Wie verändert sich der Körper in der Schwangerschaft?

Es ist tatsächlich ein Wunder: wenn ein Spermium auf eine fruchtbare Eizelle trifft und es ihm gelingt, in diese einzudringen, entsteht neues Leben. Von diesem Zeitpunkt an läuft alles so gut wie automatisch. Der weibliche Körper ist darauf ausgelegt, den Nachwuchs 9 Monate durch die Schwangerschaft zu tragen und ihn mit all jenen Nährstoffen zu versorgen, die er für ein gesundes Wachstum braucht

Das wohl markanteste Merkmal einer Schwangerschaft ist der wachsende Bauch, schließlich benötigt der Sprössling viel Platz, um sich in Ruhe entwickeln zu können. Es ist jedoch nicht nur der Bauchumfang, der sich offensichtlich ändert. Eine Schwangerschaft ist für den weiblichen Körper so etwas wie ein positiver Ausnahmezustand. Schon zu Beginn des ersten Trimesters bemerken werdende Mütter zahlreiche Veränderungen, sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene. Es gilt, sich in der neuen Rolle zurechtzufinden und für die Entwicklung des Nachwuchses die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Wer über die Anforderungen und Symptome des Körpers Bescheid weiß, dem fällt es leichter, sich auf bevorstehende Veränderungen einzulassen. Mag sein, dass sich schwangere Frauen aufgrund der vielen Umstellungen im Körper manchmal gar nicht mehr wiedererkennen, dennoch lohnt es sich, auf den eigenen Körper zu vertrauen; der weibliche Organismus ist für die Zeit der Schwangerschaft nämlich bestens gerüstet.

Erste Anzeichen

Eine Schwangerschaft macht sich bei jeder Frau anders bemerkbar. Während die einen bald spüren, dass sie schwanger sind, erlangen andere erst nach einem Besuch beim Gynäkologen Gewissheit. Einige Frühanzeichen haben jedoch alle Schwanger gemeinsam:

  • sie fühlen sich ungewohnt müde oder erschöpft
  • sie leiden unter Morgenübelkeit
  • sie reagieren besonders sensibel auf bestimmte Gerüche und/oder Geschmacksrichtungen
  • sie stellen fest, dass ihre Monatsblutung ausbleibt
  • sie bemerken eine leichte Verfärbung der Brustwarzen
  • sie verspüren eine verstärkten Harndrang

Bauchumfang

Bis der Bauch anfängt zu wachsen, kann es bis zum Ende des ersten Trimesters dauern. Die Gebärmutter vergrößert sich schon zu Beginn der Schwangerschaft, das hat jedoch zu diesem Zeitpunkt noch keine Auswirkung auf die Größe des Bauchs. Zwischen dem 3. und dem 6. Schwangerschaftsmonat legt der Bauchumfang dann jedoch ordentlich zu. Die schönen, weiblichen Kurven verschwinden und auch das Gewicht verlagert sich naturgemäß nach vorne. In dieser Zeit sollte man besonderes Augenmerk auf die richtige Haltung legen, das beugt schwangerschaftsbedingten Rückenschmerzen vor. Im dritten Trimester legt das ungeborene Baby noch einmal einen ordentlichen Wachstumsschub hin und das macht sich auch am Bauch der Mutter bemerkbar. Der Nachwuchs fordert immer mehr Platz, Gewebe und Bänder beginnen sich zu dehnen, Schwangerschaftsstreifen können entstehen. Obwohl der Körper in dieser Phase ein erhöhtes Ruhebedürfnis hat, ist es für hochschwangere Frauen manchmal nachts schwer die richtige Liegeposition zu finden – viele haben das Gefühl, der große Bauch sei im Weg.  

Haut & Haare

Während einer Schwangerschaft läuft die Produktion von Hormonen auf Hochtouren. Das weibliche Hormon Östrogen spielt hierbei eine tragende Rolle und wirkt sich sowohl auf das Erscheinungsbild der Haut als auch auf die Struktur der Haare aus. Stumpfe Haare beginnen kraftvoll zu glänzen, dünnes Haar wirkt voller. Im Gesicht zeichnet sich ein rosiger Teint ab, die Haut scheint insgesamt gesünder und strahlender als zuvor. Glückliche Schwangere besitzen überdies eine besonders positive Ausstrahlung, die sich ebenso auf das äußere Erscheinungsbild auswirkt. An bestimmten Stellen wie z.B. Brustwarzen oder Genitalien verdunkelt sich der Hautton während der Schwangerschaft (Pigmentierung).  Am Bauch kann sich zusätzlich die so genannte Linea fusca bilden. Das ist ein dunkler Strich, der vom Schambein über den Bauchnabel bis hin zu den Brüsten sichtbar wird. Einige Wochen nach der Geburt ist von den Pigmentierungen nichts mehr zu sehen.

Brüste

Wer in freudiger Erwartung ist, wird feststellen, dass nicht nur der Bauch, sondern auch die Brüste wachsen. Der Körper bereitet sich auf die Stillzeit nach der Geburt vor und so beginnt sich das Brustgewebe zu dehnen. Brustwarzen und Warzenvorhöfe verdunkeln sich, der Umfang der Brust wird größer. In den Milchdrüsen wird bereits Muttermilch gebildet, diese wird jedoch erst dann in Form von Vormilch ausgeschüttet, wenn das Baby das erste Mal an den Brustwarzen saugt.

Verdauungsapparat

Verdauungsprobleme in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Der Organismus muss sich auf die Versorgung von Mutter und Kind umstellen, das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass während dem Verdauungsvorgang mehr Wasser entzogen wird. Somit kann es zu träger Darmtätigkeit und in Folge zu Verstopfung kommen. Schwangere sollten daher auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Bewegung an der frischen Luft und eine ballaststoffreiche Ernährung können außerdem dabei helfen, Verstopfung vorzubeugen. Die organischen Umstellungen im Magen-Darm-Trakt führen dazu, dass schwangere Frauen verstärkt unter Sodbrennen leiden. Gezielte Neutralisierung der Magensäure, z.B. durch Basenpulver (nach Absprache mit dem Arzt) oder ein Glas Milch, lindert die Beschwerden.

Körpergewicht

Werdende Mütter sollten vor allem auf eine nährstoffreiche und qualitativ hochwertige Ernährung achten; es ist nicht notwendig „für zwei zu essen“. Ärzte empfehlen während der gesamten Schwangerschaft eine Gewichtszunahme von 10-12 Kilogramm. Die zusätzlichen Pfunde sind jedoch nicht nur auf die vermehrte Nahrungsaufnahme, sondern auch auf andere Faktoren wie z.B. Wassereinlagerungen zurückzuführen. Im Idealfall legen schwangere Frauen langsam aber beständig an Gewicht zu. Im ersten Trimester verspüren wenige Frauen eine Veränderung des Körpergewichts, im zweiten Trimester können es dann schon bis zu 4 Kilo zusätzlich sein und im dritten Trimester darf man noch einmal mit 6-8 zusätzlichen Kilos rechnen. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um Richtwerte –wie viel eine schwangere Frau tatsächlich zunimmt, hängt vom Zusammenspiel einiger individueller Faktoren ab.

Kreislauf

Um die optimale Versorgung des ungeborenen Kindes zu gewährleisten, arbeitet das Herz-Kreislauf-System auf Hochtouren. Es kommt zur vermehrten Bildung von neuem Blut und bestimmte Bereiche des Körpers, allen voran die Gebärmutter, werden besser durchblutet. Insgesamt steigt auch der Flüssigkeitshaushalt. Dies kann im letzten Drittel einer Schwangerschaft zu Wasseransammlungen in den Beinen und einer sichtbaren Ausweitung der Venen (in Form von Krampfadern) führen.  Schwangere haben meist einen leicht erhöhten Puls und einen eher niedrigen Blutdruck – so wird die Zirkulation der erhöhten Blutmenge gewährleistet.

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