Veränderungen der Scheide in der Schwangerschaft

Dein Körper verändert sich, wenn du schwanger bist. Das gilt auch für den Intimbereich. Hier sorgt die Schwangerschaft für deutliche Veränderungen – zum Beispiel auf den pH-Wert, Ausfluss und auch Geruch. Wie sich das genau auswirkt und worauf du achten solltest, haben wir dir hier zusammengefasst.

Das Milieu der Scheide in der Schwangerschaft

Normalerweise hat die Scheide einen pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 – und ist damit ziemlich sauer. In der Schwangerschaft bleibt das auch so. Allerdings betreffen die Veränderungen des Körpers auch die Scheide – weshalb das Milieu im Intimbereich während der Schwangerschaft aus dem Gleichgewicht geraten kann. Dann haben es schädliche Bakterien und Pilze leichter, sich hier anzusiedeln. Das äußert sich dann unter anderem über einen steigenden pH-Wert.

Eine weitere Ursache für einen steigenden pH-Wert in der Scheide kann Fruchtwasser sein. Das ist mit einem Wert von etwa 8 nämlich alkalisch. Bei einem (vorzeitigen) Blasensprung verschiebt sich deshalb der pH-Wert.

Wenn du prüfen willst, ob im Schritt noch alles passt, kannst du das über einen Test machen. Dafür gibt es sowohl Teststreifen als auch Testhandschuhe, die in wenigen Augenblicken Klarheit schaffen.

Ausfluss und Geruch während der Schwangerschaft

Ausfluss gehört zu einer gesunden Scheide – nicht nur in der Schwangerschaft. Aber in dieser besonderen Zeit wirst du einige Veränderungen beobachten. Durch die stärkere Durchblutung des Vaginalgewebes, sondert dieses auch mehr Sekret ab – was du an vermehrtem Ausfluss merkst.

Wenn du beobachtest, dass der Ausfluss anders riecht oder sich grünlich beziehungsweise weißlich verfärbt, solltest du abklären, ob die Ursache vielleicht eine Infektion ist. Findet der/die ÄrztIn keine bedenkliche Ursache, kann der veränderte Geruch auch mit den allgemeinen Umstellungen deines Körpers zusammenhängen – oder auch mit deinen jetzt vielleicht veränderten Essgewohnheiten.

Schwellungen im Intimbereich während der Schwangerschaft

Veränderungen können sich auch deutlich spürbar mit Schwellungen in der Scheide bemerkbar machen. Dieses Phänomen der Schwangerschaft resultiert ebenfalls aus der vermehrten Durchblutung dieses Bereichs. Mit fortschreitendem Wachstum drückt außerdem dein Kind mit seinem zunehmenden Gewicht nach unten. Auch das führt manchmal zu spürbaren Schwellungen.

Kleiner Fun Fact: Diese Veränderung der Scheide kann dir in der Schwangerschaft ein gesteigertes Lustgefühl beim Sex bescheren – also durchaus angenehme Nebenwirkungen haben.

Krampfadern in der Scheide während der Schwangerschaft

Wie bitte? Krampfadern? Nicht nur in den Beinen? Ja, das gibt es tatsächlich. Diese Veränderung der Scheide kann während der Schwangerschaft auch im Intimbereich und als Hämorrhoiden am After auftreten. Sie sind ebenfalls eine Folge der verstärkten Durchblutung sowie von Hormonen, welche die Gefäße zusätzlich weiten. Viel dagegen unternehmen kannst du nicht, außer sie zu kühlen, wenn sie Probleme wie ein Druckgefühl oder ein unangenehmes Pulsieren verursachen.

Die einzig gute Nachricht zu dieser Veränderung der Scheide: Sie verschwindet nach der Schwangerschaft meist von selbst wieder.

Verfärbungen im Intimbereich während der Schwangerschaft

Nicht nur die Brustwarzen werden im Zeitverlauf manchmal dunkler. Von farblichen Veränderungen kann auch die Scheide während der Schwangerschaft betroffen sein. Wie viele Phänomene haben diese Farbveränderungen ihren Ursprung ebenfalls in der vermehrten Durchblutung des Intimbereichs. Der kann dadurch dunkler, ein wenig bläulich bis violett erscheinen.

Da sich die Durchblutung nach der Geburt wieder normalisiert, verschwinden die farblichen Abweichungen dann wieder von ganz allein.

Jucken und Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft

Was schon vor der Schwangerschaft Anzeichen einer Infektion war, ist auch in der Schwangerschaft ein eher schlechtes Zeichen. Zwar sorgen die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft in der Scheide für verschiedenste Symptome – Juckreiz oder ein fieses Brennen weisen aber auch in dieser Lebensphase weiterhin auf eine Ansteckung hin.

Daher solltest du in diesem Fall schnell bei deinem/deiner ÄrztIn vorsprechen. Er/sie kann dann die Ursache bestimmen und dir entsprechende, in der Schwangerschaft anwendbare Medikamente verschreiben. Eigene Experimente solltest du gerade in dieser sensiblen Phase lieber lassen. Das gilt auch, wenn Du bei einer Veränderung der Scheide nicht sicher bist, ob sie durch die Schwangerschaft bedingt ist oder durch eine Infektion.

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 5 und 1.

Mehr erfahren:

Dem Baby das Fläschchen geben: So gelingt das Bonding

Dem Baby das Fläschchen geben: So gelingt das Bonding

Muttermilch ist das optimale Nahrungsmittel für dein Kind und beim Stillen tankt es zusätzlich viel Sicherheit und Geborgenheit. Manchmal ist es jedoch so, dass es aus welchen Gründen auch immer mit dem Stillen nicht klappt oder möglich ist. Dann bekommt dein Kind künstliche Säuglingsanfangsnahrung aus dem Fläschchen. Das Bonding muss darunter jedoch nicht leiden. Wenn dein Baby mit dem Fläschchen gefüttert wird, kannst du darauf achten, wie du das Füttern gestaltest. Körpernähe, Blickkontakt und entspannte Atmosphäre tragen dazu bei, dass die Eltern-Kind-Bindung auch gefördert wird, wenn du nicht stillst. Wir haben ein paar Ideen für dich, wie man das Füttern mit dem Fläschchen so angenehm und bindungsorientiert wie möglich gestalten kann. Von den Tipps profitieren übrigens Stillmamas, die gelegentlich Milch abpumpen, damit sie selbst oder eine andere Bezugsperson das Kind zwischendurch versorgen können.

Weiterlesen …

Plötzlicher Kindstod

Das erste Lebensjahr markiert eine aufregende und spannende Zeit für jede frisch gebackene Familie. Nach einer beidseitigen Gewöhnungsphase gehen tägliche Abläufe schon leicht von der Hand, ein gemeinsamer Rhythmus ist schnell gefunden. In Ausnahmefällen wird dieser jedoch auf schreckliche Art und Weise unterbrochen. Säuglinge, die einen plötzlichen Kindstod erleiden, sterben unerwartet und meist ohne vorangegangene Symptome.

Weiterlesen …

Junge Mutter stillt ihr Baby im Krankenhaus

Stillstreik oder Saugverwirrung? Mein Baby verweigert die Brust!

Eine erfolgreiche Stillbeziehung ist gewissermaßen ein Prozess. Startschwierigkeiten, der eine oder andere Milchstau, vielleicht sogar eine Brustentzündung, Probleme mit dem Milchspendereflex, emotionaler Stress – jedes Mutter-Kind-Duo hat seine individuelle Still-Geschichte. Ein besonders nervenaufreibendes Kapitel ist die Phase, in der das Baby die Brust immer wieder ablehnt. Dann gilt es herauszufinden, ob es sich um einen Stillstreik, die Brustschimpfphase oder eine Saugverwirrung handelt.

Weiterlesen …

Mutter hält die Füße ihres Babys

Hautpflege bei Neugeborenen: Darauf müssen Eltern in den ersten Lebenswochen achten

In den ersten Lebenswochen begleitet die frisch gebackenen Eltern oft Unsicherheit: Sie möchten nur das Beste für ihr Baby und nichts falsch machen. Wie viel Körperpflege ist nötig und ab wann ist übertriebene Hygiene schädlich für das Kind?

Weiterlesen …

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Was ist die Summe aus 2 und 8?