Hebammenhilfe für Frauen nach einer Fehlgeburt

Von einem Abort spricht man, wenn ein Baby tot und mit einem Gewicht unter 500 g geboren wird. Der Großteil aller Fehlgeburten ereignet sich in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. In Österreich waren 2022 etwa 20.000 Frauen betroffen. Nun kündigt Familienministerin Susanne Raab von der ÖVP an, für Frauen, die ein Fehlgeburt erleiden, bessere Unterstützungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Derzeit haben Betroffene keinen gesetzlichen Anspruch auf Hebammenbetreuung, Freistellung oder Mutterschutz.

Kostenübernahme ab der 18. Schwangerschaftswoche

In einem Beitrag des Ö1-Morgenjournals sprechen Familienministerin Raab und Bernadette Hartl vom Verein Wandelstern über die Herausforderungen für Familien, die einen Schwangerschaftsverlust erleiden, und mögliche Lösungen, die sich der Gesetzgeber vorstellen kann. Derzeit sind Frauen, die ein Kind mit eine Geburtsgewicht von unter 500 g tot auf die Welt bringen, auf sich allein gestellt. Sie fallen nicht unter das Mutterschutzgesetz und müssen eine Nachbetreuung durch die Hebamme privat bezahlen. Gerade in dieser vulnerablen Phase wären aber sowohl psycho-soziale Beratung als auch eine längerfristige Begleitung zur Verarbeitung des Verlustes eine wichtige Unterstützung für Betroffene.

Diese stellt Raab (ÖVP) nun in Aussicht: Ab der 18. Schwangerschaftswoche sollen Kosten für die Nachbetreuung von der Krankenkasse übernommen werden. Ansprechpersonen sind dann Hebammen, die sowohl medizinisch als auch körperlich geschult sind, um umfassend zu begleiten. Die weiterführende Betreuung erfolgt über Familien,- sowie Frauen- und Mädchenberatungsstellen. Ein entsprechender Antrag wurde von ÖVP und den Grünen im Ministerrat bereits eingebracht.

Arbeitsgruppe zur Aufweichung der Gewichtsgrenze

Ob auch ein Anspruch auf Leistungen aus dem Mutterschutzgesetz nach einer Fehlgeburt möglich ist, soll künftig eine Arbeitsgruppe prüfen. Voraussetzung dafür wäre eine Aufweichung der sogenannten 500g Grenze, die vorsieht, dass bei einem Schwangerschaftsverlust unterhalb dieses Gewichtes kein Mutterschutz gewährt wird. Raab geht davon aus, dass das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven im interdisziplinären Team erarbeitet wird mit dem Ziel, betroffene Frauen künftig besser zu unterstützen. ÖVP-Frauensprecherin Elisabeth Pfurtscheller betont die Dringlichkeit des Anliegens: „Ein Schwangerschaftsverlust ist für viele werdenden Mütter aber auch Väter ein einschneidendes Ereignis, das erst emotional bewältigt werden muss und oft von einem intensiven Trauerprozess begleitet wird. Es ist daher wichtig, dass wir hier genau hinsehen, von außen unterstützen und auch die bestehende Rechtslage in diesem Bereich verbessern“.

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Mehr erfahren:

Stillen am Arbeitsplatz - Welche Rechte haben stillende Mütter?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine organisatorische Herausforderung – das gilt vor allem für jene Mamas, die relativ rasch an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und ihr Kind weiterhin stillen möchten. Auch jene Mütter, die sich dafür entscheiden, ihren Nachwuchs über die empfohlene Stillzeit hinaus mit Muttermilch zu versorgen und ihre Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen, sind betroffen. In Österreich ist das Anrecht auf Stillzeiten am Arbeitsplatz gesetzlich geregelt – unabhängig vom Alter des gestillten Kindes.

Weiterlesen …

Frauen beim Yoga, entspannend

Sport nach der Geburt

Manche Frauen nehmen während der Schwangerschaft nur ein paar Kilo zu, andere bringen vor der Geburt fast doppelt so viel Gewicht auf die Waage. Wie viel du tatsächlich zunimmst, hängt von einigen individuellen Faktoren ab. Dein Körper hat einen erhöhten Nährstoffbedarf, dein ungeborenes Baby wächst und auch Gebärmutter, Fruchtwasser und das erhöhte Blutvolumen tragen zur Gewichtszunahme bei. Mit der Entbindung purzeln 4-5 kg zumeist von alleine und wenn du möchtest, darfst du nach zwei bis drei Monaten wieder sanft mit Sport beginnen. Warum du das Wochenbett einhalten und worauf du achten solltest, wenn du stillst, das erfährst du bei uns. Außerdem stellen wir dir die beliebtesten Workouts für Mama & Baby vor.

Weiterlesen …

Kleines Baby sieht in Kamera

Mein mehrsprachiges Baby

Wichtige Tipps und Aspekte, damit ein Kind von Geburt an erfolgreich zweisprachig oder sogar mit drei Sprachen aufwächst.

Weiterlesen …

Mutter und Baby an der Brust beim Stillen

Stillberatung

Ob eine Frau ihr Kind stillen möchte oder nicht, entscheidet sie meist noch während der Schwangerschaft. Vielen Müttern ist es ein Bedürfnis, ihr Kind einige Monate an die Brust zu legen, andere Mütter entscheiden sich aus persönlichen oder medizinischen Gründen dagegen. Steht der Entschluss fest, sind damit meist viele Fragen und Unsicherheiten verbunden. Vor allem bei Frauen, die zum ersten Mal ein Kind erwarten.

Weiterlesen …

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Was ist die Summe aus 7 und 9?