Stillen & Füttern in der Zahnungsphase

Wenn dein Baby seinen ersten Zahn bekommt, wird eure Stillbeziehung möglicherweise auf die Probe gestellt. In Zahnungsphasen ist der Nachwuchs fordernder als sonst. Er hat Schmerzen, das Zahnfleisch spannt, der neue Zahn drück durch. All das kann dein Baby natürlich noch nicht einordnen. Es merkt lediglich, dass es sich anders fühlt und irgendwas vor sich geht, das es nicht kennt. Es wird unruhig und sucht vermehrt deine Nähe. Intensive Zahnungsphasen sind für alle Beteiligten sehr anstrengend. Die gute Nachricht: Auch sie gehen vorüber. Still- und Trinkprobleme sind in dieser Zeit keine Seltenheit. Daher haben wir die wichtigsten Informationen und die besten Tipps für dich gesammelt, wie ihr beide gut durch die Zahnungsphase kommt.

Stillen & Füttern in der Zahnungsphase

Der erste Zahn

Wann dein Baby zu zahnen beginnt, lässt sich pauschal nicht sagen.  Man kann jedoch sagen, dass sich der erste Zahn zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat zeigt. Der Zahnungsprozess beginnt jedoch schon viel früher – bereits in der Schwangerschaft werden die Anlagen für die Milchzähne gelegt. Der sogenannte Zahnkeimungsprozess ist hochkomplex. Hormone müssen zusammenspielen, damit Proteine, Mineralien und Zahnmaterial aufgebaut werden können. Noch bevor der erste Zahn wirklich durchbricht, hat dein Baby möglicherweise die ersten Beschwerden.

Rund um die betroffene Stelle spannt das Zahnfleisch, es ist gerötet und möglicherweise geschwollen. Häufig juckt es auch. Das Stillen oder Trinken aus dem Fläschchen ist dann eine große Herausforderung. Die warme Flüssigkeit ist unangenehm. Manchmal schmerzt es, wenn die Milch mit dem geschwollenen Zahnfleisch in Berührung kommt. Dein Baby weigert sich vielleicht weiterzutrinken oder es verweigert Brust/Fläschchen komplett. Dadurch kommt es eher zu Problemen mit den Mahlzeiten. Dein Baby ist hungrig und unruhig, es möchte trinken, aber das Trinken bereitet Beschwerden.

So entwickelt sich das Milchgebiss

Wenn der erste Zahn durchgebrochen ist, folgen bald die Nächsten. Zuerst brechen die mittleren, unteren Schneidezähne, später die oberen und die seitlichen Schneidezähne im achten bis zwölften Lebensmonat. Die ersten Backenzähne kommen zwischen dem zwölften Lebensmonat und dem sechszehnten Lebensmonat. Die Eckzähne drücken ab dem sechszehnten bis hin zum zwanzigsten Lebensmonat durch. Rund um den zweiten Geburtstag zeigen sich dann auch die zweiten Milchbackenzähne. Es handelt sich hier natürlich um einen idealen Ablauf, der dir einfach nur als grobe Orientierung dienen soll. Die Entwicklung des Milchgebisses ist so individuell wie die Kinder selbst. Manche warten sehr lange auf den Durchbruch des ersten Zahnes und bekommen dann viele Zähne in kurzen Abständen. Andere haben schon im sechsten Lebensmonat ihren ersten Zahn, zahnen anschließend aber sehr langsam.

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Probleme beim Stillen

Es ist naheliegend, dass die durchbrechenden Zähne sich negativ auf die Still- und Fütterungsroutine auswirken. Das liegt daran, dass dein Baby in dieser Phase viel verletzlicher ist als sonst. Es hat Schmerzen, sein Zahnfleisch juckt und möglicherweise hat es auch Probleme zu schlafen, wenn der Schmerz überwiegt. Es schreit und weint vermehrt, schließlich hat es keinen anderen Weg, um sich auszudrücken.

Das Stillen und das Trinken aus dem Fläschchen können sich für dein Baby unangenehm anfühlen. Wenn die warme Milch mit den schmerzenden Stellen am Zahnfleisch oder im Mund in Berührung kommt, reagiert dein Baby darauf mit Ablehnung oder es verweigert die Nahrungsaufnahme. Vielleicht trinkt es aber auch sehr unruhig an Brust oder Fläschchen und du hast das Gefühl, es wird nicht richtig satt. Üblicherweise spielt sich alles wieder ein, wenn der Zahn durchgebrochen ist und die stärksten Schmerzen abgeklungen sind. Sollte dies aber nicht der Fall sein, wende dich bitte an eine Stillberaterin in der deiner Nähe und an deinen Kinderarzt/deine Kinderärztin.

Folgende Situationen kommen in Zahnungsphasen vor:

 

Cluster-Feeding

Das bedeutet nichts anderes, als dass dein Baby häufiger und in kürzeren Abständen nach der Brust verlangt. Vielleicht hat es einfach mehr Durst, vielleicht lenkt ihn das Trinken aber auch von den Zahnungsbeschwerden ab. Jedenfalls wird es alle 30 bis 60 Minuten die Brust fordern. Für dich ist das mitunter ein echter Stillmarathon – in Cluster-Phasen haben Stillmamis nicht selten das Gefühl, vom Sofa oder dem Bett gar nicht mehr wegzukommen, da sie durchgehend mit Stillen beschäftigt sind. Achte einfach gut auf dich, stelle dir ausreichend Tee, Wasser und Snacks bereit und bitte deinen Partner oder eine Oma, dir das Baby in den Phasen, in denen nicht gestillt wird, abzunehmen.

Stillstreik

Manchmal verweigert dein Baby die Brust oder das Fläschchen komplett. Man spricht dann von einem Still- oder Trinkstreik. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Wenn dein Kind aber gerade zahnt, ist es naheliegend, dass es ihm die großen Schmerzen nicht erlauben, entspannt zu trinken. Was du tun kannst: Ruhe bewahren, selbst wenn es schwerfällt. Versuche, deinem Baby trotzdem so oft wie möglich Brust und Fläschchen anzubieten, nimm dir viel Zeit zum Kuscheln und zum Füttern. Mit etwas Ruhe und Geduld zieht auch diese Phase vorüber.

Du kannst das Trinken erleichtern, indem du deinem Baby vor der Mahlzeit einen gekühlten Beißring anbietest oder ein leicht betäubendes Gel auf der Zahnleiste einmassierst. Zögere nicht, die an deine Hebamme oder Stillberaterin zu wenden, wenn der Stillstreik länger andauert. Das ist nicht zwingend ein Grund, um mit dem Stillen aufzuhören oder zusätzlich Säuglingsanfangsnahrung zu geben.

Wunde Brustwarzen

Es kommt leider vor, dass Babys beim Zahnen in die Brustwarze beißen. Bitte denk immer daran, dass dein Baby das nicht absichtlich macht. Du kannst mit einem bestimmten, aber sehr ruhigen „Nein, bitte mach das nicht“ oder „Nicht beißen, das tut der Mama weh“ reagieren. Auch wenn es deine Worte noch nicht versteht, wird es spüren, dass es nicht beißen darf. Um das zu verdeutlichen, kannst du auch einen Finger zwischen den Mund des Babys und die Brustwarze schieben und/oder dein Baby kurz von der Brust lösen.

Wichtig ist es, dass du es anschließend gleich wieder anlegst und es wieder die Möglichkeit bekommt, zu trinken, ohne dich zu beißen. Solltest du unter wunden Brustwarzen leiden, kannst du nach dem Stillen eine kühlende Kompresse auflegen oder die betroffene Stelle mit einer Brustwarzensalbe oder stillverträglichen Wundpflegecreme einschmieren. Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlimmern sie sich, wende dich an deine Stillberaterin oder deine Hebamme. Offene Brustwarzen kann man sehr gut behandeln, z. B. mit einer Lasertherapie. Abstillen ist im Normalfall nicht erforderlich.

So kannst du deinem Baby helfen

Es ist für Eltern nicht einfach, wenn sie ihren kleinen Schatz so leiden sehen. Am Zahnungsprozess führt jedoch kein Weg vorbei, da müssen selbst die Kleinsten durch. Was du jedoch tun kannst (und du ohnehin machst): für dein Baby da sein. Nimm es auf den Arm, tröste es und erlaube ihm mehr Kuscheleinheiten als gewohnt. Körperkontakt und Geborgenheit sind für dein Kind nun besonders wichtig. Es hat Schmerzen, ist angespannt und weiß gar nicht, wie ihm geschieht – der enge Kontakt zu einer vertrauten Bezugsperson hilft ihm dabei, sich zu entspannen und wieder sicher zu fühlen. Darüber hinaus kannst du Folgendes versuchen:

  1. Biete deinem Kind einen gekühlten Beißring, einen kalten Waschlappen oder einen Beißring aus Holz an. Das Beißen lindert den Juckreiz und den Schmerz. Unterstützend wirkt Kälte, die ebenso schmerzlindernd wirkt. Tipp: Wenn dein Baby große Schmerzen hat, gib ihm dem Beißring vor dem Stillen oder dem Füttern. Das schafft erste Abhilfe und nimmt dem Schmerzen seine Spitze.
  2. Wenn dein Baby es zulässt, kann eine Massage des Zahnfleisches Erleichterung bringen. Reinige deine Hände gründlich und massiere mit deiner Fingerkuppe vorsichtig die schmerzende, geschwollene Stelle, unter der der Zahn liegt. Wenn du möchtest, kannst du auch ein schmerzlinderndes Gel einmassieren.
  3. Verwende ein Zahnungsgel oder Zahnungskügelchen (Homöopathie). Das Gel wird in die Kauleiste einmassiert. Die Kügelchen darf dein Baby lutschen. Bei sehr starken Beschwerden gibt es die Möglichkeit, auf ein Gel mit leicht betäubender Wirkung zurückzugreifen. Das kann vor allem dann praktisch sein, wenn dein Kind aufgrund der Schmerzen schon Probleme beim Trinken hat und nicht mehr ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich nimmt. Sprich mit deinem Arzt/deiner Ärztin.
  4. Achte generell darauf, dass dein Kind immer etwas zum Kauen und Beißen hat. Dadurch kann es sich gewissermaßen selbst helfen. Beißen beruhigt und nimmt ein wenig den Schmerz. Beißringe gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen, mit oder ohne Noppen, aus Kunststoff oder Naturmaterialien.
  5. Manchmal hilft es auch einfach, dein Baby abzulenken. Nimm dir das Tragetuch oder die Tragehilfe und geht in den Wald oder bis zum nächsten Spielplatz. Auch ein flotter Spaziergang mit dem Kinderwagen tut gut. Vergiss nicht, dich mit einer anderen Betreuungsperson abzuwechseln. Unruhige Tage, durchwachte Nächte und ausgiebige Trageeinheiten sind anstrengend und kosten auch dir Energie. Gerade in Zahnungsphasen solltest du darauf achten, dass deine Speicher gefüllt sind.

Zahnpflege ab dem ersten Zahn

Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, raten ZahnärztInnen dazu, mit der Zahnpflege zu beginnen. Dabei geht es zum einen bereits um die aktive Vorbeugung von Karies und anderen Problemen. Zum anderen gibst du deinem Kind die Möglichkeit, sich von Anfang an daran zu gewöhnen, dass die Zähne geputzt werden müssen. Ihr könnt gemeinsam Routinen entwickeln, die beibehalten werden, bis dein Kind dann allein putzt und vielleicht sogar darüber hinaus.

Ganz am Anfang verwendest du eine weiche Babyzahnbürste mit einem kleinen Kopf oder eine Fingerzahnbürste aus Silikon, die über deine Fingerkuppe gestülpt wird. Putze deinem Baby zwei Mal täglich die Zähne, zum Ausspülen ist ein Schluck Wasser ausreichend. Wenn du möchtest, kannst du eine erbsengroße Portion Babyzahnpasta verwenden. Achte jedoch darauf, dass sie nicht sehr süß schmeckt – ansonsten ist die Versuchung groß, zu viel Zahnpasta zu schlucken. Ab dem zweiten Lebensjahr darf dein Kind dann schon selbst putzen – wenngleich du immer nachputzen musst, da Kinder erst im späteren Volksschulalter in der Lage sind, allein sorgfältig zu putzen.

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