Wochenbett nach einem Kaiserschnitt

Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten und jene, die ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt brachten, erleben die Zeit im Wochenbett oftmals ganz unterschiedlich. In erster Linie sollen sich frisch gebackene Mütter natürlich von den Strapazen der Geburt erholen, im Falle eines Kaiserschnitts ist der Regenerationsbedarf jedoch erhöht, da es sich hierbei schließlich um eine große Operation im Bauchraum handelt.

Nachwirkungen der Geburt

Nach Schnittentbindungen bleiben Frauen länger auf der Wochenbett-Station, sie benötigen mehr Unterstützung im Haushalt und haben vergleichsweise länger mit den Nachwirkungen der Geburt zu kämpfen.

Eine umfassende Betreuung durch eine oder mehrere vertraute Bezugspersonen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erleichtert den Start in den neuen Alltag mit dem Kind. Zu diesem Netzwerk sollten eine Hebamme und eine nahestehende Person (Partner, Ehemann, beste Freundin) oder ein Familienmitglied (Mutter, Schwester, Tante, Schwiegermutter) zählen.

Die Hebamme kümmert sich um das Wohlergehen von Mutter und Kind und überprüft regelmäßig den Rückbildungs- beziehungsweise Heilungsprozess. Partner oder Schwiegermutter übernehmen inzwischen die grundlegenden Aufgaben im Haushalt und helfen der frisch gebackenen Mutter gegebenenfalls beim Aufstehen oder bei der Versorgung des Babys.

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Operative Geburt

Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff bei dem ein Kind nicht vaginal entbunden, sondern aus der Bauchdecke der Mutter gehoben wird. Er wird routinemäßig in Krankenhäusern angeboten und durchgeführt. Die Kaiserschnittrate auf Österreichs Entbindungsstationen liegt derzeit bei etwa 30% und entspricht damit dem europäischen Durschnitt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt jedoch eine Senkung der Kaiserschnittrate auf 10%-15%. Das würde bedeuten, dass Schnittentbindungen wirklich nur mehr durchgeführt werden, wenn dies medizinisch indiziert ist. Wunschkaiserschnitte (z.B. aus Angst vor den Geburtsschmerzen) würden dann der Vergangenheit angehören.

Ein Kaiserschnitt findet nicht im Kreißzimmer, sondern in den Operationsräumlichkeiten der Geburtenstation statt. Neben einer Hebamme und einem Arzt/einer Ärztin sind außerdem Pflege-/Operationspersonal und ein Anästhesist/eine Anästhesistin anwesend. Nach Absprache ist es dem Geburtsbegleiter ebenfalls möglich bei der Operation anwesend zu sein, um die werdende Mutter zu unterstützen. Nach einer Betäubung der unteren Körperhälfte (Peridural- oder Epiduralanästhesie), wird der Bauchraum desinfiziert und die Bauchdecke mit einem horizontalen Schnitt geöffnet. Es gibt unterschiedliche Arten der Schnittführung, die sich auf den Heilungsverlauf auswirken können.

Folgen

Da es sich bei einem Kaiserschnitt um einen operativen Eingriff handelt, sind damit auch entsprechende Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen verbunden. Nach der Schnittentbindung fühlen sich viele Frauen matt, erschöpft und leiden zusätzlich an Wundschmerzen. Schließlich wurden mehrere Gewebs- und Muskelschichten durchtrennt, um das Baby aus dem Körper der Mutter zu heben. Diese müssen nun erst wieder zusammenwachsen und ausheilen. Frisch gebackenen Müttern kann es nach einem Kaiserschnitt schwerer fallen, ihr Baby zu versorgen.

Selbst kleine Bewegungen wie z.B. das Aufrichten im Bett sind in den ersten Tagen schmerzhaft. Für manche Frauen ist es auch sehr anstrengend, ihr Kind hoch zu heben oder zu stillen. In solchen Situationen ist die Unterstützung des Partners oder einer vertrauten Person gefragt. Viele Wochenbettstationen bieten so genannte Familienzimmer. Hier können sich Mutter und Neugeborenes von den Strapazen der Geburt erholen, während eine Begleitperson, die ebenfalls im Zimmer untergebracht ist, unterstützend zur Seite steht.

Selbstverständlich stehen auch Hebammen und Pflegepersonal in den ersten Tagen mit Rat und Tat zur Seite. Nach Kaiserschnitt-Entbindungen gilt ohnehin eine längere Regenerationszeit. Es empfiehlt sich, bis zu 6 Wochen nach der Geburt körperliche Anstrengungen (schweres Heben, Tragen von schweren Gegenständen, schwere Hausarbeit) zu meiden und erst danach wieder langsam, damit zu beginnen. Ausreichende Schonung stellt eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Wundheilung dar.

Wochenbettpflege

Ungefähr 2 Stunden nach dem Kaiserschnitt werden Mutter und Kind auf die Wochenbettstation verlegt. Dort bleiben sie, je nach Gesundheitszustand und Wohlbefinden, 4-7 Tage. Entlassungen innerhalb von 24 Stunden oder frühzeitige Entlassungen sind grundsätzlich auch nach einer Schnittentbindung möglich, jedoch eher die Ausnahme. Wer das Krankenhaus tatsächlich früher verlassen möchte, der muss bereits im Vorfeld Unterstützung für zu Hause organisieren. In den ersten Tagen benötigen Frauen nämlich sehr viel Hilfe, auch die Rückbildung und Wundheilung muss regelmäßig von einer Hebamme kontrolliert werden.

Direkt nach der Geburt beginnt das eigentliche Wochenbett, das sich vom herkömmlichen Wochenbett ein wenig unterscheidet, da sich frisch gebackene Mütter von einer Entbindung und von einer Operation erholen müssen. Wenige Stunden nach dem Kaiserschnitt werden Frauen ermutigt, sich zum ersten Mal vorsichtig zu bewegen. Je nach Zustand der Patientin bedeutet dies, sich im Bett aufzurichten oder mit Unterstützung schon ein paar Schritte zu gehen.

Schmerzen und Narbe

Zur besseren Bewältigung der Schmerzen werden häufig auch schmerzstillende Medikamente verabreicht, die die Muttermilch nicht belasten. 24 Stunden nach der Operation werden im Normalfall Blasenkatheter und falls vorhanden Drainagen entfernt. Außerdem wird die Wunde/die Kaiserschnittnarbe kontrolliert und im Normalfall auch schon der Verband abgenommen. Wer möchte, erhält jedoch auch weiterhin einen kleineren Verband, der die Wunde vor Reibung schützt. Die Aufgabe der Hebamme ist es in dieser Zeit, die frisch gebackene Mutter in der Versorgung des Kindes zu unterstützen. Sie gibt Tipps bei Stillproblemen und zeigt ihr welche Positionen sie einnehmen kann, ohne mit dem Kind auf die Narbe zu drücken.

Aufarbeitung des Erlebten

Wichtiger Bestandteil der Wochenbettpflege ist außerdem die Aufarbeitung des Erlebten. Nicht immer läuft die Geburt so, wie man es sich vorgestellt hat. Vor allem an ungeplanten Kaiserschnitten in Folge einer Notsituation haben viele Frauen zu knabbern. Kommen dann auch noch Stillprobleme hinzu, kann sich unter die Freude über den Nachwuchs echte Trauer mischen. Hebammen versuchen daher besonders nach einer Schnittentbindung eine vertraute Atmosphäre für Gespräche zu schaffen, um jeder Frau die Möglichkeit zu geben, die Geburt emotional zu verarbeiten. Auch spätes Bonding hilft dabei, rasch mit sich und dem eigenen Geburtserlebnis ins Reine zu kommen.

Rückbildung

Weiters kontrollieren Hebammen im Wochenbett das Voranschreiten des Rückbildungsprozesses. Genau so wie bei einer natürlichen Geburt, dauert es einige Wochen bis sich die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe verkleinert. Neben der Überprüfung des Fundusstandes wird sich die Hebamme auch nach dem Wochenfluss erkundigen. Er tritt nach einem Kaiserschnitt ebenfalls auf, ist jedoch nicht so intensiv wie nach einer natürlichen Entbindung.

Frauen selbst können zum Rückbildungsprozess auch etwas beitragen. Bereits wenige Tage nach der Entbindung dürfen sie mit leichten Übungen aus der Rückbildungsgymnastik beginnen, allerdings nur in Absprache mit der Hebamme oder dem betreuenden Arzt/der betreuenden Ärztin. Auf vielen Wochenbettstationen gibt es die Möglichkeit, mit einem Physiotherapeuten/einer Physiotherapeutin zu sprechen und von ihm/ihr gewisse Übungen zu erlernen. Gerade nach einem Kaiserschnitt empfiehlt sich ein sanftes sowie auf die Persönlichkeit zugeschnittenes Programm, schließlich sind Schmerzempfinden und Wundheilung sehr individuell.

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