Das richtige Krankenhaus finden

Der Großteil aller Mütter entbindet in einem Krankenhaus oder einem Spital. Und gerade in diesem Zusammenhang haben schwangere Frauen oft die Qual der Wahl. Um sich einen Platz in der Wunsch-Klinik sichern zu können, muss man sich manchmal schon in den ersten Schwangerschaftswochen für die Geburt anmelden. Doch was zeichnet ein gutes Krankenhaus aus? Woher wissen Schwangere, dass sie während der Entbindung erstklassig betreut werden? Worauf sollte man bei Ausstattung und Pflegepersonal achten?

Es sind viele Fragen, die die Wahl des „richtigen“ Krankenhauses aufwirft. Grundsätzlich gilt: Schwangere sollten sich nicht unnötig unter Druck setzen und die Entscheidung gemeinsam mit dem Geburtspartner und/oder FreundInnen besprechen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen, die bereits entbunden haben, kann ebenfalls sehr wertvoll sein. Hebammen empfehlen unsicheren Frauen, sich einerseits von ihrem Bauchgefühl leiten zu lassen, andererseits jedoch alle relevanten Fakten in die Entscheidung mit einzubeziehen.  Vorstellungen und Erwartungen an den Geburtsort sind von Frau zu Frau unterschiedlich, dennoch gibt es ein paar Faktoren, die Aufschluss darüber geben, ob das Krankenhaus mit den individuellen Bedürfnissen übereinstimmt oder nicht.

Neugeborenes im Krankenhaus

Nähe zum Wohnort

In städtischen Gebieten spielt die Nähe zur eigenen Wohnung, in ländlicheren Gebieten die Entfernung vom Wohnort eine große Rolle. Viele Frauen möchten so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben, um dort die ersten Wehen in Ruhe zu erleben. Andere legen auf möglichst kurze Fahrwege wert, damit sie das Geburtskrankenhaus im Notfall auch alleine erreichen können. In beiden Fällen wäre es ratsam, sich für die Geburt in einem nahegelegenen Spital anzumelden. Liegt die Wunscheinrichtung jedoch etliche Kilometer entfernt, sollten sich jede Schwangere überlegen, ob sie den Weg dorthin trotz Wehen auf sich nehmen möchte und wie sehr sich die zu überwindenden Distanz auf das Wohlbefinden direkt vor der Geburt auswirkt. Ein oder zwei Probefahrten zum Krankenhaus während der Schwangerschaft helfen dabei, die Fahrtzeit und potentielle Verkehrsbehinderungen (z.B. Pendlerverkehr, Einbahnstraßen, Baustellen) realistisch einzuschätzen.

Ausstattung

Geburtsstationen in Krankenhäusern oder Spitälern sind im Normalfall bestens ausgestattet – sie entsprechend sowohl aktuellen medizinischen Standards als auch den Anforderungen einer natürlichen und persönlichen Geburtsbegleitung. Während vor einigen Jahren noch mehrere Frauen in einem Kreißsaal entbinden mussten, stehen heute meist voneinander abgetrennte Geburtszimmer zu Verfügung. Die Zimmer sind häufig liebevoll und in warmen Farben gestaltet. Gebärende sollen sich in erster Linie wohl fühlen, der typische Krankenhauscharakter so weit wie möglich in den Hintergrund rücken. Welche Hilfsmittel Frauen während der Geburt nutzen können (z.B. Gebärseil, Geburtshocker) und welche Methoden der Schmerzlinderung angeboten werden, variiert von Krankenhaus zu Krankenhaus.

Die wichtigsten Fragen

Wer sich selbst ein Bild von der Einrichtung möchte, der hat die Möglichkeit, noch während der Schwangerschaft eine oder mehrere Informationsveranstaltungen zu besuchen. Diese finden direkt im Krankenhaus statt und beinhalten meist eine Führung durch die Entbindungsstation. Zusätzlich bietet sich hier die Gelegenheit folgende Fragen zu stellen, die sich bei der Entscheidungsfindung als hilfreich erweisen.

Fragen rund um die Geburt

  • Darf ich einen oder mehrere Geburtspartner mitbringen? Darf ich meine Begleitperson in den Kreißsaal mitnehmen?
  • Besteht die Möglichkeit einer ambulanten Geburt?
  • Welche Formen der Schmerzlinderung (Schmerzmittel, PDA, natürliche Heilmittel) werden angeboten?
  • Welche Entbindungsmöglichkeiten gibt es  (Gebärseil, Sprossenwand, Gebärhocker, Wassergeburtsbecken)?
  • Darf ich mich während der Geburt bewegen und/oder meine Gebärposition frei wählen?
  • Darf ich persönliche Gegenstände (Musik-CD, Duftlampe, Kuschelpolster etc.) mitbringen?
  • Wie sieht die Betreuungsdichte aus (wie viele Gebärende werden von einer Hebamme betreut?)
  • Wie sieht die medizinische Versorgung im Notfall aus?

Fragen zur Betreuung und Unterbringung nach der Geburt

  • Wie lange darf ich mich nach der Geburt im Kreißsaal aufhalten?
  • Besteht die Möglichkeit des „rooming in“? Dürfen mein Partner und mein Baby in den ersten Tagen nach der Geburt in meinem Zimmer übernachten?
  • Gibt es Stillberaterinnen im Krankenhaus? An wen kann ich mich bei Stillproblemen im Wochenbett wenden?
  • Welche Besuchszeiten gibt es?

Medizinische Versorgung

Im Normalfall ist eine Geburt ein natürlicher Vorgang, der sowohl im Krankenhaus als auch in einem Geburtshaus, einem Entbindungsheim oder den eigenen vier Wänden statt finden kann. Die optimale Versorgung rund um die Entbindung ist dennoch für viele schwangere Frauen ein wichtiges Thema. In europäischen Krankenhäusern herrscht ein ausgesprochen hoher medizinischer Standard, kommt es zu unerwarteten Komplikationen, können ÄrztInnen und Pflegepersonal schnell reagieren.

Frauen mit einer Risikoschwangerschaft oder anders gelagerten, speziellen Bedürfnissen, sollten sich daher für ein Krankenhaus entscheiden, welches über eine gute Infrastruktur verfügt und so ein Höchstmaß an medizinischer Versorgung bieten kann. Es ist jedoch nicht nur das Wohlbefinden der Mutter, welches im Mittelpunkt des Interesses steht. Im Notfall werden Neugeborene im Kreißsaal erstversorgt und dann, je nach Indikation, auf die entsprechende Abteilung verlegt. Manche Krankenhäuser verfügen auch über einen direkten Anschluss an eine Kinder-Intensiv-Station.

Stammzellen aus der Nabelschnur

Wussten Sie, dass die Nabelschnur Ihres Kindes eine einzigartige und wertvolle Stammzellquelle ist? Nutzen Sie die einmalige Chance bei der Geburt und informieren Sie sich rechtzeitig vorher über ein Stammzelldepot. Die Gesundheit des eigenen Kindes ist allen Eltern ein großes Anliegen. Leider wissen noch immer viel zu viele nicht, dass sie für die Gesundheit ihres Kindes auch medizinisch vorsorgen können – durch ein Stammzelldepot bei einer Stammzellbank.

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich über diese wichtige Vorsorge vor der Geburt zu informieren. Dann kann Ihr Kind von der Medizin der Zukunft profitieren.

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Statistiken und Empfehlungen

Statistiken zu bestimmten Gebärpositionen oder Dammschnittraten geben Auskunft darüber, wie oft bestimmte Verfahren oder Maßnahmen im jeweiligen Krankenhaus zur Anwendung kommen. Folgende Fragen sollten werdende Eltern/schwangere Frauen bei einem Informationsabend oder Aufnahmegespräch stellen:

  • Wie viele Kaiserschnitte werden pro Jahr durchgeführt? Wie viele davon waren medizinisch gesehen absolut notwendig?
  • Wie hoch ist die Dammschnittrate (sollte 20% nicht übersteigen)?
  • Ab welchem Zeitpunkt wird eine Geburt eingeleitet und auf welchem Weg?
  • Wird vor der Geburt ein Einlauf verabreicht?
  • Wie häufig wird eine PDA durchgeführt/ist ein Anästhesist permanent in Rufbereitschaft?
  • Wird die natürliche Schmerzlinderung in Form von Akupunktur, Aromatherapie etc. gefördert?
  • Wie viele Babys kommen jährlich zur Welt? Wie viele davon werden ambulant geboren?

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen entpuppen sich in vielen Fällen als wertvolle Entscheidungshilfe. Zusätzlich ist es ratsam, sich an Frauen zu wenden, die bereits in der entsprechenden Klinik entbunden haben. Zahlreiche Eltern-Foren im Internet als auch Geburtsvorbereitungskurse eignen sich hier als Schnittstelle, um andere werdende Mütter kennenzulernen. Vielfach gibt es auch Empfehlungen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, die berücksichtigt werden sollten.

Individuelle Bedürfnisse

Auch wenn noch soviele Informationen gesammelt wurden, am Ende des Tages zählen immer die individuellen Bedürfnisse der schwangeren Frau. Je entspannter die Geburtsumgebung und je vertrauter die Gebärende mit den Gegebenheiten, desto höher stehen die Chancen auf eine schöne, komplikationsfreie Entbindung. Wer auf persönliche Betreuung besonders Wert legt, dem steht auf Wunsch eine Hebamme oder Doula (Geburtsbegleiterin) zur Seite. Sie begleiten Frauen durch die Schwangerschaft und sind als Vertrauenspersonen auch bei der Geburt anwesend. Allerdings ist auch hier im Vorfeld zu klären, ob das Krankenhaus die Mitnahme einer eigenen Hebamme/Doula akzeptiert oder nicht. Auch das kann die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Einrichtung beeinflussen.

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