Krampfadern in der Schwangerschaft

Venengesundheit ist vor allem in der Schwangerschaft ein großes Thema. ExpertInnen gehen davon aus, dass etwa 60% aller werdenden Mamas unter Krampfadern, Besenreisern oder schweren Beinen leiden. Leichte Beschwerden bessern sich automatisch nach der Geburt, ausgeprägte Veränderungen der Venen bilden sich jedoch nicht mehr zurück. Sie bleiben bestehen und können Betroffenen auch nach der Schwangerschaft noch Probleme bereiten.

Schwangere mit Krampfadern am Bein

Ursachen

Unter Krampfadern versteht man Venen, die deutlich an der Hautoberfläche zu erkennen sind. Sie „schlängeln“ sich dem Fuß entlang oder weisen knötchenartige Stellen auf. Letztere sind meistens erhaben, das heißt sie lassen sich gut ertasten. Krampfadern sind sowohl ein kosmetisches als auch in manchen Fällen ein medizinisches Problem (vor allem dann wenn der Venenerweiterung eine Erkrankung zugrunde liegt). Im Laufe einer Schwangerschaft finden zahlreiche Prozesse statt, die den Körper verändern. Schließlich muss er sich auf die Versorgung eines Babys einstellen und ideale Wachstumsbedingungen schaffen. Man ahnt es bereits, Hormone spielen dabei eine große Rolle. Sie bringen gewisse Entwicklungen überhaupt erst in Gang und steuern diese bis über die Geburt des Kindes hinaus.

Das Gelbkörperhormon Progesteron, welches in den Eierstöcken produziert wird, ist einer der hormonellen Hauptakteure während einer Schwangerschaft. Es beugt vorzeitigen Wehen vor, es sorgt für eine Eindickung der Gebärmutterschleimhaut, es wirkt positiv auf die Blutzirkulation und führt ganz allgemein zu einer Entspannung der Muskeln. Das wirkt sich jedoch auch auf das Gewebe aus, es wird dehnbarer und elastischer. Die Venen, genau genommen die Venenwände, bleiben davon nicht verschont. Sie verlieren an Festigkeit, das wiederum führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, die nach außen hin sichtbar oder auch spürbar ist. Zusätzlich begünstigt wird die Entstehung von Krampfadern durch:

  • eine erbliche (genetische) Vorbelastung. Wenn du bereits erweiterte Venen hast, ist das Risiko erhöht, dass sich die Beschwerden bei einer Schwangerschaft verschlimmern.
  • den erhöhten Druck auf Beine und Becken
  • das gesteigerte Blutvolumen – dadurch kann es in den ohnehin schon „schlaffen“ Venen zu Stauungen kommen.
  • eine rasche Gewichtszunahme während der Schwangerschaft

Tipps zur Vorbeugung

All jene Veränderungen in deinem Körper sind notwendig, um sicherzustellen, dass dein Baby im Bauch bis zur Geburt tüchtig wächst. Das bedeutet aber auch, dass man die Entstehung von Krampfadern in der Schwangerschaft nicht direkt verhindern kann. Du kannst jedoch vorbeugen, indem du unnötigen Druck vermeidest und folgende Maßnahmen beherzigst:

  • besteht eine erbliche Vorbelastung wird dir dein Frauenarzt/deine Frauenärztin Kompressionsstrümpfe verschreiben. Das für dich passende Modell findest du in Fachgeschäften für Sanitätsbedarf (mittlerweile gibt es auch viele bunte Modelle oder elegante Strümpfe mit Spitze). Die Kompressionsstrümpfe sollten während der gesamten Schwangerschaft und auch im Wochenbett getragen werden, am besten von früh bis spät.
  • Auf ausgiebig Flüssigkeitszufuhr und ausreichend Bewegung achten (je nach Wohlbefinden kannst du eine leichte Sportart ausüben oder einfach täglich spazieren gehen).
  • Kalt-warme Wechselduschen der Beine fördern die Durchblutung und bringen den Kreislauf in Schwung.
  • Vermeide langes Stehen oder langes Sitzen.
  • Du kannst deinen Füßen eine Pause gönnen, indem du sie mehrmals am Tag oder in der Nacht beim Schlafen hochlagerst. Das Blut fließt so leichter zum Herz zurück und du wirst merken, wie die Schwere aus deinen Beinen entweicht.
  • Einreibemittel mit Salbei, roten Weinlaub oder Rosskastanienextrakt schaffen ebenfalls Linderung. Hinweis: bitte erkundige dich bei deinem Arzt/deinem Apotheker nach einem Mittel, das auch in der Schwangerschaft zur Anwendung geeignet ist.
  • Verzichte während der Schwangerschaft auf heiße Bäder, Besuche in der Sauna oder lange Aufenthalte in der Sonne. Nicht nur deine Venen werden es dir danken, es ist auch für deinen Kreislauf schonender.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag liefert ausschließlich allgemeine Informationen und ersetzt keinesfalls den fachkundigen Rat eines Arztes, einer Hebamme oder anderen dafür qualifizierten Experten (Stillberaterinnen, Therapeuten etc.)

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