Säuglings- und Kleinkindernährung

Wer sich mit dem Thema Ernährung beschäftigt, während es sich der Nachwuchs noch im Bauch gemütlich macht, der ist gut beraten. Denn schließlich gilt es auch und vor allem im Säuglings- und Kleinkinderalter, auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Nahrungsaufnahme zu achten.

Bereits während der Schwangerschaft ist Ernährung ein wichtiges und umfassendes Thema. Sowohl Mutter als auch Kind müssen mit ausreichend Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt werden. Die richtige Ernährung hilft schwangeren Frauen auch dabei, bestimmte Beschwerden wie Verstopfung oder Sodbrennen besser in Schach zu halten.

In ihren ersten Lebensjahren wachsen Kinder besonders schnell und aus diesem Grund nehmen sich sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch nationale Institutionen wie beispielsweise die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) diesem Thema an. Wichtig:  Ernährungsempfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder stellen lediglich Richtlinien dar. Eltern sollten bei der Wahl der Beikost oder beim Festlegen des Zeitpunkts stets auf individuelle Bedürfnisse des Kindes oder die regionale Verfügbarkeit von Lebensmitteln achten.

Milchflecken und Babyflasche

Stillen

Bereits während der Schwangerschaft wird die sogenannte Vormilch produziert. Bis zur Geburt hin vergrößern sich die Brüste zunehmend, sie werden empfindlicher und die Haut rund um die Brustwarzen verfärbt sich. Dies ist sowohl auf hormonelle Entwicklungen als auch auf den ersten Einschuss von Milch zurückzuführen. Bereits kurz nach der Geburt wird der Säugling das erste Mal gestillt und das aus gutem Grund. Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die ein Baby in den ersten Wochen seines Lebens braucht.

Daher empfehlen Hebammen, ÄrztInnen und Gesundheitsorganisationen, den Nachwuchs in den ersten 6 Monaten nach der Geburt zu stillen. In dieser Zeit ernährt sich das Baby ausschließlich von Muttermilch. Es bekommt keine Beikost, keine Getränke oder sonstige Lebensmittel. Immunglobuline, die das frühkindliche Immunsystem vor Erregern und Keimen schützen, machen die natürliche Muttermilch wertvoll. In der Stillzeit ist der Säugling im Normalfall also rundum bestens versorgt.

Künstlich hergestellter Milchersatz

Sofern die Umstände es erlauben, ist Stillen das erste Mittel der Wahl, wenn es um die Ernährung des eigenen Babys geht. Für den Fall, dass Frauen aus unterschiedlichen Gründen (z.B. gesundheitliche Aspekte, Risikoschwangerschaft) nicht stillen können oder möchten, gibt es Milchersatzprodukte, die industriell hergestellt werden. Ernährungsexperten empfehlen so genannte Pre-Präparate. Diese sind der natürlichen Muttermilch nachempfunden und enthalten alle Nährstoffe, die das Baby in den ersten Lebenswochen benötigt. Normale Milch oder andere vegetarische Alternativen wie beispielsweise Soja- oder Reismilch dürfen in den ersten Lebensmonaten nicht gefüttert werden. Wer sein Baby mit dem Fläschchen aufzieht, der sollte ausschließlich auf gekennzeichnete Säuglingsanfangsnahrung zurückgreifen.

Die erste Beikost

In den ersten Monaten sind Muttermilch oder Milchersatzprodukte alles was die Kleinsten benötigen. Mit wachsendem Alter ändert sich die Lage jedoch. Die erste Beikost erhalten Babys zwischen dem 5. und 6. Lebensmonat, also zwischen der 17. und 26. Woche. Wann genau das erste Mal zugefüttert werden soll, lässt sich pauschal nicht beurteilen.

Bereit für Brei-Nahrung?

Ob das Kind schon bereit für die erste Brei-Nahrung ist, hängt maßgeblich von seinem Entwicklungsstadium und seiner „Neugierde“ auf Lebensmittel abseits der Muttermilch ab. Manche Kinder werden länger ausschließlich nur gestillt, andere erhalten bereits Anfang des 5. Monats ihre erste „richtige“ Mahlzeit. Ernährungsexperten raten Eltern, sich von ihrem Gefühl leiten zu lassen. Wenn das Baby bereits erste Zähne bekommt oder interessiert beobachtet, wenn der Rest der Familie mit dem Löffel isst, dann kann der erste Versuch gestartet werden.

Die ersten Mahlzeiten

Vorerst wird nur eine Still- bzw. Fläschchenmahlzeit durch Beikost ersetzt. Babys erste Mahlzeit sollte besonders schonend zubereitet werden und leicht zu essen sein. Daher kommen hier pürierte oder weich gegarte Lebensmittel zum Einsatz. Da die in der Muttermilch enthaltenen Eisen- und Zinkdepots ab dem 6. Lebensmonat stark abbauen, empfiehlt es sich, für die erste Beikost jene Lebensmittel zu wählen, die viel Eisen und Zink enthalten. Dazu zählen einerseits Getreide in Form von Vollkornmehl oder Haferflocken, andererseits Rind-, Schweine- oder Kalbfleisch sowie Eier und Hülsenfrüchte.

Den Speiseplan erweitern

Mit wachsendem Alter können sowohl die Anzahl der Beikost-Mahlzeiten als auch die Auswahl an Lebensmitteln erhöht werden. Der Speiseplan wird ab dem 7. Monat durch Fisch (Saibling, Lachs oder Forelle) sowie Obst und Gemüse erweitert. Bei der Auswahl der Lebensmittel ist es naheliegend, zu saisonalen und regionalen Produkten zu greifen. Wer nicht selber kochen möchte, für den stehen im Supermarkt zahlreiche Fertigprodukte bereit, die für Kinder geeignet sind. Hier gilt es jedoch, stets auf Altersempfehlung und Inhaltsstoffe zu achten.

Sorgfältige Zubereitung

Die richtige Zubereitung der Beikost beginnt in Wirklichkeit schon beim Einkauf. Auf dem Weg vom Supermarkt bis nach Hause sollte man darauf achten, die Kühlkette aufrecht zu erhalten. Das gilt in erste Linie für „empfindliche“ Lebensmittel wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Geflügel und Eier. In den eigenen vier Wänden angekommen, steht die richtige Lagerung im Mittelpunkt. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sieht vor, dass rohe Lebensmittel und gekochte bzw. fertige Lebensmittel (Käse, Gemüse, Obst) immer getrennt voneinander aufbewahrt werden sollen. Viele Kühlschränke verfügen heutzutage über spezielle Klimazonen, in denen die optimale Lagerungstemperatur für unterschiedliche Lebensmittel herrscht.

Bei der Zubereitung selbst sind folgende Punkte zu beachten:

  • Auf ausreichende Küchenhygiene sowie Hygiene bei Eltern und Kind (z.B. Hände waschen vor dem Kochen/Essen) Wert legen.
  • Lebensmittel immer frisch zubereiten. Tiefkühl-Produkte kein zweites Mal aufwärmen.
  • Fisch, Fleisch und Ei immer lange genug erhitzen (im Schnitt mindestens 10 Minuten bei 70-80 Grad in der Pfanne, im Topf oder im Backofen).
  • Vorsicht gilt beim Aufwärmen von Speisen in der Mikrowelle. Diese werden nicht gleichmäßig erhitzt, das kann wiederum zu Verbrennungen an Mund und Gaumen führen. Wer Lebensmittel in der Mikrowelle zubereitet, sollte immer gut umrühren und die Temperatur der Beikost kontrollieren, bevor sie gefüttert wird.
  • Verzichten sollten Eltern auf die Zugabe von Zucker, Honig, Säuren, Salz und scharfen Gewürzen wie Pfeffer oder Chili.

Der richtige Zeitpunkt

In der Anfangsphase stellen sich viele Eltern ein und dieselbe Frage: zu welcher Tageszeit soll ich mein Kind füttern? In wissenschaftlicher Hinsicht gibt es keine klare Empfehlung für eine bestimmte Uhrzeit. Hier ist vielmehr Gespür für die individuellen Bedürfnisse des Säuglings gefragt. Öffnet das Baby automatisch den Mund während Mama und Papa essen oder bewegt es sich mit dem Kopf Richtung Löffel, wenn ihm Brei angeboten wird, dann sind das klare Hungersignale. Wenn Kinder jedoch müde sind, den Löffel mehrmals verweigern oder beim Fütterungsversuch sehr viel weinen, dann sollte man die Mahlzeit auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Tipp: der Nachwuchs ist am ehesten dann aufnahmebereit, wenn die Eltern selbst entspannt sind und sich ausreichend Zeit für das Essen nehmen.

Mit der Familie essen

Babys wachsen in einer unglaublichen Geschwindigkeit und sie wollen schneller als erwartet genau die Speisen, die erwachsene Bezugspersonen oder ältere Geschwister zu sich nehmen. Ab dem 10. oder 12. Lebensmonat können Säuglinge gemeinsam mit der Familie essen. Der Übergang vom Babybrei zu „normalen“ Speisen sollte Schritt für Schritt erfolgen. Anfangs sind Kinder meist schon mit in Stücken geschnittenen Lebensmittel zufrieden z. B. Kartoffeln oder Nudeln. Mit zunehmendem Alter wird der Speiseplan entsprechend erweitert. Für den Einstieg in die Beikost haben wir auf dieser Seite für euch einige Rezeptkarten zum kostenlosen Downloads erstellt. In jedem PDF finden sich jeweils zwei Rezepte zum Nachkochen - viel Spaß beim Ausprobieren!

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 1 und 6?

Mehr erfahren:

Hand hält eine Packung Antibabypillen vor weißem Hintergrund.

Verhütung nach der Geburt

Wenn du nach einer Schwangerschaft wieder sexuell aktiv sein möchtest, solltest du dir in jedem Fall Gedanken über das passende Verhütungsmittel machen. Bei der gynäkologischen Kontrolluntersuchung wird dein Frauenarzt/deine Frauenärztin mit dir über verschiedene Möglichkeiten sprechen. Dabei spielen der mögliche Wunsch nach einem weiteren Kind sowie das Stillen eine Rolle. Barrieremethoden sind in der Stillzeit die Mittel der Wahl. Wenn dein Kind Säuglingsanfangsnahrung bekommt, kannst du auch auf hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen.

Weiterlesen …

Junge Mutter spielt mit Baby

Was versteht man unter einer Soor-Infektion?

Bei einer Soor-Infektion handelt es sich um einen Pilzbefall. Mutter und Kind können gleichzeitig erkranken, es kommt aber auch vor, dass nur einer von beiden entsprechende Symptome zeigt. Auslöser ist ein körperliches Ungleichgewicht: eine Infektion tritt dann auf, wenn sich der Pilz Candida zu stark ausbreiten kann.

Weiterlesen …

Junges Paar umarmt sich lächelnd am Strand bei Sonnenuntergang.

Sex nach der Geburt

Ein Kind auf die Welt zu bringen, das ist ein einschneidendes Erlebnis. Jede Geburt hat ihre eigene Geschichte. Während es manche Babys gar nicht erwarten können, ist es für andere ein stundenlanger Prozess auf dem Weg durch den Geburtskanal. Wenn es geschafft ist, bist du erschöpft, überglücklich, stolz, müde und bereit, dich im Wochenbett zu erholen. An Sex und Intimität denkst du in den ersten Wochen vermutlich nicht – das ist vollkommen in Ordnung, solange ihr euch als Paar nicht aus den Augen verliert.

Weiterlesen …

Stillen & Füttern in der Zahnungsphase

Stillen & Füttern in der Zahnungsphase

Auch wenn Stillen in den ersten sechs Monaten empfohlen wird, so gibt es Gründe, warum Mamas nicht stillen können oder sich dazu entschließen, nicht zu stillen. Manchmal sind Babys auch einfach zu schwach, um an der Brust zu trinken. In solchen Fällen bekommt das Kind einen künstlich hergestellten Milchersatz, sogenannte Säuglingsanfangsnahrung. In diesem Artikel erfährst du, welche unterschiedlichen Milchersatzprodukte es gibt, ob Folgemilch tatsächlich notwendig ist und welches Zubehör du benötigst, wenn du dein Baby mit Anfangsnahrung aus dem Fläschchen fütterst.

Weiterlesen …

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Bitte addieren Sie 4 und 3.