenn dadurch eine Linderung der Beschwerden erzielt werden kann.

Stammzellen aus der Nabelschnur

Wussten Sie, dass die Nabelschnur Ihres Kindes eine einzigartige und wertvolle Stammzellquelle ist? Nutzen Sie die einmalige Chance bei der Geburt und informieren Sie sich rechtzeitig vorher über ein Stammzelldepot. Die Gesundheit des eigenen Kindes ist allen Eltern ein großes Anliegen. Leider wissen noch immer viel zu viele nicht, dass sie für die Gesundheit ihres Kindes auch medizinisch vorsorgen können – durch ein Stammzelldepot bei einer Stammzellbank.

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich über diese wichtige Vorsorge vor der Geburt zu informieren. Dann kann Ihr Kind von der Medizin der Zukunft profitieren.

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Wann zum Arzt?

Übungswehen und Senkwehen sind vollkommen normal. Dein Körper stellt sich auf die Geburt ein und, dass du dabei etwas spürst, ist ein gutes Zeichen – selbst, wenn es manchmal etwas schmerzhaft ist. Im Grunde genommen kannst du dich also darüber freuen, wie umfassend dein Körper arbeitet und wie gut er sich schon auf die Ankunft deines Babys vorbereitet.

Apropos: Auch dein ungeborenes Kind profitiert von den Kontraktionen. Es merkt nach und nach, dass sich bald etwas verändern wird und bekommt so eine Art Mini-Vorbereitung auf die Reise der Geburt.

Solange du dich wohlfühlst und Wehentätigkeit sowie Schmerzen nicht überhandnehmen, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Solltest du dir dennoch Gedanken machen, können wir dir versichern, dass es vielen Schwangeren gleich geht. Manche haben Sorge, dass der Muttermund sich bereits öffnen könnte, dass sie wichtige Geburtsanzeichen übersehen oder dass es dem Baby vielleicht nicht (mehr) gut geht. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig. Wenn sich deine Beschwerden nicht bessern und du dich im Laufe des Tages immer unsicherer fühlst, ist es ratsam, deine Hebamme oder deinen Arzt/deine Ärztin zu kontaktieren.

Treten die Übungs- oder Senkwehen in Kombination mit folgenden Symptomen auf, musst du dich rasch um einen Termin kümmern oder zur Abklärung das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen:

  • Abgang von Fruchtwasser
  • Blutungen
  • Abgang des Schleimpfropfs
  • Ungewöhnlicher Ausfluss

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