Die 6. Woche nach der Geburt

Die Zeit verfliegt und dein Schatz ist schon bald zwei Monate alt. Für viele Frauen ist spätestens zu diesem Zeitpunkt das Wochenbett längst vorbei, der Alltag läuft und auch sonst stehen alle Zeichen auf „Normalität“. Wir sehen das jedoch ein wenig anders und plädieren weiterhin dafür, dir bewusst Zeit fürs späte Wochenbett zu nehmen. Ein Kind zu bekommen, ist kein Spaziergang. Vieles ändert sich auch du wirst als Mutter geboren und darfst dich in deiner neuen Rolle einfinden. Was sind da schon ein paar Wochen auf ein ganzes Mama-Leben gerechnet?

Mama-Baby

Bitte nicht falsch verstehen: Es spricht nichts dagegen, einige Wochen nach der Geburt einen gewissen Alltagsablauf zu entwickeln. Im Gegenteil. Routinen können guttun und dir und deinem Baby in dieser Zeit Halt geben. Wir wünschen uns eben, dass es ruhige Wochenbettroutinen sind, die euch ein Ankommen im neuen Lebensabschnitt erlauben und zwar so, wie es sich für dich stimmig anfühlt. Nicht zu viele Aktivitäten, nicht zu wenige, ausreichend Ruhephasen und zwischendurch auch ein paar Verschnaufpausen für dich. Wenn man den ganzen Tag mit dem Baby allein und mit stillen, wickeln, tragen und trösten beschäftigt ist, kann man sich kaum vorstellen, wie sich eine kleine Auszeit ausgehen soll. Nun, wir haben da eine Idee.

„Es braucht ein Dorf“

Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das du vielleicht schon einmal gehört hast: „Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“. Das macht Sinn, oder? Und gleichzeitig ist es etwas, das wir scheinbar verlernt haben. In vorangegangenen Generationen sind Kinder im Großfamilienverband aufgewachsen. Neben den Eltern gab es da auch die Großeltern, die vielleicht im Haus oder nebenan gewohnt haben, oder Verwandte/Nachbarn, die der Familie nahegestanden sind. Man hat sich die Erziehung der Kinder gewissermaßen aufgeteilt, wenngleich das damals bestimmt keine bewusste Entscheidung, sondern vielmehr eine Notwendigkeit war. Heute leben wir sehr individualisiert und zumeist auch separiert von unserer Herkunftsfamilie. Unsere Kinder wachsen häufig in Ballungszentren auf, seltener in ländlichen Gebieten. Manchmal kennen wir unsere Nachbarn. Meistens jedoch leben wir anonym und managen unser Familienleben aus eigener Kraft.

Das kann ganz schön anstrengend sein und wir riskieren, uns zu überfordern, wenn wir versuchen, allen Rollen (Mama, Ehefrau/Partnerin, Hausfrau, Angestellte, Tochter…) gerecht zu werden. Daher lohnt es sich, den Gedanken des afrikanischen Dorfes für unsere moderne Lebenswelt zu adaptieren – und damit kannst du bereits im Wochenbett beginnen. Überlege dir, welches Beziehungsgeflecht du benötigst, um im Alltag die Unterstützung zu bekommen, die du brauchst. Ist dir geholfen, wenn die Oma oder der Opa einmal pro Woche mit deinem Baby spazieren geht? Oder möchtest du lieber einen Babysitter oder eine Tagesmutter engagieren? Gibt es eine Freundin oder eine Bekannte, die ältere Geschwisterkinder ab und zu am Nachmittag übernehmen könnte? Und hast du jemanden, der spontan einspringt, wenn dein Baby krank ist und du es nicht schaffst, den Einkauf zu erledigen? Diese und andere Fragen zu deinen Bedürfnissen kannst du nur individuell beantworten, wir möchten dir einfach einen Denkanstoß geben. Du musst es nicht allein schaffen. Wir neigen, um ehrlich zu sein dazu, dass wir alles perfekt machen wollen und irgendwo tief in unserem Kopf der Gedanken vergraben ist, es wäre nur dann „perfekt“, wenn wir uns im Familienleben aufopfern. Gerne möchtest du die liebende Mutter sein, die gelassene Partnerin, die sorgfältige Hausfrau und natürlich die gewissenhafte Arbeitnehmerin.

Nicht mit anderen vergleichen

Eine weitere Falle ist der Vergleich mit anderen. Du denkst dir vielleicht, die Nachbarin mit den vier Kindern schafft das ja auch spielend, warum solltest du also vom Alltag mit Baby überfordert sein dürfen? Oder wir hören die Erzählungen unserer Eltern nachklingen, was sie alles geleistet haben, neben Haus, Arbeit und Kindererziehung. An dieser Stelle darf gesagt sein, es liegt wohl in unserer Natur oder besser gesagt Sozialisation, uns mit anderen zu vergleichen, es macht jedoch schlichtweg keinen Sinn. Im Gegenteil, du erhöhst dadurch nur den Druck auf dich selbst und fühlst dich vielleicht sogar schlecht. Vergiss nicht, dass wir alle Menschen sind – ob Super-Mama, Chaos-Mama, berufstätige Mama oder Hausfrau.

Jede gibt im Alltag das, was ihr eben möglich ist. Wir sind unterschiedlich gut darin, unseren Alltag zu strukturieren und uns Pausen zu nehmen. Ebenso haben wir Bedürfnisse, die ungleich ausgeprägt sind. Während die einen rasch in ihren Beruf zurückwollen, genießen die anderen die exklusive Zeit mit den Kindern. Es gibt hier kein richtig oder falsch, es gibt ein „gut für mich“. Was wir damit sagen wollen, je nachdem, wie du dein Leben mit Kind gestalten möchtest, benötigst du vielleicht mehr oder weniger Unterstützung von deinem Umfeld. Scheue dich nicht, danach zu fragen, wenn du Hilfe brauchst.

Mama-Netzwerke und Austauschgruppen

Bleiben wir beim Thema Netzwerk und schauen wir, was du für dich tun kannst. Gerade in den ersten Monaten mit Baby kann sich der Alltag auch recht einsam anfühlen. Du sitzt vielleicht in Cluster-Feedingphasen stundenlang zu Hause, um dein Baby zu stillen, ihm Liebe und Geborgenheit zu geben. Dein Partner/Mann ist den ganzen Tag in der Arbeit beschäftigt, deine Freundinnen wohnen in einer anderen Stadt, haben noch keine oder aber schon ältere Kinder und somit auch einen anderen Tagesablauf wie du. Als Menschen sind wir soziale Wesen und darum empfehlen wir dir, den Austausch mit anderen Mamas zu suchen, die sich in der gleichen Situation befinden wie du. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

Stillgruppen

Das sind Austauschgruppen für stillende Mütter, die online oder vor Ort stattfinden. Organisiert werden sie von der La Leche Liga, einer Stillberaterin oder einer lokalen Institution. Es gibt entweder ein fixes Programm und/oder einen freien Austausch. Die Treffen dauern im Schnitt 1,5 Stunden und finden einmal pro Monat statt - übrigens auch online!

Eltern-Kind-Cafés

In vielen Städten gibt es spezielle Cafés für Eltern und Kinder, die sich perfekt für frisch gebackene Mamas eignen. Du kannst dich dort mit anderen Müttern treffen, während deine Kinder am Boden krabbeln oder spielen. Diese Cafés sind hinsichtlich Wickelmöglichkeiten, Stillbereiche und Co. immer sehr gut ausgestattet. Manchmal sind solche Cafés auch an Eltern-Kind-Zentren angegliedert.

Krabbelgruppen

Auch hier triffst du Mamas mit Babys, die ungefähr im gleichen Alter sind wie dein Nachwuchs. Der Fokus liegt hier jedoch nicht so sehr auf dem Austausch, sondern eher auf dem gemeinsamen Tun. Die Mamas singen für die Babys, sagen lustige Reime auf oder zeigen ihnen erste Fingerspiele. Davor und danach ist natürlich Platz für Plaudereien und ein Kennenlernen.

Yoga, Pilates und Co.

Nach ein paar Wochen und dem OK von deiner Gynäkologin/deinem Gynäkologen darfst du wieder beginnen, Sport zu betreiben. Auch mit Baby ist das möglich! Mittlerweile gibt es zahlreiche Angebote, die sich an Mamas und Babys richten, wie beispielsweise Yoga, Rückbildungsyoga, Bewegungstraining mit dem Baby in der Tragehilfe, Pilates oder Babyschwimmen.

Ein neues Körpergefühl

In dieser Woche legen wir den Fokus aufs Stillen und auf dein körperliches Wohlbefinden. Beides kann zusammenhängen – insbesondere, wenn du dein Baby voll stillst und mit ihm auch durch anstrengendere Stillphasen gehst. Stillen ist eine sehr natürliche Angelegenheit, dein Körper bereitet sich schon während der Schwangerschaft darauf vor, den Nachwuchs zu versorgen. Die Muttermilch wird in den Milchdrüsen gebildet und ist von ihrer Zusammensetzung exakt auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt. Die Menge kann sich tagsüber verändern. Wenn dein Kind einen Entwicklungsschub hat und öfter an die Brust möchte, stellt der Körper innerhalb kürzester Zeit die Produktion um und du hast mehr Milch zur Verfügung. Es ist also tatsächlich ein kleines Wunder, das dein Körper da vollbringt. Viele Prozesse sind automatisiert, jedoch ebenso störungsanfällig. Bist du sehr gestresst, übermüdet oder psychisch unter Druck, kann sich das Stillen auswirken. Daher sehen wir uns nun die häufigsten Stillprobleme an, die wenige Wochen nach der Geburt verstärkt auftreten.

Stillen und mögliche Probleme

Es dauert einige Zeit, bis sich alle Abläufe beim Stillen einspielen. Direkt nach der Geburt bekommt dein Baby das sogenannte Kolostrum. Zwischen dem dritten und sechsten Tag nach der Geburt tritt anstelle der Vormilch die reife Muttermilch. Sie bleibt dir in leicht veränderter Zusammensetzung bis zum Abstillen erhalten. Dein Baby wird einmal mehr, einmal weniger trinken, vielleicht habt ihr schon relativ fixe Stillzeiten, vielleicht stillt ihr auch nach Bedarf. Wichtig ist, dass dein Baby ausreichend zunimmt und ungefähr fünf bis acht nasse Windeln pro Tag hat. Auch häufiger Stuhlgang ist bei gestillten Kindern nicht ungewöhnlich. Wenn es einmal nicht so rund läuft, ist das in den ersten Wochen vollkommen normal. Das Wochenbett ist eine Phase, in der alles seinen Platz findet, du dich regenerierst und du mit einem Baby einen neuen Alltag entwickelst. Jede Veränderung, jeder kleine Stolperstein kann Unruhe in eure Stillbeziehung bringen. Gönn dir daher eine Extra-Portion Ruhe, wenn du merkst, dass es rundherum gerade schwierig ist.

Tipp: Solltest du Probleme beim Stillen haben, warte nicht lange, sondern wende dich an deine Hebamme oder eine Stillberaterin in deiner Nähe.

Zu den häufigsten Still-Schwierigkeiten im Wochenbett zählen:

Milchstau

Bei einem Milchstau handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Ansammlung von Milch in den Milchkanälen. Wird Druck auf diese Stelle ausgeübt, z. B. durch enganliegende Kleidung, oder wird die Brust nicht ordentlich entleert, kann die Milch nicht abfließen. Die Stelle verhärtet sich, wird vielleicht rot und beginnt zu schmerzen. Damit sich daraus keine Brustentzündung entwickelt, solltest du nun rasch handeln. Ziel ist es, die Verhärtung zu lösen und die Milch wieder in den Fluss zu bringen. Versuche, die harte Stelle kreisförmig zu massieren, während du dein Baby stillst. Anschließend massierst du weiter und streichst regelmäßig Richtung Brustwarze aus. Ebenso bewährt hat sich eine spezielle Brustmassage in Kombination mit Wärme vor dem Stillen und einer Kälteanwendung danach. Zusätzlich empfiehlt es sich, dein Kind öfter anzulegen. DU kannst die Stillposition dabei so wählen, dass dein Baby mit dem Unterkiefer die Verhärtung gewissermaßen massiert. Auch dadurch lockert sich die Stauung.

Wunde Brustwarzen

Sie können gerötet, rissig, trocken und unglaublich schmerzhaft sein. Wenn du unter wunden Brustwarzen leidest, bist du nicht allein. Viele Mamas sind davon betroffen, sie zählen zu den häufigsten Problemen beim Stillen. Stillberaterinnen empfehlen nicht nur die Symptome, sondern vor allem auch die Ursache zu behandeln. Manchmal kann die falsche Anlegetechnik dazu führen, dass dein Baby die Brustwarze und den Vorhof nicht richtig greift und dadurch deine Brustwarzen wund werden. Ebenso können anatomische Ursachen wie ein verkürztes Zungenbänden zur Überbeanspruchung der Brustwarzen führen. Sobald du dem Problem auf den Grund gegangen bist, kannst du beginnen, die Brustwarzen zu behandeln. Lasertherapie hat sich bewährt, ebenso alle Maßnahmen, die die Wundheilung fördern. Dazu zählen Kompressen und spezielle Wickel wie der sogenannte Wiener Brust-Donut.

Tipp: Sprich bei starken Schmerzen mit deinem Arzt/deiner Ärztin. Es gibt stillverträgliche Schmerzmittel, die dir das Stillen erleichtern können, solange deine Brustwarzen abheilen.

Brustentzündung

Die Symptome einer Brustentzündung sind einem Milchstau relativ ähnlich, wenngleich sich dein Zustand bei einer Entzündung rasch verschlechtern kann. Verhärtete rote Stellen an der Brust, geschwollene Lymphknoten, starke Schmerzen, wenn dein Baby ansaugt – all das kann sowohl auf eine Stauung als auch auf eine nahende Entzündung hinweisen. Vielleicht ist die verhärtete Stelle auch heiß und ein wenig erhaben. Bei den ersten Anzeichen wendest du dich am besten an deine Hebamme oder Stillberaterin. Steigt deine Körpertemperatur jedoch auf über 38,5 Grad, kommen Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen hinzu, solltest du so rasch wie mögliche deine Gynäkologin/deinen Gynäkologen kontaktieren oder das nächstgelegene Spital aufsuchen. Eine Brustentzündung darf nie unbehandelt bleiben, da sich daraus im schlimmsten Fall ein Brustabszess entwickeln kann. Die Entzündung wird mit Medikamenten behandelt, die üblicherweise stillverträglich sind. Abstillen ist nicht erforderlich!

Starker Milchspendereflex

Häufig kommt es vor, dass die Milch mit sehr großem Druck aus deiner Brust austritt, sobald der Milchspendereflex ausgelöst wurde. Dein Baby hat dann Schwierigkeiten, die Brustwarze zu fassen und mit der Milchmenge zurechtzukommen. Saug- und Schluckbewegungen sind eine koordinative Herausforderung für den Nachwuchs, es ist kaum verwunderlich, wenn er bei da nicht nachkommt. Was kannst du tun? Streiche vor dem Anlegen deine Brust aus und nimm so den größten Druck. Oder lass dein Baby kurz ansaugen, löse es dann vorsichtig und fang die Milch in einem Tuch auf. Wenn die Milch nicht mehr so spritzt, kann dein Baby leichter trinken. Ebenso ist es möglich, die Milchmenge sanft zu reduzieren, indem du 1-2 Tassen Pfefferminze- oder Salbeitee pro Tag trinkst.

Soor-Infektion

Hierbei handelt sich um eine lästige Pilzinfektion, die sowohl die Mutter als auch das Kind betreffen kann. Normalerweise wird sie von einem zum anderen übertragen. Die Infektion wird vom sogenannten Candida albicans ausgelöst, einem Hefepilz, der sich im feucht-warmen Milieu und bei Stress besonders gern ausbreitet. Wie du den Pilzbefall erkennst: Deine Brustwarzen sind leicht gerötet und jucken oder brennen, das gilt auch für den Warzenvorhof. Ebenso schimmert die Haut rosa/rötlich, vielleicht wirkt sie auch besonders trocken oder schuppt sich sogar. Das Ansaugen des Babys empfindest du nicht direkt als schmerzhaft, es ist aber auch nicht angenehm. Vielleicht verspürst du einen leicht stechenden Schmerz, der abklingt, wenn dein Baby länger an der Brust trinkt.

Bei deinem Baby erkennst du den Soor im Mund oder im Windelbereich. Es kann sein, dass dein Baby Bläschen oder einen Belag unter der Zunge oder an den Wangeninnenseiten hat. Sie ähneln den weißen Rückständen der Muttermilch, lassen sich jedoch nicht entfernen. Ganz deutlich zu sehen ist der Soor im Windelbereich. Dort entstehen gefüllte kleine Pickel und gerötete Stellen, die zusätzlich von Kot und Urin gereizt werden. Behandelt wird der Soor idealerweise bei Mama und Baby gleichzeitig, damit ihr euch nicht gegenseitig immer wieder anstecken könnt. Zum Einsatz kommen Antipilzsalben- oder Cremes.

Wichtig: Manchmal wird eine Soor-Infektion mit einer subakuten Mastitis verwechselt - was es damit auf sich hat, erfährst du hier.

Die gute Nachricht: Der Großteil aller Stillprobleme lässt sich beheben. Fälle, in denen du zum ungewollten Abstillen gezwungen bist, sind glücklicherweise sehr selten. Es gibt in diesem Zusammenhang auch nur einen Rat, den du wirklich beherzigen solltest: Warte nicht zu lange, bis du ein Stillproblem in Angriff nimmst. Hat sich die Situation erst einmal verfahren, wird es immer schwieriger, herauszukommen. Dein Stresspegel steigt dann, weil du dein Kind ausreichend versorgt wissen möchtest und auch dein Baby wird an der Brust auch immer ungeduldiger. Einige Maßnahmen zur Selbsthilfe kannst du ergreifen, noch bevor du deine Hebamme oder eine Stillberaterin kontaktierst. Wie beispielsweise die Brustmassage bei einem Milchstau oder das Ausstreichen der Brust bei einem zu starken Milchspendereflex. Bei einer Soor-Infektion oder einer Brustentzündung hingegen solltest du dich so rasch wie möglich an deinen Arzt/deine Ärztin wenden. Da es uns wirklich wichtig ist, möchten wir es hier noch einmal betonen: Abstillen ist im Großteil aller Fälle nicht notwendig. Es gibt stillverträgliche Medikamente, die sowohl schmerzstillend, entzündungshemmend oder antimykotisch wirken.

Beautyrituale für frisch gebackene Mamas

In den ersten Wochen (und vermutlich auch noch Monaten) bist du wahrscheinlich schon froh, wenn du dir fünf Minuten stehlen kannst, um in Ruhe auf die Toilette zu gehen oder dir schnell die Zähne zu putzen. Neugeborene haben eine überschaubare Anzahl an Bedürfnissen – die jedoch sind zumeist unaufschiebbar und von Mama zu erfüllen. Du bist also 24 Stunden, 7 Tage die Woche damit beschäftigt, dich um dein Baby zu kümmern. Ausgenommen kurze Verschnaufpausen, in denen du guten Gewissens an Papa oder die Oma abgegeben kannst. Wir raten dir, nicht nur diese freien Zeiten zu nutzen, sondern dir auch kleine Mini-Auszeiten zu schaffen.

Und auch wenn das jetzt ein wenig klingt wie in einem Frauenmagazin: Gönne dir zwischendurch ein paar Beauty-Routinen, die du regelmäßig wiederholst in dem vollen Bewusstsein, dass du das jetzt nur für dich tust. Vielleicht schaffst du keine 15 Minuten am Stück. Dann kannst du versuchen, in kleinere Zeit-Happen zu portionieren. Fünf Minuten in der Früh, 10 Minuten, wenn dein Baby zu Mittag schläft und mit etwas Glück noch einmal fünf Minuten am Abend. Willkommen ist jede Schönheitsanwendung, die sich unkompliziert und schnell umsetzen lässt und dir dabei einfach ein angenehmes Gefühl beschert. Neben dem Effekt der Körperpflege ist es noch ein weiterer Aspekt wichtig. Wenn du dich dir selbst liebevoll zuwendest, wirkt sich das positiv auf dein Körperbild aus. Vielleicht haderst du ja noch mit deinen neuen Rundungen oder Dehnungsstreifen. Umso dringender ist es, dass du mit deinem Körper aufmerksam widmest und dir auch die Zeit dafür nimmst. Immerhin hat dieser Körper einem wundervollen Wesen das Leben geschenkt!

Hier sind unsere Favoriten für kleine Beauty-Auszeiten:

Salz-Peeling

Eine Dusche, um dich zu erfrischen und wieder sauber zu fühlen, dafür reichen auch fünf Minuten. Ein Peeling verstärkt den Effekt der Erholung und du rubbelst damit ganz im Vorbeigehen auch noch abgestorbene Hautschuppen ab. Wir empfehlen dir ein schnelles Salz-Peeling, das du selber machen kannst. Dazu benötigst du lediglich ein hochwertiges grobes Salz, z. B. Meersalz, Himalaja-Salz, und dein Lieblingsduschgel. Vor dem Duschen vermengst du Duschgel und Salz in einer Schale und schon hast du ein Peeling!

Ölmassage

Vielleicht hast du während der Schwangerschaft deinen Bauch, Po und Oberschenkel eingeölt, um Dehnungsstreifen zu vorzubeugen und die Haut elastisch zu halten. Im Wochenbett kannst du einfach damit weitermachen. Es gibt nicht viel zu beachten – außer die sorgfältige Auswahl des Öles. Du kannst entweder eine fertige Mischung verwenden (z. B. das Wochenbettöl nach Stadelmann oder ein spezielles Rückbildungsöl). Wenn du möchtest, stellst du deine Ölmischung selbst her. Dafür benötigst du ein neutrales, hochwertiges Trägeröl (z. B. Mandelöl) in Bio-Qualität und ein ebenfalls hochwertiges Aromaöl, das äußerlich angewendet werden kann. Auf folgende Öle solltest du u. a. im Wochenbett verzichten: Salbei, Ginseng, Schafgarbe, Sternanis oder Wermutkraut. Empfehlenswert sind hingegen Geranie, Römische Kamille, Lavendel, Ylang-Ylang und Rose, da sie stimmungsaufhellend und ausgleichend wirken.

Gesichtsmasken

Wenn du besonders ambitioniert bist und Zeit hast, kannst du die Maske auch selbst herstellen (z. B. aus Topfen, Avocado und Honig für eine Feuchtigkeitspflege oder Heilerde und Wasser bei unreiner Haut). Wenn es einmal schnell gehen muss, sind fertige Masken aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke eine wunderbare Alternative. Reinige dein Gesicht und trage die Maske auf, bevor du duschen gehst (dann hast du gleich zwei Schritte auf einmal). Du kannst dich für ein paar Minuten aufs Sofa legen und gleich eine kleine Atemmeditation machen, während die Maske einwirkt (auch wieder zwei Fliegen mit einer Klappe). Ist die Einwirkzeit vorüber, wäschst du die Maske einfach ab und anschließend ist eine leichte Gesichtscreme oder ein Gel vollkommen ausreichend – deine Haut ist bereits gut versorgt.

Sitzbäder

Wie der Name schon erahnen lässt, hier sitzt du im Wasser. Sitzbäder sind vor allem in den Wochen nach der Geburt sehr wohltuend, da sie den Kreislauf nicht übermäßig beanspruchen, dennoch aber die untere Körperhälfte und die Körpermitte wärmen. Bevor du allerdings in die Wanne gehst, checke kurz mit deiner Hebamme, ob irgendetwas gegen ein Sitzbad spricht (etwaige Nähte sollten schon gezogen oder ausgefallen sein). Im Normalfall werden solche Bäder auch zur Wundheilung im Intimbereich angewandt – dafür gibt es spezielle Zusätze aus Eichenrinde oder Calendula.

Selbstverständlich kannst du auch ein ätherisches Öl deiner Wahl in etwas Milch emulgieren und dem Badewasser beimengen. Achte jedoch darauf, dass bestimmte Wirkstoffe Hautreizungen im Intimbereich auslösen können. Hinweis: Das Wasser sollte nicht mehr als 37 Grad haben und nach 10 Minuten heißt es auch schon wieder, bitte aus der Wanne steigen.

Haar-Speedy

Hier noch ein kleiner Tipp aus dem Nähkästchen – Trockenshampoo ist zwar keine klassische Beauty-Anwendung, im Wochenbett ist es jedoch Gold wert. Es wird Tage geben, an denen du einfach keine Zeit hast, um dir die Haare zu waschen, sie jedoch dringend eine Auffrischung benötigen würden. Für diese Fälle empfehlen wir dir den Griff zum Trockenshampoo, auch wenn das in deiner bisherigen Beautyroutine bislang noch keinen Platz gefunden hat.

Sexualität & Paarbeziehung

Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wie du nach der Geburt verhüten möchtest? Selbstverständlich ist im Wochenbett alles andere wichtiger, aber vermutlich wird sich dein Arzt/deine Ärztin bei der gynäkologischen Kontrolluntersuchung in der fünften oder sechsten Woche nach der Geburt danach erkundigen. Stillen schützt nämlich nur bedingt vor einer erneuten Schwangerschaft!

Verhütung nach der Geburt

Es ist tatsächlich so, dass nach der Entbindung deine Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist, schließlich ist dein Körper damit beschäftigt, einen Säugling zu versorgen. Üblicherweise sagt man, dass es nach einer Entbindung sehr unwahrscheinlich ist, wieder schwanger zu werden. Das gilt insbesondere für Frauen, die hauptsächlich stillen. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel und daher appellieren wir an dich, dir trotzdem zu überlegen, welche Verhütungsmethode du verwenden möchtest. Sobald dein Wochenfluss versiegt, kannst du theoretisch wieder die Regelblutung bekommen, deine monatlichen Zyklen beginnen erneut. Auch das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Bei manchen Frauen geht der Wochenfluss beinahe direkt in die Periode über, andere warten über ein Jahr oder länger auf ihre monatliche Blutung. Wie du mit deinem Partner verhütest, hängt von ein paar Faktoren ab. Möchtest du bald wieder schwanger werden? Stillst du? Kommen Hormonpräparate für dich infrage oder wünschst du dir einen natürlichen Weg der Empfängnisregelung?

Wir haben die wichtigsten Fakten für dich zusammengefasst:

  • Kondom: In der Stillzeit ist das Kondom das Mittel der Wahl. Es ist unkompliziert in der Anwendung und kommt als sogenannte Barrieremethode vollkommen ohne Hormone aus. Der Pearl-Index beträgt zwischen 2 und 12. Das liegt daran, dass gewisse Fehler in der Handhabung nicht ausgeschlossen werden können und dann der Verhütungsschutz herabgesetzt ist. Nehmt ihr ein Kondom zur Hand, könnt ihr eure Sexualität spontan ausleben, ohne dabei die Milchbildung zu beeinflussen.
  • Pille: Erlaubt sind in der Stillzeit auch hormonelle Verhütungsmethoden (Pille oder Dreimonatsspritze), allerdings nur jene, die auf der Wirkung des Hormons Gestagen zurückgreifen. Kombinationspräparate aus Östrogen und Gestagen darfst du nur dann einnehmen, wenn du nicht stillst.
  • Spirale: Ebenso kannst du dir vier bis sechs Wochen nach der Geburt sowohl eine Hormon- als auch eine Kupferspirale einsetzen lassen. Diese Form der Verhütung eignet sich, wenn die Familienplanung pausiert oder abgeschlossen ist.
  • Sonstiges: Verhütungspflaster und Vaginalring werden nicht empfohlen.

Eine Alternative ist die natürliche Familienplanung/Empfängnisverhütung. Basis dieser Methode ist die Beobachtung deines Zyklus und deiner fruchtbaren Phase. Rund um den Eisprung (ungefähr 14 Tage nach dem ersten Tag deiner letzten Regelblutung) sind deine fruchtbaren Tage. Kurz vor dem Eisprung beginnt die Phase und dauert dann ein paar Tage an, da Spermien im weiblichen Körper eine gewisse Überlebensdauer besitzen. Wichtig: Hierbei handelt es sich nur um grobes Zykluswissen, eine zuverlässige Verhütungsmethode ist das noch nicht. Wenn du natürlich verhüten möchtest, musst du deine Basaltemperatur messen und andere Symptome, die auf den Eisprung hinweisen, notieren und über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg beobachten. Dann bekommst du ein Gefühl für deinen individuellen Zyklus und mögliche Störfaktoren. Richtig angewandt ist die natürliche Familienplanung ein sehr sicheres Verhütungsmittel.

Partner-Tipp:

In diesem Abschnitt dreht sich dieses Mal alles um die Verhütung – auch der Tipp für Partner. Wir plädieren dafür, dass du dich auch und gerade als Mann und Partner aktiv in die Wahl des Verhütungsmittels einbringst. Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass du deiner Partnerin eine bestimmte Methode „vorschreiben“ sollst. Wir meinen vielmehr scheue dich nicht davor, auch deine Wünsche und Vorstellungen zu formulieren. Schließlich ist es ein Thema, das in einer Beziehung immer beide gleichermaßen betrifft. Sprecht darüber, ob ihr euch noch ein Kind vorstellen könnt und wenn ja, wie schnell die Familienplanung voranschreiten soll. Trefft die Entscheidung gemeinsam und verantwortungsvoll. Vielleicht ist es für dich ohnehin selbstverständlich, vielleicht hast du aber auch Berührungsängste und denkst dir, dass Verhütung eher Frauensache ist. Dem ist jedoch nicht so. Ihr habt beide euren Anteil und je gemeinschaftlicher ihr über das Thema Verhütung entscheidet, desto freier könnt ihr euer Sexleben gestalten.

Über Glücksgefühle und Stimmungstiefs

Nun sind schon sechs Wochen vergangen, seitdem du dein Baby auf die Welt gebracht hast!! Fühlt es sich für dich an, als ob es gestern gewesen wäre? Oder bist du schon so gut im neuen Alltag angekommen, dass du manchmal vergisst, dass ihr eigentlich noch im Wochenbett seid? Wo auch immer du dich gefühlsmäßig gerade befindest, schön langsam wirst du vermutlich die ersten kleinen Unternehmungen mit deinem Baby starten. Wir haben ein paar Tipps für dich!

Mit dem Baby auf Tour

Nun eines ist ganz wichtig: Nimm dir nur jene Ausflüge vor, die du gemütlich und ohne Stress bewältigen kannst. Das mag ein Spaziergang durch die Innenstadt oder ein Besuch bei einer lieben Freundin oder der Oma sein. Stilltreffen, Mama-Kind-Gruppen oder Mama-Baby-Yoga sind auch schöne Fixpunkte für eine Außer-Haus-Aktivität – hier gibt es zudem keinen Druck. Wenn du einmal zu spät kommen solltest oder früher wegmusst, ist das kein Problem. Schließlich geht es allen Mamas in der Gruppe gleich und jede wird dafür Verständnis aufbringen. Ein schönes Gefühl, oder? Ein paar weitere Tricks, um die ersten Ausflüge entspannt zu gestalten, haben wir auch:

  1. Plane genügend Zeit ein. Je großzügiger du dein Zeitfenster anlegst, desto weniger kommst du unter Druck. Babys sind schließlich keine Roboter, da kann es schon einmal vorkommen, dass kurz vor dem Aufbruch noch einmal der große Hunger kommt oder die Windel gewechselt werden muss.
  2. Eine Babytrage oder ein Tragetuch sorgen unterwegs für mehr Flexibilität und Mobilität. Laut einer aktuellen Trageumfrage in Österreich, Deutschland und der Schweiz (trageumfrage.com) setzen 75 % aller Eltern auf eine Kombination aus Tragehilfe/Tuch und Kinderwagen, wenn sie größere Distanzen überwinden. Das erlaubt dir, situationsabhängig zu reagieren. Wenn dein Baby Nähe und Geborgenheit sucht, trägst du es bei dir. Wenn es gerade wach ist oder lieber liegen möchte, verwendest du den Kinderwagen.
  3. Packe eine Tasche für dich und einen Rucksack für dein Baby. Ersatzgewand für dein Baby, Windeln, Wickelzubehör und alle Utensilien, die ihr unterwegs benötigen könntet, kommen in den Babyrucksack. Es mag vielleicht etwas penibel klingen, aber es nimmt dir ungemein viel Stress, wenn du unterwegs bist und weißt, du hast alles dabei.

Selfcare für Mamas

Wir haben in diesem Artikel über ein paar Rituale gesprochen, mit denen du dir selbst etwas Gutes tun kannst. An dieser Stelle werden wir uns nicht wiederholen, sondern noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass du auf dich achtest. Wir sind es als Mamas (Frauen) gewohnt zu geben, andere liebevoll zu umsorgen, darauf zu schauen, dass die Bedürfnisse der Familienmitglieder erfüllt sind. Und selbstverständlich bekommt ein neugeborenes Wesen zu Beginn unsere gesamte Aufmerksamkeit und Fürsorge. Das soll auch so sein, schließlich ist dein Baby tatsächlich auf dich angewiesen.

Es ist dennoch wichtig, dass du deine Kräfte und Ressourcen in Balance hältst. Es ist wie eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, bei der am Ende eben kein Minus stehen soll. Du sorgst gut für dein Kind, also sorge auch gut für dich, weil nur dann kannst du einem Baby die Sicherheit geben, die es benötigt. Natürlich gibt es Tage, an denen wir einfach nur noch funktionieren. Dein Baby hat dich in der Nacht wach gehalten, will tagsüber oft an die Brust und die Geschwisterkinder kommen aus dem Streiten nicht heraus. Dann gibt es aber auch Tage, an denen alles halbwegs normal läuft, und die solltest du nutzen, um deine Speicher wieder aufzutanken.

Tipp: Mache eine Liste mit drei Dingen, bei denen du richtig aufladen kannst. Ein kurzes Gespräch mit einer Freundin, ein Power-Nap oder etwas Bewegung an der frischen Luft? Nimm dir eine dieser Aktivitäten vor und trage sie dir wie einen Termin in deinen Kalender ein. Bitte deinen Partner um Unterstützung, wenn du einen Babysitter benötigst oder nimm dein Kind zum spaziere einfach mit. Wenn du möchtest, mach eine sogenannte Geh-Meditation oder setz dich auf eine Parkbank in der Sonne und nimm einfach den Boden unter deinen Füßen und alle Geräusche rund um dich herum wahr. Es gibt kein richtig oder falsch. Alles, was dir ein gutes Gefühl bereitet, hilft dir, deine Akkus aufzuladen.

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