Was passiert im Kreißsaal?

Als wäre eine Schwangerschaft nicht schon aufregend genug – am Ende der neun Monate wartet wohl eines der spannendsten Erlebnisse, die eine Frau im Laufe ihres Lebens machen darf: die Geburt. Viel Gewissheit erhalten werdende Mütter im Vorfeld meist nicht. Sicher ist lediglich, dass keine Entbindung der anderen gleicht. Das liegt jedoch nicht nur an der Einstellung beziehungsweise dem Gesundheitszustand der Mutter, sondern auch am Geburtsort bzw. der gewählten Geburtsmethode.

Kinder erblicken auf unterschiedlichste Art und Weise das Licht der Welt: in den eigenen vier Wänden, im Geburtshaus, im Hebammenzentrum oder auf ganz konventionelle Art und Weise im Krankenhaus.  Der Großteil aller schwangeren Frauen entscheidet sich für eine Geburt im Spital beziehungsweise Krankenhaus. Sie fühlen sich dort meist gut aufgehoben, da im Notfall die optimale medizinische Versorgung gegeben ist. Dennoch sind gewisse Zweifel und Unsicherheiten vorhanden. Werdende Mamis können sich nicht so recht vorstellen, wie die Geburt  abläuft und was im Kreißsaal tatsächlich passiert. Viele Spitäler bieten daher regelmäßig die Möglichkeit, die Entbindungsstation und die einzelnen Gebärzimmer zu besichtigen. Entsprechende Informationsabende werden meist im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen oder auf der Website des Krankenhauses angekündigt. Die Anmeldung und Besichtigung ist im Regelfall kostenlos.

Wissenswertes

Der Kreißsaal ist der Ort an dem Mütter ihre Kinder zur Welt bringen. Angeblich leitet sich die Bezeichnung vom Wort „kreißen“, das soviel bedeutet wie „Wehen haben“ oder aber auch „schreien“, ab. Bis vor einigen Jahren wurden mehrere Mütter gleichzeitig zur Entbindung in einem einzigen Kreißsaal untergebracht. Sie mussten das einzigartige Erlebnis der Geburt miteinander teilen. Heutzutage stehen hingegen Privatsphäre und individuelle Betreuung von Mutter, Kind und Begleitperson im Vordergrund. Geburtstationen verfügen normalerwiese über mehrere, separate Geburts- oder Entbindungszimmer, die für die Geburt bestens ausgestattet sind. Manche Zimmer verfügen beispielsweise über eine Geburtswanne/ein Entbindungsbecken, während in anderen eine Sprossenwand vorzufinden ist.  Auf der Entbindungsstation werden Frauen von der Aufnahme bis hin zur Entlassung vom Krankenhauspersonal betreut. Dazu zählen eine oder mehrere Hebammen, Oberärzte, Assistenzärzte und das Pflegeteam. Bei Bedarf können verschieden Fachärzte wie Kinderarzt oder Anästhesist hinzugezogen werden.

Aufnahme & Voruntersuchungen

Wenn die Wehen intensiver werden und in immer kürzeren Abständen kommen, wird es Zeit fürs Krankenhaus. Der erste Weg führt jedoch nicht direkt in den Kreißsaal, sondern zur Aufnahme. Die meisten Frauen sind mit den räumlichen Gegebenheiten und den Abläufen bereits vertraut, da sie im Rahmen von Besichtigungen oder Geburtsvorbereitungskursen entsprechend informiert wurden. Direkt nach dem Eintreffen im Krankenhaus gilt es für die Hebamme oder den Arzt/die Ärztin, sich ein Bild vom Zustand der Mutter und des Kindes zu machen. Ein Aufnahmegespräch und einige Untersuchungen helfen dabei. 

  • Gespräch: Im Rahmen des Aufnahmegespräches können die werdenden Eltern noch einmal alles zur Sprache bringen, was an Fragen in Bezug auf die bevorstehende Geburt offen ist. Außerdem erfassen Ärzte/Ärztinnen oder Hebamme den aktuellen Zustand der Mutter. Sie werfen einen Blick in den Mutter-Kind-Pass, erkundigen sich nach dem bisherigen Schwangerschaftsverlauf und nach dem Abstand der Wehen. Schwangeren Frauen wird empfohlen sich bereits während der Schwangerschaft in einer Klinik ihrer Wahl zur Geburt anzumelden. Routinemäßig wird bei der Anmeldung ein Gespräch geführt, in dem bereits alle relevanten, gynäkologischen Daten der Mutter erfasst werden. Diese Informationen werden beim Geburtsaufnahmegespräch herangezogen – dadurch kann die Aufnahme schneller abgewickelt werden. 
  • CTG-Kontrolle: Gleichzeitig mit dem Aufnahmegespräch oder manchmal auch danach, werden Mutter und Kind an ein CTG-Gerät angeschlossen. CTG bedeutet Kardiotokographie. Mit Hilfe dieser Methode werden sowohl die Herztöne des Kindes (über die Bauchdecke der Mutter) als auch die Wehen-Intervalle aufgezeichnet.
  • Gynäkologische Untersuchung: Nach dem Aufnahmegespräch wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Die Hebamme kontrolliert die Öffnung und Beschaffenheit des Muttermundes. Außerdem wir die Lage des Kindes und die Qualität des Fruchtwassers beurteilt. Dies geschieht meist via Ultraschall. Anschließend können sich schwangere Frauen – je nach Geburtsphase – in einem Stationszimmer oder bereits im Entbindungszimmer niederlassen.

Gebärhocker, Geburtsseil & Co.

Spätestens wenn die Geburt unmittelbar bevorsteht, müssen sich Frauen entscheiden, wie sie entbinden wollen. Viele haben sich schon während der Schwangerschaft auf eine bestimmte Methode festgelegt, andere ändern ihre Meinung spontan während sie sich in den Wehen befinden. Der Großteil aller Entbindungszimmer verfügt über die gängigsten Entbindungsmöglichkeiten und Hilfsmittel. Dazu zählen: Kreißbett, Gebärhocker, Gebärseil, Sprossenwand, Pezziball, Wassergeburtsbecken oder Gebärrad. Wer möchte, kann sein Kind auch am Boden im Vierfüßlerstand auf die Welt bringen. Bei der Wahl der Entbindungsmethode geht es einzig und allein um das Wohlbefinden und die Bedürfnisse der werdenden Mutter. Sie entscheidet - ihre Begleitperson und das Klinikpersonal stehen unterstützend zur Seite. Direkt im Kreißsaal werden auch all jene Maßnahmen getroffen, die zur Schmerzlinderung beitragen sollen. Diese reichen von Akupunktur und Aromatherapie bis hin zur Injektion von Schmerzmitteln oder  der Verabreichung einer PDA. Auch für den Notfall ist im Kreißsaal vorgesorgt: sowohl Mutter als auch Kind können bei plötzlichen Komplikationen rasch behandelt werden; die erforderliche Infrastruktur beispielsweise eine Reanimationseinheit ist in jedem Entbindungszimmer vorhanden.

Nach der Geburt

Hat das kleine Wunder das Licht der Welt erblickt, dann sind alle Geburtsstrapazen überstanden und schnell vergessen. Frischgebackene  Eltern und ihr Nachwuchs können sich nach der Geburt noch 2-3 Stunden im Kreißsaal aufhalten. Sind Nachgeburtsphase und Untersuchung des Neugeborenen abgeschlossen, hat die junge Familie ausreichend Zeit, sich kennenzulernen und ein wenig zu kuscheln.  Außerdem hilft die Hebamme beim ersten Anlegen des Kindes an die mütterliche Brust und beim Stillen.

Mit Begleitung in den Kreißsaal

Werdenden Vätern, Freunden/Freundinnen oder anderen Begleitpersonen kommt im Kreißsaal eine undankbare Rolle zu. Sie wollen einerseits bestmöglich unterstützen und mithelfen, andererseits wissen sie, dass die Hauptarbeit einzig und allein bei der gebärenden Frau liegt. Wen die Frau zur Geburt mitnehmen will, das bleibt ihr selbst überlassen. Begleitpersonen sollten jedoch in jedem Fall von Anfang an Teil des Prozesses sein. Dies bedeutet auch, dass der Begleiter/die Begleiterin beim Geburtsvorbereitungskurs mitmacht, um sich bestmöglich auf die außergewöhnliche Situation einstellen zu können. Im Kreißsaal können Partner/Begleitpersonen außerdem folgendes tun:

  • Die gebärende Frau an die zuvor erlernte Atemtechnik erinnern bzw. diese mit ihr durchführen
  • Dafür sorgen, dass die werdende Mutter stets eine gemütliche Position einnimmt
  • Die Bedürfnisse und Wünsche der Gebärende vertreten, wenn es ihr selbst aufgrund der Schmerzen schwer fällt
  • Die Partnerin massieren oder streicheln, wenn sie das wünscht
  • Für eine angenehme Atmosphäre sorgen
  • Die Partnerin beruhigen, loben und auf ihre Emotionen eingehen

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