Schwangerschaftsdokumentation und Tagebücher

Auch wenn es zu Beginn der Schwangerschaft noch lange erscheint, 9 Monate vergehen wie im Flug. Immer mehr Frauen entscheiden sich daher, ein Tagebuch zu führen, um diese besondere Zeit zu dokumentieren und wertvolle Erinnerungen für später zu bewahren. Wie ein herkömmliches Tagebuch ist auch ein Schwangerschaftstagebuch eine ganz persönliche Angelegenheit. Regeln, wie denn so ein Buch zu führen sei, gibt es keine. Erlaubt ist, was gefällt.

Schwangere Frau blättert durch Notizbuch

Raum für Gedanken

Das Thema „Tagebuch schreiben“ erweckt bei manchen Frauen vielleicht Gedanken an die eigene Jugend. In den stürmischen und aufregenden Zeiten der Pubertät gab es wohl kaum einen geduldigeren Zuhörer als das eigene Tagebuch. Was spricht also dagegen diese Schreib-Tradition auch im Erwachsenenalter fortzusetzen? Das Festhalten von Ideen, Sorgen oder Ängsten hilft dabei, diese zu verarbeiten. Außerdem lernt man sich dabei besser oder von einer ganz anderen Seite kennen. Genau aus diesem Grund wird das Führen von Tagebüchern auch gerne als Methode in der modernen Psychotherapie eingesetzt.

Eine Schwangerschaft stellt das Leben der werdenden Mutter ordentlich auf den Kopf. Nicht nur Körper, sondern auch die Partnerschaft ändert sich. Auch in beruflicher Hinsicht gilt es, die eigenen Karrierepläne noch einmal neu zu ordnen. Wer in dieser Zeit also das Gefühl hat, keinen Ausweg aus dem sich drehenden Gedankenkarussell zu finden, der könnte mit einem Tagebuch Abhilfe schaffen. Hier ist viel Raum für Gedanken. Veränderungen können beliebig dokumentiert, Meilensteine für immer festgehalten werden. Viele Schwangere empfinden das Schreiben auch als Befreiung, da sie ihre Sorgen einfach dem Papier übergeben und dadurch leichter loslassen können.

Kostbare Erinnerungen

Ein Schwangerschaftstagebuch ist eine wahre Schatzkiste. Hier finden sich alle Erinnerungen an die aufregenden neun Monate wieder. Das überwältigende Gefühl, wenn der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis zeigt oder die ersten Bewegungen des ungeborenen Babys im Mutterleib. Vielleicht entdeckt man darin aber auch die Fotos vom Schwangerschaftsurlaub oder das Etikett des ersten Umstandskleides. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Jede schwangere Frau soll und darf jene Dinge, Momente und Aspekte der Schwangerschaft festhalten, die ihr am wichtigsten erscheinen. Wer möchte, kann auch seinen Partner oder Geschwisterkinder dazu einladen, ein gemeinsames Tagebuch zu führen. Sie bringen sich mit einer ganz anderen Perspektive auf das Geschehen ein. Später ist das Schwangerschaftstagebuch der Mutter ein wertvolles Erinnerungsstück für die ganze Familie und beliebte Lektüre für die Kinder. Sie können dann nachlesen, wie es ihrer Mutter während der Schwangerschaft ergangen ist und das erste Ultraschallbild bewundern, das zunächst nicht mehr als einen kleinen Punkt zeigte.

Schreibblockaden lösen

Unabhängig davon ob man sich für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einträge entscheidet, irgendwann muss man damit anfangen. Und das fällt vielen Schwangeren überraschend schwer. Sie sind unsicher, was sie oder wie sie es schreiben sollen, fühlen sich von der leeren Seite überfordert oder ertappen sich dabei, wie sie jeden Gedanken bewerten und gleich wieder vergessen. Das ist vollkommen normal, da wir es schlichtweg nicht mehr gewohnt sind, einfach darauf los zu schreiben. Der erste Schritt zum erfolgreichen Tagebucheintrag besteht in jedem Fall darin, sich Zeit zu nehmen. Es empfiehlt sich, im Alltag ein Zeitfenster für das Schreiben zu schaffen. Das können zum Beispiel eine Stunde vor dem Schlafen gehen oder 30 Minuten in der Mittagspause sein. Je ruhiger und ungestörter man ist (Handy abschalten!), desto leichter gelingt es, den Faden aufzunehmen. Wer möchte, kann den täglichen oder wöchentlichen Tagebucheintrag auch zum Schwangerschaftsritual erklären.

Folgende Tipps helfen außerdem dabei, den Anfang zu finden:

  • Den Gedanken freien Lauf lassen und alles aufschreiben, was einen in den Sinn kommt (ähnlich wie bei einem Brainstorming).
  • Sich von bestimmten Vorstellungen („das MUSS ich jetzt aufschreiben“) befreien, keine Erwartungen an den Text stellen.
  • Träume und Wünsche aufschreiben. Diese sollten so ausführlich und detailreich wie nur möglich beschrieben werden. Alle Facetten eines Traumes sind relevant.
  • Einen Brief an das ungeborene Baby formulieren.
  • Eine „Landkarte“ des eigenen Lebens erstellen, in der wichtige, prägende Erlebnisse bis zur Schwangerschaft festgehalten werden.

Ist der Anfang erst einmal geschafft, bieten sich u.a. folgende Themen für Tagebucheinträge an:

Diese Liste ließe sich natürlich beliebig erweitern. Jede Frau erachtet andere Aspekte ihrer Schwangerschaft als wichtig und das macht die individuellen Geschichten in Schwangerschaftstagebüchern auch so besonders. Wer möchte kann seinem Tagebuch auch Dokumente hinzufügen z.B. das erste Ultraschallbild, Fotos vom wachsenden Bauch, Ausschnitte aus Magazinen, Bestätigungen über Arztbesuche und so weiter. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Individuelles Tagebuch

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an vorgefertigten Schwangerschaftstagebüchern, die man im Buchhandel oder online erwerben kann. In den meisten Fällen sind solche Tagebücher schon strukturiert, das bedeutet sie geben eine bestimmte Anordnung der Wochen oder Themen (z.B. „Wann ich dich das erste Mal gespürt habe“) vor. Außerdem sind sie mit Illustrationen oder Sprüchen versehen. Häufig gibt es in den Büchern auch gedruckte Rahmen, in die man Fotos kleben kann. Manchmal finden sich auch Laschen oder Öffnungen, in denen man Erinnerungsstücke wie beispielsweise Arztbestätigungen oder Andenken an Urlaube verstecken kann. Wem der Sinn nach einer persönlichen Note steht, der kann sich sein Schwangerschaftstagebuch auch selbst basteln, indem er ein schönes Notizbuch oder ein Heft nach Lust und Laune dekoriert.

Tipp: für Internet-affine Mamis gibt es auch die Möglichkeit, das Schwangerschaftstagebuch online in Form eines Blogs zu führen. Der Vorteil dieser Form des Tagebuchs liegt auf der Hand. Entwicklungen und Eindrücke können mit Familie, Freunden und anderen werdenden Müttern geteilt werden. Ob öffentlich oder ganz privat – mit Hilfe eines Schwangerschaftstagebuchs lassen sich viele wertvolle Erinnerungen konservieren, die ansonsten im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten würden.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 1 und 6.

Mehr erfahren:

Die Mama-Garderobe: Fashion-Tipps für den Alltag mit Kindern

Solange die Kinder noch klein sind, muss es in Sachen Styling oft schnell gehen. In der Regel bleiben Mamas nur wenige Minuten, um sich anzuziehen und sich zurechtzumachen, ehe der Nachwuchs wieder die volle Aufmerksamkeit fordert. Gleichzeitig soll der Look tauglich für den turbulenten Alltag mit Kind sein, ohne langweilig auszusehen. Hier erfährst du, wie dir das gelingt.

Weiterlesen

Stillen & Kinderbetreuung – So gelingt die Eingewöhnung bei Tagesmutter, Krabbelgruppe und Co.

Wenn du wieder arbeiten oder einfach mehr Zeit für dich möchtest, hast du ab einem gewissen Alter die Möglichkeit, dein Kind zu einer Tagesmutter, Leihoma oder in eine Kleinkind- bzw. Krabbelgruppe zu geben. In Kinderkrippen werden Babys und Kinder bis zum dritten Lebensjahr betreut, ebenso gibt es Tagesmutter, die kleinere Gruppen haben und dadurch jüngere Kinder aufnehmen können. Mamas, die ihr Kind noch stillen, stehen häufig vor der Frage, ob die Fremdbetreuung ein Abstillen erfordert oder wie sich Stillen und Kinderbetreuung vereinbaren lassen. Wir haben uns ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht und die wichtigsten Tipps zusammengefasst, wie eine stillfreundliche Eingewöhnung gelingen kann.

Weiterlesen

Breifreie Beikost

In den ersten Lebensmonaten sind Säuglinge mit Muttermilch oder künstlich hergestellter Milchersatznahrung bestens versorgt. Gemäß österreichischer Beikostempfehlung sollten Eltern zwischen dem 5. Lebensmonat und spätestens mit Ende des 6. Lebensmonates damit beginnen, Still- oder Milchmahlzeiten langsam durch Beikost zu ersetzen. Neben der klassischen Zufütterung von Babybrei hat sich mittlerweile ein weiterer Ernährungstrend etabliert: die breifreie Beikost.

Weiterlesen

Abpumpen der Muttermilch

Wenn es mit dem Stillen nicht auf Anhieb klappt oder dein Baby zu schwach ist, um direkt an der Brust zu trinken, kannst du es dennoch mit Muttermilch versorgen. Du gewinnst die Milch dann entweder per Hand oder mit Hilfe einer Pumpe. Abpumpen ist vor allem empfehlenswert, wenn du größere Milchmengen benötigst und dein Kind regelmäßig Muttermilch erhalten soll. Vollstillende Mütter nutzen diese Form der Milchgewinnung manchmal auch, um etwas Unabhängigkeit zu erlangen oder unterwegs, (z.B. am Arbeitsplatz), die Brust zu entleeren.

Weiterlesen

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Bitte addieren Sie 4 und 9.