Zyklusstörungen

Üblicherweise funktioniert der weibliche Zyklus wie ein inneres Uhrwerk. In der Zyklusmitte kommt es zum Eisprung und am Ende steht die Regelblutung. Die durchschnittliche Länge eines Zyklus beträgt 28 Tage. Störungen in diesem Kreislauf sind keine Seltenheit. Die Blutung kann in Dauer, Intensität und Häufigkeit abweichen, auch Schmerzen oder ein vollständiges Ausbleiben der Regel sind bei Zyklusstörungen möglich.

Unterschiedliche Ausprägungen

Da es viele Arten von Zyklusstörungen gibt, hat man sie folgendermaßen unterteilt:

  • Störungen, die die Dauer der Monatsblutung betreffen (Menorrhagie, Brachymenorrhoe)
  • Störungen, die mit der Häufigkeit der Blutung in Verbindung stehen (Oligomenorrhoe, Polymenorrhoe, Metrorrhagie, Amenorrhoe)
  • Störungen, die sich auf die Intensität der Blutung beziehen (Hypermenorrhoe, Hypomenorrhoe)

Unter Menorrhagie versteht man eine Regelblutung, die praktisch nicht abbricht. Die Blutungen halten über einen längeren Zeitraum hinweg an. Sie sind in ihrer Ausprägung einmal stärker, einmal schwächer, jedoch gibt es keine Blutungspause. Die Brachymenorrhoe ist hingegen ein Zustand bei dem die Monatsblutung beinahe ausbleibt und die Blutungsdauer weniger als drei Tage beträgt.

Ein vollständiges Ausbleiben der Blutung nennt man Amenorrhoe. Hier unterscheidet man, ob die Regel überhaupt nicht eingetreten ist (primäre Amenorrhoe) oder ob es bereits Blutungen gegeben hat und diese nun aussetzen (sekundäre Amenorrhoe).

Hypermenorrhoe und Hypomenorrhoe sind Störungen der Blutungsintensität. Wenn du sehr starke Blutungen hast und mehr als 150 Milliliter Blut verlierst, leidest du unter Hypermenorrhoe. Gegenteilig verhält es sich bei der Hypomenorrhoe. Hier liegt der Blutverlust unter 25 Milliliter. Die Regelblutung ist sehr kurz, manchmal treten nur Schmierblutungen auf.

Von einer Oligomenorrhoe spricht man bei einem ausgesprochen langen Zyklus. Die Regelblutung tritt erst frühestens nach 35 Tagen, spätestens nach 45 Tagen ein. Unter Polymenorrhoe versteht man einen verkürzten Zyklus – die Regelblutung ist bereits nach 25 Tagen zu erwarten. Für diese Ausprägungsformen sind üblicherweise Umstellungen im Hormonsystem verantwortlich.

Der Ausdruck Metrorrhagie bezeichnet eine Zwischenblutung, die länger als ein paar Tage andauert. Häufig ist sie von einer normalen Regelblutung nicht zu unterscheiden.

Diagnose

Nicht immer ist eine Zyklusstörung ein Grund zur Sorge. Manchmal bleibt die Monatsblutung stressbedingt aus oder sie verzögert sich um ein paar Tage. Wenn du dich allgemein gut fühlst und du sonst keine Beschwerden wie Zwischenblutungen oder Krämpfe hast, kannst du deinem Körper noch etwas Zeit geben. Manchmal löst sich das Problem nämlich von allein, wenn gewisse Belastungen in deinem Alltag wegfallen. Halten die Zyklusstörungen jedoch an, ist ein Besuch beim Frauenarzt/bei der Frauenärztin ratsam. Am Anfang der Untersuchung steht ein ausführliches Gespräch. Es soll geklärt werden, wann du das letzte Mal deine Regelblutung hattest, wie intensiv deine Blutung war und ob du irgendwelche Auffälligkeiten beobachten konntest. Anschließend folgen eine Tastuntersuchung sowie eine Untersuchung mittels Ultraschall. Eventuell nimmt der Arzt/die Ärztin auch einen Abstrich aus dem Gebärmutterhals – dies ist ein Routinevorgang im Rahmen der Krebsvorsorge.

Die Ultraschalluntersuchung erlaubt bereits erste Rückschlüsse auf deinen Zyklus. Man kann beispielsweise den Zustand der Eierstöcke beurteilen, die Gebärmutter überprüfen und nachsehen, ob sich Gebärmutterschleimhaut aufgebaut hat oder nicht. Sind Zysten, Myome oder Polypen für die Störung des Zyklus verantwortlich, so erkennt man dies auch am Ultraschallbild. Die Ultraschalluntersuchung ist üblicherweise nicht schmerzhaft. Bei Bedarf wird der Frauenarzt/die Frauenärztin auch ein Blutbild anordnen. Anhand der Blutwerte lässt sich feststellen, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse, Mangelerscheinungen oder hormonelle Unstimmigkeiten für die Zyklusstörung verantwortlich sind. Da sich die Unregelmäßigkeiten bei jeder Frau anders äußern, gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten in der Diagnose. Häufig führt auch eine Kombination der Untersuchungen zu einem verwertbaren Ergebnis. Der Frauenarzt/die Frauenärztin kann auch einen Facharzt für interne Medizin hinzuziehen, wenn der Verdacht besteht, dass beispielsweise Organerkrankungen die Zyklusstörung auslösen.

Unser Tipp: wenn du deinen Zyklus besser verstehen möchtest, empfiehlt es sich, ihn über eine gewisse Zeit zu beobachten und dies auch zu dokumentieren. Apps wie iWoman helfen dir, deinen Zyklus kennenzulernen und auch dabei, deine fruchtbaren Tage zu bestimmen.

Therapiemöglichkeiten

Wenn dein Zyklus gestört ist, handelt es sich hierbei primär nicht um eine Erkrankung, sondern vielmehr um eine Fehlfunktion. Dein Körper zeigt an, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Therapie richtet sich in erster Linie nach der Diagnose - man unterscheidet dabei medikamentöse Behandlungen und operative Eingriffe. Medikamente werden überwiegend bei hormonellen Störungen, Schilddrüsenunterfunktion oder Überfunktion und beim Vorliegen von PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) verordnet. Myome, Polypen und Zysten müssen normalerweise operativ entfernt werden. Manchmal ist auch ein direkter Eingriff (Ausschabung) an der Gebärmutter erforderlich. Ist eine Krebserkrankung (Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs, Eierstockkrebs) die Ursache für den gestörten Zyklus, muss mit einer entsprechenden Krebstherapie gestartet werden. Für viele Frauen ist eine Zyklusstörung belastend, weil sie gerne schwanger werden möchten und ein unregelmäßiger Zyklus dies natürlich erschwert. Dann ist eine medizinische Abklärung ratsam – auch Kinderwunschbehandlungen und künstliche Befruchtung können in diesem Zusammenhang thematisiert werden.

Die Psyche & der Zyklus

Mittlerweile ist es weitgehend anerkannt, dass der weibliche Zyklus auch vom psychischen Wohlbefinden beeinflusst wird. Stress, belastende Lebenssituationen, Überforderung, Traumata, plötzliche Verluste sowie anhaltende Unzufriedenheit, können Anspannungszustände auslösen, die sich früher oder später auch körperlich manifestieren.

Dein Zyklus ist hormonell reguliert, dein Körper ist keine Maschine. Wenn es dir nicht gut geht, kann es sein, dass er dann einfach nicht „richtig“ funktioniert. Das wirkt sich dann auf deinen Zyklus aus: du bekommst deine Regelblutung vielleicht gar nicht oder sehr unregelmäßig. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann ebenso zu Zyklusstörungen führen wie Magersucht oder eine psychische Erkrankung. Im ersten Schritt empfiehlt sich stets die medizinische Abklärung beim Frauenarzt/bei der Frauenärztin. Im Rahmen der Untersuchung können körperliche Ursachen diagnostiziert oder eben ausgeschlossen werden. Weiters lohnt es sich, deine Lebensumstände genauer unter die Lupe zu nehmen: hattest du viel Stress oder Probleme im Job? Nimmst du Medikamente oder hormonelle Verhütungsmittel, die deinen Zyklus beeinflussen? Gab es einschneidende Erlebnisse, die du noch nicht verarbeitet hast? Deutet vieles auf eine psychische Ursache hin, kann der Gynäkologe/die Gynäkologin auch eine Psychotherapie empfehlen. Auch das Erlernen einer Entspannungstechnik und sanfter Ausdauersport helfen dir dabei, dich auf der emotionalen Ebene zu stabilisieren.

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