Internationaler Hebammentag: Hebammenarbeit in Coronazeiten

· 3 Min. Lesezeit

Jedes Jahr am 05. Mai wird der Internationale Tag der Hebammen gefeiert. Üblicherweise gibt es an diesem Datum in Österreich zahlreiche Informationsveranstaltungen und Aktionen, die auf den Stellenwert der Hebammenarbeit in der Geburtshilfe aufmerksam machen sollen. In diesem Jahr wird dieser spezielle Tag, aufgrund der Corona-Pandemie und ihren Folgen, anders begangen. Dennoch betont man seitens des Österreichischen Hebammengremiums, welchen wertvollen Beitrag Hebammen gerade in diesen schwierigen Zeiten leisten und warum Hebammenhilfe so wichtig ist.

Gebären in der Krise – Was werdende Eltern beachten müssen

Die Coronakrise wirkt sich auf jeden gesellschaftlichen Bereich aus, so auch auf die Geburtshilfe. Schwangere und Gebärende sind verunsichert, da Zutritts- und Besuchsbeschränkungen im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation alle Beteiligten vor neue Herausforderungen stellen. Neben den werdenden Eltern ist auch das geburtshilfliche Personal gefordert, und zwar in doppelter Hinsicht: GeburtshelferInnen müssen sich zum einen an strenge Hygienemaßnahmen halten und darauf achten, dass sie von den Eltern eingehalten werden.

Zum anderen ist es ihre Aufgabe, Mütter und Väter zu beruhigen und trotz aller Auflagen eine möglichst sichere und angenehme Geburt zu ermöglichen. Hebammen sind in diesen Zeiten als Betreuerinnen, Vertraute und fachkundige Geburtshelferinnen mehr denn je gefragt. Beate Kayer vom Österreichischen Hebammengremium zeichnet zur aktuellen Lage folgendes Bild:

„Die Atmosphäre im Krankenhaus ist natürlich anders als sonst. Normalerweise wird darauf geachtet, dass in der Geburtshilfe eine entspannte Atmosphäre die Frauen willkommen heißt. In der Corona-Krise tragen die Hebammen Schutzmasken, es sind besonders strenge Sicherheits- und Hygienebestimmungen einzuhalten. Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen jedoch, dass die Gebärenden gut mit der neuen Situation umgehen und sich auf die geänderten Rahmenbedingungen gut einlassen können.“

Für werdende Eltern hat man auf der Website des Österreichischen Hebammengremiums alle Antworten auf wichtige Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Hebammenbetreuung, Stillen und Coronavirus zusammengestellt.

Die Aufgaben einer Hebamme

Eine Hebamme betreut Schwangere während der Schwangerschaft, während der Geburt sowie im Wochenbett und in den ersten Monaten nach der Entbindung. In Krankenhäusern und Spitälern sind Hebammen eigenständig für die Betreuung von Geburten verantwortlich. Sie überwachen die Öffnung des Muttermundes, den Gesundheitszustand von Gebärender und dem Baby, leisten Hilfestellung beim Verarbeiten der Wehen, beraten hinsichtlich möglicher Interventionen und ziehen einen Arzt/eine Ärztin hinzu, wenn es aufgrund vorliegender Indikationen notwendig erscheint. Nach der Entbindung betreuen Hebammen die frisch gebackene Mama auf der Wochenbettstation und/oder im Rahmen von Hausbesuchen. Im Rahmen der Geburtsnachsorge kontrolliert die Hebamme den Rückbildungsprozess nach der Geburt, die Wundheilung von Geburtsverletzungen, den Wochenfluss sowie den Gesundheitszustand des Neugeborenen. Außerdem überwacht sie die Entwicklung und die Gewichtszunahme des Babys. Auch bei Fragen zum Stillen oder zur Neugeborenenpflege steht sie zur Verfügung.

Diese Aufgaben erfüllen Hebammen auch während der Coronakrise in unterschiedlichster Form. Geburtsvorbereitungskurse und Hebammensprechstunden finden online oder per Telefon statt, die Geburtsbegleitung erfolgt unter Einhaltung strengster Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen. Besuche im Wochenbett werden durchgeführt, allerdings müssen auch hier gewisse Vorschriften eingehalten werden. Sofern möglich, kommt auch Telemedizin zum Einsatz. Dazu erklärt Gerlinde Feichtlbauer, Vizepräsidentin des Österreichischen Hebammengremiums:

„Ich freue mich sehr, dass wir vom Hebammengremium mit der ÖGK gleich zu Beginn der Corona-Krise eine Vereinbarung zur Abrechnung von telemedizinischen Leistungen auf die Beine gestellt haben. Das war ein Musterbeispiel für schnelle Hilfe, die doppelt hilft.“

Das Österreichische Hebammengremium als Anlaufstelle für Schwangere

In Österreich gibt es derzeit 2.470 Hebammen. Davon sind 598 Hebammen ausschließlich in Krankenhäusern, Wochenbettstationen und Spitälern angestellt. 504 Hebammen sind ausschließlich freiberuflich tätig und 1.368 Hebammen arbeiten sowohl auf Geburtenstationen als auch freiberuflich. Das Österreichische Hebammengremium (ÖHG) ist die gesetzliche Standesvertretung aller rund 2.500 Hebammen in Österreich, der freiberuflich tätigen Hebammen ebenso wie der in Krankenhäusern angestellten. Das ÖHG ist auch eine Verbindungsstelle zwischen Hebammen und (werdenden) Müttern bzw. Eltern. Die Webseite des ÖHG, www.hebammen.at, stellt eine Hebammensuche mit den Kontaktdaten und dem Leistungsangebot der frei praktizierenden Hebammen in Österreich zur Verfügung.

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