Erste Hilfe bei Säuglingen

So unterschiedlich Kulturen und Erziehungsstile auch sein mögen, eines verbindet alle Eltern dieser Welt: sie wollen, dass es ihrem Baby gut geht. Leider gibt es jedoch auch immer wieder Not-Situationen, die sowohl Eltern als auch Kinder an ihre Grenzen bringen. Kommt ein Säugling zu Schaden beispielsweise durch Verbrennungen oder Atemnot, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Auch wenn die Lage mehr als beängstigend erscheint, unterstützen Eltern ihr Kind am ehesten, wenn sie ruhig agieren und sofort die ersten Maßnahmen zur Hilfeleistung ergreifen. Darüberhinaus muss natürlich auch Hilfe herbeigerufen werden (Notarzt, Rettung). Wichtig im Notfall: den Säugling bis zum Eintreffen der Rettungskräfte so gut wie möglich versorgen z.B. durch Herz-Druck-Massage. Das erhöht maßgeblich die Chancen auf rasche Genesung des Kindes.

Baby wird beim Arzt untersucht

Sofortmaßnahmen bei Ersticken

Wenn ein Baby plötzlich nicht mehr atmet oder einen Gegenstand verschluckt und daraufhin Probleme beim Atmen hat, muss man rasch handeln. Starker Husten ist im Falle des Verschluckens ein gutes Zeichen, da der Organismus auf diesem Weg versucht, den Fremdkörper loszuwerden. Muss der Säugling also husten, sollte man dies keinesfalls unterbinden. Etwas komplizierter wird es, wenn das Kind gar keine Luft mehr bekommt. Dann sollte man folgende Schritte befolgen:

Atmung kontrollieren

Die Atemkontrolle ist ein wesentlicher Bestandteil der ersten Hilfe bei Säuglingen. Um festzustellen, ob das Baby noch atmet, platziert man es auf einer harten Unterlage und bringt es in Rückenlage (Neutralposition). Anschließend achtet man auf Atem-Zeichen: dazu zählen Atemhauch, das Senken und Heben des Brustkorbes sowie Atemgeräusche. Für Säuglinge, die selbstständig atmen gilt: in die stabile Seitenlage bringen. Atmet das Baby nicht mehr, dann handelt es sich um einen Atemstillstand. In dieser Situation müssen Eltern Ruhe bewahren und mit den Maßnahmen zur Beatmung beginnen.

Atmung spenden

Bevor man beginnt, Atem zu spenden, müssen die Atemwege auf Fremdkörper kontrolliert und diese gegebenenfalls entfernt werden. Bleibt die Atmung weiterhin aus, wird das Kinn des Säuglings mit zwei Fingern leicht angehoben. Der Säugling liegt während der Beatmung am Rücken in der Neutralposition. Ertshelfer beugen sich mit geöffnetem Mund über Nase und Mund des Babys und beginnen damit, sanft aber regelmäßig Luft hinein zu blasen. Dabei sollte man stets auf den Brustkorb des Babys achten. Er muss sich heben und senken. Die Atemspende erfolgt 5 Mal hintereinander für jeweils 1 Sekunde. Tritt keine sichtbare Verbesserung des Zustands ein (z.B. Atemgeräusche, Schlucken), erfolgt die Wiederbelebung von Herz und Lungen.

Herz-Druck-Massage

Reagiert der Säugling weder auf die Atemspende noch auf andere Versuche, ihn zu „wecken“, sollte man sofort mit der Herz-Druck-Massage beginnen. Der Säugling liegt in Neutralposition auf einer harten Unterlage. Zwei Finger werden auf dem unteren Brustbein des Babys platziert. Anschließend das Brustbein sanft aber bestimmt nach unten drücken. Das Brustbein soll 30 Mal gedrückt werden in einer Frequenz von 100 pro Minute, dabei die Fingerkuppen nie ganz vom Kind lösen. Auf 30 Herz-Druck-Masagen folgen 2 Atemspenden. Diese Maßnahmen werden so lange unternommen, bis sich eine Verbesserung der Situation einstellt und/oder die Rettungskräfte eintreffen.

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Der Schutz ist in der ersten RSV-Saison besonders wichtig, weil das Risiko für schwere Verläufe dann am höchsten ist. Die einmalige Gabe erfolgt unkompliziert ab Oktober – entweder direkt nach der Geburt im Krankenhaus oder beim Kinderarzt. Sie ist Teil des kostenlosen österreichischen Kinderimpfprogramms und wird von Experten empfohlen.

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Schnelle Hilfe bei Verbrennungen

Verbrennungen und Verbrühungen zählen zu den schmerzhaftesten Verletzungen, die ein Mensch erleiden kann. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind sie besonders gefährlich, da schon kleinere, verbrannte Stellen lebensbedrohlich sein können. In Bezug auf Verbrennungen gibt es für Kinder folgende Regel: sind 8% der Hautoberfläche betroffen, herrscht bereits akute Lebensgefahr. Kommt es im Haushalt zu einem Unfall mit kochendem Wasser oder glühend heißen Haushaltsgeräten z.B. Bügeleisen, muss der Säugling sofort gekühlt und die Rettung bzw. der Notarztdienst verständigt werden. Bei Verbrühungen darf man die Kleider des Babys entfernen, bei starken Verbrennungen sollte man darauf verzichten, da die Gefahr einer Hautablösung besteht. Beim Kühlen der betroffenen Hautstellen sollten keine Eiswürfel oder Tiefkühlpackungen zum Einsatz kommen – es ist ausreichend, kühles (aber nicht eiskaltes) Wasser über die Verbrennung laufen zu lassen.

ÄrztInnen raten ebenso von der Verwendung von Salben oder Desinfektionsmitteln ab. Nach der Kühlung wird die Wunde mit einem möglichst sterilen Tuch verpackt (eventuell Brandtuch aus dem Verbandskasten) und so erfolgt die Übergabe an den Rettungsdienst beziehungsweise der Transport ins Krankenhaus.

Rasch handeln bei Unterkühlung

Je kleiner ein Kind ist, desto größer ist die Gefahr, dass es eine Unterkühlung erleidet. Säuglinge haben einerseits noch keine Kontrolle über ihre eigene Körpertemperatur (sie können die Temperatur selbst nicht herstellen z.B. durch Bewegung) und andererseits ist es für sie naturgemäß schwer, sich rechtzeitig mitzuteilen. Bei einer Unterkühlung unterscheidet man 2 unterschiedliche Stadien. Im Erschöpfungsstadium sinkt die Körperkerntemperatur auf 30-32 Grad. Erste Notfallmaßnahme in diesem Fall: das Baby flach hinlegen und warm zudecken. Die Position des Säuglings muss stets ruhend sein, um einen möglichen Kälteschock zu vermeiden. Erreicht die Körperkerntemperatur weniger als 30 Grad spricht man vom Lähmungsstadium. In diesem kritischen Stadium gilt ebenso: Säugling mit Decken wärmen, nicht bewegen oder massieren. In beiden Fällen muss unverzüglich der Notarzt verständigt werden.

Erste Hilfe bei Sonnenstich

Extreme Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung können für Babys und Kleinkinder gefährlich werden. Die hohe Temperatur reizt die Hirnhaut – dies kann in weiterer Folge zu einer problematischen Schwellung des Gehirns führen. Mit Hilfe einer Kopfbedeckung und ausreichendem Sonnenschutz z.B. im Autofenster, kann ein Sonnenstich verhindert werden. Passiert es dennoch, reagieren Säuglinge meist mit Erbrechen, Schreianfällen oder einem tief rotem Kopf. In so einem Fall muss man den Säugling rasch abkühlen. Das bedeutet, er wird an einen kühlen Ort gebracht und dort flach auf den Boden gelegt. Anschließend helfen kalte, aber nicht eiskalte, Wickel und beruhigende Worte. Zur Abklärung sollte in jedem Fall ein Notarzt oder die Rettung gerufen werden.

Richtiges Verhalten im Notfall

Die Versorgung eines verunglückten oder verletzten Säuglings ist eine Ausnahmesituation für Eltern und Ersthelfer. Auch wenn man sein Bestmögliches gibt, manchmal sind Notfälle nicht zu vermeiden. Es mag Eltern, die sich in größter Sorge um ihr Baby befinden, unmöglich erscheinen, dennoch ist es von größter Wichtigkeit, Ruhe zu bewahren. Rasches Alarmieren der Rettungskräfte und zügiges Aufnehmen von Erste-Hilfe-Maßnahmen sind nun gefragt. Dabei ist nicht zu vergessen, dass es sich beim verunglückten Menschen um ein Baby handelt. Säuglinge können sich nicht mitteilen, sie sind auch noch nicht so „robust“ wie Kleinkinder. Alle Hilfsmaßnahmen sollten daher mit größter Sorgfalt und so lange durchgeführt werden, bis die Rettung eintrifft.

Für Eltern, die ihr Wissen auffrischen oder vertiefen wollen, bieten verschiedenste Institutionen z.B. das Rote Kreuz oder die Caritas regelmäßig Erste Hilfe-Kurse für Säuglings- und Kleinkindernotfälle an. Im Rahmen des Kurses lernen Eltern oder aber auch Großeltern und Babysitter, wie die Rettungskette funktionieren muss und was im Notfall zu beachten ist.

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