Die Geburtspartner der Frau bei der Geburt

Nach knapp 40 Wochen wird die Schwangerschaft sowohl für das ungeborene Baby als auch für die werdende Mama immer beschwerlicher. Für den Nachwuchs wird es langsam aber sicher eng und ungemütlich, die Zeit im Mutterleib neigt sich unausweichlich dem Ende zu. Die Geburt ist zweifelsohne ein aufregendes und prägendes Erlebnis im Leben einer Frau. Ein Erlebnis bei dem Gebärende immer häufiger auf die Unterstützung ihres Partners, ihres Mannes oder einer guten Freundin vertrauen.

Mann unterstützt seine Frau bei der Geburt

Die Rolle der Geburtspartner

Der Geburtspartner oder die Geburtspartnerin spielt für viele Frauen eine große Rolle. Er/sie steht für die Bedürfnisse der Gebärenden ein, hilft ihr die Wehen zu bewältigen, sorgt zwischendurch für Ablenkung und gibt ihr das Gefühl in diesem großen Moment nicht alleine zu sein. Wen die werdende Mutter tatsächlich bei der Entbindung dabei haben will, entscheidet sie ausschließlich selbst und nach persönlichen Gesichtspunkten. Schließlich handelt es sich um eine Ausnahmesituation, die die volle Aufmerksamkeit und Hingabe der Gebärenden und aller Beteiligten erfordert.

Der Vater des Kindes

Wenn ein Paar gemeinsamen Nachwuchs erwartet, stellt sich irgendwann die Frage, wie er das Licht der Welt erblicken und ob der Vater dabei anwesend sein soll. Der Großteil aller Männer will die Geburt des eigenen Kindes wie selbstverständlich miterleben. Werdende Väter möchten allen voran ihre Partnerin unterstützen, ihr Mut zusprechen und diese einprägsame Erfahrung mit ihr teilen. Manche wollen dabei auch eine aktive Rolle einnehmen z.B. das Baby in Empfang nehmen, wenn es mit dem Köpfchen durch den Muttermund tritt oder die Nabelschnur durchtrennen. Andere Männer möchten sich lieber im Hintergrund aufhalten, wiederum andere wollen oder können bei der Entbindung vielleicht gar nicht anwesend sein.

Grundsätzlich gilt: auch wenn es heutzutage auf Entbindungstationen gang und gäbe ist, dass beide Elternteile die Geburt gemeinsam bestreiten, ist es lange noch kein Muss. Väter sollten sich diesbezüglich nicht unter Druck setzen. Ein Kind auf die Welt zu bringen, erfordert von einer Frau viel Mut, Ausdauer und Kraft. Ein Mann ist in dieser Situation wirklich nur dann eine Unterstützung, wenn er seiner Partnerin mit der größtmöglichen Überzeugung beistehen kann. Sind die Erwartungshaltungen zu groß oder fühlt er sich dem Ganzen nicht gewachsen, ist es vielleicht sinnvoller, eine gute Freundin oder eine weibliche Bezugsperson aus der Familie um Beistand zu bitten. Jedenfalls sollten Paare Ängste, Sorgen und Gedanken rund um die bevorstehende Geburt offen besprechen. Für konkrete Fragen zum Ablauf empfehlen sich Hebammen als Ansprechpartnerinnen. Sie sind ja häufig schon während der Schwangerschaft mit eingebunden z.B. bei einer geplanten Hausgeburt, einer ambulanten Entbindung oder einer geplanten Geburt im Geburtshaus.

Vorbereitung auf die Geburt

Eine Geburt ist eine Ausnahmesituation und demnach auch nicht planbar. Wie die Entbindung vonstatten geht, ob Hilfsmittel benötigt werden und wie die Mutter den Geburtsschmerz bewältigt, entscheidet sich erst dann, wenn es tatsächlich soweit ist. Werdende Eltern sollten sich dennoch schon im Vorfeld ein paar Gedanken machen: in welcher Umgebung soll unser Kind auf die Welt kommen? Wünschen oder benötigen wir ein engmaschiges Netzwerk an medizinischer Versorgung? Sollten Schmerzmittel jederzeit verfügbar sein? Was brauchen Mutter als auch Vater, um sich vollständig auf die Situation einlassen zu können? Welche Umstände geben Halt und Sicherheit, welche Aspekte tragen hingegen zur persönlichen Verunsicherung bei?

In erster Linie liegt es an der Frau, ihre Wünsche und Bedürfnisse rund um das Geburtsgeschehen zu definieren und zu kommunizieren. Als wichtigste Vertrauensperson muss der Geburtsbegleiter wissen, wie sich die Gebärende die Entbindung vorstellt. Nur so kann er für sie eintreten und darauf achten, dass ihre Ansprüche gewahrt bleiben. Klarheit verschaffen offene Gespräche (eventuell auch im Beisein der betreuenden Hebamme) und/oder das gemeinsame Erstellen des Geburtsplanes.

Bedingungslose Unterstützung

Entscheidet sich ein Mann dafür, seine Frau zur Geburt zu begleiten, geht es für ihn nicht darum, möglichst viel zu tun. Im Allgemeinen berichten Gebärende, dass die bloße Anwesenheit und die liebevolle Unterstützung des Geburtspartners für sie am wichtigsten sind. Der Vater sollte nicht nur körperlich, sondern auch geistig anwesend sein. Ein Patentrezept für die ideale Geburtsbegleitung gibt es jedoch nicht. Männer sollten also in der Lage sein, intuitiv und situationsbezogen zu entscheiden, welche Art der Unterstützung ihre Frau gerade benötigt. Möchte sie getröstet oder ermuntert werden? Hat sie Durst oder Appetit? Kann sie vom Partner während der Wehen gestützt werden?

Eventuell möchte sie auch an die erlernten Atem- oder Entspannungsübungen erinnert werden. Manchmal verschaffen vielleicht Massagen und Streicheleinheiten eine spürbare Erleichterung. Da die Befindlichkeiten rund um die Geburt nun einmal nicht planbar sind, empfiehlt es sich, sich bereits im Vorfeld mit der Situation auseinanderzusetzen (z.B. im Geburtsvorbereitungskurs, beim Lesen von Ratgebern, im Gespräch mit Freunden). Denn flexibel zu reagieren fällt leichter, wenn man sich gedanklich auf die Geburt sowie die Möglichkeiten der Anteilnahme und Unterstützung vorbereitet.

Auszeiten

Nicht nur für die Gebärende, sondern auch für ihren Geburtspartner ist die Entbindung ein Kraftakt. Väter sollten sich also stets die Möglichkeit offen halten, sich eine kurze Auszeit zu nehmen. Das bedeutet nicht, dass sie flüchten. Es bedeutet lediglich, eine Pause einzulegen, die Situation kurzzeitig zu verlassen. Diese einfache und effektive Maßnahme hilft dabei, den Kopf wieder frei zu bekommen, um anschließend mit neuer Energie ins Kreißzimmer zurückzukehren.

Ob eine derartige Auszeit tatsächlich möglich ist, hängt natürlich von den Rahmenbedingungen der Geburt ab. Im Krankenhaus stehen Hebammen und Pflegepersonal als zusätzliche Unterstützung zur Verfügung, bei einer Hausgeburt oder einer Entbindung im Geburtshaus spielt der werdende Vater eine weitaus tragendere Rolle. Pausen müssen natürlich auch im Vorfeld mit der Partnerin besprochen werden.

Familienmitglieder und Freunde

Manchmal ist es nicht möglich, dass der werdende Vater bei der Geburt anwesend ist. Manchmal ist es aber auch ausdrücklicher Wunsch der Gebärenden, von einer Freundin oder einem Familienmitglied begleitet zu werden. Für Geburtsbegleiter aus dem Freundes- oder Familienkreis gelten dieselben „Regeln“ wie für werdende Väter. Ihre Aufgabe ist es, die Frau zu unterstützen und gegebenenfalls für ihre Bedürfnisse einzutreten. Das gemeinsame Absolvieren eines Geburtsvorbereitungskurses kann dabei helfen, sich auf das besondere Ereignis vorzubereiten und Fragen oder offene Punkte zu klären.

Die Beleghebamme

Wer möchte, kann seine eigene Hebamme zur Geburt mitbringen. Hebammen, die dieses Service anbieten, werden Beleghebammen genannt. Sie begleiten die schwangere Frau zur Geburt und umsorgen sie in den meisten Fällen auch noch danach im Wochenbett. Beleghebammen sind immer frei praktizierende Hebammen, ihre Leistungen werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Während der Geburt sind sie ausschließlich für „ihre“ Gebärende da. Sie achten auf ihre Bedürfnisse und durchschreiten gemeinsam jede Wehenphase. Im Normalfall können Frauen/Eltern und Beleghebamme relativ frei „arbeiten“. Allerdings muss sich eine Beleghebamme an vorgeschriebene Krankenhaus-Routinen halten, darüberhinaus ist sie dem diensthabenden Arzt/der diensthabenden Ärztin weisungsgebunden.

Die Doula

Die Doula begleitet und unterstützt als „Dienerin der Frau“ während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und in der Stillzeit. Sie kann eine wertvolle Vertrauensperson bei der Entbindung sein und ebenfalls für die Bedürfnisse der Gebärenden eintreten. Sie unterscheidet sich in ihren medizinzischen Befugnissen von einer Hebamme, kann jedoch für die Mutter ein wichtige emotionale Stütze darstellen.

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