Zufüttern nach der Geburt: Medela präsentiert neue Umfrageergebnisse

In den ersten Wochen nach der Entbindung gibt es für Babys noch keinen fixen Zeitablauf. Stillen oder füttern, schlafen, wickeln und mit den Eltern kuscheln stehen im Mittelpunkt. Wobei die Nahrungsaufnahme jener Bereich ist, der frisch gebackenen Eltern oft die größten Sorgen bereitet. Warum eine Gewichtsabnahme beim Neugeborenen üblich und Zufüttern nicht unbedingt notwendig ist, hat das Schweizer Unternehmen Medela im Rahmen einer Umfrage erhoben.

Gewichtsentwicklung eines Neugeborenen

In der Regel nehmen Säuglinge in den ersten zehn Tagen nach der Entbindung ab. Diese Gewichtsabnahme ist laut einer amerikanischen Studie, die 2016 von der Universität Kalifornien durchgeführt wurde, als vollkommen natürlich anzusehen. Die Untersuchung mit über 160.000 gesunden Babys zeigte, dass etwa 14 Prozent der spontan geborenen Kinder und 24% der per Kaiserschnitt geborenen Kinder nach 14 Tagen ihr Geburtsgewicht nicht wieder erreicht hatten.

Das veranlasst die Autoren der Studie u.a. zu folgender Empfehlung: die aktuelle Lehrmeinung, dass Babys nicht mehr als 10% ihres Geburtsgewichts verlieren dürfen und ihr Geburtsgewicht in 10-14 Tagen nach der Entbindung wieder erreichen sollen, müsse hinterfragt werden. Dass bei voll gestillten Babys dennoch häufig Säuglingsanfangsnahrung zugefüttert wird, bestätigt eine von Medela beauftragte Umfrage unter 400 Müttern.

40% aller Babys erhielten zusätzlich zur Muttermilch künstlich hergestellte Säuglingsmilch, um die Gewichtszunahme in den ersten Tagen zu gewährleisten. Es handelt sich hierbei um eine durchaus gängige Maßnahme, die aber nicht zwingend bei jedem Baby notwendig ist. Wenn Kinder ihr Geburtsgewicht nicht so rasch wie geplant erreichen, sollten alle Faktoren umfassend betrachtet werden. Möglicherweise gibt es noch Schwierigkeiten beim Ansaugen an der mütterlichen Brust oder die Hungeranzeichen des Säuglings sind noch nicht deutlich zu erkennen. Gelegentlich steckt auch eine Erkrankung dahinter.

Thomas Kühn, Oberarzt am Perinatalzentrum des Vivantes Klinikums Berlin-Neukölln, erklärt:

Die Natur hat es so vorgesehen, dass ein gesunder Säugling in den ersten drei Tagen nicht viel Flüssigkeit bekommt. Das hat Jahrtausende lang funktioniert. Verliert ein Baby nach der Geburt mehr als zehn Prozent an Gewicht, ist das kein Grund zur Panik. Vielmehr sollte genau hingeschaut werden, was die Ursache ist. Funktioniert das Stillen und ist das Kind gesund, kann weiter gestillt werden. Ein Zufüttern ist nicht nötig. Voraussetzung ist dann aber eine engmaschige Kontrolle des Kindes durch den Arzt, eine Hebamme oder Stillberaterin“.

Erfolgreicher Stillstart

Eine individuell-differenzierte Beurteilung der Situation wirkt sich positiv auf Mutter und Kind aus. Die Mutter erhält durch die Unterstützung einer Hebamme oder Stillberaterin mehr Selbstvertrauen und Sicherheit im Umgang mit ihrem Baby. Das Kind wiederum spürt diese Sicherheit und dadurch fällt es ihm leichter, sich auf diese noch ungewohnte Form der Nahrungsaufnahme einzulassen.

Stillberaterinnen empfehlen für einen erfolgreichen Start der Stillbeziehung, intensiven Hautkontakt direkt nach der Geburt, da dadurch das Bindungshormon Oxytocin freigesetzt wird, das die Milchbildung ankurbelt. Zudem hilfreich erweisen sich kurze Stillintervalle, häufiges Anlegen sowie der Wechsel zwischen unterschiedlichen Stillpositionen. Ein Zufüttern sollte nur bei medizinischer Indikation in Betracht gezogen werden.

Wer mehr über das Stillen in den ersten Lebensmonaten erfahren möchte, findet in unserem Bereich Stillen & Ernährung umfassende Artikel dazu.

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Mehr erfahren:

Junge Mutter stillt ihr Baby

Meine Brust fühlt sich hart an – habe ich einen Milchstau?

Ob es sich tatsächlich um einen Milchstau handelt, hängt ein wenig davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Verhärtung auftritt und wie lange sie bestehen bleibt. Wenige Tage nach der Geburt findet der Milcheinschuss statt – in dieser Phase ist die Brust geschwollen, prall und fühlt sich gelegentlich hart an. Die Schwellung geht üblicherweise innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden wieder zurück. Wenn sich Verhärtungen mehrere Wochen nach der Entbindung bemerkbar machen, dann hast du vermutlich einen Milchstau. Das ist eine Komplikation, von der Stillende relativ häufig betroffen sind und die sich im Rahmen einer Stillkarriere auch regelmäßig wiederholen kann.

Weiterlesen …

Frau mit Baby auf dem Bett schaut gemeinsam auf Laptop, Familie und Babyzeit.

Online-Kurse für Mama und Babys - Was es gibt, was euch erwartet.

Mittlerweile haben wir uns beinahe schon an das Leben in der Pandemie gewöhnt. Ein Wermutstropfen für alle frisch gebackenen Mamas bleibt jedoch die geltende Regelung für persönliche Treffen in Kleingruppen, die gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sind. Die gute Nachricht: Du musst dennoch nicht auf den Kontakt mit anderen Mamas verzichten. Viele Anbieter haben ihre Trainings und Angebote in den virtuellen Raum übersiedelt. Auch Eltern-Kind- sowie Stillgruppen finden online statt. Welche Möglichkeiten es gibt und was dich in welchem Online-Kurs erwartet, wir haben den Überblick.

Weiterlesen …

Junge Frau kämmt ihr langes Haar vor dem Spiegel – glücklicher Familienmoment.

Natürliche Haarpflege für Mamas

Viele frischgebackene Mamas stellen fest, dass sich ihre Haare nach der Geburt verändern. Das ist völlig normal und hängt mit den Hormonen zusammen!

Weiterlesen …

Wie Schlaflieder die Sprachentwicklung von Kindern fördern

Musik spielt in unserem individuellen und gesellschaftlichen Leben eine große Rolle, und so ist es kaum verwunderlich, dass im Grunde genommen kaum ein Kind ohne Musik aufwächst. Schon im Mutterleib kommen Babys zum ersten Mal in Berührung mit Tönen, Klängen und Stimmen – später lernen sie Spiellieder, Begleitlieder bei Krabbelreimen und Fingerspielen und erste Musikinstrumente kennen. Beim Einschlafen helfen oft Schlaflieder, die von Mama, Papa oder einer vertrauten Bezugsperson gesungen oder gesummt werden. Warum Musik für die sprachliche Entwicklung von Kindern so essenziell ist, wie Babys auf vorgesungene Melodien reagieren und was Eltern beim Vorsingen beachten können: Wir haben alle Infos für dich gesammelt.

Weiterlesen …

Melde dich zum Schwanger.at Newsletter an – dich erwarten spannende Artikel, Produkttests und Gewinnspiele!

Bitte addieren Sie 8 und 2.