Private Krankenversicherung

Das österreichische Versicherungswesen liegt im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) begründet. Es sichert gewissermaßen die medizinische Grundversorgung und sieht eine automatische Pflichtversicherung für alle unselbstständig Erwerbstätigen vor. Beitragsgrundlage ist dein Entgelt, das dir vom Arbeitgeber ausbezahlt wird. Über die monatlichen Versicherungsbeiträge sind viele medizinische Versorgungsleistungen abgedeckt. Darüberhinaus gibt es die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Sie übernimmt jene Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht trägt. Für Schwangerschaft und Geburt gelten besondere Bestimmungen, die wir uns etwas genauer ansehen.

Vater hält Hand seines Babys

Zusatzversicherung in der Schwangerschaft

Manche haben ohnehin schon eine private Krankenversicherung, für andere wird es spätestens dann ein Thema, wenn sie eine Familie gründen möchten. Der Mutter-Kind-Pass regelt zwar die Vorsorgeuntersuchungen und Kontrollen während der Schwangerschaft, aber nicht alle Leistungen sind von deiner gesetzlichen Krankenversicherung gedeckt. Alternativmedizinische Behandlungen werden in der Regel gar nicht refundiert, spezialdiagnostische Untersuchungen nur dann, wenn eine medizinische Indikation, also ein begründeter Verdacht, vorliegt. Absolvierst du die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen bei einem Kassenarzt/einer Kassenärztin, sind die Termine für dich kostenlos. Wenn du in der Schwangerschaft von einem Wahlarzt/einer Wahlärztin betreut wirst, dann musst du die Honorarnote vorerst privat bezahlen. Anschließend kannst du die Rechnung bei deinem zuständigen Versicherungsträger einreichen und bekommst einen Anteil zurück.

Ähnlich verhält es sich bei Hebammenleistungen. Im Mutter-Kind-Pass ist zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche eine einstündige Beratung bei einer Hebamme vorgesehen, diese ist für dich kostenlos. Alle anderen Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt sind eine Privatleistung und werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Es gibt Hebammen, die einen Kassenvertrag besitzen, allerdings deckt die Versicherung meist nur einen Teil der Hebammenangebote ab. Bei den Kosten für eine Wahlhebamme werden üblicherweise 80% des gängigen Kassentarifs rückerstattet. Nimmst du deine Hebamme als Beleghebamme zur Geburt mit, musst du das ebenfalls aus eigener Tasche bezahlen.

Es ist wichtig zu wissen, welche Leistungen von deiner Krankenversicherung gedeckt sind, damit du eine Entscheidungsgrundlage hast, ob du eine private Zusatzversicherung möchtest oder nicht. Je nach Vertrag und Tarif übernehmen private Versicherer zahlreiche Zusatzleistungen rund um die Schwangerschaft. Dazu zählen beispielsweise alternativmedizinische Behandlungen wie Homöopathie oder Akupunktur, Beratungseinheiten mit deiner Hebamme sowie die Kosten für einen Wahlarzt/eine Wahlärztin. Manche Versicherungsanstalten decken auch die Kosten für weiterführende pränatale Untersuchungen ab. Es ist empfehlenswert, Verträge im Vorfeld genau zu prüfen. Wenn du möchtest, kannst du sowohl mit der gesetzlichen als auch mit der privaten Versicherung abklären, welche Leistungen übernommen und welche Summen konkret erstattet werden. Du solltest auch bedenken, dass WahlärztInnen und Hebammen ihre Honorare frei bestimmen können. Wie viel du letztlich zurückbekommst, hängt also auch ein wenig davon ab, wie hoch die Privatleistung ausgefallen ist.

Wichtig: in der Regel gelten in Bezug auf Schwangerschaft und Entbindung besondere Wartezeiten. Wenn du also eine private Krankenversicherung abschließt, hast du eine Wartezeit von etwa 9 Monaten, bis der Versicherungsschutz in Kraft tritt. Du solltest die Versicherung also idealerweise schon während der Familienplanung abschließen. Manche Versicherer bieten auch eine Sofort-Versicherung/Kostenübernahme an, wenn du bereits schwanger bist. Die Prämien sind nicht unbedingt höher, Mindestvertragslaufzeiten können jedoch länger als üblich ausfallen und eine Mitversicherung von Baby und Familienmitgliedern führt zu einer größeren Auswahl an Tarifen.

Um diesbezüglich passende Tarife und Angebote für dich zu finden empfiehlt sichein Versicherungsservice wie www.zusatzversichern.at. Hier werden auch Sonderlösungen geboten, die einen sofortigen Versicherungsschutz gewährleisten. Wenn du eine private Krankenversicherung in der Schwangerschaft über Zusatzversichern.at abschließt, entfällt die sonst übliche Wartezeit bei Schwangerschaft.

Kostenübernahme bei der Geburt

Bei der Wahl des Geburtsortes hast du mehrere Möglichkeiten: du kannst in einem Krankenhaus, in einem Privatspital, in einem Geburtshaus oder in deinen eigenen vier Wänden entbinden.

Die Kosten für eine Geburt im öffentlichen Krankenhaus werden von deiner gesetzlichen Krankenkasse getragen, wenn du ein aufrechtes Versicherungsverhältnis hast. Möchtest du nach der Geburt ein Zwei-Bett-Zimmer auf der Sonderklassestation oder ein Familienzimmer nutzen, muss dafür deine private Krankenversicherung aufkommen. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Krankenhaus und deinem Versicherungsanbieter. Eine Geburt und der anschließende Aufenthalt im Privatspital werden ebenfalls von deiner Privatversicherung gedeckt, achte jedoch darauf ob deine Wunschklinik einen bestehenden Vertrag mit dem Versicherer hat. Wenn du zu Hause oder im Geburtshaus entbindest, hast du Anspruch auf einen bestimmten Betrag, der für Hausentbindungen von deinem privaten Versicherungsdienstleister anstelle anderer Leistungen vorgesehen ist.

Diese Summe wird dir, nach Vorlage aller relevanten Unterlagen, auf dein Konto überwiesen. Eine Auszahlung bekommst du auch, wenn die Geburt im öffentlichen Krankenhaus stattfindet, du die Sonderklasse aber nicht beanspruchst. Im Falle einer Entbindung wird die Entbindungspauschale ausbezahlt.

Tipps für den Vertragsabschluss

Wenn du eine private Krankenversicherung abschließen möchtest, solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Jede Versicherung sieht unterschiedliche Tarife vor. Es empfiehlt sich also, Angebote von mehreren Anbietern einzuholen und anschließend zu vergleichen. Wir empfehlen den kostenlosen Tarif-Check auf www.zusatzversichern.at zu nutzen, um Angebote von mehreren Anbietern zu vergleichen und die Expertise eines unabhängigen Beratungsteams in Anspruch zu nehmen. Gerade mit Kind und Kegel ist es einfacher, wenn du eine Ansprechperson hast, die dich durch diesen Angebotsdschungel begleitet.
  • Wichtig: nicht nur die monatliche Prämie, sondern auch die vertraglich abgedeckten Leistungen spielen beim Vergleich eine Rolle.
  • Für Schwangerschaft und Entbindung gelten grundsätzlich so genannte Wartezeiten. Das bedeutet, dass der Versicherungsschutz erst eine bestimmte Zeit nach Vertragsabschluss in Kraft tritt. Wenn du eine Schwangerschaft planst, solltest du dich rechtzeitig um die entsprechende Versicherung kümmern. Falls du schon schwanger bist, gibt es jedoch auch noch Sofort-Versicherungen mit Kostenübernahme der Geburt.
  • Behandlungen aus dem komplementärmedizinischen Bereich sind nicht immer automatisch in den Verträgen inkludiert. Häufig ist auch ein Selbstbehalt oder eine Leistungsobergrenze vorgesehen.
  • Die Angaben zu deinem Gesundheitszustand, die du vor Vertragsabschluss machen musst, sind bindend. Krankheiten, erbliche Vorbelastungen oder chronische Erkrankungen darfst du nicht verschweigen.
  • Mach dir im Vorfeld ein paar Gedanken, welche Leistungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge und bei der Entbindung für dich besonders wichtig sind. Manche Frauen legen viel Wert auf pränatale Untersuchungen bei Privatärzten, andere wiederum möchten gerne in einem Privatspital entbinden, für wieder andere ist eine Rund-um-die-Uhr Nachsorge von großer Bedeutung. Auch könnte es dir ein Anliegen sein Alternativmedizinisch betreut werden (Akupunktur, Bachblüten, Kinesiologie, Homöopathie, etc.).Du solltest in jedem Falle darauf achten, dass deine private Krankenversicherung jene Leistungen abdeckt, die dir persönlich ein Anliegen sind.
  • Manche Versicherer bieten günstigere Konditionen für Familienmitglieder oder für dein Neugeborenes an. Planst du also einen Privatversicherung für dein Baby abzuschließen, macht es Sinn, dies schon als Option in deinen Versicherungsvertrag zu verhandeln.
  • Erkundige dich nach den Online-Services der Versicherungsanstalten. Gerade mit Kind & Kegel ist es einfacher, wenn du Honorarnoten und sonstige Nachweise unbürokratisch online einreichen oder deinen Leistungsstatus von zu Hause aus verfolgen kannst.

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Kommentare

Kommentar von Oana Tapu |

Guten Tag,
Ich bin schwanger in 7 Monat und möchte in einem Wiener Spital zu entbinden.
Bitte schreiben Sie mir, welche Möglichkeiten es für mich gibt.
Vielen Dank!
Oana Tapu

Antwort von Schwanger.at

Hallo Oana, du hast in Wien viele Möglichkeiten, um dein Kind auf die Welt zu bringen. Wenn du in einem Krankenhaus entbinden möchtest, besteht die Wahl zwischen privaten und öffentlichen Einrichtungen. Öffentlich wäre beispielsweise das Allgemeine Krankenhaus oder die Semmelweiß Frauenklinik. Zu den privaten Spitälern zählen unter anderem die Privatklinik Döbling oder die Privatklinik „Goldenes Kreuz“. Bitte beachte, dass du dich rechtzeitig für die Geburt anmelden musst, unabhängig davon, für welches Haus du dich entscheidest. Bei einer Entbindung in einem privaten Krankenhaus entstehen außerdem Kosten, die von dir oder von deiner privaten Krankenversicherung gedeckt werden müssten. Alles Gute!

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