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Jod in der Schwangerschaft
Jod gehört zu den Nährstoffen, die in deiner Schwangerschaft eine besondere Rolle spielen. Dein Bedarf steigt deutlich, weil nicht nur dein Körper, sondern auch dein ungeborenes Kind mitversorgt werden muss. Auch nach der Geburt bleibt das Thema wichtig, da das Baby in der Stillzeit mit Jod über die Muttermilch versorgt wird. Studien zeigen, dass bereits ein leichter Jodmangelin der Schwangerschaft negative Folgen haben kann, sogar dann, wenn keine typischen Mangelsymptome auftreten.
Was ist Jod und welche Funktion hat es im Körper?
Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst bilden kann und daher regelmäßig über die Nahrung aufnehmen muss. Es ist ein zentraler Baustein der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Hormone steuern zahlreiche Stoffwechselprozesse und sind entscheidend für Wachstum, Zellteilung und die Energieversorgung des Körpers.
In der Schwangerschaft kommt Jod eine besondere Bedeutung zu. Die Schilddrüsenhormone der Mutter beeinflussen maßgeblich die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem des ungeborenen Kindes. Vor allem in den frühen Schwangerschaftswochen ist das Baby vollständig auf die mütterliche Hormonversorgung angewiesen. Eine ausreichende Jodzufuhr unterstützt daher die gesunde geistige und körperliche Entwicklung von Beginn an.
Auch in der Stillzeit bleibt der Jodbedarf erhöht. Das Spurenelement wird über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben und trägt dort weiterhin zur Entwicklung von Gehirn und Stoffwechsel bei. Eine gute Jodversorgung der Mutter ist deshalb auch nach der Geburt wichtig.
Warum steigt der Jodbedarf in der Schwangerschaft?
In der Schwangerschaft verändert sich der Nährstoffbedarf. Der Körper braucht mehr Jod, weil sich im Körper der Frau vieles grundlegend verändert. Das Blutvolumennimmt zu, ebenso der Anteil an Körperflüssigkeit. Der Körper versorgt nicht mehr nur eine Person, sondern auch die Plazenta und das ungeborene Kind. Jod verteilt sich dadurch auf ein größeres Volumen. Man kann es sich wie ein Glas Wasser vorstellen, das plötzlich größer wird. Die gleiche Menge Jod ist dann stärker verdünnt und steht der Schilddrüse weniger konzentriert zur Verfügung.
Gleichzeitig arbeiten die Nieren in der Schwangerschaft intensiver. Sie filtern mehr Blut, um Stoffwechselprodukte der Mutter und des Kindes auszuscheiden. Dabei geht auch mehr Jod über den Urin verloren. Selbst wenn die Frau ihre Ernährung nicht verändert, verliert der Körper also täglich mehr Jod als vor der Schwangerschaft.
Hinzu kommen hormonelle Umstellungen. Der Östrogenspiegel steigt deutlich an. Östrogene sorgen dafür, dass im Blut mehr sogenannte Transporteiweiße gebildet werden. Diese Eiweiße binden Schilddrüsenhormone. Die Hormone sind dann zwar vorhanden, aber vorübergehend „gebunden“ und nicht direkt wirksam. Um trotzdem genug aktive Schilddrüsenhormone bereitzustellen, muss die Schilddrüse mehr Hormone produzieren. Dafür benötigt sie zusätzlich Jod. Besonders wichtig ist das in der frühen Schwangerschaft. Das ungeborene Kind kann bis etwa zur 18. bis 20. Schwangerschaftswoche noch keine eigenen Schilddrüsenhormone bilden. Es ist vollständig auf die Versorgung durch die Mutter angewiesen. Reicht die Jodzufuhr nicht aus, kann diese Versorgung eingeschränkt sein.
Wichtig: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren deshalb eine tägliche Jodzufuhr von 230 Mikrogramm pro Tag. In der Stillzeit wird sogar zu 260 µg pro Tag geraten. Diese Menge lässt sich über die normale Ernährung oft nicht vollständig decken, weshalb Jod in der Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit verdient.
Was sind die Ursachen für einen Jodmangel in der Schwangerschaft?
Österreich gehört aufgrund seiner geologischen Bedingungen zu den Regionen mit jodarmen Böden. Dadurch enthalten pflanzliche Lebensmittel von Natur aus wenig Jod, und auch tierische Produkte liefern nur dann relevante Mengen, wenn die Tiere ausreichend mit Jod versorgt werden. Hinzu kommt, dass der erhöhte Bedarf in der Schwangerschaft häufig nicht durch die übliche Ernährung ausgeglichen wird.
Typische Ursachen für einen Jodmangel sind:
- jodarme Böden und damit niedrige natürliche Jodgehalte in Lebensmitteln
- geringe Verwendung von Jodsalz in industriell hergestellten Lebensmitteln wie Brot, Wurst oder Käse
- niedriger Verzehr von Seefisch, Milch und Eiern
- vegetarische oder vegane Ernährung ohne gezielte Jodquellen
- Rauchen, da Inhaltsstoffe des Tabakrauchs die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen
- langjährige Einnahme oraler Kontrazeptiva, die den Jodbedarf durch hormonelle Effekte erhöhen
In der Schwangerschaft kann bereits eine Kombination aus wenigen dieser Faktoren ausreichen, um in eine Unterversorgung zu geraten, selbst wenn zuvor keine Beschwerden bestanden.
Symptome eines Jodmangels bei Schwangeren
Ein Jodmangel entwickelt sich meist schleichend und bleibt in der Schwangerschaft oft lange unbemerkt. Viele Beschwerden sind unspezifisch und lassen sich leicht mit typischen Schwangerschaftssymptomen verwechseln. Genau deshalb wird ein Jodmangel häufig erst spät erkannt.
Typische Anzeichen bei unzureichender Jodversorgung:
- anhaltende Müdigkeit und deutlicher Leistungsabfall, die über die normale Schwangerschaftsmüdigkeit hinausgehen
- Konzentrationsstörungen und das Gefühl, geistig weniger belastbar zu sein
- erhöhte Kälteempfindlichkeit, selbst bei angenehmen Temperaturen
- Gewichtszunahme, die sich nicht allein durch Schwangerschaft oder Ernährung erklären lässt
- eine Vergrößerung der Schilddrüse, auch als Kropf oder Struma bezeichnet, die sich durch ein Druck- oder Engegefühl im Hals bemerkbar machen kann
Wichtig: Da diese Symptome auch andere Ursachen haben können, sollten sie nicht isoliert betrachtet werden. Besteht der Verdacht auf einen Jodmangel, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, um die Ursache gezielt zu erkennen und entsprechend zu behandeln.
Folgen eines Jodmangels in der Schwangerschaft
Ein länger bestehender Jodmangel kann in der Schwangerschaftweitreichende Folgen haben. Bei der Mutter führt eine unzureichende Jodzufuhr häufig zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, einer sogenannten Struma. Diese entsteht, weil der Körper versucht, den Mangel durch vermehrtes Schilddrüsengewebe auszugleichen. In der Folge kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln, bei der zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden. Das wirkt sich nicht nur auf den Stoffwechsel aus, sondern kann auch zu Leistungs- und Konzentrationsminderungen führen. Besteht der Jodmangel über längere Zeit, kann er zudem die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und Fertilitätsstörungen begünstigen.
Für das ungeborene Kind ist eine ausreichende Jodversorgung der Mutter besonders entscheidend. Fehlt Jod, kann die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem beeinträchtigt werden, ebenso das körperliche Wachstum und die Reifung wichtiger Organe. Ein ausgeprägter Jodmangel erhöht das Risiko für Fehl- und Totgeburten.
Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass selbst ein leichter Jodmangel nicht folgenlos bleiben muss. In einer großen Beobachtungsstudie, die 2013 im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde, erzielten Kinder von Müttern mit niedriger Jodversorgung in der Schwangerschaft im Grundschulalter häufiger schlechtere Ergebnisse bei Intelligenz- und Lesetests.
Zwar lassen sich aus solchen Studien keine direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge ableiten, die Ergebnisse unterstreichen jedoch die Bedeutung einer ausreichenden Jodversorgung in der Schwangerschaft und ihre Rolle für die langfristige kognitive Entwicklung des Kindes.
Lebensmittel mit hohem Jodgehalt
Jod liefern vor allem Meeresfisch, Milch und Milchprodukte, Eier sowie jodiertes Speisesalz. Diese Lebensmittel tragen wesentlich zur Jodzufuhr bei, wobei der Jodgehalt insbesondere bei Milch und Eiern schwanken kann, da er von der Fütterung der Tiere abhängt.
Unserer regionalen, pflanzlichen Lebensmittel enthalten dagegen meist nur geringe Mengen Jod, da die Böden in Österreich jodarm sind. Beim Fischverzehr sollten Schwangere auf Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch verzichten, weil diese oft hohe Quecksilbermengen enthalten. Achte darauf Fisch stets gut durchzugaren. Auch bei Milchprodukten ist Vorsicht geboten. Rohmilch und daraus hergestellte Produkte sind in der Schwangerschaft nicht empfohlen, da sie das Risiko für Lebensmittelinfektionen erhöhen können. Von Algen und Tangprodukten wird ebenfalls abgeraten, da ihr Jodgehalt stark schwankt und sehr hoch sein kann.
Tipp: Um einem Jodmangel vorzubeugen, empfiehlt es sich, konsequent jodiertes Speisesalz zu verwenden, beim Einkauf gezielt auf mit Jodsalz hergestellte Produkte zu achten und regelmäßig Fisch sowie pasteurisierte Milchprodukte in den Speiseplan einzubauen.
Dennoch lässt sich der erhöhte Jodbedarf in der Schwangerschaft häufig nicht allein über die Ernährung decken. Deshalb sind Nahrungsergänzungsmittel in vielen Fällen sinnvoll. Empfohlen werden in der Regel 100 bis 150 Mikrogramm Jod pro Tag. Vor der Einnahme solltest du jedoch unbedingt mit deinem Arzt sprechen. Lass abklären, ob du wirklich Jod brauchst und wie viel pro Tag. Weitere wichtige Hinweise, Informationen und Tipps zur Ernährung im ersten Trimester sowie zur Ernährung im zweiten und dritten Trimester findest du auf unserer Seite.
Kann man Jod überdosieren?
Jod ist lebenswichtig, doch eine dauerhaft zu hohe Zufuhr kann problematisch sein. Als gesundheitlich unbedenkliche Obergrenze gelten für Erwachsene etwa 500 bis 600 Mikrogramm Jod pro Tag. Über die normale Ernährung wird diese Menge in der Regel nicht erreicht, selbst wenn regelmäßig jodiertes Speisesalz verwendet wird.
Eine Überdosierung entsteht meist durch Nahrungsergänzungsmittel, vor allem dann, wenn mehrere Präparate gleichzeitig eingenommen werden. Besonders problematisch sind Algen- und Tangpräparate, da ihr Jodgehalt stark schwankt und sehr hoch sein kann. Schon kleine Mengen können die empfohlene Tageszufuhr deutlich überschreiten.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Sei in der Schwangerschaft immer vorsichtig, wenn du Präparate einnimmst. Auch wenn es sich um Nahrungsergänzungsmittel handelt. Am besten du sprichst dich immer mit deinem Arzt ab. Aber in bestimmten Situationen ist es besonders wichtig, die Jodzufuhr in der Schwangerschaft nicht eigenständig anzupassen, sondern dich immer ärztlich begleiten zu lassen. Das gilt speziell dann, wenn bereits Vorerkrankungen der Schilddrüse bei Schwangeren bestehen oder Unsicherheiten zur eigenen Versorgung vorliegen.
Eine ärztliche Rücksprache ist insbesondere sinnvoll bei:
- bekannten Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow
- auffälligen Schilddrüsenwerten oder früheren Schilddrüsenproblemen
- Einnahme von Medikamenten, die die Schilddrüsenfunktion beeinflussen
- bereits begonnener Jodsupplementierung
- Unsicherheit, ob die Ernährung ausreichend Jod liefert
Durch eine gezielte Abklärung kann die individuelle Jodversorgung besser eingeschätzt und die Dosierung entsprechend angepasst werden. So lässt sich vermeiden, dass es zu einer Unter- oder Überversorgung mit Jod in der Schwangerschaft kommt, und die Schilddrüse optimal unterstützt wird.
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