Verschiedene Arten der Entbindung

Mit dem Zeitpunkt der Entbindung verändert sich das ganze Leben - umso wichtiger ist es, sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, wie man die Geburt des eigenen Kindes gestalten möchte. Bei der Entscheidungsfindung helfen Freunde oder Verwandte sowie Hebammen und der behandelnde Frauenarzt/die behandelnde Frauenärztin. Darüber hinaus finden in vielen Geburtshäusern oder Spitälern regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Thema Geburt statt.

Eine Geburt ist ein ganz besonderes Erlebnis. Keine Geburt gleicht der anderen, jede Frau erlebt diesen einzigartigen Moment unterschiedlich. Erblickt ein Kind das Licht der Welt, markiert dies das Ende eines langen Weges. In den 10 Monaten der Schwangerschaft lernt man sich selbst von einer anderen Seite kennen. Schließlich trägt man ein Kind und somit neue Verantwortung unter dem Herzen.

Eltern halten Neugeborenes

Natürliche Geburt im Krankenhaus

Ein Großteil aller werdenden Mütter entscheidet sich für eine vaginale Geburt im Krankenhaus. Von natürlicher Geburt spricht man dann, wenn der Vorgang im medizinischen Sinne komplikationsfrei abläuft. Bei etwaigen Problemen kommen Hilfsmittel wie eine Geburtszange oder die Saugglocke zum Einsatz. Im Notfall besteht im Krankenhaus auch die Möglichkeit, einen sekundären Kaiserschnitt durchzuführen. Aber alles der Reihe nach.

Ambulant oder stationär?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen ambulanter und stationärer Geburt. Ersteres bedeutet, dass Mutter und Neugeborenes das Krankenhaus bereits nach wenigen Stunden wieder verlassen – sofern dies medizinisch unbedenklich ist. Von stationärer Geburt spricht man, wenn sich Mutter und Baby bis zu 4 Tage nach der Entbindung im Krankenhaus aufhalten. Wer sein Wochenbett bereits zu Hause verbringen möchte, dem steht in der ersten Zeit eine Hebamme, die Hausbesuche macht, unterstützend zur Seite.

Tipp: die Hebamme für die Nachbetreuung sollte man bereits während der Schwangerschaft (um die 30. Woche oder früher) organisieren. Erste Anlaufstelle hierfür bildet das österreichische Hebammengremium. Bleibt man nach der Entbindung noch ein paar Tage im Krankenhaus, kümmern sich Stillberaterinnen und Hebammen auf der Wochenbettstation um ungeübte Eltern und ihren Nachwuchs.

Im Krankenhaus anmelden

Schwangere Frauen, die eine Spitalsgeburt planen, müssen sich im Krankenhaus ihrer Wahl anmelden. Die Fristen für die Anmeldung variieren von Krankenhaus zu Krankenhaus, daher sollte man rechtzeitig Informationen einholen. Hat man sich erstmal für ein Spital entschieden, besteht meistens die Möglichkeit direkt vor Ort einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen und die entsprechenden Räumlichkeiten zu besichtigen. Bei der Auswahl der Gebärposition kommt es vor allem darauf an, wie sich die gebärende Frau am wohlsten fühlt. Hier geht es nicht um richtig oder falsch. Die Position soll für die Frau in erster Linie angenehm sein und sie im Geburtsvorgang unterstützen. Wer möchte, kann während der Geburt die Stellung auch mehrmals wechseln. Zusätzlich zu einer bestimmten Körperhaltung, gibt es spezielle Hilfsmittel, die den Schmerz mindern und zur Entspannung der Mutter beitragen sollen.

Hilfsmittel und Gebärpositionen

Geburt im Liegen

Die gebärende Frau befindet sich in liegender oder leicht aufrechter Position im Entbindungsbett. Die Rückenlehne des Bettes kann verstellt werden, die Beine der Frau sind angewinkelt.

Gebärhocker

Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um einen Hocker, der mit einer Öffnung ausgestattet ist. Die werdende Mutter sitzt aufrecht, während sich der Partner oder die jeweilige Begleitperson direkt hinter der Gebärenden platzieren kann. Vorteil: die Schwerkraft arbeitet bei dieser Position sozusagen für die Frau mit.

Pezziball

Dieser findet sich in vielen Entbindungszimmern und wird meist in der Eröffnungsphase genutzt. Der Pezziball ist ein Gymnastik- bzw. Plastikball auf dem die Frau mit gespreizten Beinen aufrecht sitzt. Gestützt wird sie dabei von ihrem Partner oder der Begleitperson.

Sprosswand & Geburtsseil

Unter Zuhilfenahme von Geburtsseilen oder einer Sprossenwand, kann die werdende Mutter den Rücken entlasten. Viele Frauen schätzen es auch, dass sie sich während der Wehen an einem Gegenstand festhalten können.

Gebärrad

Darunter versteht man einen Stuhl, der in einem Rad befestigt ist und somit frei „schwebt“. Dieses Hilfsmittel wird vorwiegend in Schweizer Spitälern und vereinzelt bereits in Deutschland und Österreich eingesetzt.

Vierfüsslerstand

Wer die liegende Position als unangenehm empfindet, für den empfiehlt sich der Vierfüsslerstand. Unterstützt wird diese Position durch eine vorhandene Sprossenwand oder ein Geburtsseil.

Wassergeburt

Mittlerweile sind viele Geburtsstationen mit einem Wassergeburtsbecken ausgestattet. Das in etwa 38 Grad warme Wasser soll dabei helfen, die Geburt sanfter und entspannter zu durchleben. Ob man das Becken während der gesamten Geburt oder nur in der Austreibungsphase nutzt, bleibt der werdenden Mutter selbst überlassen. Vorteil der Wassergeburt: das Gewebe wird weich und elastisch, dies ermöglicht eine Damm-schonende Geburt.

Der Kaiserschnitt

Sofern medizinisch notwendig, können Kinder auch per Kaiserschnitt entbunden werden. Triftige Gründe, die für eine operative Entbindung sprechen sind beispielsweise eine Erkrankung der Mutter, Lageanomalie des Kindes, Nabelschnurvorfall, Plazentainsuffizienz, ungenügende Wehentätigkeit, Frühgeburt oder ein Schädel-Becken-Missverhältnis. Wenn es bei einer vaginalen Geburt zu unerwarteten Komplikationen kommt, kann auch in diesem Fall ein Not-Kaiserschnitt angeordnet werden.

Die Operation an sich wird unter Regionalanästhesie (in seltenen Fällen Vollnarkose) durchgeführt. Die Nerven der vom Eingriff betroffenen Regionen werden betäubt („Kreuzstich“), anschließend wird der Bauchraum mittels Schnitt geöffnet. Operation und Herausheben des Kindes dauern im Schnitt 30-45 Minuten. Nach einer Kaiserschnitt-Geburt müssen Mutter und Kind in etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben, da vor allem die Wundheilung der Mutter ausreichend beobachtet werden sollte. Einige Frauen fühlen sich nach dem Eingriff sehr erschöpft und benötigen daher Regeneration und eine gute Betreuung im Krankenhaus.

Eine empfehlenswerte Diskussion zum Thema findet sich auf Babyforum.at im Thema Kaiserschnitt vs. Normalgeburt.

Die natürliche Hausgeburt

Bei einer Hausgeburt bringt die schwangere Frau ihr Kind in den eigenen vier Wänden auf die Welt. Unterstützend steht ihr dabei eine Hebamme und im Idealfall auch der Partner oder eine Begleitperson zur Seite. Bei einer geplanten Hausgeburt stehen Mutter und Hebamme bereits während der ganzen Schwangerschaft in Kontakt. Es gibt regelmäßige Gespräche über den Geburtsablauf, die notwendigen Vorbereitungen und etwaige Risiken. Der Vorteil einer Hausgeburt liegt in der ruhigen und sehr intimen Atmosphäre. Die Frau erlebt die Geburt in ihrem gewohnten, vertrauten Umfeld und kann sich dadurch leichter entspannen.

Eine Hausgeburt wird nur dann durchgeführt, wenn die Schwangerschaft normal verläuft und keine Komplikationen zu erwarten sind. Bestehen berechtigte Zweifel, dann veranlasst die Hebamme noch in der Wehenphase einen Transport ins Krankenhaus. Aus diesem Grund sollten sich schwangere Frauen, die eine Hausgeburt planen, zur Sicherheit auch immer in einem Krankenhaus für die Geburt anmelden.

Gebären im Geburtshaus

In den meisten größeren Städten gibt es mittlerweile auch private Einrichtungen für die Geburt. Diese so genannten Geburtshäuser ermöglichen eine Entbindung in ruhiger, familiärer Atmosphäre. Die Ausstattung gleicht modernen Kreissaalzimmern, wenngleich die Anzahl medizinisch-technischer Geräte reduziert ist. Bei der Geburt selbst sind nur die betreuende Hebamme und der Partner, in seltenen Fällen auch ein Gynäkologe, anwesend. Kommt es zu Komplikationen werden Mutter und Hebamme mit dem Krankenwagen ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Dies bleibt jedoch die Ausnahme, da Frauen nur dann in Geburtshäusern entbinden dürfen, wenn die Geburt aller Voraussicht nach komplikationsfrei verläuft.

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