Lebensmittelinfektionen vorbeugen & Hygienetipps f√ľr Schwangere

Grunds√§tzlich k√∂nnen wir den Gro√üteil aller potenziellen Lebensmittelinfektionen durch achtsame Lagerung und Zubereitung von Speisen sowie einer guten Hygiene in der K√ľche vermeiden. Sollte dennoch einmal etwas schief gehen, haben wir immer noch ein gesundes Immunsystem, das sich gegen eine Vielzahl von Erregern wehren kann. Nun ist dein K√∂rper in der Schwangerschaft durch die Umstellung im Hormonhaushalt und die Versorgung des ungeborenen Babys ein wenig geschw√§cht. Deine Immunabwehr funktioniert vielleicht nicht ganz so gut ‚Äď darum solltest du gewisse Lebensmittel, die Infektionen ausl√∂sen k√∂nnen, sicherheitshalber meiden und Hygieneregeln f√ľr die Zubereitung der Speisen in der K√ľche befolgen.

Listerien & Toxoplasmen

Kommen wir gleich zu jenen Erregern, die ein tats√§chliches Risiko f√ľr dich und dein Baby darstellen. Listerien sind Bakterien, die in unterschiedlichen Gattungen vorkommen. Der Bakterientyp namens Listeria monocytogenes ist der Ausl√∂ser der sogenannten Listeriose. Diese Erkrankung hat beim Gro√üteil aller Erwachsenen einen milden Verlauf und Symptomen √§hnlich jenen bei einem grippalen Infekt. Selten kommt es zu einer Sepsis, Meningitis oder Enzephalitis. Gef√§hrdet sind jedoch immunschwache Personen wie beispielsweise auch Schwangere. Es kann sein, dass die Infektion bei dir unbemerkt oder mit nur leichten Krankheitsanzeichen verl√§uft. F√ľr dein Baby kann die Ansteckung jedoch negative Folgen haben. Es kann zu einer Blutvergiftung, einer Gehirnhautentz√ľndung, schwere Sch√§digungen zu einem verfr√ľhten Schwangerschaftsabbruch (Totgeburt) oder zu vorzeitiger Wehent√§tigkeit kommen. Listeriose ist hierzulande sehr selten, jedoch geht die AGES (√Ėsterreichische Agentur f√ľr Gesundheit und Ern√§hrungssicherheit GmbH) davon aus, dass Schwangere ein Zw√∂lfmal h√∂heres Risiko haben, sich mit Listeriose zu infizieren (im Vergleich zu gesunden, nicht schwangeren Personen).

Ebenso riskant ist der Einzeller Toxoplasma Gondii. Es handelt sich um einen Parasiten, f√ľr den Tiere und Menschen als Zwischenwirt fungieren k√∂nnen. Endwirt ist die Katze, daher ist der Katzenkot eines infizierten Tieres und/oder die Erde, die vom Kot kontaminiert wird, f√ľr Schwangere ebenso gef√§hrlich wie verunreinigte Lebensmittel. Toxoplasma Gondii ist Ausl√∂ser der Toxoplasmose, einer Infektionskrankheit, die √§hnlich der Listeriose bei Schwangeren relativ harmlos verl√§uft, f√ľr das Kind aber eine erhebliche Gef√§hrdung darstellen kann. Ungeborene Babys k√∂nnen, wenn sich die Mutter in der Schwangerschaft zum ersten Mal unentdeckt infiziert, schwer erkranken. Ebenso sind Fehl-, Fr√ľh,- oder Totgeburten eine m√∂gliche Konsequenz.

Tipp: Seit 1974 gibt es in √Ėsterreich ein Toxoplasmosescreening in der Schwangerschaftsvorsorge. Ob eine Infektion vorliegt oder nicht, l√§sst sich oft selbst im Akutfall nur √ľber eine Blutuntersuchung feststellen. Daher ist im Mutter-Kind-Pass bei der ersten Untersuchung bis zur sechszehnten Schwangerschaftswoche eine Toxoplasmoseuntersuchung vorgesehen, ebenso im zweiten und dritten Trimester Toxoplasmosekontrolluntersuchungen.

Wenn du bereits vor deiner Schwangerschaft einmal an Toxoplasmose erkrankt bist, bist du √ľblicherweise immun. Du kannst dann jedoch auch deinen Titer bestimmen lassen, wenn du schwanger wirst und auf Nummer sichergehen m√∂chtest. An dieser Stelle m√∂chten wir auch noch die Vergiftung mit Salmonellen sowie die Campylobacteriose erw√§hnen. Beide Lebensmittelinfektionen sind im Normalfall ungef√§hrlich f√ľr Gesundheit und Leben von Mutter und Kind, k√∂nnen einer Schwangeren jedoch dennoch einiges abverlangen.

Wichtig: Gib auch Acht bei verschimmelten Lebensmitteln. Du solltest sie keinesfalls verzehren, auch nicht, wenn du den schimmligen Teil wegschneidest. Schimmelpilze setzen Gifte frei, die gesundheitliche Schäden bei deinem Baby verursachen können, wie beispielsweise Spina bifida oder Fehlbildungen.

Lebensmittel, die Schwangere meiden sollen

Das gr√∂√üte Risiko geht von jenen Lebensmitteln und Speisen aus, die nicht durchgegart oder vollst√§ndig erhitzt wurden. Ebenso k√∂nnen sich gewisse Keime in rohen unverarbeiteten Produkten befinden und sich selbst dann ausbreiten, wenn die K√ľhlkette eingehalten wird. F√ľr Schwangere bedeutet das also: Gewisse Nahrungsmittel nicht roh verzehren und stets darauf achten, dass der Garpunkt bei beispielsweise Fleisch oder Fisch erreicht wird.

Auf folgende Lebensmittel solltest du verzichten:

  • Rohmilch und Rohmilchprodukte
  • Rohmilchk√§se und Weichk√§se auf Rohmilchbasis, wie z.B. Camembert, Roquefort, Feta, Raclettek√§se
  • K√§sesorten mit einer sogenannten Oberfl√§chenschmiere, z.B. Tilsiter
  • Blauschimmelk√§sesorten sollten jedenfalls erhitzt werden beispielsweise beim Zubereiten einer Gorgonzolaso√üe.
  • Rohe Eier und alle Produkte, in denen rohes Eigelb oder Eiwei√ü verarbeitet wurde. Dazu z√§hlen selbst gemachtes Tiramisu, Mayonnaise und andere S√ľ√üspeisen auf dieser Basis.
  • Smoothies und frische Frucht- oder Gem√ľses√§fte aus einer Saftbar/Supermarkttheke.
  • Eingelegte offene K√§sesorten wie Feta oder Frischk√§se
  • Salate und rohe Gem√ľsesorten aus einer Kantine oder Werksk√ľche
  • Rohes Getreide
  • Rohen Fisch, wie z. B. Sushi und alle Meeresfr√ľchte, die nicht ganz durchgegart sind.
  • Achtung bei Pilzen und gewissen Fischsorten (z. B. Thunfisch, Makrele, Heilbutt) wegen einer m√∂glichen Schwermetallbelastung.
  • Rohwurst wie z. B. Salami, Hausw√ľrste, Mettwurst, Landj√§ger
  • Halb durchgegartes Fleisch (Steak rare oder medium)
  • Speisen aus rohem Fleisch, z. B. Carpaccio, Beef Tatar
  • Alle Wurst- und Fleischsorten, die gep√∂kelt wurden (R√§ucherspeck, Schinkenspeck etc.)
  • Vorsicht ist auch geboten bei offenen geschnittenen Salaten, offenem Gem√ľse und vorgeschnittenem Obst sowie offenen Wurstsalaten, Mayonnaisezubereitungen, fertigen Sandwiches und belegten Br√∂tchen aus der offenen Verkaufstheke

K√ľchenhygiene

Es besteht keine Notwendigkeit, deine K√ľchenroutinen komplett umzustellen, nur weil du jetzt schwanger bist. In Hinblick auf Lebensmittelvergiftungen und m√∂glichen Infektionen durch Erreger macht es jedoch Sinn, die Hygienema√ünahmen beim Vorbereiten, Kochen und S√§ubern der K√ľche und K√ľchenutensilien noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Achte darauf, dass du deine H√§nde regelm√§√üig w√§schst, vor und nach der Zubereitung von Lebensmitteln, insbesondere Fleisch. Sp√ľlschw√§mme, Schwammt√ľcher und B√ľrsten sollten regelm√§√üig gewechselt werden. Das Gleiche gilt f√ľr Geschirrt√ľcher und Handt√ľcher ‚Äď du kannst sie bei 60 Grad in der Maschine waschen. F√ľr die Reinigung des Geschirrs bieten sich in der Sp√ľlmaschine jene Programme an, die ebenfalls bei einer Temperatur √ľber 60 Grad waschen. Wichtig ist zudem die sorgf√§ltige Reinigung von K√ľchenoberfl√§chen, Schneidebrettern, Herdplatte und K√ľhlschrank.

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