Zu viel Milch beim Stillen - was kann ich tun?

Für manche Frauen mag es wie ein Luxusproblem klingen, für betroffene Mamas ist es hingegen eine große Herausforderung, wenn ihre Brüste zu viel Milch produzieren. In Bezug auf die Milchproduktion muss man hier mehrere Aspekte unterscheiden: nach der Geburt befindet sich in den Brüsten ohnehin sehr viel Milch, manchmal auch zu viel. Schließlich weiß der Körper noch nicht, wie viele Kinder er versorgen muss beziehungsweise wie hoch der Bedarf an Muttermilch tatsächlich ausfällt. In dieser Zeit spannt die Brust, sie schwillt an und das kann mitunter als ziemlich schmerzhaft empfunden werden. Nach ein paar Tagen spielen sich Angebot und Nachfrage jedoch ein, die Schwellung geht zurück und das Stillen wird angenehmer.

Milchüberschuss, Milchspendereflex, Milchstau

Ein Milchüberschuss ist auch nicht zu verwechseln mit einem starken Milchspendereflex. Zwar weiß man mittlerweile, dass beide Probleme häufig zusammenhängen, dennoch sind es zwei unterschiedliche Dinge. Leidet eine Mutter fortwährend an zu viel Milch, erhöht dies auch das Risiko für einen Milchstau, der wiederum in eine ernst zunehmende Entzündung der Brust übergehen kann.

Nun aber Schritt für Schritt: direkt nach der Geburt sind die Brüste sehr prall. Die Brust wird stark durchblutet, das Drüsengewebe und auch die Lymphe schwellen an – der ganze Körper stellt sich auf die Ernährung eines Säuglings ein. Ein paar Tage nach der Geburt lässt die Schwellung im Normalfall von selbst nach. Hält das Spannungsgefühl aber mehrere Wochen an oder kehrt es in regelmäßigen Abständen wieder, hast du vermutlich zu viel Milch. An sich ist das ja kein Nachteil. Dein Baby ist mit dem Überangebot jedoch überfordert, es kann gar nicht soviel Milch trinken, wie dein Körper zur Verfügung stellt. Also bedarf es hier der richtigen Technik, um die Milchmenge in Griff zu bekommen und die Brüste schön geschmeidig zu halten.

So macht sich zu viel Milch bemerkbar

Wenn die Brüste spannen, manchmal vielleicht sogar schmerzen, ist dies schon ein Hinweis auf eine Milchüberproduktion. Hat das Baby zusätzlich Schwierigkeiten beim Trinken, dreht es sich kurz nach dem Ansaugen weg oder weint viel an der Brust, leidet es vermutlich darunter, dass aus deiner Brust so viel Milch herauskommt. Als Mama hast du ein gutes Gefühl für die Milchmenge: wenn sich deine Brüste nie „leer“ anfühlen, auch nicht nach dem Stillen, ist das ein Zeichen, dass immer noch sehr viel Milch gespeichert ist. Manchmal spritzt die Milch beim Stillen aus der Brust, das deutet dann auf einen starken Milchspendereflex hin. Häufig läuft die Milch auch aus oder die zweite Brust beginnt zu tropfen, während an der einen gestillt wird. Beides empfinden viele Mamas als unangenehm. Besonders lästig ist es, wenn du außer Haus gehen möchtest, um einzukaufen oder dich mit einer Freundin zu treffen.

Es ist jedoch, wie bereits erwähnt, alles eine Frage der Technik. Mit der Zeit gelingt es, die Milchmenge zu normalisieren und der Körper lernt, den tatsächlichen Bedarf einzuschätzen. Selbst bei einem Wachstumsschub wird innerhalb von 24 Stunden die nun erforderliche Milchmenge produziert. Und bis es soweit ist, helfen dir gute Stilleinlagen für unterwegs und unsere Tipps zur Milchreduktion.

Junge Mutter und ihr Baby mit voller Milchflasche

Das kannst du dagegen tun:

Viel Milch ist im Grund genommen ein Segen für Mutter und Kind. Das bedeutet nämlich, dass der Körper der stillenden Mama gut arbeitet und gesund genug ist, um seine Aufgabe (in diesem Fall die Produktion von Milch) zu erfüllen. Leider kann eine anhaltende Überproduktion den Stillprozess aber gefährden, denn für eine Mama ist es nichts anderes als zusätzlicher Stress. Und davon hat man in der ersten Zeit mit einem Neugeborenen ohnehin genug. Je eher sich die Milchmenge also einpendelt, desto besser. Es gibt einige Maßnahmen, die dabei helfen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich immer, eine Stillberaterin vor Ort zu kontaktieren. Sie kann eine Stillmahlzeit beobachten und dadurch ganz individuell Hilfestellung geben. Wenn die stillende Mama das möchte, zeigt ihr eine Stillberaterin auch gewisse Techniken, z.B. Ausstreichen der Brust, mit denen man die Brust etwas entleeren kann.

Mit diesen Tipps kannst du die Milchproduktion beeinflussen:

Pfefferminz- oder Salbeitee trinken

1-3 Tassen pro Tag dürfen stillende Mütter trinken. Beide Kräuter bewirken einen Rückgang der Muttermilch. Stillberaterinnen empfehlen, es zuerst einmal mit einer Tasse zu versuchen und die Wirkung zu beobachten. Die Menge kann dann langsam gesteigert werden.

Milch abpumpen

Vor dem Anlegen die Brust etwas ausstreichen oder ganz wenig Milch abpumpen. Generell gilt: beim Abpumpen ist Vorsicht geboten. Wer Muttermilch mit einer Pumpe gewinnt, regt die Milchproduktion nämlich an, da der Körper denkt, die Milch wird für einen Säugling benötigt. Dementsprechend beginnt er rasch damit, mehr Milch zu produzieren. Hilfreich ist das Abpumpen jedoch, wenn du einfach nur so viel abpumpst, bis das Druck- und Spannungsgefühl in deiner Brust weg ist. Das kannst du beispielsweise vor dem Stillen machen, dann fällt es deinem Baby auch nicht so schwer, die Brustwarze zu fassen. Die Milchgewinnung per Hand ist leichter, wenn die Brust zuvor erwärmt wurde, z.B. durch einen warmen Wickel oder das Auflegen eines Kirschkernkissens.

Homöopathie

Homöopathie kann ebenfalls bei der Milchreduktion helfen. Wirkstoff und Dosierung sollten jedoch mit der Hebamme oder einem Homöopathen/einer Homöopathin festgelegt werden.

Kühlen

Nach dem Stillen die Brust kühlen: kalte Kompressen oder ein Coolpack auflegen. Auch Waschlappen, die zuvor im Eisfach waren, wirken kühlend. Dadurch wird die Milchbildung gehemmt, Wärme hingegen regt den Milchfluss an. Generell sollten Frauen, die zu viel Milch haben, alles vermeiden, was die Milchproduktion steigern könnte.

Die richtige Stilltechnik

Auch die Stilltechnik trägt zur Milchproduktion bei. Während man direkt nach der Geburt empfiehlt, dem Kind bei jeder Stillmahlzeit beide Brüste anzubieten, kann man späterhin dazu übergehen, jeweils nur an einer Brust pro Mahlzeit zu stillen. Dadurch reguliert sich die Milchmenge. Wichtig: jene Brust, die nicht entleert wurde, unbedingt von Hand ausstreichen oder eine kleine Menge abpumpen!

 

Übrigens: Wer möchte, kann seine Muttermilch auch spenden. In Österreich gibt es derzeit jedoch nur eine Sammelstelle für Muttermilch, die Frauenmilchsammelstelle in der Semmelweiß Klinik in Wien. Voraussetzung für die Spende ist natürlich, dass die Spenderin gesund ist. Die Milch wird zu Hause abgeholt und im medizinischen Labor überprüft. Anschließend wird sie fachgerecht aufbewahrt und jenen Kindern, zur Verfügung gestellt, die sie benötigen z.B. Frühgeborene, kranke Säuglinge, Kinder mit angeborener Immunschwäche.

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Dein Baby hat euren Alltag schon auf links gedreht? Wie schön, herzlich willkommen im Club! Nun gilt es, ein paar kluge Strategien zu entwickeln, die es dir ermöglichen, den Alltag so gelassen wie möglich zu bewältigen. Staubsauger und Putzlappen werden vermutlich nicht mehr ganz so oft zum Einsatz kommen wie noch zuvor. Du wirst vielleicht auch nicht mehr jeden Tag zum Müll gehen (außer mit dem Windeleimer), aber essen musst du natürlich trotzdem. Und für stundenlanges Kochen bleibt momentan nicht sehr viel Zeit.

Dass die erste Zeit mit einem Neugeborenen manchmal auch ganz schön anstrengend ist, davon können erfahrene Väter und Mütter ein Lied singen. Selbst wenn die Freude über den Nachwuchs und die Liebe für das neue Familienmitglied keine Grenzen kennen, so ein kleiner Mensch stellt den Alltag der Eltern auf den Kopf. Die tägliche Routine dreht sich in der Anfangsphase um die einfachen Dinge des Lebens: Schlafen und Essen. Werden die Bedürfnisse des Babys nicht rechtzeitig gestillt, steht ihm lediglich ein starkes Ausdrucksmittel zur Verfügung. Es beginnt zu weinen oder zu schreien.

Wird eine Stillbeziehung beendet, nennt man diesen Vorgang üblicherweise Abstillen. Stillberaterinnen empfehlen, die Entwöhnung von der Brust als Prozess zu sehen. Mutter und Kind sollen ausreichend Zeit haben, den alten Abschnitt zu beenden und ein neues Kapitel zu beginnen.

Das Familienrecht regelt unterschiedliche Aspekte rund um das Zusammenleben von Ehepartnern, Eltern und Kindern. Das betrifft die Bereiche der Obsorge und Vaterschaft, ebenso wie Unterhaltsregelungen, Lebensgemeinschaften/Patchwork oder so genannte Pflegekindschaften. Wenn sich Eltern nun trennen, gilt es, die gemeinsame Obsorge weiterzuführen und alle Vereinbarungen für das Leben nach der Trennung/Scheidung zu treffen. Worauf du dabei achten solltest und welche rechtlichen Mittel für solche Situationen vorgesehen sind – wir klären auf.

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