Wochenfluss

Im Wochenbett kommt es zum so genannten Wochenfluss (Lochien). Es handelt sich hierbei um Blutungen, Flüssigkeit und Gewebsrückstände, die aus der Vagina austreten. Üblicherweise bereitet dich deine Hebamme bereits auf den Wochenfluss vor oder du wirst direkt auf der Wochenbettstation im Krankenhaus darüber aufgeklärt. Etwa 6-8 Wochen nach der Geburt sollte der Wochenfluss aufhören, Dauer und Intensität sind jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Außerdem spielt es eine Rolle, ob dein Kind auf natürlichem Weg das Licht der Welt erblickt hat oder ob ein Kaiserschnitt gemacht wurde.

Der Wochenfluss nach der Geburt

Blutungen nach der Entbindung

In der Nachgeburtsphase

Auch wenn du dein Baby bereits zum ersten Mal in den Armen halten darfst, die Geburt ist erst dann abgeschlossen, wenn auch die Nachgeburtsphase vorüber ist. Direkt nach der Entbindung muss sich die Plazenta lösen und den Weg aus deinem Körper finden. Dieser Vorgang kann bis zu einer halben Stunde dauern und mit leichten Wehen einher gehen. Die Wehen sind dafür verantwortlich, dass der Mutterkuchen über den Geburtskanal ausgetrieben werden kann.

Wenn du eine komplikationsfreie Geburt hattest, wirst du die Nachgeburtsphase nicht sehr bewusst wahrnehmen. Die Wehen sind nicht mehr so stark und du bist vermutlich schon dabei, dein Baby zu bewundern. Vielleicht hast du es bereits das erste Mal angelegt – das Stillen wirkt sich positiv aus, da die Ausstoßung der Plazenta angeregt wird. Wichtig: die Plazenta muss sich vollständig von der Gebärmutter lösen, ansonsten verhindern Rückstände die Wundheilung. Arzt/Ärztin oder deine Hebamme überwachen daher auch die Nachgeburt.

Im Frühwochenbett

Im Wochenbett muss sich nicht nur die Gebärmutter zurückbilden, auch die Wunde, die die Plazenta hinterlässt, muss verheilen. Schließlich waren Plazenta und Gebärmutter fest miteinander verbunden. Die wunde Stelle an der Gebärmutter ist etwa 10-12cm groß, die Wundheilung benötigt 4-6 Wochen. Direkt nach der Geburt musst du also mit stärkeren Blutungen rechnen, da die Abschürfung noch frisch ist.

Zusätzlich kann auch geronnenes Blut in Form von Klümpchen abgehen, das ist jedoch normal und kein Grund zur Sorge. Solltest du dennoch verunsichert sein, wende dich bitte an deine Hebamme oder das Pflegepersonal auf der Wochenbettstation. Diese starken Blutungen markieren den Beginn des Wochenflusses. Viele Mamas beobachten, dass mehr Blut abgeht, wenn sie stillen oder wenn sie nach längerer Zeit wieder aufstehen. Das hängt zum einen damit zusammen, dass das Stillen die Kontraktionen der Gebärmutter anregt und dadurch mehr But abgestoßen wird. Zum anderen sammelt sich im Liegen Blut, das erst abfließen kann, wenn du stehst und dich bewegst z.B. wenn du auf die Toilette musst.

Rückbildung der Gebärmutter

Neun Monate lang hat die Gebärmutter ihr Bestes gegeben und nun ist es Zeit für die Rückbildung. Innerhalb weniger Wochen soll sie sich auf ihren Ursprungszustand verkleinern. Das geschieht, indem sie sich immer wieder zusammenzieht. Du spürst die Kontraktion vermutlich am Anfang stärker, späterhin immer weniger. Wenn du dein Baby stillst, kann es sein, dass du die ersten Sekunden, in denen dein Kind ansaugt, als schmerzhaft empfindest. Das Saugen regt die Kontraktion der Gebärmutter an – das ist zwar unangenehm, aber sehr wichtig für den natürlichen Rückbildungsprozess. Die Muskelbewegungen der Gebärmutter sorgen nämlich auch dafür, dass Überreste wie Blut, Eihäute, Wundsekret und Gewebe verlässlich ausgestoßen werden.

Veränderung des Wochenflusses

Während die Blutung zu Beginn noch recht stark ist, verändert sich der Wochenfluss im Laufe der Tage. Zuerst ist er rot, dann nur mehr hellrot (rosa) und bräunlich, gegen Ende hin ist er gelblich und eher durchsichtig. Wie lange die Phasen dauern, lässt sich pauschal nicht sagen. Üblicherweise bestehen die starken roten Blutungen etwa 5-7 Tage, dann verändert sich die Farbe und die Intensität nimmt ab. Der Wochenfluss ist ungewohnt, manchmal auch unangenehm, aber er ist eine natürliche und gesunde Reaktion deines Körpers. Die Blutmenge (200 ml – 500ml im Wochenbett) sollte dich nicht erschrecken. Fieber, Schmerzen oder ein beißender Geruch sind jedoch Warnzeichen, bei denen du sofort einen Arzt/eine Ärztin oder deine Hebamme kontaktieren solltest.

Hebammen und Rückbildung

Bei der Nachbetreuung durch deine Hebamme wird sie sowohl Wochenfluss als auch die Rückbildung deiner Gebärmutter thematisieren. Sie wird sich nach Farbe und Geruch der Blutung erkundigen, außerdem wird sie dich fragen, ob es ungewöhnliche Schmerzen im Unterbauch oder sonstige Beschwerden gibt. Eventuell gibt sie dir auch Tipps zur Rückbildung oder sie massiert deinen Bauch, um die Kontraktion der Gebärmutter zu fördern.

Hygiene

Im Wochenbett solltest du unbedingt auf ausreichende Hygiene achten. Während des Abheilungsprozesses besteht nämlich ein höheres Risiko für Infektionen in der Vagina beziehungsweise an der Gebärmutter. Keime und Bakterien können leichter eindringen, ebenso könntest du bereits bestehende Infektionen beim Stillen auf dein Baby übertragen (aufgrund mangelnder Hygiene beim Händewaschen).

Unsere Tipps fürs Wochenbett

  • Hebammen und FrauenärztInnen empfehlen, in den ersten Wochen nach der Geburt auf Tampons zu verzichten. Es ist wichtig, dass sich der Wochenfluss nicht staut, da dies weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Dicke Binden, Vlieseinlagen oder Wegwerfslips haben sich im Wochenbett bewährt.
  • Eine flüssigkeitsundurchlässige Unterlage schützt in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung dein Sofa beziehungsweise dein Bett. Diese Unterlagen sind auch als Einmal-Unterlagen erhältlich.
  • Du solltest deine Einlage/Binde etwa alle 2-4 Stunden wechseln, je nach Intensität der Blutung. Du kannst die dicken Einlagen mit Hilfe von Wegwerfhöschen (im Sanitätsfachhandel) oder etwas größer geschnittenen Baumwollunterhosen fixieren.
  • Getrocknetes Blut wäschst du am besten direkt nach dem Gang auf die Toilette ab. Du kannst auf der Toilette spülen oder dich kurz unter die Dusche stellen. Wenn du dich noch schwach fühlst, empfiehlt sich die Reinigung mit einem Waschlappen.
  • Warmes Wasser oder eine ph-neutrale Reinigungslotion sind vollkommen ausreichend. Verzichte auf parfümierte Duschgels oder spezielle Intimpflegeprodukte.
  • Wenn du wieder mit deinem Partner schlafen möchtest, wende dich zuerst an deine Hebamme. Üblicherweise sollte man 4-6 Wochen nach der Entbindung auf Geschlechtsverkehr verzichten. Man geht davon aus, dass der Wochenfluss infektiös sein könnte. Manche Hebammen meinen jedoch, dass geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom) durchaus in Ordnung ist, wenn du dich selbst gut dabei fühlst.
  • Auch in Punkto Baden scheiden sich die Geister. Ein Besuch im Schwimmbad während der Wochenbettzeit steht dir vermutlich ohnehin nicht im Sinn. Wenn du jedoch ein Bad in der Wanne nehmen möchtest, besprich dieses Vorhaben zunächst mit deiner Hebamme. Sie wird dir sagen, worauf du achten sollst.

Zurück

Kommentare

Kommentar von Michelle |

Hi mein Sohn ist vier Wochen alt mein Partner und ich hatten dreieinhalb Wochen nach seiner Geburt wieder das erste Mal Sex und dabei ist was Peinliches passiert, wir hatten mir Kondom verhütet und das ist beim Herausziehen ganz stecken geblieben und hab Angst wieder schwanger zu werden drei Tage danach hat die Blutung komplett aufgehört.
Ich wollte wissen, ob jemand weiß wie schnell man während des Wochenflusses schwanger werden kann?
Und ab wann könnte oder sollte ich zur Sicherheit einen SS Test machen?

Antwort von Schwanger.at

Hallo Michelle, der Wochenfluss dauert etwa 4-6 Wochen. Bei manchen Frauen auch kürzer. Bitte wende dich an deinen Frauenarzt/deine Frauenärztin. Alles Gute!

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 2 plus 6.

Mehr erfahren:

Die Brust bereitet sich bereits während der Schwangerschaft auf die Stillzeit vor, der tatsächliche Milcheinschuss findet 2-5 Tage nach der Geburt statt. Für einen guten Still-Start ist es erforderlich, das Baby nach der Entbindung so rasch wie möglich zu stillen. Viele Säuglinge suchen ohnehin intuitiv die Brust der Mutter, sobald sie auf ihrem Bauch liegen. Auch den meisten Müttern ist es ein Anliegen, das Kind so schnell wie möglich zu stillen. Das Saugen wirkt sich nicht nur positiv auf die Bindung von Mutter und Kind, sondern auch auf die Rückbildung der Gebärmutter aus.

Wichtige Tipps und Aspekte, damit ein Kind von Geburt an erfolgreich zweisprachig oder sogar mit drei Sprachen aufwächst.

Schnupfen, Husten und Co. machen nicht nur unseren Kindern das Leben schwer, manchmal erwischt es eben auch die Mama. Üblicherweise verfügen stillende Mütter über ein sehr gutes Immunsystem aber im Winter oder zur Übergangszeit sind auch sie anfälliger für lästige Infekte. Nicht jedes Grippepräparat darf in der Stillzeit zum Einsatz kommen, einige Medikamente gehen in die Muttermilch über. Kranke Stillmamas benötigen vor allem Ruhe, ein paar helfende Hände und sanfte Heilmittel aus der Natur.

In kaum einem Jahr verändert sich so viel wie im ersten Lebensjahr eines Kindes. Vom Neugeborenen bis zum Kleinkind, das sprechen und laufen kann, ist es ein weiter, aber auch schnell vergehender Weg. Auch wenn es typische Entwicklungsphasen gibt, kann das individuelle Tempo eines jeden Kindes sehr unterschiedlich sein – Abweichungen müssen überhaupt nichts Schlechtes bedeuten.

Melde dich für unseren Newsletter für Rabatte, Gewinnspiele & Aktionen an:

×