Hausarbeit und Küchenhygiene in der Schwangerschaft

Entspannung steht in der Schwangerschaft an oberster Stelle – wenn das im Alltag allerdings nur so einfach wäre! Zusätzlich zu den täglichen Aufgaben im Beruf und in der Kindererziehung meldet sich spätestens zu Feierabend der Haushalt. Schließlich erledigen sich Wäscheberge und das Putzen bedauerlicherweise nicht von alleine.

Für den Großteil aller Schwangeren ist es also selbstverständlich, den Haushalt auch während der Schwangerschaft alleine weiterzuführen. Grundsätzlich spricht da auch nichts dagegen. Je nach Wohlbefinden können schwangere Frauen in jeder Schwangerschaftsphase Hausarbeiten und Arbeiten im Garten erledigen, wenn sie ein paar einfache Regeln beherzigen.

Schwangere Frau bei der Hausarbeit

Pausen einplanen

Selbst jenen, die den Haushalt vor ihrer Schwangerschaft gerne geführt haben, kann die Lust auf Saugen, Wischen und Co. vergehen, sobald sie guter Hoffnung sind. Vor allem im ersten Trimester leiden viele Frauen unter typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lustlosigkeit und Erschöpfung. Der Hormonhaushalt dreht das gesamte Körperempfinden einmal auf links, um dem Nachwuchs die idealen Wachstumsbedingungen zu ermöglichen. Für diese Phase gilt daher auch: Schwangere sollten sich ein hohes Maß an Ruhe und Erholung gönnen. Das bedeutet, sowohl im Berufsleben als auch im Haushalt einen Gang herunter zu schalten.

Natürlich muss der Haushalt auch in dieser Zeit erledigt werden, aber es empfiehlt sich, die Arbeit anders zu organisieren. Schwangere dürfen in der Planung der Tätigkeiten ruhig etwas großzügiger sein. Wer sein Heim bisher immer an einem Tag in der Woche von oben bis unten gereinigt hat, der kann die Aufgaben während der Schwangerschaft auf mehrere Tage verteilen. Jeden Tag nur einen Raum zu putzen, spart Energie und lässt mehr Zeit für Pausen. Apropos Pausen: Erholungsphasen dürfen keinesfalls zu kurz kommen. Der Schlüssel liegt hier ebenso in der Planung. Für den täglichen oder wöchentlichen Wohnungs-/Hausputz sollte ausreichend Zeit veranschlagt werden. So ergeben sich zwischendurch kleine Lücken, die für ein kurzes Päuschen genützt werden können. Dann heißt es: Füße hochlegen, eine Tasse Tee trinken, sich vielleicht sogar ein Nickerchen gönnen, um anschließend mit neuer Energie die noch anstehenden Aufgaben zu erledigen.

Don‘ts

Solange sich eine schwangere Frau fit und gesund fühlt, kann sie wie gewohnt Tätigkeiten im Haushalt verrichten. So energiegeladen die werdende Mama auch sein mag (vor allem im zweiten Trimester), gibt es dennoch ein paar Dinge, die tabu sind. Dazu zählen:

Schweres Heben und Tragen

Die gesamte Schwangerschaft hinweg gilt so etwas wie ein Hebe-und Trageverbot. Schwangere, die schwere Gegenstände (ab 5kg) aufheben und tragen, riskieren Rückenschmerzen und in einem späteren Schwangerschaftsstadium das vorzeitige Einsetzen von Wehen. Die Grenze von circa 5kg ist in der Praxis jedoch schneller überschritten, als man denkt (nasse Wäsche, Einkaufstaschen). Es empfiehlt sich daher, den Wäschekorb immer nur halbvoll zu füllen und mehrmals damit zu gehen. Das Gleiche gilt für Einkäufe oder andere Lasten. Wirklich schwere Tätigkeiten sollten an den Partner oder an ein Familienmitglied delegiert werden.

Hantieren mit Chemikalien

Ein wenig Vorsicht ist bei Renovierungsarbeiten in der Schwangerschaft geboten. Beim Ausmalen oder Tapezieren können, je nachdem welche Produkte und Materialien verwendet werden, schädliche Gase entweichen. Im Idealfall sollte man die Arbeit also dem Partner oder einem Profi überlassen. Wer dennoch selbst renovieren möchte, sollte darauf achten, den Raum stets gut zu belüften und gegebenenfalls Schutzhandschuhe oder eine Schutzmaske tragen. Bei der Gartenarbeit kommt man häufig auch mit Pestiziden, Fungiziden oder Insektengiften in Berührung – dies gilt es, während der Schwangerschaft zu vermeiden. Bei Haushaltsreinigern und Putzmitteln sollte man zu jenen Produkten greifen, die aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen. Wer seine Putzmittel wie gewohnt weiter verwenden möchte, sollte den direkten Kontakt mit den Reinigern reduzieren also Putzhandschuhe tragen und beim Einsatz von Sprühreinigern die Fenster öffnen.

Auf Stühle oder eine Leiter klettern

Mit fortschreitender Schwangerschaft ändert sich der Körperschwerpunkt und somit das Gleichgewichtsgefühl. Arbeiten im Haushalt, die in einer gewissen Höhe verrichtet werden, daher lieber delegieren, um Stürzen vorzubeugen.

Überanstrengung

Schwangeren Frauen geht die Puste manchmal schneller aus, als ihnen lieb ist. Daher sollten sie sich ihre Kräfte auch während der Hausarbeit gut einteilen. Wer sich überanstrengt, braucht insgesamt länger, arbeitet unkonzentrierter und benötigt anschließend eine längere Regenerationsphase. Gerade im Haushalt können Schwangere auch einmal die Füße hochlegen und das eine oder andere einfach liegen lassen. Schließlich läuft die Arbeit ohnehin nicht davon!

Hilfe annehmen

Auch wenn es manchmal schwer fällt, in der Schwangerschaft sollten sich Frauen nicht davor scheuen, Hilfe anzunehmen oder aktiv darum zu bitten. In erster Linie ist es natürlich der werdende Vater, der bei der täglichen Hausarbeit, beim Einkaufen und beim Kochen unterstützen kann. Aber auch Verwandte und Freunde zeigen sich meistens sehr hilfsbereit, wenn man ihnen konkret mitteilt, in welchem Bereich man ein wenig Entlastung benötigen würde. Wer keine Unterstützung aus dem sozialen Umfeld bekommt, der sollte sich 1-2 Mal pro Woche eine professionelle Reinigungskraft leisten. Sie kann die gröbsten Arbeiten im Haushalt erledigen, so dass für einen selbst oder den Partner nur mehr kleinere Aufgaben übrig bleiben.

Tipps & Tricks

Folgendes zu beherzigen, bringt ebenfalls Erleichterung in den häuslichen Arbeitsalltag:

  • So viele Tätigkeiten wie möglich im Sitzen verrichten z.B. bügeln, Wäsche sortieren, Lebensmittel zubereiten.
  • Auf schwere und anstrengende Tätigkeiten im Garten verzichten!
  • Die Hausarbeit „portionieren“ also in kleine, kürzere Etappen einteilen.
  • Gewisse Tätigkeiten in Alltagswege integrieren beispielsweise die Entsorgung von Altglas, Papier oder Restmüll am Weg zur Arbeit erledigen.
  • Das allgemeine Arbeitspensum reduzieren.
  • Einen Lieferdienst für Lebensmittel und/oder Getränke in Anspruch nehmen.

Saubere Küche

Küchenhygiene sollte generell, insbesondere jedoch in der Schwangerschaft groß geschrieben werden. Wer einige Regeln beachtet, kann dadurch einen Großteil aller Lebensmittelinfektionen, die für Schwangere und das ungeborene Kind gefährlich sind, vermeiden. Die wichtigsten Eckpunkte sind dabei:

  • Geschirrtücher regelmäßig bei hohen Temperaturen waschen und häufig wechseln.
  • Schwämme und Küchentücher einmal pro Woche wechseln.
  • Oberflächen und Arbeitsgeräte direkt nach der Benutzung sorgfältig reinigen und gut abtrocknen (Bakterien vermehren sich überwiegend in feucht-nassen Milieus).
  • Haustiere vom Küchen- und Essbereich fernhalten.
  • Den Kühlschrank regelmäßig (alle 1-2 Wochen) reinigen.

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