Kindersitztest 2025: Die besten Babyschalen & Kindersitze für deinen Nachwuchs

Im aktuellen Kindersitztest von ADAC und ÖAMTC wurden 20 neue Modelle für verschiedene Altersgruppen getestet – von Babyschalen über Reboarder bis zu Sitzerhöhungen. Bewertet wurden Sicherheit, Handhabung, Ergonomie, Schadstoffe und erstmals auch Umweltschadstoffe.

Die Ergebnisse zeigen: Viele Sitze sind empfehlenswert, einige weniger. Der Test hilft dir dabei, den Überblick zu behalten und den passenden Sitz für dein Kind und euer Auto zu finden – zuverlässig, alltagstauglich und sicher.

© Anna Cordes Fotografie

Überblick zum Test

Der Kindersitztest wird zweimal jährlich vom ADAC in Zusammenarbeit mit dem ÖAMTC und weiteren europäischen Partnerorganisationen durchgeführt. Im Frühjahr 2025 wurden 20 Kindersitzmodelle für verschiedene Alters- und Gewichtsklassen geprüft – darunter Babyschalen, Reboarder und Sitzerhöhungen mit Rückenlehne.
Die Bewertung erfolgte in fünf Kategorien:

  • Sicherheit: Crashtests bei 50 km/h frontal und 60 km/h seitlich
  • Bedienung: Einbau, Anschnallen, Fehlbedienungsgefahr
  • Ergonomie: Sitzkomfort und Platzbedarf im Auto
  • Schadstoffe: Analyse textiler Materialien auf gesundheitsschädliche Stoffe
  • Umweltschadstoffe: Neue Bewertung von PFAS (sogenannte Ewigkeitschemikalien)

Das Gesamturteil ergibt sich aus der Gewichtung dieser Kategorien – mit dem Schwerpunkt auf Sicherheit und Handhabung. Sitze mit gravierenden Mängeln wurden entsprechend abgewertet.

Neue Maßstäbe beim Kindersitztest im Jahr 2025

Der Kindersitztest 2025 wurde in mehreren Bereichen überarbeitet und verschärft. Ziel ist eine realitätsnähere und umfassendere Bewertung moderner Kindersitze.Ein zentraler Punkt: Die Crashtests wurden an die Standards der Euro NCAP angepasst. Die Unfallsimulationen erfolgen nun mit höheren Geschwindigkeiten – 50 km/h beim Frontalaufprall und 60 km/h beim Seitenaufprall. Dadurch lassen sich Schutzwirkung und Belastung unter realistischeren Bedingungen beurteilen.

Neu eingeführt wurde die Kategorie „Umweltschadstoffe“. Getestet wird der Gehalt sogenannter PFAS – langlebiger Chemikalien, die sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern können. Sitze mit auffälligen Werten wurden im Gesamtergebnis abgewertet.
Außerdem wurde der Bereich Bedienung erweitert: Neben gedruckten Anleitungen fließen jetzt auch digitale Einbauhilfen, Online-Videos und Nutzerfreundlichkeit in die Bewertung mit ein. Das soll sicherstellen, dass der Sitz nicht nur schützt – sondern im Alltag auch korrekt und unkompliziert genutzt wird.

Babyschalen im Test – diese Modelle sind empfehlenswert

Für Neugeborene und junge Babys konnten mehrere Babyschalen im Test 2025 überzeugen. Die besten Ergebnisse erzielten die Joie Sprint und die Maxi-Cosi Pebble S in Kombination mit der FamilyFix S Basis. Beide erhielten die Note 1,8 und gehören damit zu den Testsiegern des Jahres. Während die Joie Sprint durch ihr geringes Gewicht, ihre einfache Handhabung und einen attraktiven Preis punktet, überzeugt die Pebble S vorrangig durch Komfort und Stabilität dank der passenden Isofix-Basis.

Ebenfalls gut bewertet wurden die Nuna Pipa Lite + Base Next mit der Note 2,0 sowie der Avionaut Pixel Pro 2.0 C + IQ Orbit mit der Note 2,1. Diese Modelle schnitten in allen Testkategorien solide ab – insbesondere in Bezug auf Sicherheit, Ergonomie und Schadstofffreiheit. Auffällig ist, dass einige Babyschalen auch ohne Basis zur Gurtbefestigung erhältlich sind. Diese Varianten sind günstiger, zeigten im Test jedoch Schwächen bei der Bedienung.

Reboarder für Kleinkinder – sicher rückwärts unterwegs

Sobald Babys aus der Schale herausgewachsen sind, folgt der Wechsel auf einen Reboarder. Diese rückwärtsgerichteten Sitze gelten als besonders sicher, weil sie bei einem Frontalaufprall die auf den Körper wirkenden Kräfte besser verteilen. Im Kindersitztest 2025 erzielte der Thule Elm RWF + Alfi Base das beste Ergebnis in dieser Klasse. Mit der Gesamtnote 2,2 überzeugte das System durch hohe Sicherheit, gute Ergonomie und eine alltagstaugliche Handhabung. Zusätzlich ist der Elm Teil eines modularen Konzepts, bei dem sich verschiedene Sitze mit einer gemeinsamen Basis kombinieren lassen – ein Vorteil für Familien, die langfristig planen.

Ebenfalls gut bewertet wurden der Joie i-Pivot 360 und der Graco Turn2Me DLX i-Size. Beide erhielten die Note 2,4. Sie lassen sich um 360 Grad drehen, was das Anschnallen deutlich erleichtert, speziell in engen Fahrzeugen. Im Vergleich zum Thule-Modell sind sie etwas schwerer und in der Bedienung weniger intuitiv, bieten aber dennoch eine sichere und komfortable Lösung für Kinder bis etwa vier Jahre.

Empfehlenswert ist ein Reboarder ab einer Körpergröße von etwa 67 Zentimetern – also meist ab dem neunten Lebensmonat. Wichtig ist, dass der Kopf nicht über den Rand der Babyschale hinausragt und der neue Sitz zur Größe und zum Fahrzeug passt. Reboarder bieten dabei vorwiegend eine Nutzungsspanne bis zu einer Körpergröße von ca. 105 Zentimetern.

Sitzerhöhungen für größere Kinder – leicht, stabil und sicher

Für Kinder, die aus dem Reboarder herausgewachsen sind, bieten Sitzerhöhungen mit Rückenlehne eine sichere Möglichkeit, weiter gut geschützt im Auto unterwegs zu sein. Im österreichischen Straßenverkehr gilt die Kindersitzpflicht bis zum 14. Geburtstag oder bis zu einer Körpergröße von 135 cm. Empfohlen wird die Nutzung eines geeigneten Sitzes aber bis 150 cm. Im aktuellen Test überzeugten primär der Cybex Solution G2 und der Recaro Axion 1, beide mit der Note 2,1. Sie bieten eine gute Gurtführung, hohe Stabilität beim Seitenaufprall und lassen sich dank ihres geringen Gewichts einfach im Auto montieren oder bei Bedarf zwischen verschiedenen Fahrzeugen wechseln.

Auch der Joie i-Trillo FX schnitt gut ab und erhielt die Note 2,3. Mit rund 100 Euro ist er das günstigste Modell im Test. Dennoch punktet er mit hoher Seitenstabilität und sicherer Isofix-Befestigung. Für Familien, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, ist er eine empfehlenswerte Lösung.

Wichtig: Bei Sitzerhöhungen solltest du auf eine korrekte Gurtführung achten. Der Gurt muss sauber über Schulter und Becken verlaufen, ohne zu drücken oder zu verrutschen. Auch bei größeren Kindern lohnt sich ein Blick auf Ergonomie und Sitzkomfort.

Nicht empfehlenswert: Diese Modelle konnten nicht überzeugen

Während viele Kindersitze im Test solide bis sehr gute Ergebnisse erreichten, gab es auch Modelle, die in entscheidenden Bereichen Schwächen zeigten. Der Lionelo Braam i-Size fiel besonders negativ auf. Er ist als mitwachsender Sitz von der Geburt bis etwa zwölf Jahre konzipiert, erhielt jedoch insgesamt nur die Note 3,6. Vor allem beim Frontalaufprall zeigte er deutliche Sicherheitsdefizite. Auch in den Bereichen Handhabung und Ergonomie konnte er nicht überzeugen.

Ein Sonderfall ist der Cybex Anoris T2 i-Size. Eigentlich erzielte dieses Modell hervorragende Werte bei der Sicherheit und hätte mit der Note 1,3 als Testsieger seiner Klasse gelten können. Aufgrund einer festgestellten Belastung mit PFAS – sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, die in der Umwelt und im Körper kaum abbaubar sind – wurde das Gesamtergebnis jedoch auf die Note 2,8 abgewertet. Diese neue Bewertungskategorie der Umweltschadstoffe hat damit erstmals direkte Auswirkungen auf das Testurteil gehabt und zeigt, dass auch Material- und Umweltaspekte bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes immer wichtiger werden.

Mitwachsende Systeme – eine Lösung für mehrere Jahre

Kindersitze, die sich über mehrere Jahre hinweg anpassen lassen, sind für viele Familien eine praktische Option. Besonders überzeugend schnitt im Test 2025 das modulare System von Thule ab. Der Thule Elm RWF + Alfi Base erhielt in der Kategorie der Reboarder die Note 2,2 und wurde als Testsieger seiner Größenklasse ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem vorwärtsgerichteten Thule Elm (Note 2,8) und der bereits 2024 sehr gut bewerteten Babyschale Thule Maple bildet er ein durchdachtes Sitzsystem, das auf einer gemeinsamen Basis (Thule Alfi Base) aufbaut. Dieses modulare Konzept spart Platz, vereinfacht den Umstieg zwischen Sitzgruppen und bietet eine durchgängige Lösung vom Säuglingsalter bis ins Kleinkindalter.


Neben Thule schnitten auch der Joie i-Pivot 360 und der Graco Turn2Me DLX i-Size gut ab. Beide Modelle sind drehbare Reboarder, die sich über mehrere Jahre hinweg flexibel nutzen lassen und besonders bei der Handhabung im Alltag punkten. Mit einer Bewertung von jeweils 2,4 bieten sie eine solide Kombination aus Sicherheit, Komfort und Funktionalität. Auch wenn sie im direkten Vergleich zum Thule-System etwas schwerer und weniger intuitiv in der Bedienung sind.Mitwachsende Sitze sind besonders dann sinnvoll, wenn sie individuell einstellbar, sicher konstruiert und an die körperlichen Entwicklungen des Kindes anpassbar sind.

Kindersitz kaufen – was wirklich zählt

Beim Kauf eines Kindersitzes reicht es nicht, nur auf die Testnote zu schauen. Entscheidend ist, ob der Sitz zu deinem Kind, zu deinem Auto und zu euren Alltagsgewohnheiten passt. Viele Eltern unterschätzen, wie unterschiedlich Kindersitze in der Praxis funktionieren. Ein Modell mit guter Bewertung kann im eigenen Auto plötzlich umständlich sein oder nicht ideal zur Körpergröße des Kindes passen.

Deshalb lohnt es sich, den Sitz vor dem Kauf auszuprobieren – am besten gemeinsam mit dem Kind und dem Fahrzeug. Achte dabei besonders auf folgende Punkte:

  1. Passt der Sitz zur aktuellen Körpergröße und zum Alter deines Kindes?
  2. Lässt er sich im Auto problemlos und korrekt einbauen?
  3. Sitzt dein Kind stabil und bequem – auch mit Jacke oder längerer Kleidung?
  4. Ist das Anschnallen schnell und fehlerfrei möglich?
  5. Lässt sich der Sitz leicht verstellen oder umbauen, wenn dein Kind wächst?

Reboarder solltest du möglichst lange nutzen. Sie bieten gerade in den ersten Jahren deutlich mehr Schutz bei einem Unfall. Bei Babyschalen ist der Wechsel zum nächsten Sitz dann fällig, wenn der Kopf über den oberen Rand hinausragt oder die zulässige Körpergröße erreicht ist. Wichtig ist auch die Befestigung: Isofix-Systeme sind zwar nicht in jedem Auto vorhanden, aber sie erleichtern den Einbau erheblich und verringern die Fehlerquote.


Und zuletzt: Auch kleine Dinge wie Gewicht, Drehfunktion oder die Frage, ob sich der Bezug gut waschen lässt, machen im Alltag den Unterschied. Ein Sitz, den du problemlos bedienen kannst, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit auch richtig genutzt und das ist am Ende das, worauf es wirklich ankommt.

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