Der Alltag mit dem Neugeborenen

Nach neun Monaten ist es endlich soweit: die Geburt ist überstanden, die frischgebackenen Eltern und der Nachwuchs haben sich schon ein wenig kennengelernt, das Glück über den gesunden Neuankömmling lässt alle Strapazen der vergangenen Stunden und Monate vergessen. Nun gilt es, sich auch in den eigenen vier Wänden auf die neue Situation einzustellen.

Für jene Eltern, die das häusliche Wochenbett bevorzugen, beginnt der Alltag mit dem Neugeborenen schon etwas früher. Wer nach der Geburt noch einige Tage auf der Wochenbettstation des Krankenhauses verbringen möchte, wird von Hebammen und Pflegepersonal unterstützt. Ziel ist es, frisch gebackenen Müttern zu mehr Sicherheit im Umgang mit dem Säugling zu verhelfen. So genannte Rooming-In Lösungen ermöglichen es dabei auch den Vätern, eine aktive Rolle einzunehmen. Ob Krankenhausaufenthalt, ambulante oder außerklinische Geburt – früher oder später wird die junge Familie in einen vollkommen neuen Lebensabschnitt entlassen. Dann tritt nämlich genau jene Situation ein, auf die man sich monatelang liebevoll vorbereitet, die man so sehr herbeigesehnt hat.

Junge Mutter hält Baby auf der Brust

Gemeinsame Routine entwickeln

Erfahrene Mütter und Väter können ein Lied davon singen: der frisch geschlüpfte Nachwuchs macht unheimlich glücklich, verlangt seinen Eltern aber auch einiges ab. Vor allem in Hinblick auf die ersten Wochen sollte man keine großen Erwartungen an sich und das Baby haben. Es ist eine Zeit des Kennenlernens, des Herantastens an einen gemeinsamen Alltag und eine Phase, die ganz und gar vom „Mutter- und Vater sein“ ausgefüllt ist. Hebammen empfehlen, so offen und flexibel wie möglich an die Sache heranzugehen. Umso besser es Eltern gelingt, zu akzeptieren, dass in den ersten Wochen eben nichts plan- oder strukturierbar ist, desto harmonischer kann sich der Alltag mit dem Baby einspielen.

Neugeborene halten sich nicht an Regeln, Tageszeiten oder an die Bedürfnisse von Mama und Papa. Sie haben ihren ganz eigenen Willen, wenngleich sie diesen natürlich noch nicht bewusst durchsetzen. Säuglinge geben lediglich ihren Instinkten nach. Sie melden sich, wenn sie Hunger haben, quengeln, wenn sie schlafen möchten und lassen ihren Blick aufmerksam umherstreifen, wenn sie ihre Umgebung erkunden wollen. Außerdem beschweren sie sich gelegentlich über eine volle Windel oder zu wenig Aufmerksamkeit. So weit, so überschaubar.

Strukturen geben Geborgenheit

Dennoch ist es vollkommen normal, wenn sich frisch gebackene Eltern davon zunächst überfordert fühlen. Schließlich müssen sie sich vorübergehend von einigen alten Gewohnheiten (wie z.B. Ausschlafen am Morgen, Kino- oder Fernsehabende, sportliche Hobbys, Treffen mit Freunden etc.) verabschieden und sich in die neue „Versorger“-Rolle einfinden. Wenn man so möchte, ist ein Neugeborenes nämlich der schönste Full-Time-Job der Welt.

So chaotisch die ersten Wochen auch sein mögen, sie gehen vorbei. Mit der Zeit entwickeln Eltern und Nachwuchs ein gutes Gespür füreinander und schön langsam stellt sich eine gewisse Routine ein. Je älter Babys werden, desto eher gelingt es ihnen auch, sich an „unsere“ Welt anzupassen. Sie verstehen allmählich besser, wann die Zeit für Schlafen, Essen oder Spielen gekommen ist. Gewisse Strukturen und Routinen wirken sich sogar positiv aus. Sie geben den Kindern Halt und sorgen für Geborgenheit.

Stillen oder Füttern

Die Nahrungsaufnahme ist eines der elementarsten Bedürfnisse des neuen Erdenbürgers/der neuen Erdenbürgerin. Er/sie benötigt rund um die Uhr Nährstoffe und Energie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allen Frauen ihr Baby zumindest in den ersten 6 Monaten nach der Geburt ausschließlich zu stillen. Vorausgesetzt, es ist der Wunsch der Mutter und es spricht aus medizinischen Gründen nichts dagegen. Neugeborene benötigen etwa 8-12 Stillmahlzeiten pro Tag. Die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind individuell verschieden. Grundsätzlich kann man jedoch davon ausgehen, dass der Nachwuchs alle 2-3 Stunden angelegt wird. Eine Ausnahme bildet dabei die heiße Jahreszeit: im Sommer verlangen Babys manchmal in kürzeren Abständen nach der Brust, da sie mehr schwitzen und einfach durstig sind.

Harmonische Stillbeziehung aufbauen

Die Milchproduktion reguliert der weibliche Körper ganz von selbst und sozusagen auf Nachfrage. Menge und Gehalt der Muttermilch passen sich auch immer den Bedürfnissen des Kindes an. Durchlebt es gerade einen Wachstumsschub, erfordert dies beispielsweise ein häufigeres Anlegen an die Brust. In den ersten Wochen geht es also darum, eine harmonische und glückliche Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind zu etablieren. Mütter verbringen den Großteil ihres Alltages beim Stillen, die Abstände verringern sich, sobald zusätzlich Beikost gefüttert wird. Hebammen raten in der ersten Zeit zu viel Ruhe und Geduld. Hektische Tagesabläufe können die Milchbildung beeinträchtigen und zur Verunsicherung des Babys führen.

Mit Milchersatznahrung füttern

Für Mütter, die Milchersatznahrung füttern, gelten im Grunde genommen die gleichen „Regel“ wie für stillende Mütter. Lediglich auf die Menge der Milch ist zu achten. Wie viel der Nachwuchs im Rahmen einer Mahlzeit beziehungsweise mit einem Fläschchen bekommen soll, ist auf der Packungsanleitung nachzulesen. Die Zubereitung erfordert etwas mehr Zeit als das Anlegen an die Brust und kann vor allem in der Nacht als störend empfunden werden.

Schlafen

Kaum ist das eine Bedürfnis im tatsächlichen Wortsinn gestillt, gehen viele Babys zur Erfüllung des nächsten Bedürfnisses über: sie schlafen. Manche dösen bereits an der Brust ein, andere wollen noch ein wenig getragen und gehalten werden. Wie viel Schlaf tatsächlich benötigt wird, variiert von Kind zu Kind. Ausgedehnte Ruhe- und Schlafphasen sind für Babys sehr wichtig. Sie fördern die Verarbeitung unterschiedlichster Eindrücke und sorgen für ein gesundes Wachstum. Im ersten Lebensjahr schlummern Kinder auch untertags sehr viel, wenngleich sie sich im Laufe der Zeit immer mehr an den Tages- und Nachtrhythmus ihrer Eltern anpassen. Ausnahmen bestätigen hierbei natürlich die Regel, dennoch entwickelt der Nachwuchs etwa ab dem vierten Monat ein Gefühl für Tag und Nacht.

Die Aufgabe der Eltern ist es in den ersten Monaten, die Schlaf- und Wachzyklen des Babys zu erkennen und entsprechend zu fördern. Gleichzeitig gilt es, die eigenen Ressourcen bestmöglich zu schonen und selbst etwas Schlaf nachzuholen, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet z.B. wenn der Nachwuchs tagsüber stundenweise vor sich hin schlummert. Liebevolle Rituale (gleichbleibende Abläufe beim Stillen oder Wickeln, ein Bad, ein Gute-Nacht-Lied) und eine insgesamt ruhige Atmosphäre helfen Kindern vor allem am Abend dabei, leichter in den Schlaf zu finden.

Spielen und Babypflege

Während sich die täglichen Mahlzeiten nahezu anbieten, anschließend auch noch ausgiebig mit dem Nachwuchs zu kuscheln und zu schmusen, lassen sich auch Spieleinheiten mit notwendigen Pflegeritualen verbinden. Babys lieben es, wenn sie beim Wickeln oder beim Baden von ihren Eltern unterhalten werden. Eine Rassel, eine Badeente, ein Schmusetier oder ein sich bewegendes Mobile haben sich dafür als Hilfsmittel bewährt. Wer möchte, kann aber einfach auch mit dem Nachwuchs sprechen, lustige Geräusche machen oder ein Lied singen. Jegliche Form der Aufmerksamkeit löst ein Gefühl der Geborgenheit aus. Bonus: die Kinder sind abgelenkt und „vergessen“, dass sie Windel wechseln und Co. mitunter ziemlich lästig finden.

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Kommentare

Kommentar von Julia |

Die WHO empfiehlt nicht, mindestens 6 Monate zu stillen, sondern die ersten 6 Monate VOLL zu stillen und dann weiter bis zum 2. Lebensjahr bzw. solange Mutter und Kind es wollen!

Antwort von Schwanger.at

Hallo Julia, wir werden das ausbessern. Vielen Dank für den Hinweis!

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Es ist die natürlichste und manchmal auch komplizierteste Sache der Welt: die Versorgung des Säuglings mit Muttermilch. Sofern aus medizinischen Gründen nichts dagegen spricht, entscheidet sich der Großteil aller Mütter dafür, ihr neugeborenes Baby zumindest bis zum vollendeten 6. Lebensmonat zu stillen. 

Wer denkt, dass frischgebackene Eltern auf ein paar schöne, freie Tage verzichten müssen, der irrt. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Urlaub bietet oft die perfekte Gelegenheit, um sich ein wenig von den ersten Monaten mit dem neuen Erdenbürger oder der neuen Erdenbürgerin zu erholen. Schließlich sind Reisen immer eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Ab wann ein Baby frühestens mit seinen Eltern verreisen kann, lässt sich schwer verallgemeinern. Sowohl Gesundheitszustand als auch Konstitution und Alter des Säuglings spielen dabei eine Rolle.

Es ist wohl einer jener Momente, die Eltern mit der größten Spannung erwarten: der Moment, in dem sie ihren kleinen Schatz nach der Geburt das erste Mal in Händen halten. Wie sieht der Nachwuchs aus? Hat er viele Haare? Und in welcher Farbe leuchten seine Augen?

Schnupfen, Husten und Co. machen nicht nur unseren Kindern das Leben schwer, manchmal erwischt es eben auch die Mama. Üblicherweise verfügen stillende Mütter über ein sehr gutes Immunsystem aber im Winter oder zur Übergangszeit sind auch sie anfälliger für lästige Infekte. Nicht jedes Grippepräparat darf in der Stillzeit zum Einsatz kommen, einige Medikamente gehen in die Muttermilch über. Kranke Stillmamas benötigen vor allem Ruhe, ein paar helfende Hände und sanfte Heilmittel aus der Natur.

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