Schnuller-Test 2026: Schadstoffe nachgewiesen

Ein neuer Schnuller-Test sorgt für Aufsehen, denn in jedem dritten geprüften Produkt wurden Spuren eines verbotenen Schadstoffs gefunden. Zusätzlich fiel ein Schnullerset durch ein konkretes Sicherheitsrisiko auf.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Mehrheit der getesteten Schnuller ist unbedenklich. Trotzdem zeigt der Test, dass sich ein genauer Blick lohnt. Was heißt das jetzt für dich und dein Baby?

Schnuller im Test: BPA-Spuren entdeckt. Welche Modelle sicher sind und worauf du beim Kauf achten solltest

Schnuller im Test: Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

Der aktuelle Schnuller-Test zeigt ein zweigeteiltes Bild. Viele Produkte schneiden gut ab und gelten als unbedenklich, gleichzeitig gibt es aber auch klare Ausreißer. Vor allem beim Thema Schadstoffe und Zubehör lohnt sich ein genauer Blick. Für dich bedeutet das: Du musst nicht grundsätzlich skeptisch sein, solltest aber bewusster auswählen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • 18 Schnuller wurden getestet
  • 6 Produkte enthalten BPA-Spuren
  • 12 Schnuller erhielten die Bestnote „sehr gut“
  • 1 Produkt fiel durch ein Erstickungsrisiko beim Zubehör auf

Im Endeffekt zeigt der Test vor allem, dass die meisten Schnuller sicher sind. Trotzdem gibt es Schwachstellen, die du kennen solltest, um dein Baby zu schützen.

Gut zu wissen: Viele bekannte Marken schneiden im Test mit positiv ab und weisen kein BPA auf – darunter Modelle von dm Babylove, Philips Avent, MAM, Rossmann Babydream und Tommee Tippee, die allesamt mit „sehr gut“ bewertet wurden

Was genau wurde untersucht?

Im Nuckel-Test ging es nicht einfach nur darum, Schnuller oberflächlich zu prüfen. Stattdessen wurden gezielt die entscheidenden Bestandteile unter die Lupe genommen, also das Mundstück, das dein Baby im Mund hat, und der Schild, der außen aufliegt. Genau diese beiden Teile sind im Alltag am stärksten beansprucht und damit besonders relevant für die Sicherheit.

Besonders interessant ist die Art, wie getestet wurde. Die Prüfer haben nicht nach Standard gearbeitet, sondern realistische Bedingungen geschaffen. Statt Wasser bei Raumtemperatur kam eine künstliche Speichelflüssigkeit bei Körpertemperatur zum Einsatz. So lässt sich besser nachvollziehen, was tatsächlich passiert, wenn dein Baby den Schnuller über längere Zeit im Mund hat.

Während viele Prüfverfahren eher theoretisch angelegt sind, orientiert sich diese Methode stärker am echten Alltag. Dadurch werden mögliche Belastungen sichtbar, die unter Standardbedingungen oft unentdeckt bleiben. Genau das macht die Ergebnisse für dich als Elternteil deutlich aussagekräftiger.

BPA im Schnuller: Wie gefährlich ist das wirklich?

Im Test wurden in insgesamt sechs von 18 Schnullern Spuren von BPA nachgewiesen. Auffällig ist, dass nicht nur unbekanntere Produkte betroffen sind, sondern auch etablierte Marken.

In diesen Schnullern wurden BPA-Spuren gefunden

  1. Babylove Nature (Naturlatex)
  2. Babylove (Silikon)
  3. Baby Nova
  4. Nip (Cherry Natur-Latex)
  5. NUK (Space Night)
  6. ein Schnullerset von Shein

Bisphenol A, kurz BPA, gehört zu den Stoffen, die seit Jahren kritisch diskutiert werden. Der Grund liegt darin, dass BPA im Körper ähnlich wirken kann, wie ein Hormon und damit in sensible Prozesse eingreifen. Gerade bei Babys ist das relevant, weil sich ihr Körper noch entwickelt und besonders empfindlich auf solche Einflüsse reagiert.

Wichtig: In den getesteten Schnullern wurden nur Spuren gefunden, keine Mengen, die eine akute Vergiftung auslösen. Das Risiko entsteht eher durch den regelmäßigen Kontakt im Alltag. Ein Schnuller ist oft über viele Stunden im Mund, wird gekaut, erwärmt und ständig benutzt. Genau dadurch kann selbst eine geringe Belastung langfristig eine Rolle spielen.

Wie kommt BPA trotz Verbot in die Schnuller?

BPA ist in Schnullern seit Jahren verboten und taucht trotzdem in manchen Produkten auf. Woran liegt das? Das Verbot bezieht sich auf die gezielte Zugabe des Stoffes, nicht auf unbeabsichtigte Verunreinigungen, die während der Herstellung entstehen können.

Solche Spuren können an verschiedenen Stellen in die Produkte gelangen. Typische Ursachen sind Produktionsanlagen, in denen auch andere Materialien verarbeitet werden. Aber auch durch Verpackungen oder sogar kleinste Partikel in der Luft kann BPA in oder an den Schnuller gelangen. Wenn hier nicht sauber getrennt oder gearbeitet wird, können minimale Mengen übertragen werden.

Es ist technisch kein Problem, Schnuller komplett ohne BPA-Spuren herzustellen. Entscheidend ist, wie sorgfältig ein Hersteller arbeitet. Die Qualität in der Produktion macht hier den Unterschied.

Erstickungsgefahr bei einem Schnullerset

Im Test wurde noch ein weiteres Problem entdeckt. Bei einem Schnullerset bestand Erstickungsgefahr. Betroffen war ein Produkt, das über die Plattform Shein verkauft wurde. Auffällig ist dabei, dass es sich um dasselbe Set handelt, in dem auch BPA-Spuren nachgewiesen wurden.

Allerdings lag die Ursache für die Erstickungsgefahr nicht beim Schnuller selbst, sondern bei einem enthaltenen Zubehörteil, genauer gesagt einer Schnullerkette.

Im Rahmen der Sicherheitsprüfung wurde untersucht, ob einzelne Bestandteile so klein sind, dass sie verschluckt werden können. Dafür kommt eine spezielle Teströhre zum Einsatz, die die Größe der kindlichen Atemwege simuliert. Passt ein Teil vollständig hinein, besteht Erstickungsgefahr, da es die Atemwege blockieren kann. Genau das traf auf ein Element der Schnullerkette zu.

Gute Schnuller erkennen: So triffst du eine sichere Wahl

Neben Schadstoffen und Sicherheit stellt sich für viele Eltern eine ganz grundlegende Frage: Welcher Schnuller passt überhaupt zum eigenen Kind? Einen „perfekten“ Schnuller gibt es nicht. Babys haben einen angeborenen Saugreflex, der sie beruhigt und ihnen Sicherheit gibt. Genau deshalb kann ein Schnuller im Alltag helfen, sollte aber bewusst eingesetzt werden und kein Dauerbegleiter sein.

Beim Material hast du meist die Wahl zwischen Latex und Silikon. Latex ist etwas widerstandsfähiger, kann aber schneller porös werden und hat einen Eigengeruch. Silikon ist geschmacksneutral und langlebiger beim Auskochen, dafür weniger robust bei starkem Kauen. Auch die Form spielt eine Rolle, vor allem bei sehr intensiver Nutzung in Bezug auf die Kieferentwicklung. Entscheidend ist vor allem, wie häufig und wie lange der Schnuller genutzt wird.

Darauf solltest du beim Schnuller-Kauf achten

  1. Möglichst kleine Größe wählen, um den Druck auf den Kiefer gering zu halten.
  2. Leichtes Modell bevorzugen, damit weniger Zug auf den Mund wirkt.
  3. Material nach Nutzung auswählen, etwa Latex für starke „Kauer“ oder Silikon für häufiges Sterilisieren.
  4. Auf eine einfache, stabile Verarbeitung ohne kleine oder lösbare Teile achten.
  5. Schnuller nur gezielt einsetzen, nicht dauerhaft im Mund lassen.

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