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Kinderwagen-Test 2026: Stiftung Warentest warnt vor Schadstoffen
Welcher Kinderwagen ist wirklich sein Geld wert? Die Stiftung Warentest hat zwölf aktuelle Modelle auf Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffe geprüft. Das Ergebnis lässt aufhorchen. Während vier Kinderwagen die Gesamtnote „Gut“ erhalten, fallen vier andere wegen bedenklicher Schadstoffe durch.
Stiftung Warentest testet zwölf neue Kinderwagen
Im aktuellen Test vom Sommer 2026 hat die Stiftung Warentest zwölf Kinderwagen untersucht, die sich von der Geburt bis ins Kleinkindalter nutzen lassen. Die Auswahl umfasst sowohl klassische Kombi-Kinderwagen für ein Kind als auch Modelle für Zwillinge oder Geschwister mit geringem Altersunterschied. Je nach Ausstattung kosten die getesteten Kinderwagen zwischen rund 400 und mehr als 1.500 Euro.
Wer noch mehr Modelle vergleichen möchte, findet in der Testdatenbank der Stiftung Warentest mittlerweile Bewertungen zu insgesamt 52 Kinderwagen. Darunter befinden sich neben aktuellen Modellen auch ältere Kinderwagen, die häufig noch gebraucht erhältlich sind.
Good News: 4 Kinderwagen erhalten die Gesamtnote „Gut“
Nachdem im Kinderwagen-Test 2025 kein Modell besser als mit „Befriedigend“ bewertet wurde, zeigt sich im aktuellen Test eine positive Entwicklung. Vier der zwölf geprüften Kinderwagen erhalten die Gesamtnote „Gut“. Damit beweist die Stiftung Warentest, dass Eltern inzwischen wieder aus mehreren empfehlenswerten Modellen wählen können.
Besonders erfreulich ist, dass ein gutes Testergebnis nicht zwangsläufig eine Frage des Preises darstellt. Unter den vier empfehlenswerten Kinderwagen befinden sich laut Stiftung Warentest auch günstigere Modelle. Wer also auf der Suche nach einem sicheren und komfortablen Kinderwagen ist, muss nicht zwangsläufig tief in die Tasche greifen.
Tipp: Informiere dich vor dem Kauf immer über aktuelle Testergebnisse. Selbst teure Kinderwagen können Schwächen bei Komfort, Ergonomie oder Schadstoffen aufweisen, während günstigere Modelle im Test oft überraschend gut abschneiden.
Die Verlierer: Vier Kinderwagen fallen wegen Schadstoffen durch
Neben den erfreulichen Ergebnissen gibt es auch deutliche Kritik. Vier der zwölf getesteten Kinderwagen erhalten die Gesamtnote „Mangelhaft“, weil die Stiftung Warentest bedenkliche Schadstoffe nachgewiesen hat.
Diese Modelle fielen im Test durch
- Hartan Ivy Outdoor
- Kinderkraft Nea 2 2in1
- BabyOne Little One Kodiak
- Baby Jogger City Mini GT2 Double
Nach Angaben der Stiftung Warentest wurden unter anderem der Weichmacher DEHP sowie PFAS nachgewiesen.
Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest, kritisiert die Ergebnisse deutlich: "Ich bin erstaunt, dass wir 2026 wieder in mehreren Kinderwagen bedenkliche Weichmacher und umweltschädliche PFAS gefunden haben. Schließlich sind sie schon seit Jahren verboten. Da müssen die Anbieter dringend nachbessern."
Was sind DEHP und PFAS?
Bei den im Test gefundenen Schadstoffen handelt es sich unter anderem um DEHP und PFAS. Beide Stoffgruppen stehen seit Jahren im Fokus von Umwelt- und Gesundheitsbehörden.
DEHP (Diethylhexylphthalat)
... gehört zur Gruppe der Phthalate. Diese Weichmacher sorgen dafür, dass Kunststoffe flexibel werden. Sie kommen unter anderem in PVC-Produkten vor. DEHP kann jedoch aus dem Material austreten und über die Haut, den Mund oder die Atemluft aufgenommen werden. Es gibt Hinweise darauf, dass DEHP das Hormonsystem beeinflussen kann. Die EU stuft den Stoff sogar als fortpflanzungsgefährdend ein. Deshalb ist der Einsatz in Spielzeug und vielen Babyartikeln bereits seit Jahren stark eingeschränkt oder verboten.
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen)
... sind eine große Gruppe künstlich hergestellter Chemikalien. Sie werden eingesetzt, um Materialien wasser-, fett- und schmutzabweisend zu machen. Da PFAS in der Umwelt kaum abgebaut werden, werden sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Sie können sich über Jahre in Böden, Gewässern, Tieren und Menschen anreichern. Einige Vertreter dieser Stoffgruppe stehen im Verdacht, die Leber zu schädigen, das Immunsystem zu beeinträchtigen und das Risiko für bestimmte Erkrankungen zu erhöhen. Deshalb werden PFAS in der EU zunehmend reguliert.
Gerade bei Produkten für Babys und Kleinkinder sind Schadstoffe besonders kritisch, da sie häufig direkten Kontakt mit den Materialien haben und ihr Körper empfindlicher auf chemische Belastungen reagiert.
Zu kleine Babywannen können zum Problem werden
Neben den Schadstoffen kritisierte die Stiftung Warentest auch die Größe einiger Babywannen. Bei mehreren Modellen seien die Liegewannen so kurz oder schmal, dass Babys bereits nach wenigen Monaten nicht mehr ausreichend Platz hätten. Gleichzeitig seien die dazugehörigen Sportsitze für viele Kinder noch zu groß.
Dadurch kann eine ungünstige Übergangsphase entstehen. Das Baby passt nicht mehr bequem in die Liegewanne, ist für den Sportsitz aber noch nicht ausreichend entwickelt. Experten empfehlen, Babys erst dann in den Sportsitz zu setzen, wenn sie selbstständig sitzen können. Eine ausreichend große Liegewanne ermöglicht deshalb eine ergonomische Entwicklung in den ersten Lebensmonaten.
Dr. Axel Neisser, wissenschaftlicher Leiter des Kinderwagen-Tests bei der Stiftung Warentest, warnt: "Zu kurze Babywannen bergen die Gefahr, dass Babys früher hingesetzt werden, als für ihren Rücken gut ist."
Nach welchen Kriterien testet die Stiftung Warentest Kinderwagen?
Die Stiftung Warentest bewertet Kinderwagen nicht nur nach ihrem Fahrverhalten, sondern prüft sie in mehreren Kategorien. Im Mittelpunkt stehen die kindgerechte Gestaltung, die Handhabung, die Sicherheit, die Haltbarkeit sowie mögliche Schadstoffbelastungen. Dabei wird unter anderem untersucht, wie viel Platz die Liegewanne und der Sportsitz bieten, wie einfach sich der Kinderwagen im Alltag bedienen lässt und ob Bremsen, Gurte und Kippsicherheit den Anforderungen entsprechen.
Um die Alltagstauglichkeit zu beurteilen, fahren die Tester mit den Kinderwagen auf verschiedenen Untergründen wie Kopfsteinpflaster, Waldwegen oder Bordsteinkanten. Zusätzlich müssen die Modelle im Dauertest ihre Robustheit unter Beweis stellen: Dafür rollen sie insgesamt 96.000 Mal über Hindernisse. Ergänzend untersuchen Labore die Materialien auf gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe, mit denen Babys und Kleinkinder in Berührung kommen können.
Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten Kinderwagens?
Ein gebrauchter Kinderwagen kann eine gute Wahl sein. Hochwertige Modelle kosten neu oft mehrere hundert Euro und werden meist nur für wenige Jahre genutzt. Wer einen Kinderwagen gebraucht kauft, spart Geld und schont gleichzeitig Ressourcen.
Auch die Ergebnisse der Stiftung Warentest sprechen dafür. Denn im aktuellen Test erwiesen sich alle geprüften Kinderwagen als robust und langlebig. Ein gut gepflegtes Modell kann daher problemlos auch für ein weiteres Kind genutzt werden.
Worauf achten
- funktionierende Bremsen
- leichtgängige und unbeschädigte Räder
- intakte Gurte und Verschlüsse
- einen einwandfrei funktionierenden Klappmechanismus
- ein stabiles Gestell ohne Risse oder Verformungen
- eine saubere und unbeschädigte Liegewanne sowie einen gut erhaltenen Sportsitz
Wichtig: Prüfe außerdem, ob für das gewünschte Modell unabhängige Testergebnisse vorliegen. Gerade bei älteren Kinderwagen können Testberichte wichtige Hinweise auf mögliche Sicherheitsmängel oder Schadstoffbelastungen geben und die Kaufentscheidung erleichtern.
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