Erste Hilfe bei Abschürfungen, kleinen Schnittwunden, Sonnenbrand und Co.

Sobald dein Nachwuchs mobiler wird, möchte er die Welt erkunden. Neugierig begibt er sich dann auf Entdeckungsreise, der eine oder andere Sturz bleibt nicht aus. Kleinere Verletzungen und Schürfwunden kannst du zu Hause verarzten und den natürlichen Heilungsprozess durch entsprechende Hautpflege unterstützen. Große Wunden, starke Verunreinigungen oder unklare Verletzungen solltest du jedoch immer beim Kinderarzt/der Kinderärztin oder am Wochenende in der Ambulanz abklären lassen.

Erste Hilfe bei Abschürfungen, kleinen Schnittwunden, Sonnenbrand und Co.

Ruhe bewahren

Selbst in der Ruhe zu bleiben, wenn dein Kind weinend, blutend oder vor Schmerz aufgeregt auf dich zukommt, das ist eine große Kunst. Dennoch ist es vor allem bei kleinen Verletzungen (und natürlich auch großen) unglaublich wichtig, ein gewisses Maß an Gelassenheit zu bewahren. Wenn wir von Schürfwunden, Kratzern oder Schnittwunden sprechen, wissen wir im Grunde, dass diese Wehwehchen einfach dazugehören.

Es empfiehlt sich, dir einmal einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Nimm dein Kind auf den Schoß oder Arm und begutachte die verletzte Stelle. Währenddessen kannst du deinem Kind bereits Trost spenden, beruhigend auf es einwirken und seinen Schmerz auch anerkennen („Ja, ich verstehe, dass dir das jetzt wehtut/du da jetzt eine Aua hast“). Sollte die Wunde stark verschmutzt oder blutig sein, ist etwas lauwarmes Wasser für ein erstes Abspülen geeignet. Sobald du die Verletzung begutachtet hast, kannst du mit der Wundversorgung beginnen. Erkläre deinem Kind, was du siehst (in einfachen Worten) und welche weiteren Schritte du nun setzen wirst. So fühlt es sich einerseits gut umsorgt, andererseits weiß es aber auch, was auf es zukommt.

Wichtig: Bei heftigen Stürzen und entsprechend schlimmen Verletzungen ist für Eltern beinahe unmöglich, durchwegs ruhig zu bleiben. Rufe dir in Erinnerung, dass du in solchen Situationen für die Erstversorgung der Wunde und die Stabilisierung deines Kindes verantwortlich bist. Verständige die Rettung oder den Notarzt. Wenn möglich, bitte eine zweite Person im Haushalt oder eine Nachbarin um Hilfe. Du solltest tatsächlich sorgsam abwägen, ob du mit deinem Kind selbst ins Krankenhaus fährst. Meistens ist es sicherer, wenn es jemanden gibt, der euch fährt oder du direkt die Rettung rufst. Mehr zum Thema Erste Hilfe findest du hier.

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Hautpflege bei Abschürfungen

Einfache Schürfwunden liegen auf der Hautoberfläche. Sie sind nicht sehr tief, aber für die Kleinsten dennoch ziemlich schmerzhaft. Zudem kommt es relativ häufig vor, dass sich Kinder die Haut abschürfen – wenn sie stolpern, beim Sturz mit dem Fahrrad, beim Klettern im Baum, im wilden Spiel mit anderen Kindern. Kinder leiden unter der Abschürfung, da die Hautoberfläche brennt und das ein Schmerz ist, den man im Kindesalter noch schwer zuordnen kann. Die Wunde brennt zudem immer wieder, z. B. wenn Kleidung leicht darauf drückt oder irgendetwas damit in Berührung kommt. Die Wundversorgung ist für dich relativ einfach.

  1. Im ersten Schritt musst du die Abschürfung reinigen und von Schmutzpartikeln oder kleinen Steinchen befreien (dabei kann eine feine sterile Pinzette gute Dienste leisten). Idealerweise hast du sauberes lauwarmes Wasser zur Hand, dann kannst du die betroffene Stelle vorsichtig spülen oder tupfen, je nachdem wie es für dein Kind gut erträglich ist.
  2. Anschließend solltest du den Bereich desinfizieren. Im Handel gibt es entsprechende Sprays oder Desinfektionsmittel für die Haut. Man kann solche Lösungen jedoch auch auf Basis von natürlichen Essenzen (z. B. Ringelblume) selbst herstellen.
  3. Der letzte Schritt umfasst das Abdecken der Wunde. Wenn die Hautstelle wieder trocken ist, legst du einen kleinen Verband an oder klebst ein Pflaster darüber. Wie du die Wunde bedeckst, hängt auch ein wenig von der betroffenen Körperstelle ab. Jede Schürfwunde sondert Wundsekret ab, deswegen mach es Sinn, die Wunde zu bedecken.

Wichtig: Achte darauf, dass du den Verband oder das Pflaster täglich einmal wechselst. Wenn die Wunde langsam verheilt, kannst du auch eine Wundsalbe auftragen.

Insektenstiche

Ob Biene, Stechmücke oder Wespe – stehen vor allem in der warmen Jahreszeit und im Urlaub auf der Tagesordnung. Ein Moskitonetz über dem Kinderwagen, dem Zelt oder dem Babybett fungiert durchaus als Barriere, wirklich verhindern kannst du die Stiche jedoch nicht. Sofern dein Kind nicht allergisch reagiert, sind Insektenstiche zwar lästig, aber harmlos.

Als erste Maßnahme solltest du die Einstichstelle kühlen. Das ist angenehm für dein Kind und tröstet über den Schmerz oder das Brennen hinweg. Außerdem musst du kontrollieren, ob der Einstich frei von Stachelresten ist oder ob der Stachel noch entfernt werden muss. Rasche Abhilfe aus der Küche schaffen eine halbe Zwiebel, die auf die Einstichstelle gelegt wird oder Topfenauflagen, wenn das Areal rund um den Stich sich rötet und anschwillt. Sollte der Juckreiz groß sein, kannst du eine juckreizstillende und kühlende Salbe auftragen, das ist mehrmals täglich möglich.

Wichtig: Bei bekannten Allergien oder Stichen im Mund- und Halsraum bitte sofort die Rettung verständigen oder die Ambulanz aufsuchen.

Schnittwunden und Kratzer

Schnittwunden und Kratzer werden ähnlich versorgt wie Abschürfungen, wenngleich es ein wenig darauf ankommt, wie tief der Schnitt ist. Grundsätzlich müssen Schnittwunden gesäubert und desinfiziert werden. Anschließend kannst du dir ein Bild davon machen, ob es sich um einen eher oberflächlichen Einriss an der Haut handelt oder ob der Schnitt tief unter die Oberfläche reicht. Einfache Schnitte werden mit einem Pflaster versorgt. Etwas tiefer liegende Schnitte sollten an den Wundrändern verschlossen werden, damit sie wieder gut zusammenwachsen. Dafür gibt es spezielle Pflasterstrips oder Kammerpflaster. Wenn du diese nicht zur Hand hast, kannst du auch herkömmliche Pflaster so zuschneiden, dass sie die Wundränder ein wenig zusammenziehen. Bitte nicht vergessen, das Pflaster regelmäßig zu wechseln.

Wichtig: Tiefe Schnittwunden, Wunden im Intimbereich oder im Gesicht, Stichwunden oder Verletzungen, deren Ausblutung sich nicht stillen lässt, müssen von einem Arzt/einer Ärztin versorgt und möglicherweise vernäht werden.

Generell solltest du auch den Tetanus-Impfschutz deines Kindes überprüfen lassen oder einmal mit deiner Ärztin/deinem Arzt sprechen, falls du dir in Bezug auf die Impfung noch unsicher bist.

Sonnenbrand

Bestmöglich „versorgt“ ist ein Sonnenbrand dann, wenn er gar nicht erst entsteht. Vor allem im Baby und Kleinkindalter solltest du die direkte Sonneneinstrahlung oder stundenlange Aufenthalte in der Sonne. Wenn dein Kind dann mobiler wird, ist ein entsprechender Sonnenschutz unerlässlich, damit die empfindliche Haut keinen Schaden nimmt. Ein Sonnenbrand ist für dein Kind nicht nur schmerzhaft. Man geht auch davon aus, dass die Anzahl der Sonnenbrände in jungen Jahren im späteren Leben mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko zusammenhängt. Sollte es dennoch einmal passieren, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Betroffene Stellen rasch kühlen mit kalt-nassen Auflagen aus Stoff, einem umwickelten Cool-Pack oder Topfen- oder Joghurt aus dem Kühlschrank. Sobald sich die Auflagen erwärmen, können sie gewechselt werden.
  • Aloe vera-Lotionen sowie spezielle Salben aus der Apotheke helfen dabei, das Spannungsgefühl zu lindern und unterstützen zudem die Regeneration der Haut.
  • Bei großflächigen Verbrennungen und wenn sich der Allgemeinzustand deines Kindes nach dem Sonnenbrand verschlechtert, solltest du sofort einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. Das Gleiche gilt auch bei Blasen, die durch die Verbrennung entstehen.

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