Meine Brust fühlt sich hart an – habe ich einen Milchstau?

Ob es sich tatsächlich um einen Milchstau handelt, hängt ein wenig davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Verhärtung auftritt und wie lange sie bestehen bleibt. Wenige Tage nach der Geburt findet der Milcheinschuss statt – in dieser Phase ist die Brust geschwollen, prall und fühlt sich gelegentlich hart an. Die Schwellung geht üblicherweise innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden wieder zurück. Wenn sich Verhärtungen mehrere Wochen nach der Entbindung bemerkbar machen, dann hast du vermutlich einen Milchstau. Das ist eine Komplikation, von der Stillende relativ häufig betroffen sind und die sich im Rahmen einer Stillkarriere auch regelmäßig wiederholen kann.

Was ist ein Milchstau?

Ein Milchstau ist, wie der Namen schon erahnen lässt, eine Anstauung von Muttermilch in den Milchgängen. Die weibliche Brust besteht neben Drüsengewebe, Muskeln und Fett aus einem Hauptmilchgang und vielen kleineren Milchgängen. Diese breiten sich radial um die Brust aus und laufen auf die Brustwarze zu. Wird die Brust nun unzureichend entleert oder entsteht an einer bestimmten Stelle großer Druck z.B. durch enge Kleidungsstücke oder ein Tragetuch, kann die Milch nicht mehr fließen.

Es kommt zu einer Ansammlung von Milch im Milchgang, die sich zu einem großflächigeren Milchstau entwickeln kann. Ein Milchstau an sich ist unangenehm, schmerzhaft und meistens eine sehr lästige Angelegenheit. Wird er jedoch erkannt und behoben, ist der Spuk auch relativ schnell wieder vorbei. Wichtig: ein unbehandelter Milchstau kann in eine Brustentzündung übergehen. Darunter versteht man eine ernst zunehmende Störung im Stillprozess, die zumeist medikamentös behandelt werden muss.

So erkennst du einen Milchstau

Je eher ein Milchstau erkannt wird, desto besser. Gerade am Anfang der Stillzeit sind Frauen mit ihrer Aufmerksamkeit ganz woanders. Der Alltag mit dem Baby will organisiert werden, die Nächte werden zu Tagen, Besucher stehen vor der Tür und auch so fühlt sich alles ziemlich ungewohnt an. Anfängliche, kleine Verhärtungen in der Brust werden dann ignoriert oder fallen vielleicht gar nicht auf. Erst wenn die Stauung größer oder sichtbar wird und der Stillvorgang schmerzhaft ist, werden Mamas hellhörig. Eindeutige Anzeichen für einen Milchstau sind:

  • Gebietsweise Verhärtungen der Brust oder Knoten, die bei Berührung schmerzen.
  • Eine Rötung der Haut, die an jener Stelle auftritt, an der sich die Brust hart anfühlt.
  • Gelegentlich ist die Brust am betroffenen Areal auch heiß oder deutlich erwärmt.
  • Das Ansaugen des Babys wird als schmerzhaft empfunden. Es kann auch vorkommen, dass der gesamte Stillvorgang Schmerzen bereitet.
  • Die Lymphknoten unter den Achseln sind geschwollen.

Da die Symptome einer Brustentzündung (Mastitis) und jene eines Milchstaus relativ ähnlich sind, bedarf es einer klaren Abgrenzung. Den Unterschied macht häufig der Allgemeinzustand der stillenden Mutter. Fühlt sie sich trotz Verhärtung in der Brust gut und lassen sich die Beschwerden erfolgreich therapieren, handelt es sich um einen vergleichsweise harmlosen Milchstau. Klingen die Symptome nach 2-3 Tagen aber nicht ab und kommen Fieber, Schüttelfrost sowie Abgeschlagenheit hinzu, deutet dies auf eine Brustentzündung hin. In so einem Fall sind ärztliche Hilfe und medikamentöse Unterstützung gefragt.

Junge Mutter stillt ihr Baby

Das kannst du dagegen tun

Mit etwas Geschick und dem richtigen Wissen kannst du einen Milchstau selbst behandeln. Idealerweise kontaktierst du auch deine Hebamme oder eine Stillberaterin. Sie können dir Massagetechniken zeigen, die die Milch wieder in Fluss bringen. Außerdem ist es einfach ein gutes Gefühl, wenn dir in so einer Situation eine kompetente Vertrauensperson zur Seite steht. Der erste Rat, den Hebammen bei einem Milchstau üblicherweise geben, ist folgender: Stillen so oft es geht und sich viel Ruhe gönnen. Beides hilft dabei, den Stau zu lösen.

In der Akutphase solltest du dein Baby etwa alle zwei Stunden anlegen. Achte dabei auch immer darauf, dass es an jener Brust zuerst saugt, an der es die letzte Stillmahlzeit beendet hat. So wird die Brust schön entleert und einem weiteren Stau vorgebeugt. Und ja, das Saugen des Babys während eines Milchstaus ist unangenehm, manchmal sogar richtig schmerzhaft. Aber Stillen ist sozusagen eine natürliche Therapie. Sobald sich die Milch nicht mehr staut, schmerzt das Stillen auch nicht mehr. Nichts und niemand leert die Brust so effektiv wie dein Baby. Also, Augen zu und durch!

Folgende Maßnahmen haben sich ebenso als hilfreich erwiesen:

Die Brust ausstreichen

Während das Baby saugt, die verhärtete Stelle sanft massieren und ein wenig in Richtung Brustwarze ausstreichen. Das führt zu einer Lockerung des Gewebes und dazu, dass die Milch leichter abfließen kann.

Wärme vor dem Stillen, Kälte nach dem Stillen

Manche kennen das Prinzip schon: Wärme vor dem Stillen, Kälte nach dem Stillen. Ein warmer Wickel oder ein Kirschkernkissen regt den Milchfluss an. Zur Not kannst du vor dem Stillen auch einfach duschen oder die betroffene Stelle mit einem warmen Waschlappen wärmen. Wenn das Baby satt ist, sollte die Brust schnellstmöglich gekühlt werden. Dazu eignen sich kalte Kompressen, Cool Packs oder aber auch Auflagen (z.B. Spucktücher) mit kaltem Topfen. Manche Hebammen schwören auch auf Wirsing oder Kohl. Die Blätter des Gemüses werden auf die Verhärtung oder um die ganze Brust gelegt. Das hat einen kühlenden Effekt.

Hilfreiche Brustmassage

Eine Brustmassage wirkt ebenso Wunder und hilft, den Milchfluss anzuregen. Die La Leche Liga (das ist eine weltweit tätige Non-Profit Organisation, die das Stillen fördert) empfiehlt die so genannte Marmet-Technik. Das ist eigentlich eine Anleitung zur Gewinnung von Muttermilch per Hand. Im Vorfeld wird die Brust jedoch nach einem bestimmten Bewegungsablauf massiert. Wer die Technik beherrscht, kann sie auch gut zwischendurch oder unter einer warmen Dusche anwenden.

Häufiges Anlegen

Häufiges Anlegen ist bei einem Milchstau ideal. Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass dein Baby einfach zu müde ist, um zu trinken. Dann solltest du die Milch selbst gewinnen. Du kannst ein wenig Milch abpumpen oder manuell ausstreichen. Aufgrund der Schmerzen bevorzugen viele Frauen die Milchgewinnung per Hand, da sie den Druck besser kontrollieren und einfach aufhören können, wenn das Ausstreichen zu sehr schmerzt.

Stillverträgliche Schmerzmittel

Stillverträgliche Schmerzmittel wie Mexalen oder Ibuprofen lösen zwar nicht den Milchstau, aber sie erleichtern dir den Alltag z.B. wenn du beim Stillen große Schmerzen hast oder dich ein wenig ausruhen möchtest. Bitte kläre die Einnahme vorab mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder deine Hebamme ab.

Ruhe und Schonung

Ein Milchstau deutet immer auch darauf hin, dass etwas nicht ganz rund läuft, du vielleicht im Stress bist oder unter Schlafmangel leidest. Stillberaterinnen raten betroffenen Müttern daher zur Selbstfürsorge. Alles was dir hilft, dich zu entspannen und ein wenig zur Ruhe zu kommen, wird dir im weitesten Sinn auch bei der Bewältigung eines Milchstaus helfen. Partner, Freunde und Großeltern dürfen gerne im Haushalt unterstützen und dir dein Baby auch einmal für zwei Stunden abnehmen. Manche Frauen ziehen sich bei einem Milchstau einfach für 1-2 Tage samt Baby ins Bett zurück. Sie stillen häufig, schlafen und genießen die ungestörte Zweisamkeit. Oft erledigt sich das Problem dann wie von selbst.

Vorbeugung

Einen Milchstau kann man im Regelfall recht gut behandeln, aber noch besser ist es natürlich, wenn es gar nicht so weit kommt. Vorbeugung bedeutet in diesem Fall schlicht und ergreifend Stressprävention. Hektik und Unruhe sollten in der ersten Zeit mit Baby ohnehin nichts zu suchen haben, aber manchmal kann der Alltag auch unbarmherzig sein. Das Schlafverhalten von Babys ist sehr unregelmäßig, sie unterscheiden in den ersten 6-8 Monaten nicht zwischen Tag und Nacht. Schlafmangel und Erschöpfung seitens der Mutter sind meist die Folge. Viele Besuche im Wochenbett oder auch danach, Hausarbeit und die Betreuung von Geschwisterkindern können ebenso zu einer emotionalen Anspannung führen wie existenzielle Sorgen, Selbstzweifel und Gefühle der Überforderung (die übrigens in dieser Zeit ganz normal sind).

Trinkt das Baby zusätzlich unregelmäßig an der Brust oder lässt es Mahlzeiten sogar aus, beispielsweise weil es in der Nacht plötzlich länger schläft, kommen einige Faktoren zusammen, die einen Milchstau begünstigen. Manche Frauen sind dafür eher anfällig als andere. Es ist daher auch wichtig, dass du in Bezug auf deinen emotionalen und körperlichen Zustand ehrlich bist. Fühlst du dich erschöpft, mach eine Pause. Bist du überfordert, bitte Partner und Freunde um Hilfe. Ist deine Brust schon prall oder hart, lass dein Baby daran saugen oder streiche etwas Milch mit der Hand aus. Im Grunde genommen sind es ganz einfache Maßnahmen, die du treffen kannst. Sie beugen nicht nur einem Milchstau vor, sie führen insgesamt dazu, dass du mit deinem Baby eine entspannte Stillzeit erlebst.

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