Eizellspende in Österreich

Die Eizellspende ist ein medizinisches Verfahren, das Paaren mit Kinderwunsch eine Chance auf eine Schwangerschaft gibt, obwohl sie keine eigenen funktionsfähigen Eizellen mehr haben. Dabei werden Eizellen von einer gesunden Spenderin entnommen und in einem Kinderwunschzentrum befruchtet. Aus den befruchteten Eizellen entstehen Embryonen, von denen einer in die Gebärmutter der Empfängerin übertragen wird. Dort kann er sich einnisten, und die Schwangerschaft verläuft wie jede andere.

Besonders an der Eizellspende ist, dass die genetische Veranlagung des Kindes von der Spenderin stammt, während die Empfängerin die Schwangerschaft durchlebt, das Kind austrägt und nach der Geburt die rechtliche Mutter ist. Das kann für viele Frauen eine große emotionale Bedeutung haben, weil sie trotz fehlender eigener Eizellen die Erfahrung einer Schwangerschaft machen.

Eine Eizellspende kommt vor allem dann infrage, wenn deine Eizellreserve erschöpft ist (etwa nach einer vorzeitigen Menopause), du durch eine Chemo- oder Strahlentherapie unfruchtbar geworden bist, oder du eine genetische Erkrankung hast, die du nicht an dein Kind weitergeben möchtest.

Wichtig: Eine Eizellspende ist keine Standardbehandlung, sondern wird nur unter klaren gesetzlichen Voraussetzungen angeboten. Bevor du dich dafür entscheidest, gehört immer eine umfassende Beratung dazu – medizinisch, rechtlich und auch psychologisch.

Rechtliche Voraussetzungen der Eizellspende in Österreich

Die Eizellspende ist in Österreich seit dem 24. Februar 2015 gesetzlich erlaubt, allerdings nur unter strengen Bedingungen. Grundlage ist das Fortpflanzungsmedizingesetz, das genau festlegt, wer spenden darf, wer empfangen darf und wie die Elternschaft geregelt wird.

Voraussetzungen für die Spenderin:

  • Alter zwischen 18 und 30 Jahren
  • körperlich und psychisch gesund, ohne genetische Erkrankungen oder Infektionskrankheiten
  • normale Eizellreserve, die medizinisch bestätigt wird
  • freiwillige und schriftliche Zustimmung zur Spende
  • keine finanzielle Entlohnung (nur der Ersatz von Auslagen wie Tickets oder Taxikosten ist erlaubt)
  • eine Spenderin darf höchstens drei Familien ihre Eizellen zur Verfügung stellen

Voraussetzungen für die Empfängerin:

  • darf höchstens 45 Jahre alt sein
  • eine medizinische Indikation muss vorliegen (wie vorzeitige Wechseljahre, Verlust der Fruchtbarkeit nach Operation oder Therapie, genetische Erkrankungen)
  • muss in einer Partnerschaft leben, ob hetero- oder homosexuell spielt dabei keine Rolle
  • Zustimmung, dass das Kind später die Identität der Spenderin erfahren darf


Die Elternschaft wird durch einen sogenannten Notariatsakt festgelegt. Damit ist klar geregelt, dass die Spenderin gegenüber dem Kind keine Rechte und keine Pflichten hat. Gleichzeitig gilt in Österreich das Prinzip der offenen Spende. Das bedeutet, dass ab dem 14. Lebensjahr jedes durch eine Eizellspende gezeugte Kind das Recht hat, Informationen über seine genetische Herkunft zu erhalten. Dafür müssen die Daten der Spenderin in den Unterlagen der Klinik hinterlegt sein.

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Der Ablauf einer Eizellspende

Bevor eine Eizellspende in Österreich durchgeführt werden kann, findet eine ausführliche medizinische und psychologische Beratung statt. Sowohl die Spenderin als auch die Empfängerin sollen genau verstehen, welche Schritte notwendig sind und welche rechtlichen sowie emotionalen Folgen die Behandlung haben kann. Erst, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, beginnt der eigentliche Ablauf.

  1. Die Spenderin erhält zunächst über etwa zwei Wochen eine Hormontherapie. Diese bewirkt, dass in einem Zyklus nicht nur eine, sondern mehrere Eizellen heranreifen. Sobald die Eizellen reif sind, werden sie in einem kurzen Eingriff - der sogenannten Follikelpunktion - unter leichter Narkose entnommen. Der Eingriff gilt als Routine, kann aber wie jede medizinische Maßnahme gewisse Risiken mit sich bringen.
  2. Im nächsten Schritt werden die gewonnenen Eizellen im Labor befruchtet. Dafür werden sie mit den Spermien des Partners der Empfängerin zusammengebracht.
  3. Die Empfängerin bereitet sich durch eine Hormontherapie darauf vor, dass ihre Gebärmutterschleimhaut optimal aufgebaut ist. So wird sichergestellt, dass sich der Embryo bestmöglich einnisten kann. Sobald die Gebärmutter bereit ist, wird ein Embryo in die Gebärmutter übertragen.

Wichtig: Die Eizellspende ist zwar ein bewährtes Verfahren, dennoch sollten sowohl Spenderin als auch Empfängerin die körperliche und emotionale Belastung realistisch einschätzen.

In Österreich gibt es keine Eizellspenderinnen-Bank

Obwohl die Eizellspende seit 2015 erlaubt ist, bleibt sie in Österreich stark eingeschränkt. Das liegt vor allem an der Kombination aus Altersgrenzen, offenen Spende-Regelungen und dem Verbot einer finanziellen Entlohnung. Hierzulande gibt es keine Eizellspenderinnen-Banken, wie sie in anderen europäischen Staaten üblich sind. Somit ist eine Spende praktisch nur möglich, wenn die Empfängerin selbst eine passende Spenderin mitbringt, etwa eine Freundin, Verwandte oder enge Bekannte.

Viele Paare stehen deshalb vor einer doppelten Herausforderung. Sie müssen nicht nur die medizinischen Voraussetzungen erfüllen, sondern auch selbst eine geeignete Spenderin finden. Da dies in der Praxis schwierig ist, entscheiden sich zahlreiche Patientinnen für eine Behandlung im Ausland. Beliebt sind insbesondere Zentren in Tschechien oder Spanien, wo einerseits größere Spenderinnen-Pools zur Verfügung stehen und andererseits das Alter der Empfängerin etwas flexibler gehandhabt wird.

Österreichische Kliniken kooperieren in solchen Fällen häufig mit Partnerinstituten im Ausland und übernehmen die Vorbereitung der Empfängerin vor Ort.

Erfolgsquoten bei Eizellspenden

Die Erfolgschancen einer Eizellspende sind gut. Pro Behandlungszyklus liegt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, bei rund 60 bis 65 Prozent. Dass am Ende tatsächlich ein Kind zur Welt kommt, trifft bei etwa 45 bis 55 Prozent der Behandlungen zu. Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass nicht jede eingetretene Schwangerschaft bis zur Geburt bestehen bleibt. Denn rund 20 bis 30 Prozent enden leider in den ersten Wochen als Fehlgeburt.

Entscheidend für den Erfolg sind vor allem das Alter und die Gesundheit der Spenderin, die Qualität der Embryonen sowie die Erfahrung der behandelnden Klinik. Das Alter der Empfängerin spielt dagegen eine geringere Rolle, da die genetische Grundlage von der Spenderin stammt. Mit zunehmender Zahl an Behandlungszyklen steigen die Chancen deutlich an. Nach zwei bis drei Versuchen erreichen viele Paare kumulative Erfolgsraten von bis zu 75 bis 90 Prozent.

Tipp: Kliniken geben ihre Erfolgsquoten unterschiedlich an. Manche beziehen sich auf einen positiven Test, andere auf eine klinisch bestätigte Schwangerschaft oder auf Lebendgeburten. Ein direkter Vergleich zwischen Einrichtungen ist daher nur eingeschränkt möglich.

Kosten einer Eizellspende in Österreich

Die Eizellspende ist in Österreich ausschließlich eine Selbstzahlerleistung. Da der IVF-Fonds diese Behandlung nicht unterstützt, müssen alle Kosten privat getragen werden. Für die Spenderin fallen neben den medizinischen Untersuchungen insbesondere verpflichtende Infektionstests an, die rund 500 Euro kosten. Zusätzlich berechnen Kliniken für den organisatorischen und bürokratischen Aufwand einer Eizellspende etwa 1.100 Euro.

Je nach individueller Situation können weitere Kosten hinzukommen, zum Beispiel für Beratungsgespräche, Medikamente oder die Aufbewahrung eingefrorener Zellen.

Chancen und Risiken zusammengefasst

Die Eizellspende eröffnet Paaren mit eingeschränkter Fruchtbarkeit eine reale Möglichkeit, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Die Erfolgsquoten sind relativ hoch, vor allem wenn frische Eizellen verwendet werden und die Behandlung in erfahrenen Kliniken stattfindet.

Gleichzeitig gibt es Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Für die Spenderin kann die Hormonstimulation Nebenwirkungen wie ein Überstimulationssyndrom mit sich bringen, während die Empfängerin die üblichen körperlichen Belastungen einer Schwangerschaft trägt.

Auch die psychische Verfassung spielt eine Rolle. Die Spenderin muss eine weitreichende Entscheidung treffen, und die Empfängerin setzt sich mit der besonderen Situation einer genetisch fremden Schwangerschaft auseinander. Umso wichtiger ist eine umfassende Beratung, die hilft, Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen und gut vorbereitet in den Prozess zu gehen.

FAQ: Eizellspende

Wie hoch sind die Erfolgschancen bei einer Eizellspende?
Pro Zyklus liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei etwa 60 %, die Chance auf eine Lebendgeburt bei rund 45–55 %. Nach mehreren Versuchen steigen die kumulativen Erfolgsraten deutlich.

Kann das Kind später die Spenderin kennenlernen?
Ja. In Österreich gilt die offene Spende. Ab dem 14. Lebensjahr hat jedes durch Eizellspende gezeugte Kind das Recht, die Identität der Spenderin zu erfahren.

Warum gibt es in Österreich keine Eizellspenderinnen-Banken?
Da eine finanzielle Vergütung verboten ist und Spenden nur offen erfolgen dürfen, gibt es kaum Frauen, die freiwillig spenden. Deshalb müssen Empfängerinnen meist selbst eine Spenderin mitbringen.

Ist eine Behandlung im Ausland einfacher?
Ja, viele Paare weichen auf Länder wie Tschechien oder Spanien aus. Dort gibt es Spenderinnenbanken, flexiblere Altersgrenzen und höhere Verfügbarkeit. Österreichische Kliniken kooperieren oft mit Zentren im Ausland, um die Behandlung möglich zu machen.

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