Verhütung nach der Geburt

Wenn du nach einer Schwangerschaft wieder sexuell aktiv sein möchtest, solltest du dir in jedem Fall Gedanken über das passende Verhütungsmittel machen. Bei der gynäkologischen Kontrolluntersuchung wird dein Frauenarzt/deine Frauenärztin mit dir über verschiedene Möglichkeiten sprechen. Dabei spielen der mögliche Wunsch nach einem weiteren Kind sowie das Stillen eine Rolle. Barrieremethoden sind in der Stillzeit die Mittel der Wahl. Wenn dein Kind Säuglingsanfangsnahrung bekommt, kannst du auch auf hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen.

Frau hält Antibabypille

Sex im Wochenbett

Beginnen wir direkt nach der Geburt. Du befindest dich mitten im Wochenbett, erholst dich von den Strapazen und lernst dein neugeborenes Bündel Glück kennen. Deine Hauptaufgaben sind es, dein Baby zu füttern/stillen, es in den Schlaf zu wiegen und es dem Papa zum Wickeln zu übergeben. Vor allem, wenn du Geburtsverletzungen hast, die ausheilen müssen, denkst du vermutlich in dieser Phase noch nicht daran, mit deinem Partner wieder intim zu werden.

Die gesamte Region rund um Vagina und Damm ist sehr empfindlich, auch deine Schamlippen und Brüste reagieren auf Druck mit einem erhöhten Schmerzempfinden. Nach einer Kaiserschnittentbindung dauert der Heilungsprozess ohnehin länger. Du musst deine Schnittnarbe pflegen und dich schonen. Schweres Heben und körperlich anstrengende Tätigkeiten sind in den ersten Wochen nach der Geburt Tabu.

Wochenfluss

Der Wochenfluss dauert etwa sechs bis acht Wochen und in dieser Zeit solltest du auf Geschlechtsverkehr mit deinem Partner verzichten oder ein Kondom verwenden. Aus deiner Vagina treten Blut, Wundsekret und möglicherweise Gewebeteile aus. Das ist auf die Ablösung der Plazenta von der Gebärmutterwand zurückzuführen, dort ist eine Wunde entstanden, die nun ebenso heilen muss. Der Wochenfluss ist an sich eine natürliche Angelegenheit. In den ersten Tagen nach der Entbindung ist er noch sehr stark, mit der Zeit nimmt die Intensität ab, auch die Farbe ändert sich.

Bei der Frage nach dem Infektionsrisiko scheiden sich die Geister. Grundsätzlich kann der Wochenfluss infektiös sein, da er Träger von gewissen Keimen ist. Daher wird auch die Verwendung von einem Kondom empfohlen, falls du mit deinem Partner schlafen möchtest. Ein Kondom schützt übrigens auch dich – über kleine Risse und Verletzungen in der Scheide können ebenfalls Infektionen vom Partner auf dich übertragen werden.

Empfehlenswerte Verhütungsmittel

Rund um die sechste Woche nach der Entbindung hast du eine Kontrolluntersuchung bei deinem Gynäkologen/deiner Gynäkologin. Bei dieser Nachuntersuchung wird ein Krebsabstrich genommen und der Muttermund untersucht. Außerdem kontrolliert der Arzt/die Ärztin den Rückbildungsprozess deiner Gebärmutter, meistens wird auch ein Abstrich zur Überprüfung der Scheidengesundheit gemacht. Untersucht werden zudem deine Brüste. Dein Arzt/deine Ärztin wird mit dir über das Stillen und dein allgemeines Wohlbefinden sprechen.

Sexualität ist ebenso ein Thema, insbesondere die Verhütung nach der Geburt. Wenn du nicht gleich wieder schwanger werden möchtest, musst du nämlich entsprechende Maßnahmen ergreifen. Im Prinzip kannst du wieder so verhüten, wie du vor deinem Kinderwunsch verhütet hast. Darin besteht der Vorteil, dass die Methode schon erprobt ist und du weißt, dass du damit gut zurechtkommst. Solltest du dein Baby stillen, gelten in Bezug auf hormonelle Methoden jedoch ein paar Regeln, da sie die Milchbildung beeinflussen können.

Kondom

Das Mittel der Wahl nach der Geburt und während der Stillzeit ist immer noch das Kondom. Es ist denkbar unkompliziert in der Anwendung und mit einem Pearl-Index von 2-12 ein relativ sicheres Verhütungsmittel. Der Index weist deshalb eine größere Bandbreite auf, da Schwangerschaften nur dann wahrscheinlich sind, wenn es zu Handhabungsfehlern kommt. Das Kondom kann beispielsweise reißen oder beim Anlegen durch scharfe Fingernägel porös werden. Auch nach dem Geschlechtsverkehr kann es abrutschen, wenn der Penis schon schlaff ist, aber nicht rechtzeitig aus der Scheide gezogen wird. Ein Kondom ist eine Verhütungsmethode, die du schnell zur Hand hast, die Spontanität erlaubt und die deine Milchbildung nicht beeinflusst. Zudem schützt es dich vor Infektionen und sexuell übertragbaren Krankheiten. Andere Barrieremethoden wären ein Diaphragma oder eine Verhütungskappe, die über die Gebärmutter gestülpt wird. Beide Verhütungsmittel müssen direkt vor dem Sex in die Scheide eingebracht werden, das kann mitunter zu einem sinkenden Lustempfinden führen.

Mini-Pille

Natürlich ist es während der Stillzeit möglich mit der Pille zu verhüten. Es gibt Präparate, die nur Gestagen enthalten (Minipille) und sich nicht auf die Milchbildung auswirken. Anders verhält es sich bei sogenannten Kombinationspillen, sie bestehen aus Östrogen und Gestagen – sollten also nur dann zum Einsatz kommen, wenn du deinem Baby nicht die Brust gibst. Die Anti-Baby-Pille ist an sich ein äußerst beliebtes und sicheres Verhütungsmittel.

Der Pearl-Index der Pille beträgt 0,1-0,5, die Minipille weist einen Index von 0,5 auf. Wichtig zu wissen: Auch die Minipille greift in deinen Hormonhaushalt ein. Möchtest du also bald wieder schwanger werden, ist zu bedenken, dass es nach Absetzen der Pille einige Monate dauern kann, bis sich dein Zyklus normalisiert hat. Andere hormonelle Verhütungsmittel sind ebenso möglich, sofern sie als Wirkstoff ausschließlich Gestagen enthalten, wie z.B. die Dreimonatsspritze.

Spirale

Die Spirale ist ein sehr wirksames Mittel zur Empfängnisverhütung, das hauptsächlich Frauen verschrieben wird, die bereits ein oder mehrere Kinder auf die Welt gebracht haben. Es handelt sich um einen kleinen T-förmigen medizinischen Gegenstand, der direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Die Spirale gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: als Hormonspirale, als Kupferspirale oder als Goldspirale.

Die Hormonspirale gibt das Hormon Gestagen ab, die anderen Anfertigungen wirken aufgrund ihres Materials (Gold oder Kupfer) als Schutzbarriere bzw. beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien. Spiralen werden vom Frauenarzt/der Frauenärztin im Zuge eines kleinen Eingriffes in der Gebärmutter angebracht und verbleiben dort bis zu einem erneuten Kinderwunsch oder dem Wechsel des Verhütungsmittels. Der Pearl-Index einer Spirale ist sehr gut: Die Hormonspirale hat beispielsweise einen Index von 0,16, die Kupferspirale liegt zwischen 0,9 und 3.

Tipp: Wenn tatsächlich eine Verhütungspanne passieren sollte, steht dir auch die „Pille danach“ zur Verfügung. Es handelt sich hierbei gewissermaßen um eine Notfallverhütungsmaßnahme, die wirklich nur zur Anwendung kommen sollte, wenn bei der eigentlichen Verhütung etwas daneben gegangen ist. Du bekommst die „Pille danach“ rezeptfrei in allen Apotheken und sie sollte so rasch wie möglich nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden. Bei stillenden Müttern ist zu beachten, dass nach der Einnahme eine Stillpause eingelegt werden sollte. Sprich dazu mit deinem Apotheker oder deinem Arzt/deiner Ärztin.

Natürliche Empfängnisverhütung

Durch die Schwangerschaft hattest du die Möglichkeit, deinen Körper besser kennenzulernen. Du hast vielleicht bislang unbekannte Seiten an dir entdeckt und bist voller Stolz darüber, was du als Frau zustande bringst. Mit der Geburt des ersten Kindes beginnen viele Mütter ihre bisherigen Verhütungsgewohnheiten zu überdenken. Sie wünschen sich eine alternative Verhütungsmethode, sei es, weil sie stillen oder hormonelle Mittel nicht (mehr) vertragen. Eine Option ist in diesem Zusammenhang die Natürliche Familienplanung. Sie basiert auf der Beobachtung diverser Körpersymptome während des gesamten weiblichen Zyklus. Auf diesem Weg identifizierst du deine fruchtbaren Tage, an denen du entweder auf Geschlechtsverkehr verzichtest oder zu einer anderen Verhütungsmethode, z.B. Kondom, greifst.

Temperaturmethode

Bei dieser Methode misst du jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit deine Aufwachtemperatur. Die sogenannte Basaltemperatur kann vaginal, oral oder rektal erhoben werden, anschließend vermerkst du den Wert in einer Temperaturkurve. Hintergrund der Methode ist folgender: In der ersten Zyklushälfte liegt deine Basaltemperatur auf dem Niveau der normalen Körpertemperatur von etwa 36,5 Grad Celsius. Nach dem Eisprung steigt die Temperatur an, bis sie am Ende der zweiten Zyklushälfte mit Einsetzen der Monatsblutung wieder absinkt. Wenn du nun über mehrere Zyklen hinweg deine Temperatur aufzeichnest, kannst du fruchtbare und unfruchtbare Phasen bestimmen. Wenn du nicht schwanger werden möchtest, musst du rund um deine fruchtbaren Tage verhüten.

Symptothermale Methode

Diese Variante der natürlichen Verhütung funktioniert ähnlich wie die Temperaturmethode. Zusätzlich zur Basaltemperatur werden aber noch andere Symptome beobachtet, die auf den Eisprung hinweisen. In erster Linie geht es um die Untersuchung deines Zervixschleims. Er verändert sich rund um den Eisprung, dann wird er flüssig und „spinnbar“. Zudem beobachtest du deinen Muttermund sowie den Gebärmutterhals. Hier ertastest du, ob der Muttermund hart und geschlossen ist oder, ob er sich weich anfühlt (in der fruchtbaren Phase.) Außerdem fühlst du, wie weit der Gebärmutterhals in die Scheide ragt, auch das verändert sich im Laufe des Zyklus. Alle Beobachtungen werden zusätzlich zur Basaltemperatur am Zyklusblatt eingetragen. So lässt sich der Eisprung relativ exakt bestimmen.

Tipp: Die Natürliche Familienplanung erfordert Genauigkeit, einen stabilen Tagesrhythmus und einen Zyklus, der sich bereits nach der Geburt wieder normalisiert hat. Es ist wichtig, dass du einige Stunden in der Nacht schläfst und jeden Tag im gleichen Zeitfenster deine Temperatur misst. Störfaktoren, die sich auf deinen Zyklus auswirken könnten, solltest du ebenfalls vermeiden. Mittlerweile gibt es spezielle Apps und Verhütungscomputer, die dich bei der natürlichen Verhütung unterstützen, indem sie Aufzeichnungen speichern, Zykluskurven ausgeben und auf fruchtbare Tage hinweisen.

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Kommen wir nun zu einem heiklen Thema: Stillen und die Einnahme von Medikamenten. Es lässt sich nicht verhindern, dass du krank wirst, selbst wenn du stillst. Zudem gibt es einige Mütter, die auf die regelmäßige Einnahme von bestimmten Wirkstoffen angewiesen sind, spezielle Erkrankungen können ebenso eine Behandlung erforderlich machen. Wenn eine medikamentöse Therapie notwendig ist, bedeutet das jedoch nicht, dass du dein Baby abstillen musst. Eine Vielzahl der gängigen Präparate darf auch in der Stillzeit verordnet werden, nur wenige Medikamente sind mit dem Stillen nicht kompatibel.

Auch wenn wir es allen Kindern wünschen würden, so genannte Dreimonatskoliken zählen bedauerlicherweise nicht zu den Ammenmärchen, die rund um die ersten Lebensmonate erzählt werden. Von Dreimonatskoliken spricht man, wenn Babys nicht näher definierte Schmerzen haben, häufig und langanhaltend weinen/schreien und sich regelmäßig krümmen oder den ganzen Körper durchstrecken.

An Untersuchungen beim Kinderarzt oder der Kinderärztin gewöhnt sich der Nachwuchs rasch, schließlich sieht der Mutter-Kind-Pass regelmäßige Überprüfungen der Gesundheit und des allgemeinen Entwicklungsstandes des Säuglings vor. Ab dem dritten Lebensmonat steht der nächste große Schritt an: die erste Impfung. Für Eltern ist dies oft ein emotionales Thema, denn sie fürchten sich einerseits vor unerwarteten Nebenwirkungen, andererseits bereitet ihnen der Gedanke, ihr Kind dem Impfschmerz auszusetzen, Sorge.

Bei einer Soor-Infektion handelt es sich um einen Pilzbefall. Mutter und Kind können gleichzeitig erkranken, es kommt aber auch vor, dass nur einer von beiden entsprechende Symptome zeigt. Auslöser ist ein körperliches Ungleichgewicht: eine Infektion tritt dann auf, wenn sich der Pilz Candida zu stark ausbreiten kann.

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